“Die Anstalt” heute über “Die Bahn”

Von , am Dienstag, 29. Januar 2019, in Medien.

Nicht alles, was sich “Royal” nennt, ist es auch
Zuerst das Bedeutende: die bundesweit führende TV-Kabarettsendung “Die Anstalt” behandelt heute unsere “Deutsche Bahn”. Es ist ein Volkssport über die zu Meckern, unzählige Geschichten werden gerne erzählt, nicht zuletzt hier. Wie wird es sich heute Abend in der Glotze unterscheiden? In erster Linie durch die gründliche politische Recherche im Hintergrund. Für eine Ausgabe über deutsche Medienpolitik hatte ich persönlichen Kontakt mit dieser Art von Qualitätsarbeit. Darum freue ich mich heute auf die Glotze, 22.15 h.
Aber nicht alles im ZDF glänzt. Sein Dauerauftragnehmer Oliver Berben, der vom Sender offensichtlich ein Rundum-Sorglos-Auftragspaket bezieht, zeichnet für den Zweiteiler “Bier royal” verantwortlich. Die Anspielung auf “Kir Royal”, gleichermassen in der Münchener Schickeria angesiedelt (und damals vom WDR/ARD produziert, was im ZDF niemals möglich gewesen wäre), ist anmassend. Mit Gisela Schneeberger an der Spitze sind die Schauspielerleistungen gewiss sehenswert, und es ist insgesamt durchaus komödiantisch gelungen. Der Unterschied ist aber einer, der an den Produnzentenfiguren Helmut Dietl und Oliver Berben verdeutlicht werden kann: Dietl war immer ein grossartiger gesellschaftlicher Analytiker, bei zunehmendem Alter mit zunehmendem Zynismus, und ein hochpolitischer Kopf; Berben ist nur “ein erfolgreicher Produzent”. Beide stehen in diesem Unterschied für deutsche TV-Produktion damals und heute. Naja, Dietl ragte damals schon heraus, Berben tut es nicht.
Update 30.1.: Schönster Scherz der “Anstalt”: ein Zug, in dem alle Bundesverkehrsminister sitzen, heisst wie…? “Flaschenzug”! Traurig dagegen eine Ansprache von Uta Köbernick an die Stuttgart21-Gegner*innen. Wiederholung Sonntag 21 Uhr, 3sat, oder jederzeit (ein Jahr verfügbar) hier.

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