Thema: Borussia Mönchengladbach

Dt. Bank klamm / Bahn-Ferrari / Gene / Borussiakrise

Von , am Dienstag, 13. Februar 2018

Der chinesische Grossaktionär der Deutschen Bank HNA – die deutsche Finanzaufsicht versucht noch herauszufinden, wer das genau ist – scheint klamm zu sein. Das Handelsblatt meldet heute, dass nicht nur der Anteil an der Deutschen Bank geringfügig verringert wurde, sondern auch einige milliardenschwere Immobilien veräussert werden sollen. Zur Erinnerung: die letzte fette Weltfinanzkrise 2007 wurde u.a. ausgelöst durch das Platzen der Immobilienblase in den USA; wesentlicher Verursacher auch dort: die Deutsche Bank.

Die SZ-Wirtschaftsredaktion bejubelt heute eine italienische Privatbahn, die unter Geschäftsleitung des ehemaligen Ferrari-Bosses Montezemolo stattliche Gewinne einfahre, alle angeblich zum Nutzen der Fahrgäste. Offengelassen wird, wer den Bau der Schnellstrecken, auf denen die profitablen Züge fahren, bezahlt hat. Man nennt es Infrastruktur.

Helmut Höge zitiert einige Wissenschaftler gegen die Ideologie der sog. Genetik. Ihnen zufolge ist die Bezeichnung Gene nichts anderes als Daten, und die Wissenschaftsideologie drumherum zuförderst dazu gedacht, diese zu sammeln und uns ihrer zu enteignen.

Die Freund*inn*e*n von seitenwahl.de exerzieren den zahlreichen Politikkrisendeuter*inne*n heute vor, wie diese Arbeit seriös verrichtet werden kann, am Beispiel meiner Borussia, der es zum Glück noch nicht ganz so schlecht geht, wie wir es von unserer Republik glauben.

Nichts Neues – Fussballbusiness dreht weiter durch

Von , am Donnerstag, 8. Februar 2018

Gladbach-Fans von Polizei und Justizbehörden gejagt. In Köln sind wir sowas ja gewöhnt. Aber jetzt hat mit Johannes Kopp von der taz mal ein Journalist einem Vorfall hinterher recherchiert, der gar nicht so ungewöhnlich ist und zum Bundesligaalltag gehören dürfte. Fussballfans besitzen für Polizei und Sicherheitsbehörden keine Grund- und Datenschutzrechte. Wer Fussballfan wird, verzichtet darauf. Bei ihm wird getestet, was alles möglich ist, und wie lange Menschen sich das bieten lassen. Das ist die Philosophie, auf der eine Datei „Gewalttäter Sport“ entstand, in der Menschen willkürlich erfasst und in keiner Weise über den Tatbestand informiert werden, sich also auch nicht rechtsstaatlich zur Wehr setzen können.

Davon unberührt, wird das Milliardengeschäft weitergedreht. Wenn ich beim Lesen dieses FR-Berichts über den Fussballkonzern aus dem süddeutschen Raum richtig gerechnet habe, arbeiten bei denen aktuell 104 Angestellte an PR-Aufgaben.
Und der bekloppte Effenberg wird vorgeschickt zum Verbreiten von Schnapsideen, inspiriert die Berichterstatter direkt zu ähnlicher „Kreativität“.
Ist halt Karneval.

Woanders is‘ auch ……..

Von , am Montag, 5. Februar 2018

… nicht besser. Tomasz Konicz deutet die aktuellen Entwicklungen des globalen Kapitalismus als mögliche Crashvorboten. Könnte sein. Hoffen wir mal, dass er ein Spinner ist …..
Deutschland
Jakob Augstein, auch über ihn kann mann viel Kritisches meinen und schreiben, aber im deutschen Bürgertum kennt er sich aus.
Heribert Prantl beschreibt das deprimierende Bild unserer kommenden Regierung, das sogar mutwillig auf Blender wie Macron verzichtet. Sollen wir über diesen Unterschied nun froh sein, oder ist das nur eine besonders fiese Form, uns Geringschätzung zu übermitteln? Ähnlich arm: die Oppositionssprechblasen in der Tagesschau.
New York Weiterlesen

Woanders iss auch scheisse – der BVB und die Bonner Grünen

Von , am Montag, 29. Januar 2018

Küppi verweist heute auf Schwatzgelb. Wenn ich es vergleiche: so viel professioneller gemacht als seitenwahl.de, wie der BVB kapitalkräftiger ist als meine Borussia. Aber auch besser?

