Thema: Burmester

Burmester zu BILD!

Von , am Freitag, 2. Februar 2018

Grad gestern habe ich ihr noch Fanpost geschickt. Weil sie in ihrer DLF-Kolumne so lieb um Lob gebettelt hat. Kaum jemand, der/die sie nicht persönlich kennt, wird verstanden haben, warum sie sich fĂŒr einen Job bei Springer hat engagieren lassen, auch ich nicht. Andererseits: wie Hazel Brugger aus betriebswirtschaftlichen GrĂŒnden zu einem gewissen Nur in die Sendung gegangen ist, so Ă€hnlich verhĂ€lt es sich auch fĂŒr Burmester. It’s the economy, stupid!
Doch jetzt ist die Sensation zum Greifen nah. Bild-Chefredakteurin Tanit Koch hat hingeschmissen, weil sie Julian Reichelt nicht mehr ausgehalten hat. Das ist nun wirklich fĂŒr fast jede*n mit Verstand nachvollziehbar. Jetzt könnte Döpfner mal wirklich ĂŒberraschen: wenn er Reichelt zur Bundesagentur fĂŒr Arbeit schickt, und Silke Burmester, wenn er sie sowieso schon bezahlt, diesen Job anbietet.
Ich glaube, sie wĂŒrde ablehnen, zuviel Stress mit zu vielen Irren macht krank. Da weiss ich was von. Aber zum ersten Mal in meinem Leben wĂŒrde ich die angebliche Zeitung, die sich „Bild“ nennt, kaufen.

Hoff&Michal zur GroKo / Fluchtursachen in Libyen & Afghanistan

Von , am Donnerstag, 1. Februar 2018

Benjamin Hoff ist sicherlich einer der klĂŒgsten Köpfe in der sich „Die Linke“ nennenden Partei. Darum hat Bodo Ramelow ihn zu Recht zu seinem Staatskanzlei-Chef in ThĂŒringen gemacht. Ich bin ihm ein- oder zweimal bei Jungdemokrat*inn*en-Treffen begegnet, wir waren komplett verschiedene FunktionĂ€rsgenerationen. Wohltuend zutreffend thematisiert Hoff in seinem kurzen Text im Freitag die programmatische Leere der gesellschaftlichen Linken in Deutschland, Weiterlesen

JournalistenmÀnner, was ist mit Euch?

Von , am Samstag, 6. Januar 2018

Nein, hier gehts nicht um sexuelle Nötigung. Obwohl es die bei Euch im GeschĂ€ft sicher auch gibt, Dieter Wedels gibts ĂŒberall. Auch unterhalb der KriminalitĂ€t habt Ihr ein Problem mit Euren Hormonen? Oder was ist es sonst?
Wenn er lizenzfrei wĂ€re, wĂŒrde ich den Text von Silke Burmester hier auf die Seite heben. Aber ein Klick weiter haben Sie ihn beim Deutschlandfunk.

Dialektik der Despoten

Von , am Montag, 18. Dezember 2017

Charlotte Wiedemann, die sich in meinem Kopf die No.1 unter Deutschlands Journalistinnen mit Silke Burmester teilt, erklÀrt uns den saudischen Kronprinzen Salman, bzw. noch besser: seine Politik in der taz. Grad eben, also vor einer Woche, hatte sie mir noch aus Mali geschrieben.
Dorit Rabinyan beschreibt im FAZ-Feuilleton, wie sich die israelische Linke von den Rechten lange in die Irre fĂŒhren liess, Ähnlichkeiten mit uns sind sicher nicht zufĂ€llig, und dass das vielleicht und hoffentlich jetzt endet.
Georg Spoo formuliert in den BlĂ€ttern, dialektisch geschult, die entscheidenden strategischen Fragen fĂŒr die Linke in Deutschland. Auf die meisten hat er auch noch keine Antwort, kommt aber intellektuell weiter, als die meisten, die ich bisher beobachtet habe. Stefan Reinecke/taz begleitet derweil die SPD weiter.
Thomas Pany berichtet auf Telepolis, wie sich in Libyen die verschiedenen kriminellen Milizenfraktionen gruppieren. Ihr leitendes Interesse: bei uns, der EU abkassieren, um Schwarzafrikaner*innen einzufangen, einzusperren und weiterzuverkaufen.

