Die Attentäter

Von , am Freitag, 14. Dezember 2018, in Lesebefehle, Politik.

Mit Update
Wenn (mutmassliche) Attentäter vor Abschluss von Ermittlungs- und Gerichtsverfahren erschossen werden, dann kann das Notwehr gewesen sein, unvermeidlich. In Strassburg sollen das Anwohner*innen sogar mit Beifall bedacht haben. Wer wie sie sein Leben bedroht empfindet, also ein Trauma live erlebt, kann so reagieren, menschlich und verständlich. Für uns aus sicherer Distanz und Ferne bietet sich ein anderes Bild: Vertrauen wird so nicht geschaffen.
Tote Zeug*inn*en sprechen nicht, tote Mörder*innen auch nicht. Warum haben sie es getan? Wie haben sie sich zum*zur Täter*in entwickelt? Wer hat ihnen geholfen, Beihilfe geleistet, Infrastrukturen zur Verfügung gestellt? Oder gar einen Auftrag erteilt? All diese Fragen sind mit Toten nicht aufklärbar. Und manche*r meint ein hörbares Aufatmen zu vernehmen: bei denen, die mitgemacht haben, und bei denen, denen sehr viel harte Ermittlungsarbeit erspart bleibt.
Lesen Sie hier Thomas Panys/telepolis Zusammenfassung der Strassburger Erkenntnisse.
Und hier und hier neue Rechercheergebnisse von Zeit-online zum Berliner Breitscheidplatz-Attentat vor zwei Jahren.
Ich kann mich danach nicht besser fühlen. Und schon gar nicht sicherer.
Update 15.12.: Zum Breitscheidplatz-Attentat berichtet Thomas Moser/telepolis Neuigkeiten aus dem Bundestags-Untersuchungsausschuss – es zieht Ihnen die Schuhe aus, und viele von uns müssen das Bild, das sie von unserem Staat haben, gründlich revidieren.

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