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Kackblatt, Lügenblatt und Süsswassermatrosen

Sind Sie (noch) Spiegel-Leser*in? War ich noch nie (des gedruckten). Und jetzt wieder froh um gesparte Zeit und Geld. Antonia Baum hat sich für uebermedien die jüngste Titelgeschichte vorgenommen, die sich, wenig überraschend, als weiteres Krisensymptom entpuppt. Auch die Leser*innen*kommentare unter Baums Text geben sachdienliche Hinweise – nur falls Sie es überhaupt wissen wollen. Wichtiger ist vielleicht,

#metoo: es rummst in Milliardärsverlagen

mit Update abends Verlagsinterne Zensur sorgt für grössere Öffentlichkeit – mit Paywalls als Stolperdraht Die Aufmerksamkeit für die Belästigung von Frauen durch den Springer-Chef-Milizionär Julian Reichelt wurde durch den Verlegermilliardär Dirk Ippen reanimiert. Er untersagte seiner Rechercheredaktion eine Berichterstattung darüber, und hat dadurch für umso grössere öffentliche Empörung gesorgt. Wunderbar! So gehen die Dinge voran.

Konsens-Sondierung

Anm. d. Red.: während unsere Konkurrenz vom “Lügenblatt” aus der CDU-Sondierungsdelegation mit Zitaten angefüttert wird, haben Extradienst-Autoren ihrer Biografie gemäss exzellente Kontakte in die Delegationen von Grünen und FDP. Und die Nachfrage von Ihnen als Leser*innen ist offensichtlich gross. Entscheiden Sie selbst, ob die Version von Roland Appel oder diese hier die echtere ist. Zufällig konnte ich zeitweise die Sondierungsverhandlungen zwischen Grünen und FDP mithören. Hier ein Auszug:

Springer will in die Opposition

Sabotage gegen Laschet soll zukünftige rechte Hetze erleichtern Triumphierend hat das “Lügenblatt” auch aus der schwarz-grünen Sondierungsrunde Zitate präsentiert, wie schon zuvor aus dem CDU/CSU-FDP-Gespräch. Es dokumentiert damit, dass es einen – mindestens einen – Hampelmann in der CDU-Sondierungsdelegation hat. Ziel: die Nicht-Geschäftsfähigkeit von Verhandlungsführer Laschet so drastisch zu dokumentieren, dass eine “Jamaika”-Koalition (CDU, CSU, Grüne, FDP) unmöglich wird. Das könnte klappen.

Mitarbeiter*innen*führung, keine

Der WDR erniedrigt sich zum Punchingball des Springerkonzerns Hier und hier habe ich bereits bekannt, wie wenig ich Frau Nemi El-Hassan kenne. Ein Urteil über ihre Persönlichkeit und ihre bisherige journalistische Arbeit, ihr Talent gar, masse ich mir (bisher) nicht an. Doch wie verhält es sich mit ihrem Arbeitgeber, dem Westdeutschen Rundfunk (WDR)? Wie verkehren die miteinander?

Xi Jinping / Nemi El-Hassan

Er braucht nur Geduld / Sie besser nicht Die globalstrategischen Rivalen der Grossmacht China sind so blöd, dass sich 習近平 / 习近平 das gemütlich zuhause auf dem Sofa angucken kann. Er hat ja auch zuhause genug zu tun. Dabei machen seine kommunistischen Helfershelfer vieles von dem, was hiesige Demokrat*inn*en besser auch täten, um uns nicht privaten Konzernen hemmungslos auszuliefern. Aber das ist es ja.

Sich mit “Bild” einlassen …

… führt immer geradewegs in die Hölle. Mal früher mal später. Ich wusste das spätestens als 12-jähriger. Am 12.9.1969 spielte Borussia Mönchengladbach im Heimspiel am Bökelberg als Tabellenzweiter gegen den 17. 1.FC Kaiserslautern nur 1:1. Sehr ärgerlich, am 5. Spieltag, aber kein Grund sich danach zu zerlegen. Obwohl: das Springerschmutzblatt Bild lebt von nichts Anderem, und dachte sich dafür was Schönes aus: “Günter Netzer hat das Spiel kaputtgemacht.” Und das soll die Sonntagsausgabe nicht selbst ausgedacht, sondern der konservative, der CDU nicht weniger nahestehende Borussia-Vorsitzende Helmut Beyer gesagt haben. Ich ahnte damals schon, dass der nicht so bescheuert sein konnte.

Not In My Name

Baerbock & Bayer-Baumann / American Agitator / Bild bei den MPs / Laschets reaktionäres Backoffice / Widerstand gegen Femizide Annalena Baerbock tritt gelegentlich in Medien für Menschenrechte ein – die in Russland. Schön wäre, wenn sie das universell, und damit glaubwürdig, täte. Doch der Weg dahin scheint weit zu sein. Es ist ja eigentlich schon skandalös genug, dass multinationale Konzerne mit rheinländischem Unternehmenssitz, wie Bayermonsanto (Leverkusen) und Telekom (Bonn, als Konzernmutter von T-mobile) sich nicht schämen, für die Stürmer aufs Kapitol gespendet zu haben. Noch unschöner für mich als Mitglied der Grünen ist, wenn der taz-Leistungsträger in Landwirtschafts- und ernährungsindustrieller Berichterstattung Jost Maurin genüsslich einfliessen lässt, dass sich Frau Baerbock mit Bayermonsanto-Boss Werner Baumann getroffen habe.

#metoo und Kriminalistik

Tote Kinder in Solingen mit Update 5.9. und 6.9. Die Nachrichtengebung durch das Polizeipräsidium Wuppertal und die wiedergebenden Medien ist gezeichnet von “vorläufigen Erkenntnissen”, die mehr Fragen aufwerfen, vor allem an die Ermittlungsbehörden und ihre PR-Arbeit, als sie beantworten. Sie erscheinen mir als klassischer Fall für die jüngst von mir geforderten feministischen Sonderermittlungseinheiten.

Lesen, Denken, Handeln – wär ‘ne Lösung

Sascha Lobo ist jetzt auch schon 44. D.h., seit knapp 30 Jahren kann er seine Existenz darauf gründen, der Berliner Blase die Welt da draussen zu erklären. Die Welt derer, die zuweilen unter 50 sind, und ihr Leben mit Arbeiten bewältigen müssen, zu den heutigen kapitalistischen und technologischen Bedingungen. Woher sollen Politiker*innen und Medien in der Hauptstadt das auch erfahren, wenn nicht von Sascha Lobo? Heute hat es das Leitmedium SZ wieder versucht, auf seiner wertvollen Seite 3 (online nur hinter Paywall). Lobo kann nichts dafür.

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