Da bezweifle noch eine*r die Produktivität “unserer” Bundeswehr: mit nur 984 Soldat*inn*en in Mali, haben sie geholfen 909.000 Flüchtlinge in Mali und Niger zu produzieren. Das sind fast 1.000/Mann*Frau. Das soll “uns” mal eine*r nachmachen. Emmanuel Macron muss ganz blass vor Neid werden. In Wahrheit arbeiten “wir” für dieses edle Ziel selbstverständlich total zusammen. Bernhard Schmid/Jungle World kann alles bezeugen.
Es gäbe eine Alternative. Statt die Migrationsökonomie in Mali und Niger mit militärischen Mitteln und Bestechung der dortigen Regierungen militärisch zu zerstören, hätte es die Möglichkeit gegeben, sie durch aktive Unterstützung so zu regulieren, dass alle was davon hätten, und (fast) niemand zu Tode kommt. Dazu bedürfte es lediglich Angeboten der EU, Deutschlands und Frankreichs zu legaler Einwanderung. Stattdessen wird genau das bekämpft, und so für unerschöpflichen Quell von Nachwuchs für Djihadisten-Milizen gesorgt. Jede*r wie er will, könnte das rheinisch kommentiert werden – wenn es nicht so viele Menschenleben kosten würde.
Der Lohn für Macron & Merkel, und wer immer ihnen 21/22 nachfolgen wird: noch ein “Afghanistan”. Wie Marlene Dietrich bereits sang: “Wann wird man je verstehn?”
Mafiotisierung
Die Illegalisierung von Migration verhindert nichts, schafft Schwarzmärkte und Extraprofite, und unermessliches zusätzliches menschliches Leid. Das ist seit Jahrhunderten bekannt und durcherforscht wie der Klimawandel. Die ökonomischen Triebkräfte für diese Schwarzmärkte sind so stark, dass sie “die Politik” dahin steuern konnten, wo sie heute ist.
Weitere Indizien.
Türkei
Für Extradienst-Leser*innen ist er schon ein alter Bekannter: Sedat Peker. Hier analysiert Sabine Küper-Büsch/Jungle World seine Auftritte. Was mag in und mit Amtsversagerin AKK vorgehen, die das aggressiv ignoriert?
Hohenzollern-Mafia
Wie schmerzfrei der deutsche Hochadel dahinlebt, dessen Vorfahren für einige Ermordete mehr verantwortlich ist, als der o.g. Mali-Einsatz, das wird fortgesetzt demonstriert. Was wollen die uns damit sagen? Oder zeigen? Was wollen sie provozieren? Einen neuen Jakobinismus? Mehr Kuchen? Wer hilft diesen armen reichen Täternachfahren und vermittelt ihnen eine Therapie?
Spiegelfechterei mit Pornobusiness
Die sich hinter der Pornobranche verbergenden Investmentfonds schrecken vor keiner Kriminalität zurück. Dass sie vor sadistischen Gewaltfantasien und Kinderpornografie nicht zurückschrecken, ist einerseits richtig festgestellt und dringend zu bekämpfen. Andererseits aber nur Nebensache ihres Geschäftsmodells. Die Hauptsache ist global angelegte umfassende Datenkriminalität, dem Drogen- und Menschenhandel (s.o.) absolut vergleichbar. Dass sie dann auch noch ihre “besten Kunden” (vermutlich kaum Frauen mitgemeint) abziehen, ist daran gemessen fast schon wieder eine von Ausreissern provozierte “Panne”. Aber Staatsgewalten (Regierungen, Rechtsprechung) lassen sich mit passenden Gefälligkeiten nicht lumpen.
Was jetzt wichtig ist
Extradienst-Autorin Bettina Gaus ist vor einiger Zeit von der taz zum Spiegel gewechselt. Als ehemaliger kurzzeitiger taz-Autor kann ich das materiell sehr gut nachfühlen. Da ich mit dem Spiegel-Verlag keine Vereinbarungen schliessen mag, habe ich keine urheberrechtliche Erlaubnis, Gaus’ Texte weiter zu übernehmen. Heute schmerzt mich das jedoch so sehr, dass ich zumindest wichtige Auszüge ihrer aktuellen Spiegel-Kolumne zitieren möchte, weil ich ihr durchgehend zustimme:
“Aber Furcht ist ein Gefühl, das im demokratischen Teil der Welt nicht mehr weitverbreitet zu sein scheint. Noch bis in die Achtzigerjahre hinein war die Sorge in allen politischen Lagern der Bundesrepublik groß, Europa drohe zum atomaren Schlachtfeld zu werden. Gestritten wurde lediglich über die richtige Antwort auf die Gefahr. Und heute? Hat sich die Überzeugung durchgesetzt, der Westen habe gewonnen und dürfe alle anderen Mächte in ihre Schranken verweisen. Das ist eine lebensgefährliche Form der Selbstüberschätzung.

China teile »unsere Werte« nicht, war in letzter Zeit immer wieder zu hören. Potzblitz! Echt? Und die Erde dreht sich um die Sonne? Wenn gemeinsame Werte die Voraussetzung für ernsthafte Verhandlungen sind, dann können wir die Kosten fürs Auswärtige Amt einsparen.

Die Nato ist – es wirkt altmodisch, daran zu erinnern – ein Verteidigungsbündnis. Nicht eine Allianz, die »unsere Werte« und unsere Wirtschaftsinteressen weltweit durchsetzen soll. Notfalls mit Gewalt.”