Daniel Theweleit beschreibt die Gesamt-Gemengelage beim BVB: „Krank und vergiftet“. Und diese Haltung des Schwatzgelb-Fans kann ich hundertprozentig nachvollziehen. So gings mir im Borussia-Park in der vorigen Saison auch schon. Der Andere hier hat natürlich leider genauso Recht. Kein Trost in unserer Verzweiflung: im guten, armen Amateurfussball iss auch scheisse.

Wenn wir in Rechnung stellen, dass der BVB börsennotiert und viele hundert Mio. € umsatzstark ist, dann muss es doch auch Aussenstehenden eine Lehre sein, mit welch einfachen Mitteln eine Erfolgssträhne von einer professionellen Grossorganisation zu Schanden geritten werden kann. Weiterlesen

Goalgetter Ginter – danke BVB!

Von , am Sonntag, 21. Januar 2018

Bei meiner Borussia in Mönchengladbach überwiegt derzeit unter den Fans nicht die Zufriedenheit. Wir ärgern uns über die Teilnahme an einem Schneckenrennen um die Plätze 2 ff., und was alles möglich gewesen wäre. Gut, in der Geldtabelle belegen wir nur einen oberen Mittelfeldplatz, zu verdanken einem seriösen Management und seriöser Vereinsführung. Der Marktwert unserer Mannschaft wird auf 172 Mio. taxiert; zum Vergleich: die des BVB z.B auf 424 Mio. Bei den Spielergehältern zählt Gladbach im Jahr unter 40, der BVB über 90 Mio. im Jahr. Dennoch liegen wir heute einen Punkt vor dem BVB.

Die Beziehung zwischen unseren rivalisierenden aber nicht verfeindeten Vereinen ist lang. Frank Mill wird mit uns beiden verbunden. Heiko Herrlich, der seine charakterlichen Mängel, die er bei seinem Wechsel von Mönchengladbach nach Dortmund offenbarte, kürzlich noch mal bestätigte.
Die jüngere Vergangenheit gestaltete sich für uns im Schatten des BVB erfreulich. Weiterlesen

Gegen den modernen Fussball

Von , am Mittwoch, 17. Januar 2018

In vielen Fankurven hängt ein grossen Transparent solchen Inhalts. Die meisten, die es im TV sehen, verstehen es vielleicht nicht. Darum im folgenden einige Erklärversuche. Der moderne Fussball ist der, wie er heute ist. Hart und realistisch, ein Männersport, mit dem sehr viel, sehr sehr viel Geld bewegt wird (und Macht, s. #meetoo). Schwul werden die Männer immer erst, wenn sie mit dem Fussballprofidasein aufgehört haben; das ist durch zahlreiche Autobiografien, Spielerfrauen und Spielerkinder erwiesen ;-) Aber darum geht es in diesem Fall ausnahmsweise mal nicht.

Die Oligarchen dieser Welt nutzen den modernen Fussball zum Imagetransfer und zur Geldwäsche, zum Netzwerken mit Politik und Business. Die VIP-Logen sind die neuen Handelszentren der Weltwirtschaft. Da ist der moderne Fussball mächtig stolz drauf. Weiterlesen

VfL 1900 Borussia – woher wir kommen

Von , am Freitag, 5. Januar 2018

Viele Jahrestage und Jubiläen derzeit. 20 Jahre besteht nun das Online-Fanzine seitenwahl.de, mein Leitmedium in Sachen Borussia Mönchengladbach. Dazu von hier aus ein besonders herzlicher Glückwunsch. Ich hatte das Glück, den Gewinn fünf deutscher Meisterschaften (und zahlreicher weiterer Titel) und die Kreation eines geschichtsprägenden Fussballs durch den heiligen Hennes Weisweiler bewusst mitzuerleben. Das frisch aufblühende Massenmedium Fernsehen, die Älteren kennen es noch, half mir dabei.

