Thema: WAZ

Horn / Küppersbusch

Von , am Montag, 8. Januar 2018

Ulrich Horn kenne ich seit 1990, seit meiner Arbeit im Landtag NRW, persönlich. Er war NRW-Landeskorrespondent meiner Heimatzeitung, die vermutlich die deutsche Regionalzeitung mit der zwar stark sinkenden aber immer noch grössten Abonnements-Zahl ist. Ich nahm den Mann also wichtig und begegnete ihm mit Respekt, was unklugerweise nicht alle taten. Mit der Zeit entwickelte sich daraus über intensive Diskussion “gemeinsam interessierender Themen” – so ähnlich hätte es Genscher formuliert – eine heutige Bloggerfreundschaft, trotz oftmals unterschiedlicher politischer Meinungen. Horns Journalismus-Kunst, die ich bewundere, und die er bei der WAZ erlernen und anwenden musste, ist: mehr zu wissen, als er schreiben kann; mit der kurzen zugespitzten Form in einfacher, verständlicher Sprache möglichst viel mitteilen.
Als verrenteter Journalist und Blogger muss er heute auf nichts und niemanden Rücksicht nehmen. Und tut es auch nicht. Weiterlesen

Verleger im Kampf gegen Öffentlichkeit und Marktwirtschaft

Von , am Freitag, 22. Dezember 2017

Die Zeitungsverleger haben sich in den letzten Jahren an Gebietsmonopole gewöhnt. Beim Bonner General-Anzeiger gabs deswegen vor kurzem eine Hausdurchsuchung des Bundeskartellamts. Jetzt ist Verleger Lensing-Wolff wieder ausgeflippt, in diesen Dingen ein üblicher Verdächtiger. In Münster hat er vor einiger Zeit eine komplette Lokalredaktion an die Luft gesetzt. In Dortmund hat die WAZ für ihn den Markt geräumt, nachdem sie ihn vorher aus dem westlicheren Ruhrgebiet herauskomplimentiert hatte.
Nun stört sich Herr Lensing-Wolff an der Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Dortmund, mit sogar verhalten abwartender Unterstützung des Deutschen Journalisten-Verbandes in NRW. Ich weiss nicht, ob die Herren in den letzten Jahren was gemerkt haben, als die Welt sich unaufhörlich weiterdrehte. Wenn sie weiter den Markt freiräumen wollen von anderen Nachrichten-Verbreiter*inne*n als sich selbst, Weiterlesen

Bonner General-Anzeiger – wie kriminell ist er?

Von , am Montag, 18. Dezember 2017

Vorweg: ich achte die engagierte Arbeit der Lokaljournalist*inn*en des GA. Ich kenne mehrere persönlich, und verbürge mich dafür, dass sie versuchen, seriöse Arbeit abzuliefern. Ihre Arbeitsbedingungen allerdings: ojeh!
Der GA gehört der Familie Neusser. Für dieses Modell der Unternehmensorganisation gibt es sogar eine mächtige Lobbyorganisation, deren Hauptaufgabe es zu sein scheint, gegen eine sozial gerechte Erbschaftssteuer zu arbeiten. Dafür scheint genug Geld da zu sein.

In Familienunternehmen tritt biologisch zwangsläufig die Krisensituation Generationswechsel ein. Ich habe es bei meiner Heimatzeitung WAZ beobachtet. Die sozialdemokratische Erbenfamilie Brost liess sich, als Witwe Anneliese, eine gute Freundin von Johannes Rau und Bodo Hambach, abgelebt war, von der CDU-Familie Funke (“Funke-Mediengruppe”), die heute Grotkamp und Holthoff heisst, für eine knappe Milliarde Euro herauskaufen. Bevor es viel weniger wert ist.
Denn gedruckte Zeitungen – wer kauft die? Ich (60) nicht mehr. Sie? Die Kartellisierung der Verteilung von Information ist überwunden. Ich brauche sowas nicht mehr, und weiss, wo ich es herbekomme.

