Thema: Feministin

Berlusconi, Celentano, das Wetter, Öl, Gas und Frankreichs Linke

Von , am Samstag, 6. Januar 2018

Italien wählt dieses Jahr ein Parlament. Es wird furchtbar. Frederica Matteoni bereitet uns in der Jungle World darauf vor. Sie stellt, unter Verweis auf die italienische Feministin Ida Dominijanni, einen interessanten Bezug zu der aktuellen Sexismusdebatte her, und erschliesst uns so besser das Rätsel, warum so viele Italiener auf Silvio Berlusconi immer noch hereinfallen. Ein Mann, der so wenig wie Trump, weder Muslim noch nordafrikanischer Araber ist. Hier ein älterer (2011) übersetzter Text von Dominijanni über Berlusconi.

Andreas Rossmann würdigt derweil den 80. Geburtstag eines bei uns entschieden beliebteren italienischen Mannes: Adriano Celentano. Er versucht aus dessen Biografie, Rossmann ist ein höflicher Mensch, sogar berlusconikritische Funken zu schlagen. Der von Rossmann erwähnte Sender Canale Cinque, in dem der Geburtstag abgefeiert wird, das vergass der Kollege hinzuzufügen, ist allerdings ein Berlusconi-Sender. Da siegt „Azurros“ Eitelkeit dann doch übers kritische Bewusstsein. Hoffen wir zu seinen Gunsten, dass es so ähnlich wie bei Hazel Brugger ist.

Wolfgang Pomrehn hält uns, die gemütliche Ausruhzeit endet, gedanklich auf Trab. Das Wetter, was hat es zu bedeuten? Unser Öl und Gas – um Northstream 2 tobt ein EU- und Bundesregierungs-interner Bürgerkrieg – kann auch nach Osten fliessen. Russland ist egal, wer bezahlt, es braucht das Geld.

Wer versteht hierzulande noch Oskar Lafontaine? Er gibt sich alle Mühe, auf der Zielgeraden seines Lebens als unverstandenes Genie zu laufen. Sein Genosse Jan-Luc Melenchon, bei Wahlen ungleich erfolgreicher, scheint so eine Art Vorbild für ihn zu sein. Bernhard Schmid versucht auf Telepolis eine differenzierte Analyse.

Schweizer Medienkampagne gegen Genderforscherin

Von , am Freitag, 1. Dezember 2017

von Andreas Zumach
Eine Schweizer Soziologin schreibt in ihrem Blog, Medien sollten nicht mehr über SVP-Politiker berichten. Sie gerät ins Visier rechter Zeitungen.

Darf frau dazu auffordern, „Rechtsnationalisten“ politisch und wirtschaftlich zu boykottieren? Der Schweizer Feministin und Genderwissenschaftlerin Franziska Schutzbach mit Lehrauftrag an der Uni Basel ist jetzt mit großer Verspätung ein Text zum Verhängnis geworden, den sie am 26. Mai letzten Jahres auf ihrem privaten Blog „Präzis und kopflos“ veröffentlicht hatte.

Ausgehend von ihrer „Furcht“, es werde „nicht funktionieren, die rechtsnationalen Kräfte in Europa auf formal-demokratischem Weg zurückzudrängen“, stellte sie die Frage, ob nicht alle „nichtreaktionären“ Menschen in Politik, Justiz, Verwaltung, Bildungseinrichtungen und anderen öffentlichen Institutionen Gespräche mit rechtsnationalen Personen einstellen sollten. Weiterlesen