Ungewöhnliches aus dem Hause Prokon

Von , am Montag, 9. Juli 2018, in Medien, Politik.

Über wichtige Ereignisse wird in diesem Land doch berichtet – oder?
Wie kommt es dann, dass nach einer Insolvenz noch 50 % des Wertes erhalten bleiben und die über 40.000 Anteilseigner nicht in erster Linie ihr restliches Geld im Sinn haben, sondern weiterhin in die Zukunft schauen und ihr Unternehmen zur größten Energiegenossenschaft Deutschlands umstrukturieren – und niemand erfährt etwas darüber? Warum wurde so etwas nicht berichtet? Das Unternehmen heißt Prokon, sitzt in Itzehoe und erzeugt Strom aus Windkraft.
Jetzt gab es bei Prokon eine Nachwahl für den Aufsichtsrat, weil ein Mitglied ausgeschieden war. Und auch dabei geschah erstaunliches.
Die Genossinnen und Genossen schickten den Betriebsratsvorsitzenden bei Prokon als Vertreter der Kapitaleigner in den Aufsichtsrat. Ein weiterer Vorgang, der eigentlich in die Wirtschaftsnachrichten von Tagesthemen und Heute Journal gehört hätte – aber auch darüber wurde nichts berichtet. Und weil das so ist, steht es jetzt hier im Beueler Extradienst.
Philip Hogrebe schrieb in seiner Bewerbung: „Die Mitarbeiter sind für die Mitglieder da und haben sich deren Interessen unterzuordnen.“ Ja und Nein! Natürlich sind die Mitglieder diejenigen, denen die Genossenschaft „gehört“. Aber die Interessen der Mitarbeiter sind gleichberechtigt!
Als seine Vision nannte Hogrebe: “Ich möchte auf eine Genossenschaft hinwirken, die als guter Arbeitgeber einer motivierten Mannschaft das Bestmögliche für die Mitglieder schafft. Bitte geben Sie mir ihre Stimme!” Er wurde gewählt – und das zeigt, was möglich ist, wenn in einem Unternehmen die Eigentümer und die Beschäftigten gemeinsame Ziele haben.

Dieser Beitrag erscheint auch bei nrhz.de.
Die Zahl der Genossenschaftsmitglieder wurde nach dem untenstehenden Kommentar von Rainer Doemen von 20.000 auf 40.000 korrigiert.

Ein Kommentar zu “Ungewöhnliches aus dem Hause Prokon

  1. Rainer Doemen

    Die Prokon eG hat rd. 40.000 Mitglieder und wuchs stetig. Sie hat in den hart umkämpften Geschäftsfeldern Windkraft und Energiehandel 2017 erstmals einen Gewinn im einstelligen Mio-Bereich erwirtschaftet. Der Verein “Die Freunde von Prokon e. V.” (FvP) gestaltete das Zustandekommen der größten Energiegenossenschaft Deutschlands unermüdlich mit. FvP wurde für seinen unermüdlichen Einsatz für die BürgerEnergie 2017 mit dem Deutschen Solarpreis ausgezeichnet. Weiterhin sehr aktive Vereinsmitglieder kooperieren mit ihrer Genossenschaft und unterstützen diese ehrenamtlich (z. B. in der Öffentlichkeitsarbeit, am runden Tisch von bundesweit aktiven Klimaschutz-und Energiewendevereinigingen, als Regio-Beiräte, bei der Flächenfindung oder technisch-wissenschaftlich).

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