Selbstverständlich erfahren wir es in Bonn nicht, sondern es bleibt Spezialwissen medienpolitisch interessierter Individuen, dass es beim General-Anzeiger eine Durchsuchung gegeben hat. Weiterlesen

Dortmund / Thalia / Männer / Österreich / Trump / Barcelona / ArdZdfUefa

Von , am Dienstag, 31. Oktober 2017

Was Bonn in der Südüberbauung hatte, hat Dortmund auch. Allerdings ist es dort im Ruhrgebiet, wo nördlich der Citys Leerstände herrschen, ein Wohnhaus. Und es ist auch noch nicht abgerissen.
Wenn ein Monopol erst mal errungen ist, dann ist es nur noch ein Augenzwinkern, bis es zur Mafia wird. Thalia-Buchhandlungen betrete ich grundsätzlich nicht, seit das Bonner Metropol-Kino vernichtet wurde. Für mein Verhalten gibt es weitere gute Gründe: hier im “Börsenblatt des deutschen Buchhandels”, und ein treffender Kommentar von Andreas Platthaus (FAZ).
Thomas Gesterkamp, Ex-Bonner und schon als Buchautor zur Männerpolitik verhaltensauffällig gewesen, berichtet in der taz über die Camouflage-Strategien rechter Maskulinisten auf die nicht wenige gutwillige, schlecht informierte Linksliberale hereinfallen.
Auch bei Seyran Ates, von der ich nie ein Fan war, frage ich mich, ob sie bei aller öffentlichen Lautsprecherei auch mal den Überblick über die eigenen Angelegenheiten verliert. Daniel Bax’ Text in der taz wirft im Kern aber noch mehr Fragen zum demnächst rechtsradikal regierten Zwergstaat Österreich auf. Die Alpenrepubliken waren immer schon ein Tummelplatz für Geheimdienste aus aller Welt. Was früher vielleicht mal in der Logistik hoher Berge begründet war, kann im digitalisierten Zeitalter eigentlich keine Rolle mehr spielen. Aber: “Schönes bleibt” (Zitat WDR4).
Bei Frauke Steffens (FAZ) gibts den aktuellen Überblick zu den Ermittlungen Robert Muellers im Trump-Umfeld: die Wände werden enger.
Marc-Andre Terstegen, immer Torwart meiner Lieblingsvereine, gehts in Barcelona offensichtlich gut. Würde es mir auch. Die Stadt hat ihm beim Reifen geholfen, wie er in einem WAZ-Interview näher erläutert.
Jörn Kruse (taz) rechnet vor, wie ARD und ZDF der Uefa-Mafia unser Geld millionenfach hinterherwerfen, nur damit sie es nicht mehr für gutes Fernsehen ausgeben müssen.

Laschet und der Medienkonzern

Von , am Freitag, 1. September 2017

NRW-Ministerpräsident Laschet hat juristischen Ratschlägen – scheinbar – nachgegeben, und das Ressort Medienpolitik von seinem Minister Holthoff-Pförtner lieber gleich selbst übernommen. Doch was wird sich neben den nicht unbedeutenden formalrechtlichen Regelungen materiell-politisch ändern? Der MP hat keine Zeit, sich einzuarbeiten. Er wird also Sachkundige in Strategie- und Zweifelsfragen um Rat fragen. Ach, zufällig sitzt so einer am Kabinettstisch – kurze Wege und Verkehrsvermeidung.

Was spricht dafür, dass Laschet diese strategische Verbindung, die dem Ansehen seiner Unabhängigkeit schadet, nicht kappt? Der ehemalige WAZ-Konzern bezeichnet sich heute als “Funke-Mediengruppe“. Das Ehepaar Grotkamp, Teil des Familienzweiges Funke, hatte die Erben der sozialdemokratischen Familie Brost mittels eines umfangreichen Kredits aus dem Konzern herausgekauft. Holthoff-Pförtner ist als Adoptivsohn Teil der Familie Funke und verfügt über einen namhaften zweistelligen Prozentanteil am Gesamtkonzern. Vom Springer-Verlag kaufte die “Funke-Mediengruppe” für einen stolzen Preis einen ganzen Müllsack voll billiger, alter Druckerzeugnisse, die, wenn überhaupt nicht mehr lange rentabel sein werden. Das Grotkamp-Geschäftsmodell baut auf Synergien und harte Rationalisierungsmassnahmen. So funktionieren fast alle Verlage, die noch von Druckerzeugnissen leben. Zu Lebzeiten der Eigentümer kann das noch gutgehen. Wenn sie Ableben, ist in der Regel schnell danach Schluss.

Laschet könnte so kalkulieren: solange ich im Amt bin, ist das noch der wichtigste Medienkonzern in NRW. Meine über 70-jährigen Stammwähler*innen sind die letzten Leser*innen der billigen Blätter dieses Konzerns. Bis der zerschlagen wird, bin ich sowieso nicht mehr im Amt. Da können sich meine Nachfolger*innen dann mit rumärgern.

