Thema: Weisweiler

VfL 1900 Borussia – woher wir kommen

Von , am Freitag, 5. Januar 2018

Viele Jahrestage und Jubiläen derzeit. 20 Jahre besteht nun das Online-Fanzine seitenwahl.de, mein Leitmedium in Sachen Borussia Mönchengladbach. Dazu von hier aus ein besonders herzlicher Glückwunsch. Ich hatte das Glück, den Gewinn fünf deutscher Meisterschaften (und zahlreicher weiterer Titel) und die Kreation eines geschichtsprägenden Fussballs durch den heiligen Hennes Weisweiler bewusst mitzuerleben. Das frisch aufblühende Massenmedium Fernsehen, die Älteren kennen es noch, half mir dabei.

Nicht so die Kollegen von Seitenwahl. Als sie vor 20 Jahren anfingen, waren wir ganz unten, an der tiefsten Stelle der Vereinsgeschichte: Abstieg aus der 1. Liga, der sich sogar nach einem Wiederaufstieg noch einmal wiederholen sollte. Es drohte das Schicksal vergleichbar der zahlreichen weiteren westdeutschen Fahrstuhlmannschaften: S04, BVB, FCKö.

So ist es nicht gekommen. Das hat viel mit Hans Meyer, Rainer Bonhof, Max Eberl und Lucien Favre zu tun. Die Kollegen von Seitenwahl rufen es mit einer umfangreichen Retrospektive früherer Artikel in Erinnerung:
1. Teil
2. Teil
3. Teil
Sehr erbauliche Lektüre, mit dem aktuellen Happyend auf Platz 6 der Hinrundentabelle, die mit wenigen, also auch unserer Ausnahme, immer stärker von der Kapitalkraft geprägt wird.

Hans Schäfer 90

Von , am Donnerstag, 19. Oktober 2017

Die Saison 1964/65 war die erste, in der ich mich für Fussball interessierte. Meine Grosseltern in Essen-Karnap hatten schon einen Fernseher, gabs damals nur in schwarz-weiss. Samstags und Sonntags war da Fussball drin, die Sportschau. Die weiss gekleideten Mannschaften sahen am besten aus, sie spielten auch am besten: Borussia Mönchengladbach in der Regionalliga West, in der seinerzeit auch Rot-Weiss Essen spielte, der Lieblingsverein meines Opas, in dem nach dem Krieg auch ein Verwandter meiner Grosseltern mit August Gottschalk, einem späteren kongenialen Partner von Helmut Rahn zusammengespielt hatte.
Ich vergab meine Sympathien den Mannschaften in weiss. Das war mein erster Kontakt zu Hans Schäfer. Er war Kapitän und Regisseur des 1. FC Köln, im reifen Alter von 37 Jahren, und in dieser, seiner letzten Saison erspielte er sich, von Verletzungen geplagt, noch einmal die Vizemeisterschaft, hinter Werder Bremen. Von dieser Saison hatte ich auch ein fast vollständiges Sammelalbum. Ich weiss nicht, wo es hingekommen ist, aber die Bilder habe ich noch im Kopf, das von Hans Schäfer kann meine Hirn-Festplatte jederzeit abrufen. Er hat noch mit dem echten hier in Bonn geborenen Toni Schumacher zusammengespielt, ebenfalls eine Legende, Weiterlesen

„Mein Verein“ (WDR): VfL 1900 Borussia Mönchengladbach

Von , am Montag, 28. August 2017

Andreas Kramer gehört der TV-Mannschaft von Arnd Zeigler an, der weit über die Grenzen Werder Bremens hinaus bis vor die Stadtmauern einer bayrischen Grossstadt bundesweit Respekt und Anerkennung für seinen Humor und seine Fachlichkeit geniesst. Er kann also nicht verkehrt sein. Zu Beginn des Films packte mich Entsetzen: was ist das denn für ein provinzieller Mist? Er kriegte noch die Kurve, zu einem knappen aber grundsätzlich sympathischen zufriedenstellend.

Auch dieser Film verhob sich nicht an der reichen Geschichte des Vereins, sie wäre, da gebe ich Kramer völlig recht, in 45 Minuten Film nicht zu packen gewesen. Dass er sich für die zurückhaltende Würdigung Lucien Favres rechtfertigt, ist ok. Auch würdigt er die 60er Jahre angemessen. Dass er dabei allerdings kein einziges Mal den Namen des Kölners (!!!) und Gottvaters des Mönchengladbacher Fussballs Hennes Weisweiler nennt, ist aber dann doch ein notenentscheidender schwerer Fehler. Ohne Weisweiler, der nicht nur unzählige Fussballtalente sondern zu Lebzeiten 90% der deutschen Profitrainer ausbildete, hätte es die Mönchengladbacher Fussballgeschichte wie wir sie kennen – und also auch diesen Film! – nicht gegeben. Gegen diesen Fehler ist es fast schon eine lässliche Sünde, dass auch Jupp Heynckes ungenannt bleibt, Weiterlesen