Archiv für den Monat: Juli 2016

Sorge um den Klartext-Verlag

Von , am Donnerstag, 14. Juli 2016

Konzernmutter WAZ („Funke-Mediengruppe“) meldete heute, dass Geschäftsführer Ludger Claßen sich ab sofort „aus gesundheitlichen Gründen“ aus der operativen Geschäftsführung des Klartext-Verlages zurückziehe. Ich besitze etliche Bücher aus diesem Verlag, sie behandeln die Geschichte des Fußballs im Ruhrgebiet. Nun tritt ein wichtiger Macher ab, und ich habe Sorge, dass damit mehr als eine individuelle Berufslaufbahn endet. Weiterlesen

Gerät Solarworld zwischen die TTIP-Räder?

Von , am Donnerstag, 14. Juli 2016

Erst zog die CDU-FDP-Bundesregierung gegen die Branche der erneuerbaren Energien in den innenpolitischen Krieg. Sie wollte die alten Energiekonzerne, die so viele deutsche Politiker versorgt haben, verteidigen. Letzteres hat nicht geklappt. RWE, Eon und ähnl. sind nicht mehr weit vom Kollaps entfernt. Die deutsche Solarbranche immerhin wurde aber auch erledigt. Eine der wenigen Ausnahmen Weiterlesen

China auf Shoppingtour

Von , am Donnerstag, 14. Juli 2016

Das Handelsblatt berichtet heute über eine Studie des Beratungskonzerns Ernst&Young, deren Ergebnisse, sofern sie seriös sind, nur als spektakulär bezeichnet werden können. Sie machen besser verständlich, warum sich US-Präsident Obama im Kampf um die globale Herrschaft so über Schäubles Wirtschaftspolitik in der EU aufregt. Die EU-Konzerne werden aufgrund der konjunkturabwürgenden Politik durch die die EU-Macht ausübenden Deutschen zu leichten Opfern der friedlichen Kaufleute aus China, denen es ideologisch nebensächlich ist, ob sie aus privatem Profit- oder nach strategischem Staats-Interesse vorgehen, wenn es doch praktisch sowieso übereinstimmt. Weiterlesen

Landwirtschaft / ZDFneo

Von , am Donnerstag, 14. Juli 2016

Christian Schwägerl war längere Zeit beim Spiegel und dadurch aus meinem Blickfeld verschwunden. Als „freier“ Autor, der vermutlich genug verdient und vielleicht, was man bei Spiegel besonders gerne tut, eine feine Abfindung mitgenommen hat, wird er nun an früherer Stelle in der FAZ wieder sichtbar, mit einem klugen Plädoyer für die Verbindung von Hightech und Bio-Landwirtschaft.
Harald Keller weist in der FR auf eine britische Krimiserie hin, die auf dem deutschen TV-Markt heute auf ZDFneo startet: „No offence“. Bin gespannt, ob sie „Scott&Bailey“ den Rang ablaufen kann.

Hass-Ästhetik / Uruguay / ila / Ägypten

Von , am Mittwoch, 13. Juli 2016

Arne Vogelsang untersucht in seinem Projekt „internil“ u.a. die Hass-Ästhetik deutscher Faschisten und Islamisten und berichtete darüber der taz.

Lateinamerikanische Linke in der Defensive? Eine Mitarbeiterin der Friedrich-Ebert-Stiftung empfiehlt einen Blick auf das Positiv-Beispiel Uruguay. Dort scheint ein Bündnis von Linken und fortschrittlichem Bürgertum zu gelingen.

Die jahrzehntelange kontinuierliche Forschungs- und Publikationsarbeit der Informationsstelle Lateinamerika in der Heerstr. 205 müsste endlich auch mal von den Standort- und Marketingstrategen der Stadt Bonn entdeckt werden. Jetzt ist eine neue Ausgabe der Zeitschrift ila erschienen.