Medienblase

Von , am Dienstag, 29. August 2017

Heute mittag beim Videorecorderprogrammieren bekam ich einen kurzen Zapping-Blick in die Berliner Pressekonferenz der Bundeskanzlerin, die der “Ereignis”kanal Phönix selbstverständlich live übertrug. Frau Merkel und ihr Auftritt ist bestens bekannt, einer gleicht – absichtlich – dem andern. Schockierend war für mich der Blick in ihr Publikum, in den vollbesetzten Saal von Journalist*inn*en. Sie sahen – gefühlt – alle so gleich aus. Gut, die Geschlechterparität ist bei Journalist*unn*en, die (noch) arbeiten müssen, und nicht nur Befehle erteilen (“delegieren”), ganz gut gewährleistet. Und es werden sicher nicht nur Deutsche gewesen sein, die dort sassen. Aber soziokulturell sahen sie alle so gleich aus: Hochschulabschluss, wahrscheinlich auch die Eltern schon, nicht uniform aber einheitlich casual gekleidet, beim gleichen Friseur gewesen, gleicher Geschmack – und wie wir Leser*innen wissen: verdammt ähnliche Ansichten. Das Vorlesen der Presseschauen im Radio sollte verboten werden, die Gleichheit ist geschäftsschädigend für die zitierten Zeitungen. So wie Autofahrer*inne*n vorgehalten werden kann, dass sie nicht in einen Stau geraten, sondern selbst der Stau sind, so gilt für die meisten Medien, die über “Filterblasen” schwadronieren: selber!

Der Medienmarkt ist ein Markt, bei dem es diesbezüglich noch Gerechtigkeit gibt. Weiterlesen

Rechtsverschiebung – und alle machen mit?

Von , am Dienstag, 22. August 2017

Umfragen und Medien sagen, der AfD-Anhang schmilze – allzu langsam – weg. Die Gefahr war nie, dass diese rechten Spinner an die Macht kommen. Die Gefahr ist, dass sie das komplette Diskursspektrum unserer Gesellschaft nach rechts verschieben und entmenschlichen. Was das betrifft, kann man ihnen den “Respekt” nicht versagen, da sind Greis Gauland und Co. schon weit vorangekommen.
Nichts Geringeres als die angeblichen “Fake-News”-Bekämpfer der ARD-Tagesschau dokumentierten das gestern auf klassische Weise. Mit vollgeschiessenen Hosen, von den Rechten als Lügenpresse und Staatsrundfunk geziehen zu werden, wurde einer AfD-Pressekonferenz mit der zentralen Botschaft, das Grundrecht auf Asyl im Art. 16 des Grundgesetzes endgültig zu beseitigen, breiter Berichtsraum gegeben. Selbstverständlich wird dabei von Gauland kein Eiertanz zur Verharmlosung der Naziverbrechen ausgelassen: das Grundrecht sei “eine Überkompensation unserer schwierigen Vergangenheit in den zwölf Jahren”. Naziverbrechen und Holocaust heissen also jetzt niedlich “die-zwölf-Jahre”. Der Ausgewogenheit der Tagesschau-Berichterstattung diente dann ein unbekannter CDU-MdB, der sagte, dass man das nicht vorhabe, was die AfD da wolle. Erst in der 20-Uhr-Ausgabe wurde dann noch ein Satz der Linken-Vorsitzenden Kipping in den Bericht reingeschnitten.

Es wird hier exakt der Fehler wiederholt, den Michael Haller jüngst in seiner Untersuchung “‘Flüchtlingskrise’ und Medien” nachgewiesen hat: Weiterlesen

NRW – alles muss die WAZ jetzt selber machen

Von , am Donnerstag, 29. Juni 2017

Ist das jetzt witzisch? Oder ein Skandal?

Der Miteigner der “Funke-Mediengruppe” (ehemals: WAZ-Konzern) Holthoff-Pförtner, im Hauptberuf bisher Rechtsanwalt von Helmut Kohl, wird der Medienminister der neuen CDU/FDP-Landesregierung. Ich weiss aus meinem Essener Bekanntenkreis, dass der Mann ein intellektuell eigensinniger Quälgeist sein kann, was aus meiner Sicht persönlich eher für ihn spricht. Trotzdem ist die Interessenkollision offenkundig. Einst, noch zu Zeiten Heinz Kühns und Johannes Raus hat der WAZ-Konzern auf subtile Weise und hintenrum die medienpolitischen Strippen in NRW gezogen. Niemand konnte gegen ihn regieren. Und nun regiert der Konzern gleich selbst?

Ist es schon so schlimm? Die Zeitungskonzerne sind auf dem absteigenden Ast. Zu lange haben sie sich darauf konzentriert, die Meinungs- und Pressefreiheit dadurch zu demontieren, Weiterlesen

Neuer BVB-Trainer schon ausgeguckt?

