Thema: ILA

Glückwunsch: 50 Jahre iz3w Freiburg

Von , am Mittwoch, 14. Februar 2018

von Gert Eisenbürger

Die Zeitschriften aus der internationalistischen Bewegung haben alle schon ein paar Jährchen auf dem Buckel: „Südostasien“ aus Köln wird dieses Jahr 34 Jahre alt, die „Frauensolidarität“ aus Wien 36 Jahre, die „Correos de Centroamérica“ aus Zürich und das „Südwind-Magazin“ aus Wien 39 Jahre, „Lateinamerika anders“ aus Wien und die „ila“ 42 Jahre, der „Brennpunkt Drëtt Welt“ aus Lëtzebuerg (Luxemburg) und die „Lateinamerika Nachrichten“ aus Berlin 45 Jahre sowie „Afrika Süd“ aus Bonn sogar 46 Jahre.

Doch keine existiert so lange wie „iz3w“ aus Freiburg. Die feiert nämlich 2018 ihr fünfzigjähriges Bestehen! Die erste Ausgabe der „blätter des iz3w“ (iz3w stand für „Informationszentrum Dritte Welt“) erschien im bewegten 1968. Allerdings waren die Macher*innen der ersten Stunden keine klassischen 68er. Weiterlesen

Grenzen und Mauern

Von , am Donnerstag, 19. Oktober 2017

„I would build a great wall, and nobody builds walls better than me, believe me, and I’ll build them very inexpensively. I will build a great great wall on our southern border and I’ll have Mexico pay for that wall.“ So sprach „der mächtigste Mann der Welt“ bei seiner Amtseinführung. Was wollte er uns damit sagen? Uns? Gar nichts. Wir waren und sind nicht die Adresse seiner Botschaften. Angesprochen ist die knappe Hälfte der wahlberechtigten US-Amerikaner*innen, die ihn gewählt haben.

Im neuen Heft der Bonner Informationsstelle Lateinamerika, „ila 409 / Okt. 2017“ erklärt John Patrick Leary, „was liberale Kritiker*innen übersehen – Die Mauer als Symbol nach innen„. Es geht nicht darum, was die Mauer bewirkt, wie sie aussieht und was sie kostet. Sie wird die Migration nicht abstellen, ihre praktische Wirkung ist gering. Ihr einziger „Sinn“ ist, Weiterlesen

Mega-Bergbau in Ecuador – Rentabel durch Enteignung

Von , am Dienstag, 19. September 2017

von William Sacher / Informationsstelle Lateinamerika (ila)

Der Widerstand gegen Großbergbau-Projekte hat überall in Lateinamerika stark zugenommen. Die chilenische „Beobachtungsstelle für Bergbaukonflikte in Lateinamerika” (OCMAL) hat erfasst, dass es aktuell 219 Konflikte in ganz Lateinamerika gibt. Lateinamerika hat sich zu einer erstklassigen Region für die Investitionen transnationaler Bergbauunternehmen entwickelt, deren Megaprojekte gewaltsame Enteignungen mit sich bringen. Tiefgreifende sozio-ökologische, wirtschaftliche, politische und kulturelle Veränderungen sind die Folge, betroffen sind bislang unberührte Gebiete, tropische Wälder des Amazonas-Regenwalds, Andengebirge und Gletscher. Viele Gemeinden – sowohl ländliche, indigene wie städtische – wehren sich gegen diese neue Kolonisierungs- und Enteignungswelle. Ecuador ist ein gutes Beispiel für diese Prozesse.

Bergbauunternehmen müssen imstande sein, große Flächen zu kontrollieren, oft Zehntausende oder gar Hunderttausende von Hektar. Diese Kontrolle muss total und bedingungslos sein, damit sich die Bergbauprojekte rentieren. Das zerstörerische Modell des gegenwärtigen Großbergbaus und die damit einhergehenden Eigentumsformen stehen im krassen Gegensatz zu den traditionellen Strukturen vor Ort. Die dabei stattfindenden Enteignungsprozesse sind vielgestaltig. Weiterlesen

ila / Slowfood

Von , am Sonntag, 26. März 2017

Die neue Ausgabe der Zeitschrift ila (Informationsstelle Lateinamerika in Bonn) hat das Schwerpunktthema „Alter in Lateinamerika“. In einem Beihefter geht es um die Auswirkungen von Freihandelsabkommen, und Gert Eisenbürger hat ein Buch von Leo Löwenthal von 1949 entdeckt, dessen Lektüre uns noch heute im Widerstand gegen Trump helfen kann.