Thomas Pany (Telepolis) erklärt, warum sich derzeit keins unserer Leitmedien für Ägypten interessiert.

Obama belehrt Schäuble und Merkel

Von , am Dienstag, 12. Juli 2016

US-Präsident Obama hat es sich trotz der heftigen Unruhen in zahlreichen US-Städten nicht nehmen lassen, mit seinem Kurz-Staatsbesuch in Spanien letztendlich Europa einen Besuch abzustatten und in Tagesschau-gerechter Form die Schäuble-Strategie, die die Bundesregierung innerhalb der EU rücksichtslos durchsetzt, frontal zu kritisieren. Gemessen an früheren Gewohnheiten hatte das mit Diplomatie nichts mehr zu tun, aber viel mit Freundschaft für das offene Wort.

Da fällt das zeitliche Zusammentreffen auf, mit der der Chef eines transatlantisch vernetzten Berliner Lobbyinstitutes in der Süddeutschen Weiterlesen

Hochhaus-Ruine Platanenweg wechselt Besitzer

Von , am Dienstag, 12. Juli 2016

Die Hochhaus-Ruine im Platanenweg, von vorwitzigen Bürgern immer wieder als Flüchtlingsunterkunft vorgeschlagen, wechselt den Besitzer. Von einer sich „Solidare“ nennenden Immobiliengruppen an eine „Rigi Property“. Diskret, wie es in der Immobilienbranche zugeht, verzichten beide auf eine transparente Internetpräsenz. Sowas wird nur geschaltet, wenn es ans Vermarkten geht.

Rigi hat den heissesten Scheiss vor, der derzeit in der Immobilienbranche kursiert: Weiterlesen

119 Mio. + MwSt. – von uns an die DFL

Von , am Montag, 11. Juli 2016

Regen Sie sich auf über die Fußballmillionäre? 18, 19 Jahre jung, und schon vor Geld kaum laufen können? Wie es aussieht sind Sie und ich selber schuld. Wir bezahlen sie, ihre geldgierigen „Spielerberater“-Konzerne, die Manager der DFL-Mitglieder und die nicht weniger gewinnsüchtige Ligabürokratie erheblich mit. In welchem Maße, das will der Brancheninformationsdienst „Medienkorrespondenz“, der von der katholischen Kirche finanziert wird, Weiterlesen

Geißler / Nato

Von , am Montag, 11. Juli 2016

Wenn Heiner Geißler sich öffentlich äußert, ist das immer von Belang. Alter Mann mit tadellos funktionierendem Verstand.

Nicht mehr ganz jung ist auch Rechtsanwalt Peter Becker. Ich habe ihn 1974 als Delegierter zum Grundsatzreferenten im Bundesvorstand der Jungdemokraten gewählt. Zwischenzeitlich hat er einige wichtige Prozesse am Bundesverfassungsgericht gewonnen. Hier schreibt er zur aktuellen Nato-Strategie und der Rolle Polens.

USA / Burmester

Von , am Montag, 11. Juli 2016

Ist das innere Problem der USA eine Rassen- oder Klassenfrage? – fragt eine Mitarbeiterin von Murdochs Wallstreet Journal in der taz in der Titelzeile. Ich halte es für falsch, diese Frage gegeneinander zu diskutieren. Es kommt immer vieles zusammen. Dennoch wirft Anjana Shrivastana in ihrem Text aktuell die richtigen Fragen auf.

Den besten Medienjournalismus der letzten Jahre verkörperte für mich die Kolumne „Die Kriegsreporterin“ von Silke Burmester. Nun hat sie sie beendet. Mein Verdacht: jetzt muss sie Geld verdienen. Denn ich weiss aus eigener Erfahrung: schreiben für die taz ist quasi „ehrenamtliches Engagement“.

Das letzte Fußball-Länderturnier wie wir es kannten?