Von , am Montag, 8. Mai 2017

Wie unwichtig der DFB-Pokal für das Fussballgeschäft geworden ist, wird wohl nirgends deutlicher demonstriert, als von der Außendarstellung des Finalisten in Dortmund. Dort wird ein offener Bürgerkrieg ausgetragen; niemand versucht mehr das zu verbergen. Als Aussenstehender muss man wohl offenlassen, wer “angefangen” hat.
Das Vorgehen der Vereinsführung ist jedenfalls zielstrebig. Ihre Offensive gegen den Trainer begann mit diesem Interview von Boss Watzke mit der WAZ.
Trotzdem hat die Mannschaft, mit schlechter Leistung und Schiri-Hilfe zwar, das wichtige Punktspiel um Platz 3 gegen Hoffenheim gewonnen. Da Platz 4 als CL-Quali-Platz aber sowieso nicht gefährdet ist, fallen wohl alle Hemmungen vor verbrannter Erde. Das Presseecho ist einhellig: Tuchel hat ausgeschissen. Theweleit (taz/FR) macht mit, und der viel in den Verein hineinhörende Röckenhaus (SZ) ebenfalls – alle volles Rohr.
Wer so offen(siv) agiert, muss einen Grand mit Vieren in der Hand haben, oder von Katastrophenangst angetrieben sein. Oder beides.

Gehört das auch zu deutscher Leitkultur? BVB-Fan Küppersbusch hat zu der heute jedenfalls in der taz das Richtige geschrieben: Weiterlesen

Klarsicht aus dem Ruhrgebiet

Von , am Dienstag, 7. März 2017

Fangen wir oben an. Der “mächtigste Mann der Welt” – haben Sie immer noch Probleme dieses Phänomen zu verstehen? Dann lesen Sie Fritz Eckenga. Ich habe bisher nur ein Thema entdeckt, bei dem wir unterschiedlicher Meinung sind: Claudia Roth …. ach ja: und unsere zwei Borussias; aber das ist ja auch so eine Art Gemeinsamkeit. Zu Fritz selbst bitte hier entlang.

Und dann weiter unten: NRW, Landtagswahl, im Mai. Ulrich Horn ordnet ihren Stellenwert im Bezug zur Bundestagswahl im Herbst ein. Wir kommen zwar aus der gleichen Stadt, er hat lange in meiner Geburtsstadt Gelsenkirchen gewohnt, allerdings in einem Stadtteil, dem man nicht ansieht, dass er dazu gehört – Westerholt. (Internet macht schlau: 60 Jahre lang habe ich das geglaubt, und es gehört gar nicht zu Gelsenkirchen, sondern zu Herten!) Und jetzt lebt er im von Köln bis zum Ruhrgebiet verhassten Düsseldorf. Von dort hat er sein Berufsleben lang das Ruhrgebiet über die NRW-Landespolitik informiert, in der bundesweit größten Regionalzeitung WAZ, als sie noch wichtig war. Was er jetzt schreibt – ich habe keine Stelle gefunden, an der ich ihm widersprechen könnte.

Trump-Fans / Neoliberaler Charakter / New Deal / NSU / Aki Schmidt

Von , am Samstag, 12. November 2016

Karim El-Gawhary, dessen Vater mir aus meiner Vorstandszeit 1978 in der Anti-Apartheid-Bewegung in guter Erinnerung ist, weist in der taz darauf hin, welcher Staatschef als erster Donald Trump zu seiner Wahl gratuliert hat: Ägyptens Putschgeneral al Sisi. Das ist der, dem Sigmar Gabriel bei seinem letzten Besuch dort eine “beeindruckende Persönlichkeit” attestiert hatte. Gestern bezeichnete die FAZ in einem Teaser-Text Sigmar Gabriel schon als “Trump-konform”. Haben wir es gut, so lange es noch beim Krieg der Worte bleibt.
Götz Eisenberg (JW) beschreibt wissenschaftlicher, als ich es hier zur Politszene getan habe, den neoliberalen Charakter.
Thomas Fricke (SP-on) entwickelt in knappen Sätzen, mit welcher Wirtschafts- und Finanzpolitik man heute noch den rechten Vormarsch und die wachsende Kriegsgefahr stoppen könnte. Der “New Deal” müsse nun von Europa ausgehen, da die USA dafür jetzt ausfallen.
Auch NRW ist im NSU-Skandal mit eigenen V-Leuten dabei: hier wieder bei Telepolis mehr über das gespenstische Treiben unserer “Sicherheits”behörden.
Einen bewegenden Nachruf zum verstorbenen Aki Schmidt (BVB, dt. Meister 1963 und Europacup-Sieger 1966) schrieb Peter Müller in der WAZ.