Fliegende MĂ€nner

Von , am Donnerstag, 7. Dezember 2017

MĂ€nner wollen jetzt – freiwillig! – Opfer sein. So weit ist es mit der feministischen Revolution schon gekommen. Seit Harvey Weinstein melden die Medien tĂ€glich einen prominenten Mann, der fliegt. Aus seinem Job, in der Regel einem privilegierten, hochbezahlten.
Ja, die Übergriffigen waren und sind ĂŒberall. Neu ist, dass immer mehr von ihnen fliegen. VerdĂ€chtig ist eher, wenn es in relevanten Bereichen des Lebens angeblich keinen geben soll.
Der mĂ€nnliche Opferdiskurs geht so: ich weiss gar nicht, was jetzt noch erlaubt ist. Es gibt eine einfache Lösung: frag‘ (D)eine Frau. Oft sind die ja doch sehr hilfsbereit.
Eine gute Ratgeberin, das nur als Tipp fĂŒr meine MitmĂ€nner, ist Margarete Stokowski, Kolumnistin einst bei der taz, in der Honorartabelle seit langem und verdientermassen zu Spiegel-online aufgestiegen. Immer hilfsbereit-ratgebend und sachlich. Ich mag ja mehr das Untermischen gut dosierter Giftspritzen, wie es Silke Burmester meisterinnenhaft beherrscht, z.B. In diesem kleinen Kunstwerk in der SZ. Aber Stokowski ist inhaltlich und politisch genauso geradeaus und fĂŒr Spiegel-Leser vielleicht besser vertrĂ€glich.
HĂ€rter ran ging letzte Woche in der Jungle World Paula Irmschler.
Es bewegt sich was. AfD-MĂ€nnern macht sowas Angst. Das macht mir Spass. Der Sadist in mir ;-)

Geschlechterherrschaft – Nahostherrschaft – Weltherrschaft

Von , am Freitag, 17. November 2017

Die verehrte, bodenstÀndige Silke Burmester schreibt im Freitag ihre Sicht auf Weinstein, #meetoo und die aktuelle Lage. Sie hat dabei auch Anliegen an ihre Geschlechtsgenossinnen.
Ernst Wolf analysiert auf Telepolis die ökonomischen HintergrĂŒnde der Zuspitzung des Konfliktes zwischen Saudi-Arabien und Iran, dem im Jemen hunderttausende Menschen zum Opfer fallen. Die Sache hat das Zeug unendlich zu eskalieren. Uns macht das Angst, es fordert aber vor allem die deutsche und die Politik der EU, denn die USA fallen als Konfliktregler aus, weil sie miteskalieren. Nicht ganz durchsichtig ist Macron, der aber immerhin die Wichtigkeit der Sache erkannt hat.
Fabian Scheidler sieht auf hintergrund.de „Risse in der Megamaschine“ der Geopolitik. Grosse Gefahren und grosse Chancen, eine PlattitĂŒde aber auch Dialektik. Es nĂŒtzt ja nichts, allein Gefahren zu beklagen, wenn nicht auch Ansatzpunkte fĂŒr das Rettende, fĂŒr Fortschritt gesucht und beschritten werden.

Schöne Frauen klug – „Playboy“ geht sterben

Von , am Freitag, 29. September 2017

Meine PubertĂ€t fiel mit der EinfĂŒhrung der deutschen Ausgabe des „Playboy“ zusammen. Bisweilen habe ich ihn mir bei meinen ausgiebigen Politreisen am Bahnhof heimlich geholt. NatĂŒrlich, wie fast alle, wegen der „interessanten Texte und Interviews“. Es dauerte nur wenige Jahre, da hatte ich die Bildsprache entschlĂŒsselt, die ewige Wiederholung machte es nicht mehr spannender.
Der einfache Trick des Verlegers: er sparte nicht an den Fotografen, nicht an den Models, und nicht an den Interviewhonoraren. DafĂŒr bekam er die besten. Die Fotografen machten selbst mittelalte Stars, die sich mit seriöser Arbeit bereits einen Namen erarbeitet hatten, optimal erotisch anziehend. Das gelang ihnen schon lange, bevor Photoshop erfunden wurde, und machte den „Playboy“ fĂŒr Produzentinnen und Konsumenten gleichermassen attraktiv.
Irgendwann, so ging es mir jedenfalls, hatte mann sich daran sattgesehen. Heute gibt es mannigfaltige, jederzeit verfĂŒgbare und vielfĂ€ltigere, schĂ€rfere Alternativangebote. Sogar, was die „interessanten Texte und Interviews“ betrifft.
Sie können mit ihrer Klugheit sogar eine sehr starke Anziehung transportieren. Gestern nannte ich hier bereits Elisabeth Wehling, die in kurzen SĂ€tzen das Geschlechterbild Donald Trumps und „seiner MĂ€dels“ auseinandernahm und zur Kenntlichkeit zusammensetzte. Und auch Silke Burmester gelang es mal wieder: am Playboy selbst.
Schön, dass solche Frauen unter uns sind.