Von , am Montag, 11. Juli 2016

Gratulation an Portugal (mehr zur aktuellen Lage des Landes hier und hier), das gestern Abend nach dem Ausfall Cristiano Ronaldos als Mannschaft über sich hinauswuchs. Und erneut den Nachweis brachte, dass im heutigen Fußball der kleinen Unterschiede die Mannschaft und ihr Zusammenhalt der eigentlich „Star“ ist. Doch der Fußball, der uns in Frankreich gezeigt wurde, hat keine Zukunft mehr.

Schon bei der WM vor zwei Jahren in Brasilien war erkennbar, dass die Gladiatorenhaftigkeit ein oft gewähltes Stilmittel Weiterlesen

Franscheiss-Epidemie erreicht Beuel

Von , am Sonntag, 10. Juli 2016

Um es vorwegzuschicken: hier soll nicht die Produkt- oder Dienstleistungsqualität neuer Franchise-Unternehmen kritisiert werden. Es geht um systemische Machtverhältnisse, die nicht einzelnen Unternehmern in die Schuhe geschoben werden können. Das eigentliche Problem ist der Immobilien-„markt“. In Ballungsräumen wie Bonn und Subzentren wie Beuel bläst sich die Immobilienblase immer weiter auf, lässt Kauf- und Mietpreise explodieren und lockt immer mehr – reichlich vorhandenes – Geld/Kapital an.
So ist es auch in Beuel geschehen mit dem Neubau neben dem Rathaus. Weiterlesen

Terror, Amok & Hochhausbau / Telepolis

Von , am Sonntag, 10. Juli 2016

Einen scheinbar etwas gewollten Zusammenhang zwischen Terror, Amokläufen und Kapitalismus stellt Tomasz Konicz her, allerdings liest sich einiges auch beängstigend schlüssig.

Bernhard Wiens beschäftigt sich mit aktuellen Hochhausbau-Diskussionen, angenehm pragmatisch, ohne opportunistisch zu werden. Das Grundproblem: wie weit bleibt die Politik noch souverän gegenüber Investoren?

Handelsblatt bezeichnet DuMont als Übernahmekandidat

Von , am Freitag, 8. Juli 2016

Die Tatsache, dass ihre Pressehäuser keine Kapitalrenditen von 25% mehr erwirtschaften, empfinden manche der diese Häuser besitzenden Milliardärsfamilien als Krise. Dieses, nunja, ziemlich unangenehme Gefühl wird für viele Beschäftigte dieser Pressehäuser zu einer handfesten Existenzkrise, wenn die Milliardärsfamilien für ihre Rendite mal wieder ein paar hundert Arbeitsplätze einsparen wollen.
Noch besser gelingt dieses Einsparen, wenn man Häuser, die technisch sowieso das Gleiche machen, Weiterlesen

Griezmann – die europäische Antwort auf Messi

Von , am Donnerstag, 7. Juli 2016

Keine Ahnung, ob und wie Antoine Griezmann Steuern zahlt. Fußballerisch könnte er sich einen Vorsprung auf Messi erarbeiten, wenn ihm im Gegensatz zu dem am Sonntag der Gewinn der Kontinentalmeisterschaft gelingt. Heute machte er mal wieder den Unterschied.
Die DFB-Elf erspielte sich in der 1. Halbzeit eine klare spielerische Überlegenheit, ohne Torerfolg. Ein Blackout, ausgerechnet von Bayernstar Schweinsteiger, Weiterlesen

„Schwarze Null“ schwächt deutsche Wirtschaft

Von , am Donnerstag, 7. Juli 2016

Diese These wird gut erläutert in der Sascha-Lobo-Kolumne beim Spiegel.

Zur Diskussion über den Journalismus was heutiges von Christoph Kappes und was, wöfür der Autor nichts kann, sehr gestriges über das ZDF.

