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Es bleibt heiss

Wer verbrennt sich an Wirecard noch die Finger (oder mehr)?
Rainer Winters hat mal zwei Jahre (2011-2013) getan, was ich 15 Jahre (1990-2005) gemacht habe: für eine grüne Landtagsabgeordnete gearbeitet. Sein Lebenslauf erschreckt und erschlägt mich einigermassen. Es fehlt eigentlich nur, wann er mit wem geschlafen hat. Wie kann er sich nur an all die Einzelheiten erinnern? Was ist mit ihm los? Hat er sich “zu viel” mit der Wirecard-Affäre beschäftigt? Das hat sicherlich nicht wenige vernünftige Menschen “verrückt” gemacht. Winters ist so sicherheitsbewusst, dass er “ohne privates Smartphone, ohne Facebook, ohne Amazon, ohne Fernsehen” lebt, wobei mir unklar ist, was seine Zeitangabe “(1997-2021)” mir sagen soll.
Sein von telepolis übernommener Text “Die Wirecard-Connection deutscher Behörden” ist jedenfalls geeignet, sich zeitökonmomisch die Lektüre umfangreicher Untersuchungsausschussberichte zu ersparen. Denn danach braucht die*der Leser*in noch viel Zeit zum Grübeln.
Meine Fragen z.B.: wie werden sich die “Ampelparteien” zur weiteren Aufklärung in der Wirecard-Affäre positionieren? Wie viel wird von der Verstrickung deutscher Geheimdienste (und des Bundeskanzleramtes) (alle in meinem damaligen Text verlinkten Berichte der Berliner Zeitung sind mittlerweile eingemauert – sic!) das Licht der Öffentlichkeit erreichen? Rhetorische Fragen? Mag sein. Aber die, die sich davor wegducken, werden eines Tages davon eingeholt werden. Das wird nicht schön, selbst, wenn mann oder frau dann schon in Rente ist.
Winters gebührt ein besonderer Dank, dass er diesen Teil der Affäre, anders als kürzlich die ARTE-Doku, ausleuchtet. Vielleicht ist er verrückt, ich kenne ihn nicht. Das Problem – auch in diesem Skandal – sind die “Normalen”.

Über Martin Böttger:

Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger@extradienst.net

3 Kommentare

  1. W. Nissing

    Daran verbrennt sich niemand mehr die Finger :). Da werden unsere jenseits des Atlantik angesiedelten Freunde schon sorgen…… Einen besseren Trumpf in der Hinterhand zu haben um Willfährigkeit zu erpressen kann ich mir nicht vorstellen. Ich vermute mal, das da jemand sein Wissen gegen eine neue Identität getauscht hat.
    Das blöde ist nur, das man in dieser Republik nicht die passenden Südfrüchte anbauen kann.

    • Martin Böttger

      “Jenseits des Atlantik”? Gibt es alles hier. Warum immer alles Üble in die Fremde, das Andere abspalten, wenn es vor der Haustür ist – und oft sogar hinter ihr?

  2. w.nissing

    In diesem konkreten Fall tendiere ich dazu, es jenseits des Atlantik zu verorten. In den hiesigen Aktenschränken wäre es weniger zur Erpressung nutzbar aber ist ja sowieso alles nur Spekulatius. Grundsätzlich halte ich aber auch die Ortsansässigen für einen liederlichen und gefährlichen Verein (NSU)

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