Beueler-Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Autor: Der Maschinist (Seite 1 von 8)

Alles ist Eins. Ausser der 0.

Mediathekperle: Der Dokumentarfilm im WDR-Fernsehen, heute 23:00 Uhr

Sie sind Aktivisten, Spione, Genies: Ohne die Hacker schiene uns die schöne bunte, digitale Informationsgesellschaft als bestmögliche aller Welten. Sie sind die Aufklärer, die der blinde Glaube an die mehr oder weniger sozialen Netzwerke nötig hat. Am Anfang der Hacker-Kultur stand Deutschlands erster digitaler Bürgerrechtler: Wau Holland ist der Visionär einer demokratischen digitalen Kultur. 1981 gründete er mit einer Handvoll Mitstreitern den Chaos Computer Club (CCC), der durch spektakuläre Hacks und später durch Verstrickungen mit den Geheimdiensten weltbekannt wurde. Weiterlesen

Mediathekperle: À bout de souffle (1960)

Jean-Luc Godards “Ausser Atem” (À bout de souffle) ist ein Meilenstein in der Geschichte des Kinos. Dieser Film von 1960 (fünf Jahre vor meiner Geburt), wurde zum Manifest der französischen New-Wave-Bewegung und revolutionierte das Filmemachen für immer. Mit anderen Worten: Mein Leben wäre unvorstellbar, ja sinnlos, ohne diesen Film.

Um “Ausser Atem” zu verstehen, müssen wir den Film in seinen historischen Kontext einordnen. Die späten 1950er und frühen 1960er Jahre waren eine entscheidende Zeit für das internationale Kino. Frankreich befand sich im Umbruch, und eine Gruppe blutjunger Filmemacher, darunter Godard, François Truffaut und Éric Rohmer, entwickelten sich zur treibenden Kraft der “Neuen Welle”. Diese revolutionäre Bewegung postulierte die Ablehnung traditioneller filmischer Konventionen und forderte absolute künstlerische Freiheit für Filmemacher:innen. Weiterlesen

Mediathekperle: Borgen

Das Meisterwerk wieder als Mediathekperle bei Arte

Die dänische TV-Serie “Borgen” (die Burg) ist unbestritten als Meilenstein im internationalen politischen TV-Drama-Genre einzuordnen. Wenn sie es allerdings in den letzten 13 Jahren geschafft haben, den Fernseher ausgeschaltet zu lassen und das TV Feuilleton zu ignorieren, dann – Glückwunsch! – haben sie etwas verpasst. Mit einer fesselnden Handlung, absolut realistischen Charakteren und einer schonungslosen Darstellung des politischen Betriebes in Dänemark, stand diese Serie zurecht und exemplarisch für den Boom und die Klasse skandinavischer TV-Serien. Weiterlesen

Münchener Masturbationsfantasien

#Autokorrektur? #Verkehrswende? #Not! Warum ich mir wohl niemals ein elektrisches Auto kaufen werde.

(Pretext: Der Autor dieser Zeilen hat als Kind vermutlich zu viel und zu lange am Auspuff des väterlichen Opel Rekord und des brüderlichen VW Käfers geschnüffelt.)

Überrascht war ich, dass das jüngste Fiasko der vielreisenden Außenministerin zur IAA in München nicht ebenso mit misogynen Kacküberschriften begleitet wurde, wie das Flugbereitschaftsdebakel ihrer dann abgesagten Reise nach Australien/Neuseeland vor wenigen Wochen. “Nichtmal Bahnfahren kriegt sie auf die Reihe…” wäre doch eine passende Schlagzeile gewesen, oder etwa nicht? Weiterlesen

Es ist schon wieder Freiheit!