Nicht so die Kollegen von Seitenwahl. Als sie vor 20 Jahren anfingen, waren wir ganz unten, an der tiefsten Stelle der Vereinsgeschichte: Abstieg aus der 1. Liga, der sich sogar nach einem Wiederaufstieg noch einmal wiederholen sollte. Es drohte das Schicksal vergleichbar der zahlreichen weiteren westdeutschen Fahrstuhlmannschaften: S04, BVB, FCKö.

So ist es nicht gekommen. Das hat viel mit Hans Meyer, Rainer Bonhof, Max Eberl und Lucien Favre zu tun. Die Kollegen von Seitenwahl rufen es mit einer umfangreichen Retrospektive früherer Artikel in Erinnerung:
1. Teil
2. Teil
3. Teil
Sehr erbauliche Lektüre, mit dem aktuellen Happyend auf Platz 6 der Hinrundentabelle, die mit wenigen, also auch unserer Ausnahme, immer stärker von der Kapitalkraft geprägt wird.

Unsere grösste Stadt – lassen wir sie absaufen?

Von , am Freitag, 29. Dezember 2017

Gemeint ist nicht die Randstadt Berlin, 70 km vor Polen. Sondern die 5,5 Mio. Einwohner*innen zählende Stadt mitten in NRW, Teil einer europäischen Metropolenregion, die von London, über Paris, Benelux und das Rheinland mit Köln und Düsseldorf reicht – bis zum Ruhrgebiet. Bereits in der Bundesligasaison 1969/70, abgeschlossen mit dem ersten Meistertitel von Borussia Mönchengladbach mit der Rekordpunktzahl von 51-17, wurde mir klar, dass mit dem Ruhrgebiet was nicht stimmt. Spiele im Schlamm des Stadions an der Hafenstraße in Essen, ebenso im Niederrheinstadion des damaligen Erstligisten RW Oberhausen; und noch viel mehr Spielausfälle mit einer zeitweise grotesk verzerrten Ligatabelle. Damals lehrte mich mein Grossvater mit seiner 100%-Staublunge: das Stadion von RW Essen liegt unter dem Meeresspiegel.

Meine Grosseltern und Eltern hatten Jahrzehnte zuvor auch noch echte Emscher-Hochwasser erlebt. Mir wurde schon schlecht, wen ich nur daran dachte, denn die Emscher war und ist bis heute eine offener, eingedeichter Abwasserkanal. Sie wird derzeit renaturiert von der Emschergenossenschaft, der wohl einzigen in öffentlichen Eigentum befindlichen Gesellschaft, die planungssicher und kosteneffizient bauen kann.

Und nun rechnet Andreas Wyputta uns in der taz kühl vor: hat alles keinen Zweck, Absaufen ist vorprogrammiert. Weiterlesen

3:0 für Katalonien

Von , am Samstag, 23. Dezember 2017

Für den TV-Markt in China wurde das spektakulärste Fussballspiel der Welt heute fÜr 13 h MEZ in Madrid angesetzt. Und es nahm einen noch klareren Ausgang als die katalanische Parlamentswahl. Der „königliche“ Klub wurde gemäss aller Fussball-Lehrbuchregeln gedemütigt. Wie es sich für unsere „Leitkultur“ gehört, lieferte der deutsche Barca-Torwart, ehemalige Borussia-Mönchengladbach-Schüler und zukünftige WM-Torwart Marc-Andre ter Stegen den Gipfel dieser Demütigung: beim Stande von 2:0 bekam er einen Rückpass von der Mittellinie, kein Real-Spieler lief ihn an, also blieb er mit Ball stehen – und hätte sich dabei in Ruhe eine Zigarre anzünden können.
Auffällig die zahlreichen Aufrufe zum Aufruhr, gemäss der hierzulande als rechtsstaatlich angesehenen spanischen Gesetze: zahlreiche Zuschauer trugen rot-gelb-gestreifte T-Shirts in den Farben Kataloniens. Auch die Kapitänsbinde Lionel Messis war so designt, er hätte also „verfassungsgemäss“ eigentlich vom Platz weg verhaftet werden müssen. Bei dem Versuch hätte ich einem Elmar Brok gerne zugesehen.
Zinedine Zidane, Trainer von Real, winkt dagegen der Ruhestand. Jetzt im Champions League Achtelfinale bei den arabischen Milliardären von PSG eine bayernähnliche Vorstellung, und er hats geschafft.
Für meine Vereine ein stressfreier versöhnlicher Abschluss der Hinrunde und des Jahres. Die Perspektiven meiner Borussia sind besser, als vorhersagbar, sogar das Fussballmärchen von Eibar, nun schon das dritte Jahr erstklassig, geht weiter: gestern 4:1 gegen Girona, das Pep Guardiola besitzt, 7. in der Liga, punktgleich mit Europa-League-Plätzen.
Aber insgesamt schreibt Gladbach-Fan Klaus Hoeltzenbein in der SZ heute ganz richtig: Langeweile in fast allen europäischen Fussball-Ligen – ausser Italien.