Medien vergrössern ihr Elend selbst

Von , am Donnerstag, 14. September 2017

„MillionĂ€re fragen – Politiker antworten“, so wandelte Wolfgang Michal den Titel eines erfolgreichen ZDF-Formats der 80er Jahre ab. Und charakterisierte so sowohl den Klassencharakter als auch die SelbstreferentialitĂ€t, die deutsche TV-Sender uns heute vorzusetzen wagen. Auch Silke Burmester ist nicht amĂŒsiert.
Pascal Beucker, so wenig Wagenknecht-Fan wie ich, hat die journalistisch zwingende Idee, wie die Glotze den Wahlkampf noch notdĂŒrftig interessant machen könnte. Und genau das wird mit absoluter Sicherheit so nicht gemacht.

Katar „muss“ den Fussball kaufen

Von , am Freitag, 1. September 2017

Beruhigt Euch hat mein Vorbild Silke Burmester mal eins ihrer BĂŒcher genannt. Auf den Fussball dieser Wochen gemĂŒnzt: so what? Katar investierte krĂ€ftig in seinen StĂŒtzpunkt PSG in Paris. Warum? Die dort regierende Feudalclique ist unbegrenzt liquide durch gehaltvolle Öl- und Gasfelder. Sie investiert also in den Vertrieb dieser Rohstoffe. Und weil die zwar reichhaltig, aber nicht unbegrenzt sind, diversifiziert sie gleichzeitig ihre Kapitalanlagen. Angesichts der Nullzinspolitik der US- und der europĂ€ischen Notenbank gibt es nur noch wenige GeschĂ€ftsfelder mit attraktiven Renditen. Dazu gehören aktuell die sich aufblasenden Branchen Immobilien und Fussball/Entertainment.

Katar wird derzeit vom neidischen grĂ¶ĂŸeren Nachbar Saudi-Arabien bedrĂ€ngt. Es ist also darauf angewiesen, sich weltweit Freunde zu kaufen, Weiterlesen

EM: MĂ€dels, ihr werdets den MĂ€nnern nie recht machen ….

Von , am Mittwoch, 26. Juli 2017

Seit 1991 seid ihr zweimal Weltmeisterinnen geworden, also genauso oft wie die Jungs (1990 und 2014). Achtmal wurdet Ihr Europameisterinnen, davon die letzten sechs Male hintereinander. Die Jungs? Vergesst es, das letzte Mal vor 21 Jahren. Wie diese unterschiedlichen Leistungen bezahlt wurden – Mantel des Schweigens der MĂ€nner darĂŒber. In den USA verklagen die MĂ€dels die MĂ€nner jetzt dafĂŒr. Ihr dagegen seid schon mit 37.500 Euro zufrieden? Super, dann könnten wir den Tarif ja jetzt auch den Jungs vorschlagen, wg. Grundgesetz Art. 3, und so ….
1990 wurden die Jungs Weltmeister mit Rumpelfussball. Durch einen Elfmeter! Danach waren die Strassen voll mit Besoffenen (MĂ€nnern), wie sonst nur beim Karneval. Ähnlich bei der EM 1996 (Golden Goal von Bierhoff), bei der die Jungs das Finale nur erreichten, durch ….. ein legendĂ€r gewordenes Elfmeterschiessen. Über die Schönheit ihres damaligen Fussballspiels lieber den Mantel des Schweigens, Weiterlesen

Selbstdemontagen des Journalismus: Macron – LĂŒders

Von , am Dienstag, 25. April 2017

Die Menschen, die irgendwas mit Medien arbeiten, werden – fast alle – immer nervöser. Das ist berechtigt.

Silke Burmester, dieses Mal gar nicht witzig, sondern sachlich spröde, warnt vor den Gewissheiten der deutsch-journalistischen Macron-Fans.
Wie grenzwertig dieser Macron politisch zu bewerten ist, war schon vor etlichen Wochen in der Le Monde diplomatique zu lesen, und steht jetzt hier auch online. Oskar Lafontaines und anderer deutscher Melenchon-Fans Beschimpfungen helfen dennoch nicht einen politischen Millimeter weiter. Ein – angeblich – neoliberales Arschloch ist in einer Atommacht Faschist*inn*en jederzeit vorzuziehen, frag nach in der deutschen Geschichte! Zu Siegen des Faschismus gehörten immer auch die, die bei seiner BekĂ€mpfung unverzeihliche strategische Fehler begingen. HĂ€tten Melenchon und Hamon ein BĂŒndnis geschlossen, wĂ€re in Frankreich jetzt ein Linker in der Stichwahl. Die Partei, das Ego, oder was auch immer, war wichtiger. So what?

Wie leicht jemand mit abweichenden Meinungen unter die RĂ€der des deutschen „QualitĂ€tsjournalismus“ gerĂ€t, beschreibt Marcus Klöckner am Beispiel Michael LĂŒders.