Nebenan bei Ulrich Horn: Suche nach Bundespräsidenten

Von , am Freitag, 14. Oktober 2016

Mit Ulrich Horn verbindet mich meine berufliche Vergangenheit im NRW-Landtag in Düsseldorf. Mit der Zeitung, für die er lange schrieb, die WAZ verbindet mich eine Hassliebe, mit ihr habe ich Lesen gelernt.
Ich bewundere Horn bis heute für sein umfangreiches Wissen um politische Prozesse, und seine Handwerkskunst, dieses Wissen in leicht verständliche prägnante Textkürze zu komprimieren. Heute, bei seinem Text zur Suche nach einem Bundespräsidenten, inkl. der Kommentare unter seinem Text, musste ich sehr lachen. Dabei ist es ernst.

Frauenfußball, geb. 1956, in Illegalität im Norden von Essen

Von , am Freitag, 23. September 2016

Wenn es eine Räuberpistole der WAZ sein sollte, ist sie doch schön gedichtet. Seit Jahren verschwindet im Essener Stadtteil Karnap Schritt für Schritt das Matthias-Stinnes-Stadion. Ich habe dort noch selbst gespielt, vor allem aber auf der Tribüne Spiele verfolgt. Schon zu meiner Zuschauerzeit war das Tribünendach aus Sicherheitsgründen abmontiert worden.

Die WAZ weist nun, veranlasst durch den vor Ort aktiven Geschichtskreis, darauf hin, dass es sich hier um den Geburtsort der deutschen Frauen-Fußballnationalmannschaft handelt. Die Geburt 1956 war illegal. Weiterlesen

Sorge um den Klartext-Verlag

Von , am Donnerstag, 14. Juli 2016

Konzernmutter WAZ (“Funke-Mediengruppe”) meldete heute, dass Geschäftsführer Ludger Claßen sich ab sofort “aus gesundheitlichen Gründen” aus der operativen Geschäftsführung des Klartext-Verlages zurückziehe. Ich besitze etliche Bücher aus diesem Verlag, sie behandeln die Geschichte des Fußballs im Ruhrgebiet. Nun tritt ein wichtiger Macher ab, und ich habe Sorge, dass damit mehr als eine individuelle Berufslaufbahn endet. Weiterlesen

Gute oder schlechte Nachricht? – Funke-Gruppe baut in Essen

Von , am Dienstag, 5. Juli 2016

Für Ruhrgebietskinder verbindet sich mit der WAZ eine alte Hassliebe. Mit Dankwart Bumskopp hat man Lesen gelernt. Den Cartoon auf der Seite “Aus aller Welt” gibt es heute noch. Verschwunden sind Detektiv Rip Korby und irgendwas für Mädchen, das ich vergessen habe. Unvergessen sind die Sportressortchefs Wilhelm Herbert Koch (“Anton sachte Czerwinski für mich”) und Hans-Josef Justen. Und für mich mein Hassgegenstand Wulf Mämpel, Lokalchef erst in Gladbeck, dann in Essen, die Personifizierung des arroganten rechtssozialdemokratisch fixierten Pressemonopols.
Sozialdemokratisch ist an der WAZ und ihrem Konzern heute nichts mehr. Weiterlesen

Weinzierl – S04 gibt nicht auf

Von , am Freitag, 17. Juni 2016

So lange ich lebe, sehnt sich S04 nach dem Gewinn einer deutschen Fußballmeisterschaft. Nein, ich übertreibe. Beim letzten Titelgewinn war ich schon auf der Welt – ich war 1.

Doch wenn etwas an diesem Verein und seinen Fans beeindruckend ist, dann, dass sie – wider besseres Wissen? – die Hoffnung nicht aufgeben.

Das Engagement des neuen Trainers Weinzierl ist der aktuelle Anlass dafür, ausführlich gelobt in der heutigen WAZ durch seinen einstigen Vorgesetzten Günter Güttler.

“Sie wissen gar nicht, was bei mir in ‘höchsten Tönen’ ist” – Hans Meyer spricht zu uns

Von , am Dienstag, 29. Juli 2014

Und zwar hier in einem sehr ausführlichen und lesenswerten Interview von David Nienhaus auf waz.de. Vor lauter bei Hans Meyer obligatorischer und durchaus zutreffender Medienkritik reicht die Zeit kaum, um über die Gladbacher Mannschaft zu sprechen. Aber die Saison wird noch lang und reichlich Gelegenheiten bieten.