Stöger kann nicht über Wasser gehen

Von , am Sonntag, 17. Dezember 2017

Und Nagelsmann auch nicht. In der Stadt mit den zwei Kirchtürmen wissen sie das mittlerweile. In Dortmund dagegen sind die Kirchtürme nicht so hoch. Da können sie nicht so weit gucken. Die glauben jetzt gar, nach einem 2:1 gegen einen besseren Gegner, geschundener Elfmeter inklusive, sie seien „auf dem richtigen Weg“. Die können das Spiel gestern nicht gesehen haben.
Die Angestellten des Software-Milliardärs aus der Nähe von Sinsheim zeigten den klar besseren Fussball. Das sie trotzdem verloren haben, spricht nicht für die pädagogischen oder gar hypnotischen Kräfte ihres angeblichen Wundertrainers Nagelsmann.
Und dass der, häufig transportiert über die angeblichen Zeitungen des Springerkonzerns, in Dortmund immer noch so ein grosses Diskussionsthema ist, zeugt davon, dass die BVB-Spitze keinen klaren Blick mehr in diesem zugegeben irrsinnigen Hektikgeschäft hat. Die Grüppchenbildung in ihrer Mannschaft, die auch im gestrigen Glücksspiel unübersehbar war, ist letztendlich ihr eigenes Werk. Wer ist denn verantwortlich für das Gehaltsgefüge? Wer lässt sich denn von Spielerberaterkonzernen am Nasenring durch die Arenen ziehen?
Was mag Mo Dahoud wohl über seine Berater denken, die ihn für einen Haufen Geld auf die Ersatzbank des Westfalenstadions gelockt haben? Sicher hat er, wie viele andere Vereinsvorstände und Milliardäre auch, Freitagabend Cuisance und Oxford (beide 18) gesehen. Wie gehts, lieber BVB, eigentlich unserem früheren Fohlen Marco Reus, den wir in Eurer Stadt entdeckt hatten? Ich lese von 8 Verletzten? Was machen eigentlich Eure Trainer und die medizinische Abteilung? Und was kosten diese Ausfallzeiten? Müsst Ihr im Management nachbessern? Und besten Dank auch BVB für Matthias Ginter (z.Zt. 3 Saisontore). Ihr wisst ja, die Innenverteidigung ;-)

Borussia: Eberl, das Geschäft und die Fans

Von , am Samstag, 16. Dezember 2017

Die Kolleg*inn*en von seitenwahl.de haben schon alles Nötige völlig korrekt kommentiert. Das wiederhole ich nicht, nur ergänzende Erinnerungen:

Beim von seitenwahl erwähnten Champions-League-Heimspiel gegen ManCity (1:1) war ich im Stadion. Im Oberrang über den echten Stehplatzfans, durfte ich an einer Dauerkarte partizipieren; der Inhaber war dienstlich im Kongo, und ich lasse mal offen, wer mehr gelitten hat und erregter war. Nach dem vorhergegangenen 1:2-Heimdebakel (bei 12:2 Torschüssen) gegen die Leute aus der Stadt mit den zwei Kirchtürmen war das 1:1 gegen die – allerdings lustlose – Milliardärstruppe am Mittwoch danach akzeptabel, zumal es mit 40 Minuten Unterzahlspiel, Stindl war unberechtigt vom Platz geflogen, erkämpft wurde. Um mich rum wurde viel gemotzt und gepfiffen. Keine Eventfans, Dauerkarteninhaber*innen kommen ja immer.
Am Bökelberg früher, und zu zum Teil noch viel besseren Zeiten, war es allerdings ähnlich. Weiterlesen