Die neue Ausgabe des Slowfood-Magazins legt uns das Berchtesgadener Land ans Herz, befasst sich mit den Debatten um Veganismus, Vegetariertum und Fleischessen, portätiert als „Foodhero“ die Kölner Konditorin Lea Leimann (z.Z. Patissière im „Ox und Klee“), und Carlo Petrini weist auf die Willkommenspolitik des Libanon hin und fragt: „Wie können wir in Europa auch nur daran denken, Mauern und Absperrungen für Migranten zu bauen?“

Aus der Amerikanischen Musik

Von , am Donnerstag, 15. Dezember 2016

Die hier schon vielfach gelobte Informationsstelle Lateinamerika, Leuchtturm des „Internationalen Standorts Bonn“, hat in ihrem neuen Heft ila 401/Dez.2016 das Schwerpunktthema „rap latino“. In der lateinamerikanischen Musikszene ist mehr los, als es uns unsere zahllosen formatierten Radiosender wissen lassen. Gerne hätte man im Heft einen Tonträger vorgefunden, um ein paar Beispiele hören zu können. Aber dafür ist die ila leider zu arm. Vielleicht wäre eine Partnerschaft mit dem Programm „Funkhaus Europa“ des WDR eine Option, dessen Profil bei der letzten „Programmreform“ leider schon etwas glattgebügelt wurde.
Mit Frank Zappa wäre das nicht passiert. Ich war zu seinen Glanzzeiten noch zu jung, um das anarchistische und revolutionäre Potenzial seiner Musik zu erkennen. Jetzt gibt es einen neuen Film über ihn, auf den die taz hinweist. Gerade in unseren Zeiten haben uns diese toten Helden politisch und kulturell noch einiges zu sagen.

Solidarität ohne Bewegung?

Von , am Dienstag, 15. November 2016

Die ila und die Veränderungen der linken politischen Kultur
von Gert Eisenbürger

Anm. d. Red.: ein relevanter Beitrag auch zur lokalen Geschichtsschreibung in Bonn

Als die ein Jahr zuvor gegründete Informationsstelle Lateinamerika e.V., kurz ila, im Sommer 1976 entschied, neben ihren lokalen und überregionalen Aktivitäten eine Zeitschrift herauszugeben, hatten die damals bei uns aktiven Leute vor allem das Ziel, die Kommunikation zwischen den zu Lateinamerika arbeitenden Gruppen zu verbessern.

Solidaritätsarbeit bestand in der zweiten Hälfte der siebziger Jahre zuallererst in lokalen Aktivitäten. In nahezu jeder größeren und/oder Universitätsstadt gab es ein oder mehrere Solidaritätskomitees zu Chile, oft auch zu Argentinien, zu Bolivien, zu Kolumbien, allgemein zu Lateinamerika oder der Dritten Welt, manchmal gegen den Imperialismus und in Teilen der Linken auch gegen den Sozialimperialismus der sozialistischen Länder. Dazu kam eine wachsende Zahl von Dritte-Welt-Läden, die Produkte verkauften, für die die ProduzentInnen etwas bessere ErzeugerInnenpreise als im normalen Handel erhielten. Ihre Hauptaufgabe sahen die Läden aber darin, die KäuferInnen über die ungerechten Welthandelsstrukturen zu informieren und zu politisieren. Dann gab es noch die vielen kirchlichen, gesellschaftlichen, schulischen (und vergleichsweise wenigen) gewerkschaftlichen Dritte-Welt- oder Internationalismus-Gruppen. Auch größere Organisationen mit nationalen Büros wie amnesty international oder terre des hommes wurden vor allem durch die Aktivitäten ihrer örtlichen Gruppen wahrgenommen. Weiterlesen

Türkei, Neoliberalismus & Linke, Veganer*innen aufgepasst

Von , am Mittwoch, 14. September 2016

Desinteressiert wie meistens ist die hiesige, man darf in diesem Fall auch formulieren: nationale, Öffentlichkeit an den Diskursen anderer Länder, zumal, wenn wir und viele unserer KorrespondentInnen die Landessprache nicht können. Beschämend genug für Deutsche unter denen Millionen Menschen dieser Sprache leben: die Türkei. In der taz findet der von mir sehr geschätzte Jürgen Gottschlich wohl nicht genügend Platz, um es uns zu erklären; so tut er es in den Blättern für deutsche und internationale Politik. Da stellen sich dann einige Dinge und Maßstäbe etwas anders dar, Weiterlesen

Hass-Ästhetik / Uruguay / ila / Ägypten

Von , am Mittwoch, 13. Juli 2016

Arne Vogelsang untersucht in seinem Projekt „internil“ u.a. die Hass-Ästhetik deutscher Faschisten und Islamisten und berichtete darüber der taz.

Lateinamerikanische Linke in der Defensive? Eine Mitarbeiterin der Friedrich-Ebert-Stiftung empfiehlt einen Blick auf das Positiv-Beispiel Uruguay. Dort scheint ein Bündnis von Linken und fortschrittlichem Bürgertum zu gelingen.

Die jahrzehntelange kontinuierliche Forschungs- und Publikationsarbeit der Informationsstelle Lateinamerika in der Heerstr. 205 müsste endlich auch mal von den Standort- und Marketingstrategen der Stadt Bonn entdeckt werden. Jetzt ist eine neue Ausgabe der Zeitschrift ila erschienen.

Thomas Pany (Telepolis) erklärt, warum sich derzeit keins unserer Leitmedien für Ägypten interessiert.

Kirchner/Rousseff – Backlash der Neocons?

Von , am Mittwoch, 18. Februar 2015

In der Zeitschrift der Bonner Informationsstelle Lateinamerika mit dem Schwerpunkt „Argentinien“ lese ich heute von Alicia Rivero: „Die von je her putschistische Rechte Argentiniens braucht keine Militärs mehr. Sie zielt auf den Verschleiß demokratischer Regierungen ab, indem sie die Wirtschaft destabilisiert, die Politik degeneriert, Skandale vorantreibt und Falschinformationen über ihre Medien verbreitet.“ Dä! Weiterlesen