Köln21 – Bonn21

Von , am Montag, 20. Mai 2019, in Beuel & Umland, Politik.

Weil ich den Kölner Stadtanzeiger wegen seiner Paywallpolitik nicht mehr lese, ist es mir entgangen. Im Express, zu dem ich bei Olivotti regelmässig greife, habe ich das Thema nicht vorgefunden. Zu den ins Bodenlose sinkenden verkauften Auflagen dieser Organe finden Sie hier aktuelle Informationen. Ein irrer Architekt mit dem Stadt-Anzeiger im Rücken, und vermutlich noch einigen kapitalgewichtigen Lobbyinteressen mehr, will den Hauptbahnhof und den Eisenbahnverkehr auf der Hohenzollernbrücke …, na was wohl, richtig: unter die Erde legen. OB Reker sei angeblich nicht abgeneigt.
Mehrere Glockenschläge wollen die Herren, und evtl diese Dame, damit übertönen:
1. Tunnel sind Hochrisikobauten, in jeder Hinsicht, und in Köln besonders.
2. Wenn was unter die Erde gehört, dann sind es die Autos (s. die Rheinufertunnel in Köln und Düsseldorf).
3. Bahnreisende Köln-Gäste schwärmen ausdauernd über die überwältigende Optik bei der Einfahrt. Wohlverstandenes Reisen will die Welt sehen, und nicht von ihr abgeschlossen werden, will sie nicht zerstört und umgegraben wissen. Heimreisende Kölner*innen erfreuen sich im Zug sogar an der den Dom umgebenden Hässlichkeit, weil sie wissen, wie unverwechselbar die ist. U-Bahnhöfe gibts überall. Macht doch erst mal die Nord-Süd-Fahrt zu! Und den Kölner Ring auch.
4. Die Herren (und evtl. die Dame) kämpfen, als hätten sie seit Jahren nichts Neues mehr gelesen, gegen störende Bahn, statt gegen den Abgas-, Lärm- und Flächen-Vollstell-Terror des Autoverkehrs – ist es wegen Ford?
Hier mal eine Fision fürs Bonner Zentrum, und zwar die elende, die City vom Rheinufer trennende Schneise Belderberg/B9 und ihre Kreuzung mit der Rheingasse:
Der Ösi-Fascho-Finanzier Benko weiss doch nicht wohin mit dem ganzen zu waschenden Geld. Dann ladet ihn doch ein: wenn er die B9 auf eigene Kosten in einen Tunnel legt (inkl. Instandhaltung nicht vergessen!), dann darf er oben drauf ein Hochhaus mit unermesslich teuren Luxuswohnungen wie am Hamburger Hafen bauen, das ihm weitere Renditen ausspucken wird (und wenn die Wohnungen zu teuer leer stehen, spart er eben Steuern, wie alle andern Immobilienkapitalisten auch). Unten auf Parterre und im 1. Stock muss er öffentliche Flächen (öffentliches Recht, kein Hausrecht!) bereit halten, über die alle anderen Verkehrsteilnehmer*innen, alle ausser Autos) von der City aus auf angenehme Weise das Rheinufer erreichen. Wer darauf verzichtet, gegen den Kapitalismus vorzugehen, sollte wenigstens zu sowas politisch imstande sein.

Ein Kommentar zu “Köln21 – Bonn21

  1. Roland Appel

    Als ich die “Aktuelle Stunde” mit diesem Scheiß letzte Woche sah, dachte ich, ich traue meinen Augen nicht. Er hat es geschafft, die gesamte IHK und noch ein paar gewichtige Mitglieder des Klüngels für seine “Begrünung der Gleise” und “Kustausstellung in der Bahnhofshalle” nicht nur in einen Raum zu bekommen, sondern auch noch vollzuschwallen. (Fehlten eigentlich nur noch Esch und Bietmann.) Absurd! Neu ist das übrigens nicht laut dem schönen Einsenbahnbuch “Verkehrsknotenpunkt Köln” gab es ein solches Projekt 1946/47, damals wollte man den Dom schöner herausstellen und den Bahnhof wirklich auch unterirdisch angelegt unter den Neumarkt legen. Da gab es aber noch keinen Rheinufertunnel und das Ganze ist zum Glück nicht zuletzt aufgrund der Kosten kläglich versandet….

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.