Uruguay / Österreich / China / Nahost

Von , am Mittwoch, 13. Dezember 2017

In Mönchengladbach könnte der Weihnachtsbaum rechtzeitig zum Fest in Brand geraten, in Dortmund entdecken sie ihre Liebe zu Österreich – ob sie sie rechtzeitig wieder loswerden? – doch das zentrale Fussballereignis passierte in Uruguay: dort wurde nämlich die Meisterschaft entschieden. Andre Dahlmeyer berichtet in der Jungen Welt. Lieber Andre, ich weiss jetzt, warum Du so schreibst wie Du schreibst: Du willst auf keinen Fall eines Tages durch Algorithmen ersetzt werden. Meine Leserschaft dafür hast Du. Wenn es omline steht ;-)
Liebe zu Österreich: die Nachtzüge, Stefan Schirmer/Zeit-online berichtet und beweist erneut, dass die Unternehmenskultur in deutschen Bürokratien dysfunktional und geeignet ist, unsere Volkswirtschaft zu ruinieren.
Bei Ulrich Horn diskutierten wir jüngst, ob und warum China heute vieles besser kann. Wenn es vom Alibaba-Chef richtig dargestellt und von Florian Rötzer/Telepolis-Chef korrekt berichtet wird, gehe ich in den Widerstand gegen „Smart Cities“.
An Widerstand ist im Nahen Osten kein Mangel. Klügere Analysten haben bereits bemerkt, das Trump nicht nur Feuer legt. Darüberhinaus stärkt er wirksam die, die er als seine Gegner/Feinde deklariert, in Alabama und im Iran. Könnte ihm nur jemand den roten Knopf wegnehmen?

Wer ist „der am meisten überforderte Intendant“?

Von , am Montag, 11. Dezember 2017

In Berlin würde jetzt alle schreiend aufstehen und „Dercon“ rufen. Ungerecht. Wir sind ja auch nicht in Berlin. Helmich ist es auch nicht, nach meiner Wahrnehmung eher ein kluger Stratege, der mit immer enger werdenden Spielräumen von seiten einer kurzsichtigen Kommunalpolitik klarkommen muss. Nein, der geschätzte Kollege Rene Martens hat diesen „Eindruck“ vom aktuellen WDR-Intendanten Tom Buhrow gewonnen. Und damit könnte er rechthaben.
Buhrow habe ich in den 80er Jahren noch bei Kölner Antifa-Demos mitlaufen gesehen. Lockerer Typ mit fortschrittlichen Ansichten, so setzte er sich in meiner Erinnerung fest. Das allein reicht offensichtlich nicht, ein immer mehr Fett ansetzendes Dickschiff durch unruhige Gewässer zu steuern. Fett schwimmt immer oben? Ja, das könnte die herrschende „Philosophie“ des WDR von heute sein. Programminnovationen sind aus dem Haus Weiterlesen

Stärkste Liga der Welt? – Keineswegs

Von , am Montag, 4. Dezember 2017

Nachdem ich meinen gestrigen Ärger über meine Borussia eine Nacht überschlafen habe, muss im Angesicht der nicht lügenden Tabelle folgendes unbarmherzig festgestellt werden: fussballerisch geht die Bundesliga am Stock. Wenn eine Mannschaft mit 6 bis 8 gut gespielten Halbzeiten in 14 Spielen auf einen Champions-League-Platz (4.) gelangen kann, was sagt das dann über die andern?
Die Europapokal-Tabellen lügen auch nicht. Ausser den Konzernteams sind Weihnachten alle draussen. Das Schneckenrennen in der DFL hinter diesen Nasen aus dem süddeutschen Raum ist doch erbärmlich langweilig.

Was die geografischen und ökonomischen Rahmenbedingungen betrifft, wäre ein Mittelfeldplatz für Borussia Mönchengladbach – Manager Eberl formuliert alljährlich das realistische Saisonziel „einstelliger Tabellenplatz“ – das Höchste, was erreichbar ist. Mein Gott, allein schon diese Stadt, auf die der „Borussia-Park“ wie eine draufgefallene fliegende Untertasse aus dem Weltraum aussieht. In unmittelbarer Nähe die Scheingiganten in Köln (grösste Stadt NRWs) und S04 und BVB, beide im grössten Ballungsraum Deutschlands.