Ein herber Verlust für das Ruhrgebiet ist, dass es Annika Joeres, einstige Kollegin bei den Ruhrbaronen, in Südfrankreich viel besser gefällt. Kein Wunder: Wetter, Essen und Trinken sind dort einfach besser.
Wie kriminell es dagegen in Frankreichs Arbeitswelt zuging, wird jetzt am Beispiel der France Telecom von Strafgerichten untersucht.

Ronaldo – ein fettes Kompliment an Birgit Schönau

Von , am Donnerstag, 7. Juli 2016

Vor dem gestrigen Halbfinale erschien dieses Verteidigungstraktat für Cristiano Ronaldo von Birgit Schönau.

Ich gestehe: ich kann ihn auch nicht leiden. Aber Schönau hat Recht. Selbstverständlich hat es was mit männlichem Neid auf einen großartigen Fußballer zu tun.

Birgit Schönau habe ich mal am Rande einer Litcologne kennengelernt. Bisher hat sich noch jeder Text von ihr für mich zu lesen gelohnt. Sie ist die deutschsprachige Fachfrau für italienischen Fußball. Aber in der Fußballberichterstattung sind ihre Schreibtalente auch ein wenig verschenkt. Weil sie genauso viel von Politik versteht. Nicht nur von den darin üblichen Männerposen.

Pause

Von , am Mittwoch, 6. Juli 2016

Ende des Pantheons? Das muss man wohl befürchten. Ich war und bin nicht an den Verhandlungen zwischen Stadt und Pantheon beteiligt. Ich kenne aber daran beteiligte Personen, vorwiegend solche, die sich den Arsch dafür aufreissen, dass es zu einer Einigung kommt, die eine Weiterarbeit des Pantheon innerhalb der Stadt möglich macht.
Die Verzweiflung der Theatermacher ist zu verstehen. Wer mit der Bonner Stadtverwaltung zu tun hat, das wissen viele BürgerInnen, hat es selten leicht. Weiterlesen

Neues aus der Nervösen Zone

Von , am Mittwoch, 6. Juli 2016

„Nervöse Zone“ hiess ein 2007 erschienenes Buch des Medienwissenschaftlers Lutz Hachmeister über den deutschen Alpha- und Hauptstadtjournalismus, das noch heute lesenswert ist.
Die Besten in der Nervösen Zone sind meiner Meinung ausgerechnet zwei Jungs von der FAZ, neben dem Bürochef Günter Bannas sein Kollege Majid Sattar, der aktuell Alarmierendes – das festzustellen, dafür muss man sie nicht mögen – über das Innenleben der SPD meldet.
Jürgen Trittin schreibt im gleichen Blatt Grundsätzliches zur Gerechtigkeitsfrage. Klar, dass das auf die aktuellen Strategiediskussionen innerhalb seiner eigenen Partei gemünzt ist. Seine Widersacher lesen sicher am liebsten die FAZ.
Inhaltlich passend dazu meldet sich ein linker Sozialdemokrat aus der Slowakei, ja so einen gibt es anscheinend wirklich, namens Lubos Blaha, bei der IPG, einer Debattenseite der Ebert-Stiftung.

BVB: Tuchels schwerste Prüfung kommt erst noch

Von , am Dienstag, 5. Juli 2016

Es ist viel zu viel Geld im Umlauf, für viel zu wenig rentable Anlagemöglichkeiten. Dadurch wird derzeit die Fußballbranche, obwohl nachweislich in großen und führenden Teilen korrupt und kriminell, mit Kapital überschwemmt. „Geldwäsche“ kann man das jedenfalls kaum nennen. Ist der Dortmunder BVB ein Opfer dieser Entwicklung?

Mikhitarian geht als „Zugabe“ für ein Kaufpaket seines Beraters Rainola an das US-beherrschte ManU. Gündogan geht zum arabisch beherrschten ManCity, Hummels wird von den Mitverschwörern des Steuerhinterziehers Hoeneß geholt. Und nun wirbt das von chinesischen Investoren teilgekaufte Altletico Madrid Weiterlesen