“Meine hochverehrten Damen, meine sehr geehrten Herr’n, bitte kommen Sie doch näher, bitte bleiben Sie nicht fern.” (Wolf Maahn, Karussell, 1986)

Nur eineinhalb Jahre ist es her, dass ich die Leser:innen dieses – seit fast 10 Jahren hart an der Wahrnehmungsgrenze publizierten – Nischenblogs zum Freiheitssonntagmorgen beglückwünschen durfte. So lange ist es auch her, dass Covid zuletzt zu Besuch in meiner Kleinfamilie war. Niemand hat es eingeladen. Alle zwischen drei und viermal geimpft, alle wegen Risikogruppenmitgliedschaft überdurchschnittlich vorsichtig. Und alle mittelschwer angepisst, dass dieses Arschloch-Virus es schon wieder geschafft hat. Weiterlesen

Mediathekperle: Solino im Ruhrgebiet

Meiner universellen Wertschätzung von Fatih Akin habe ich an anderer Stelle schon (meistens) überschwänglich Ausdruck verliehen. Fast immer, wenn es Filme des Hamburgers in jüngerer Zeit in eine öffentlich-rechtliche Mediathek schaffen, fand sich auch ein Hinweis im Extradienst. Das war ich ihm einfach schuldig. Muss so ein Loyalitätsding sein. Bei der heutigen Mediathekperle geht es aber mal nicht um (m)einen absoluten Lieblings-Hamburg-Film  “Soul Kitchen” (in der ARD Mediathek wieder bis zum 21.11.2023), sondern um eine persönliche Premiere. Denn bei aller Loyalität, habe ich seine über 20 Jahre alte italienische Ruhrgebietsgeschichte “Solino (2002)” tatsächlich heute erst zum ersten Mal gesehen. Weiterlesen

Mediathekperle: Vom Himmel gefallen?

Irgendwo in einem Arte-Redaktionsbüro in Strasbourg sitzt ein:e Programmplaner:in, den/die ich wirklich gerne einmal kennenlernen würde. Denn die Hellsichtigkeit mit welcher dort für Wochen im Vorlauf das Fernsehprogramm des kleinen aber sehr feinen Kultursenders entworfen wird, trifft bei mir auf allerhöchsten Respekt und oft auch Liebe. Ja, ich liebe es, wie das Programm es immer wieder schafft mit den Mitteln der Filmkunst auf der Höhe der Zeit zu sein. Und – ganz ehrlich – dabei Maßstäbe setzt, an denen sich wirklich ALLE anderen öffentlich-rechtlichen Anstalten diesseits und jenseits des Rheins messen lassen und scheitern müssen. Weiterlesen

Ein Fest für Robert De Niro…

Zum achtzigsten Geburtstag des amerikanischen Schauspielers & Regisseurs zeigen die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten eine Retrospektive auf fast allen Kanälen. Und womit? Mit Recht! Eine Übersicht über die Festivitäten…:

Ich weiß ja nicht, wie sie das sehen. Robert de Niro hat uns in in den Filmen seiner langen Karriere so viele einzigartige Auftritte hinterlassen, wie unterdurchschnittliche, uninspirierte, überflüssige ebensolche. Bei ihm bin ich äußerst ambivalent. Lieblingsschauspieler? Vielleicht, vielleicht nicht. Aber ein Gigant ist er doch. Der darf auch mal Filme aus Langeweile machen. Oder für’s Geld. Ich bin tatsächlich Allesseher. Und da gäbe es zu seinem Geburtstag theoretisch natürlich eine Menge “alles” wiederzusehen. Weiterlesen

Die besondere Schwere der Schuld

“Lohnt es sich eigentlich immer, einen Film zu sehen, nur weil Götz George die Hauptrolle spielt?”

Das hat Ursula Scheer  anlässlich der TV Premiere des 20:15 ARD Krimis “Besondere Schwere der Schuld” von Regisseur  Kaspar Heidelbach und Drehbuchautor Sascha Arango, vor gut 10 Jahren in der FAZ gefragt. Schon damals war meine Antwort “Ja, immer!”. Und da sollte ich noch nicht ahnen, dass der Film tatsächlich das vorletzte Werk des großen Duisburgers Berliners gewesen sein sollte. Weiterlesen

Infotainment-Mörderpornos

Zeige mir dein Fernsehprogramm und ich sage dir, in welcher Gesellschaft du lebst.

Der Extradienst arbeitet sich ja weit mehr als nur selten an der deutschen Fernsehrealität ab. Doch reichen all die Beiträge in diesem Blog nicht an die Tiefe und Authentizität der Filme von Regina Schilling heran. Auch weil sie ihre Filme immer am eigenen Erleben und ihrer eigenen Biographie entlang entwickelt. Dafür verehre ich sie seit ihrem Film “Kulenkampffs Schuhe” von 2018 – der im Extradienst schon ausgiebig besprochen wurde. Weiterlesen

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