Seesslen / Jelinek 70

Von , am Donnerstag, 20. Oktober 2016

Wenige vereinigen Denkarbeit und Schreibkunst so gut wie Georg Seesslen. Wenn er das auch noch fĂŒr ein taz-Honorar oder bisweilen auch fĂŒr eins von der Jungle World tut, dann ist das wahre GroßzĂŒgigkeit. Schon lange frage ich mich, wovon der Mann dann wohl lebt. Vielleicht von den Radiofeatures?
Wenn ich mir Schreibvorbilder vorstelle, dann wĂ€re es eine Mischung aus Georg Seesslen, GĂŒnter Bannas und Ulrich Horn, mit einer großzĂŒgigen Prise Silke Burmester. A propos, was macht die eigentlich? Ihr Buch ist fertig. Ich vermisse sie.
Elfriede Jelinek dagegen kann fĂŒr mich kein Vorbild sein. Ich wollte ihr Leben als eine Voraussetzung fĂŒr ihre Kunst in Österreich (!) lieber nicht leben. Dass sie schon 70 wird, erinnert einen brutal daran, wie wenig Zeit einem selbst noch bleibt ;-)

MerkeldÀmmerung bei der FAZ / öffentliches Privatleben

Von , am Mittwoch, 14. September 2016

Die wievielte KanzlerinnendĂ€mmerung Merkels bei der FAZ mag das sein? Es wĂ€re fĂŒr mich keiner ErwĂ€hnung wert, wenn nicht diesmal GĂŒnter Bannas der Autor wĂ€re, in der fĂŒr ihn typisch Vorsicht, was Weissagerei betrifft. In direkter Nachbarschaft die Meldung, dass SchĂ€uble wieder fĂŒr den Bundestag kandidieren will. Soll uns so das letzte Aufgebot der CDU angekĂŒndigt werden?

Kanzler Schröder hat sich Joseph Fischer wieder an die Fersen begeben. Er macht sich mit einer weiteren Scheidung auf die Verfolgung um die deutsche Meisterschaft im Ehen-schliessen-und-scheiden. Publizistisch ganz anders macht die von mir hochverehrte Silke Burmester ihr Privatleben öffentlich. Sehr viele Frauen neigen dazu, ihre gesundheitlichen, körperlichen und sozialen Miseren immer auf sich selbst als Individuum zu beziehen und sind damit klassische Objekte des neoliberalen Individualisierungsterrors. Burmester gibt dem eine publizistische Stimme und Resonanz, macht es damit gesellschaftlich und auch, ohne das als Mission zu verfolgen, politisch. Bravo.

USA / Burmester

Von , am Montag, 11. Juli 2016

Ist das innere Problem der USA eine Rassen- oder Klassenfrage? – fragt eine Mitarbeiterin von Murdochs Wallstreet Journal in der taz in der Titelzeile. Ich halte es fĂŒr falsch, diese Frage gegeneinander zu diskutieren. Es kommt immer vieles zusammen. Dennoch wirft Anjana Shrivastana in ihrem Text aktuell die richtigen Fragen auf.

Den besten Medienjournalismus der letzten Jahre verkörperte fĂŒr mich die Kolumne „Die Kriegsreporterin“ von Silke Burmester. Nun hat sie sie beendet. Mein Verdacht: jetzt muss sie Geld verdienen. Denn ich weiss aus eigener Erfahrung: schreiben fĂŒr die taz ist quasi „ehrenamtliches Engagement“.

taz stellt Kritik an Boris Palmer nicht online

Von , am Mittwoch, 30. September 2015

Wenn jemand die Online-Strategie der taz versteht, bitte mal bei mir melden. Immerhin hat es die Kolumne von Silke Burmester heute ordnungsgemÀss ins taz-Onlineangebot geschafft. Einem Interview in der gestrigen Druckausgabe mit der Migrationsforscherin Naika Foroutan war das nicht vergönnt.
Foroutan ist seit lÀngerem eine der wissenschaftlich produktivsten Migrationsforscherinnen Weiterlesen

Pro Quote? – Mit diesen Frauen mehr als das!

Von , am Mittwoch, 18. Februar 2015

Als ich Charlotte Wiedemann das erste Mal sah, trug sie einen weißen Bademantel. Sie kam gerade aus der Dusche, wĂ€hrend ich mit einem ihrer damaligen Wohngenossen in Beuel, der fĂŒr MdB Thomas Ebermann arbeitete, ĂŒber Strategien fĂŒr einen Atomwaffenverzicht im Grundgesetz diskutierte. DarĂŒber ist die Geschichte leider hinweggegangen. Wiedemann dagegen Weiterlesen