Ich bin mal wieder hellauf empört. Denn über die Haushaltsabgabe habe ich es auch noch mitbezahlt. Der Kollege Mathias Budzinski ist wahrlich ein sympathischer Kerl, und hat schon viele tolle Filmchen gemacht, u.a. über den früheren Espressostand auf dem Markt, wo ich Stammkunde war (die Damen bedienen jetzt hier), oder für Sport inside. Ein verständiger, netter Kerl. Aber geht es ihm schon so schlecht, dass er jetzt Werbefilme für Motorroller machen muss?
Ein langjährige Unsitte der WDR-Lokalzeit Bonn waren und sind schon die unzähligen Werbefilme für den Flugplatz Hangelar, der die ganze Stadt mit Lärm terrorisiert – Tiefflieger, Hubschrauberschulen, je lärmender umso geiler. Für die Glotzemacher*innen ist das Mitfliegen immer wieder ein kostengünstiges Vergnügen und hinterher haben sie all die wunderhübschen Luftbilder im Kasten. Auf Kosten der Gesundheit der Tausenden da unten.
So auch die Motorroller. Der Händler, bei dem Budzinskis drehte, war sogar mal mein Fahrradhändler – sein Vater. Das Geschäft mit den Motorrollern expandierte so heftig und betriebswirtschaftlich weit lohnender, dass der Junior die Fahrradabteilung dichtmachen konnte. Weil ich weiss, was für ein Kerl Budzinski ist, bin ich besonders enttäuscht. Kein Wort über den Lärm, kein Wort über die Abgase der Zweitaktmotoren, die mit jedem LKW “konkurrieren” können. Wenn so ein Teil auf der Kennedybrücke vor Ihnen her fährt, Sie wie ich auf dem Fahrrad und also ähnlich schnell, hat das Radfahren nichts mehr mit Gesundheit, sondern mit Selbstmord bei laufendem Motor in der Garage zu tun. All diese Plagen könnten schon seit Jahrzehnten abgeschafft und durch kaum hörbare Elektromotoren ersetzt worden sein; in China sind sie es schon. Aber niemand im Bundestag unseres technischen Entwicklungslandes im ostdeutschen Berlin hat sich bisher getraut, es mit der der vorsintflutlichen Verbrennungsmotorlobby aufzunehmen.
Der proträtierte Händler nicht, Budzinski nicht, noch nicht mal der WDR. Beschämend, am globalen Klimastreiktag. In die Ecke stellen, stilllegen.
Es gibt zwar kein Geruchsfernsehen, der Lärm ist ebenfalls herausgesteuert, aber auf eine Verlinkung zu dem gestrigen Film verzichte ich aus Gewissensgründen.