Dieser Aufmerksamkeitsschatten ist möglicherweise der grösste Vorteil. Weiterlesen

Borussia – Boateng – Balotelli – Togo

Von , am Sonntag, 19. November 2017

Jetzt nicht durchdrehen, für ein paar Stunden Dritter und auf einem Champions-League-Platz, dritter Auswärtssieg in Serie von einstigen „Auswärtsdeppen“, Tabellenführer der konzernunabhängigen Vereine. Es sind noch 19 Punkte bis zu den Klassenverbleib sichernden 40. Seht nur den Saisonverlauf des – börsennotierten – BVB!

Ich erinnere mich noch gut an ein Heimspiel 1995 gegen den späteren deutschen Meister (noch mit Sammer) BVB am Bökelberg. Wir lagen 1:3 zurück, und hatten schon alle Hoffnung fahren lassen. Auf der Gegengeradentribüne stand wenige Reihen hinter mir ein Gladbach-Fan der in einem unaufhaltsamen kritischen Wortschwall über unseren angeblich lauffaulen eigenen schwarzen schwedischen Mittelstürmer Martin Dahlin herzog. Die Pointe des Spiels war, Weiterlesen

Laubbläser in Marl – eine Assoziationskette

Von , am Mittwoch, 15. November 2017

Gestern war ein schöner Abend für Fans von Borussia Mönchengladbach. Unser Mannschaftskapitän Lars Stindl schoss, wie es sich dramaturgisch gehört, nur 7 Minuten nach seiner Einwechslung in der letzten Sekunde der Nachspielzeit das 2:2, nach einer Özil-Götze-Stindl-Kombination mit exzellenter künstlerischer B-Note. Stindl lieferte einen weiteren durchschlagkräftigen Beleg für seine Bewegungsintelligenz und Teamfähigkeit. Er ist zu einem wirklich grossen Spieler gereift und dürfte, Verletzungsfreiheit und das Stattfinden des Turniers vorausgesetzt, bei der WM in Moskau sicher dabei sein. Danach wird sich dann eine Käuferschlange vor dem Büro von Max Eberl bilden.
Nach dem Spiel begrüßte der ARD-Sportschauclub („Wir sind ja hier unter uns“) Borussias Vorstandsmitglied und einstigen Wundertrainer Hans Meyer (75). Er musste keine aktuellen Geschäftsgeheimnisse ausplaudern, weil sich seine Befragung auf sein epochales Wirken in Jena/DDR konzentrierte.
Was hat das mit der Überschrift zu tun? Weiterlesen

Noch 23 Punkte – Bundesligakrise?

Von , am Sonntag, 29. Oktober 2017

Borussia Mönchengladbach gab am 10. Bundesligaspieltag die erste Vorstellung von zwei guten Halbzeiten hintereinander. Mit nur einem guten Spiel den 6. Tabellenplatz zu erobern, sagt, da die Tabelle nicht lügt, einiges aus. Hätten wir gegen Bayermonsanto den auf dem Papier vorgesehenen Heimsieg eingefahren, wären wir jetzt punktgleich mit dem Tabellenzweiten BVB. Und hätten wir uns beim Gastspiel im Westfalenstadion nicht so blamiert, gegen einen, wie jetzt alle wissen, schlagbaren Gegner, dann wären wir punktgleich mit dem Tabellenführer aus dem süddeutschen Raum.

Dass gestern zwei Spieler der zuletzt heftig kritisierten Abwehr 2 der 3 Tore machten, dass sie beim Spielstand von 1:1 im gegnerischen Strafraum abstaubten, bei einem Auswärtsspiel gegen den – bis dahin – Tabellenvierten mit seinem jugendlichen, und was Wurfdisziplinen betrifft, noch sehr sportlichen Wundertrainer, sagt erfreulich viel über Selbstvertrauen und Spielstärke der Mannschaft – mit dem Rätsel, warum das nicht regelmässig sichtbar wird. Auch dass Thorgan Hazard mit seinem ersten Feldtor (nach 2 Elfmetern) der Saison die Spitze der mannschaftsinternen Torjägerliste eroberte, die er sich mit Lars Stindl teilt, ist kein Grund zur Kritik. Auf je mehr Spieler sich die Torerfolge verteilen, umso schwerer ist die Mannschaft für Gegner ausrechenbar. Leider ist sie das bisher auch für ihre Fans. Ziel muss bleiben: 40 Punkte, und dann gucken wir, wie weit wir sind; fehlen also noch 23.

