Diskurs-Schlachtfelder

Von , am Dienstag, 5. März 2019, in Lesebefehle, Medien, Politik.

Wie gefährlich sind Mister Corbyn und Fru Thunberg?
Ist meine Überschrift zu dramatisierend? Darüber habe ich nachgedacht, und bin zu dem Schluss gekommen: nein, keineswegs.
Bei Jeremy Corbyn werden alle Register gezogen. Das heisst, Geheimdienste sind mittendrin im gewaltähnlichen Diskurs, und keine Waffe ist Tabu. Das Abschiessen einzelner Personen gehört zum Framing Manual derer, die Corbyn verhindern wollen, ebenso der Antisemitismus-Vorwurf, mit dem auch unser Autor Andreas Zumach unangenehm offene Bekanntschaft machen musste. Andreas ist ja nur ein kleiner Journalisten-Wicht. In Britannien geht es mittlerweile für die am Klassenkampf beteiligten Klassen um nicht weniger als Alles. Apokalyptisch? Könnte sein. Die Kolleg*inn*en von den nachdenkseiten veröffentlichten in einer Übersetzung von Josefa Zimmermann einen Text des ehemaligen Auslandschefs des Guardian, David Hearst. Nach dessen Lektüre denke ich zunächst: gut dass wir diese Bekloppten hier nicht ertragen müssen.
Falsch gedacht. Sie sind schon da, und machen Hauptstadtberlin mit ihren Sportwagen unsicher, die sie jetzt von einer 16-jährigen Schwedin bedroht sehen. Nein, sie schüttet ihnen keinen Zucker in den Tank, und zündet sie auch nicht an. Sie redet, öffentlich. Wer hat ihr das erlaubt? Was sind das für Eltern? Feuer frei, dafür müssen sie sich verantworten. Die Herren Poschardt, Lindner, Scheuer schrecken vor nichts Bescheuertem zurück, denn für den Mann von heute ist sein SUV oder sein Porsche, wenn es schon zur Yacht nicht reicht, Beweis für den längsten Schwanz. Albrecht von Lucke/Blätter hat sie alle ertappt. Es ist leider nur gar nicht ein harmloses nichtsnutziges Hauptstadtberliner “Anything goes”, sondern es geht um den ernsthaftesten politischen Kampf unserer Zeit. Und die 16-jährigen, deren Wahlrecht dringend vermieden werden soll, machen uns darauf aufmerksam.

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