Thema: Wizorek

Medien und Handlungsunfähigkeit

Von , am Dienstag, 6. Februar 2018

In den USA gehört es schon zum Allgemeinwissen, und auch wir haben frühzeitig mit Hilfe der Otto-Brenner-Stiftung auf ähnliche Konstellationen hierzulande hingewiesen. Die politische Satire ist zur Einwechselspielerin für geschwächten und ermüdeten Journalismus geworden. Bei beiden stellt sich immer akuter die Frage: mit welchen Folgen?

Die jüngste heute-show war ein gutes Beispiel. Ich teile die gefühlsmässige Ablehnung von Extradienst-Gastautor Dieter Bott gegen den demonstrativen politischen Nihilismus von Oliver Welke. Dennoch war das Agendasetting der Redaktion und des Autor*inn*enteams hochpolitisch und auf der Höhe der Zeit: Weiterlesen

Die Narzissmus-Gefahr

Von , am Dienstag, 17. Oktober 2017

Narzissmus, vor allem bei Männern, ist eine direkte Gefahr für die körperliche Unversehrtheit der Frauen in ihrer Umgebung. Er ist auch eine Gefahr für die ganze Demokratie. In der Politik wimmelt es von Narzisst*inn*en, sie zieht sie an wie ein Staubsauger. Etliche kenne ich persönlich, Männer und Frauen. Warum fallen dennoch so viele auf sie rein? Wie sind sie zu erkennen und zu durchschauen? Einfacher gesagt, wie hier in einem schön zusammenfassenden FAS-Interview mit Bärbel Wardetzki, als getan.
Anne Wizorek, Aufschrei-Initiatorin und gerne gebuchtes Talkshow-Gesicht, sieht im SZ-Interview auch Fortschritte. Mit Zivilcourage und Solidarität ist Fortschritt möglich. Nur sollte die Betrachtung nicht oberflächlich und hektisch-reaktiv sein, sondern Strukturen analysieren und erkennen, die bekämpft werden müssen. Da ist noch Luft nach oben.

Feminismus

Von , am Dienstag, 28. Februar 2017

Fangen wir mit dem Sex an, weil das die meisten interessiert. Sensation: Frauen, die mit Frauen schlafen, haben öfter einen Orgasmus, als die, die mit Männern schlafen. Ist jetzt schon, 2017, rausgekommen. Wie konnte es so weit kommen? Siegmund Freud könnte schuld sein, und viele weitere Männer, die diese Art Wissenschaft beherrscht haben.
Dann noch das Langweilige, Politik. Anne Wizorek beschreibt die Ausgangslage zum 8. März. Weltweit setzen sich Frauen in Bewegung, Frauenverächter Trump sei Dank. Und hier? Soll sich die Bundeskanzlerin drum kümmern?
Wer bis hierhin weitergelesen hat, bekommt noch einen Sondertip: Barbara Schweizerhof. Sie war in den meisten meiner Freitag-Artikel die wunderbare betreuende Redakteurin. Jetzt ist sie bei epd-Film, und schreibt gelegentlich für die taz, aktuell über Jodie Foster und Viola Davis. Wir waren mal gemeinsam bei Vincent Klink essen, das ist quasi die Garantie für einen schönen Tag. Dieser gesellschaftliche Blick, den Barbara Schweizerhof auf gute und schlechte Filme hat, und dabei eine so uneitle und kooperationsfähige solidarische Redakteurin ist, das ist ein großes Geschenk für guten Journalismus.