Wenn also eine solche Mannschaft einen Europa-League-Platz erobert, was sagt das dann über die Bundesliga? Weiterlesen

Schwulenhauptstadt Ost – West 1:3 o.V.

Von , am Mittwoch, 25. Oktober 2017

Alljährlich gibt es zwischen Köln und Berlin einen Wettbewerb bei den um eine Woche versetzt veranstalteten Christopher Street Days. Wer schafft mehr hunderttausend als die andere? Heute waren sie im DFB-Achtelfinale, Fussball der Herren, gegeneinander gelost, und ich kann nicht glauben, zumal es ein Fakenews-Sender des Rupert Murdoch ausstrahlte, was ich gesehen habe.
Witzig, dass in beiden Städten die Vereine Stadiondiskussionen vom Zaun gebrochen haben. Heute, als sie aufeinandertrafen, war das Berliner Olympiastadion zu weit über der Hälfte gähnend leer, wohlweislich von Stadionregie und TV-Sender nicht ausgeleuchtet. Warum neues Stadion, wenn die keiner sehen will? Sportlich grundlos, aber viel politische Hybris im Spiel.
Doch zu dem Spiel, das ich gesehen habe. Weiterlesen

Hans Schäfer 90

Von , am Donnerstag, 19. Oktober 2017

Die Saison 1964/65 war die erste, in der ich mich für Fussball interessierte. Meine Grosseltern in Essen-Karnap hatten schon einen Fernseher, gabs damals nur in schwarz-weiss. Samstags und Sonntags war da Fussball drin, die Sportschau. Die weiss gekleideten Mannschaften sahen am besten aus, sie spielten auch am besten: Borussia Mönchengladbach in der Regionalliga West, in der seinerzeit auch Rot-Weiss Essen spielte, der Lieblingsverein meines Opas, in dem nach dem Krieg auch ein Verwandter meiner Grosseltern mit August Gottschalk, einem späteren kongenialen Partner von Helmut Rahn zusammengespielt hatte.
Ich vergab meine Sympathien den Mannschaften in weiss. Das war mein erster Kontakt zu Hans Schäfer. Er war Kapitän und Regisseur des 1. FC Köln, im reifen Alter von 37 Jahren, und in dieser, seiner letzten Saison erspielte er sich, von Verletzungen geplagt, noch einmal die Vizemeisterschaft, hinter Werder Bremen. Von dieser Saison hatte ich auch ein fast vollständiges Sammelalbum. Ich weiss nicht, wo es hingekommen ist, aber die Bilder habe ich noch im Kopf, das von Hans Schäfer kann meine Hirn-Festplatte jederzeit abrufen. Er hat noch mit dem echten hier in Bonn geborenen Toni Schumacher zusammengespielt, ebenfalls eine Legende, Weiterlesen

Die Nomenklatura kanns auch nicht

Von , am Sonntag, 1. Oktober 2017

Die deutsche Fussballmeisterschaft scheint so langweilig zu laufen wie jedes Jahr. Nur dass der Meister dieses Mal wechselt. Es läuft auf den BVB hinaus, der auch schlechte Spiele, sogar solche seines nächsten Verkaufskandidaten Aubameyang, gewinnt.
Der Fussballkonzern aus dem süddeutschen Raum wird dagegen weiter für gute Unterhaltung sorgen. Nach dem 0:3-Untergang in Paris und dem erfolgreichen Trainersturz machte es die heute auf dem Platz stehende Kabinennomenklatura auch nicht besser. Wie zuvor gegen Wolfsburg wurde ein 2:0-Vorsprung noch vergeigt. Ribery verletzte sich, Robben war auch nach einer Stunde müde. Die Abwehr aus Boateng, Hummels, Kimmich und Alaba sprach immer wieder Einladungen an die Berliner „Männerfussball„-Ideologen aus. Der beste Fussballer in ihren Reihen Kalou nahm eine dieser Einladungen an.
In der Tabelle der börsen- und konzernunabhängigen Vereine, zu denen Hannover 96 ja bald nicht mehr zu zählen ist, führt jetzt also Weiterlesen