Als wärs noch die DDR

Von , am Dienstag, 5. November 2019, in Lesebefehle, Politik.

Der Taz vom Wochenende, erst heute online gestellt, ist ein starkes Interview mit Katharina Witt gelungen (Interviewerinnen: Anja Maier und Katrin Gottschalk). Für eine Yellowpress-Celebrity ist alles, was Frau Witt zu erzählen und zu sagen hat, bemerkenswert reflektiert. Und in einer Kombination von markanter Kürze und informativem Inhalt geht es auch um ihr Verhältnis zu Männern. Nach meiner Erinnerung zählte zu denen auch mal der von mir politisch wenig geschätzte Herr Dehm, der in seinem früheren Leben als Manager von Künstler*inne*n ungleich erfolgreicher war.
Wie richtig Katharina Witt inhaltlich bis heute liegt, ist an dem unfassbar skandalösen und politisch kaum beachteten Landgrabbing des Grosskapitals in Ostdeutschland zu erkennen. Es findet dort durch die traditionellen Betriebsgrössen der ehemaligen Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPGs) in Kombination mit den irren EU-Landwirtschaftssubventionen ideale Renditevoraussetzungen.
Eine fast schon paradigmatische Figur für diese Verhältnisse ist der Sozialdemokrat Wolfgang Tiefensee, derzeit von der Öffentlichkeit wenig beachteter Landeswirtschaftsminister im noch rot-rot-grünen Thüringen. Ihm klebt das Pech an den politischen Stiefeln, aber er fällt trotzdem immer die Treppe hoch. Dass jetzt ein Lithium-Deal mit Bolivien geplatzt ist – das ist wohl vor allem gut für Bolivien.
Forsa hat ermittelt, dass eine Riesenmehrheit der Deutschen, und noch grössere Mehrheiten in Thüringen eine Zusammenarbeit der CDU mit der Linken wünschen. Und wie wird es tatsächlich kommen? Umgekehrt natürlich: die CDU diskutiert jetzt – Überraschung! – über Zusammenarbeit mit der AfD. Nix gelernt. Nach Merkel werden sie zerfallen wie die SPD. Der “Jäger” mit der Dackelkrawatte freut sich.

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