Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Autor: Rainer Bohnet (Seite 1 von 8)

Jetzt und nachher neu denken

Die gegenwärtigen Ereignisse sind wahrhaft historisch. Ali Dogan, Sozialdezernent der Stadt Sankt Augustin, antwortete daraufhin: “Ja, lieber Rainer, wir müssen jetzt und nachher neu denken!”

Das greife ich gerne auf. Im “Jetzt” müssen wir aufpassen, dass unsere Grundrechte ausschließlich temporär eingeschränkt werden. Und Kritik ist unverändert erlaubt. Sie ist systemrelevant,Weiterlesen…

Stringentes Handeln vs. Demokratie

Gesellschaftspolitisch ist derzeit einiges im Gange. Die Bundesregierung, die Ministerpräsidenten und die Kommunen sind zum stringenten Handeln gezwungen. Das Conora-Virus hat Deutschland, Europa und die ganze Welt im Würgegriff. Diskussionen sind aktuell tabu. Und alles das, was den Menschen von allen anderen Lebewesen unterscheidet, wird außer Kraft gesetzt. Lediglich der Konsum und die Versorgung mit Lebensmitteln sind gesichert.Weiterlesen…

Leichtes Spiel für die AfD

Heute habe ich einem Gespräch zwischen einer älteren Frau und einem älteren Mann gelauscht. Sie behauptete, in Lengsdorf würden Konflikte in Schulen mit Messern ausgetragen. Deshalb sei eine Bekannte mit ihren Kindern nach Röttgen umgezogen, da es dort sicherer sei. Danach kam Alexander Gauland in den Fokus. Es kam die Frage auf,Weiterlesen…

Die Hufeisentheorie führt in die Irre

Die Feinde unserer Verfassung können wir relativ einfach anhand des Artikels 18 des Grundgesetzes definieren:
“Wer die Freiheit der Meinungsäußerung, insbesondere die Pressefreiheit (Artikel 5 Abs. 1), die Lehrfreiheit (Artikel 5 Abs. 3), die Versammlungsfreiheit (Artikel 8), die Vereinigungsfreiheit (Artikel 9), das Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnis (Artikel 10), das Eigentum (Artikel 14) oder das Asylrecht (Artikel 16a) zum Kampfe gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung mißbraucht, verwirkt diese Grundrechte. Die Verwirkung und ihr Ausmaß werden durch das Bundesverfassungsgericht ausgesprochen.”Weiterlesen…

Sind Werte schlecht?

Eine Welt ohne Werte kann man sich schwerlich vorstellen. Diese Welt wäre kalt, egoistisch, rücksichtslos und brutal. Nun wird seit Tagen und Wochen über die Werte-Union diskutiert, die sich durch die Politik der Bundesregierung verraten fühlt. Deren Werte sind Konservatismus, Abgrenzung, Ausgrenzung, Stigmatisierung, Angst vor Überfremdung und Heimat.

Es fällt auf, dass man diese rückwärtsgewandten Werte im Grundgesetz nicht findet.Weiterlesen…

Das Wohnen von Morgen

“Das Wohnen von Morgen” und 100 Jahre Mieterverein Bonn. Ein ganzer Tag,rund 10 Stunden im Frauenmuseum, umgeben von Bauhaus-Objekten. Ich hatte das Vergnügen, die Arbeitsgruppe “Mehr Wohnungen für Bonn und den Rhein-Sieg-Kreis” zu protokollieren.

Ausgangspunkt der Diskussionen ist das prognostizierte Bevölkerungswachstum. So soll die Einwohnerzahl Bonns bis 2030 um rund 10 Prozent steigen. Bei ca. 32.000 neuen Einwohner*innen ergibt sich ein zusätzlicher Bedarf von 15.000 Wohnungen.Weiterlesen…

Banken und Sparkassen: Ein Auslaufmodell?

Das klassische Modell der Banken und Sparkassen scheint sein Ende gefunden zu haben. Die anhaltende Nullzinsphase, die Digitalisierung und die Regulatorik werden z.B. bei der Sparda-Bank West e.G. als Gründe für einen radikalen Rationalisierungsschnitt angeführt. Diese Genossenschaftsbank, einst von Eisenbahnern als betriebliche Sozialeinrichtung der Deutschen Bundesbahn unter dem Namen “Eisenbahn-Spar- und Darlehenskasse” gegründet, diagnostiziert die Veränderungen als echte Bedrohung für das Geschäftsmodell klassischer Banken. Rund 80 Prozent der Banken und Sparkassen werden mittelfristig vom Markt verschwinden.Weiterlesen…

Brexit – Global Britain – Krone der Irrationalität

Ob, wie und wann der Brexit vollzogen wird, steht einen Monat vor dem angepeilten Termin immer noch nicht fest. Allein dieses Szenario ist ein Synomym für Chaos und Irrationalität. Und wie sich der Brexit für Großbritannien und die EU konkret auswirken wird, ist derzeit spekulativ. Völlig unverantwortlich wird die Sache, wenn man befürchten muss, dass an der Grenze zwischen Nordirland und Irland wieder ein gewaltsamer Konflikt entstehen kann.Weiterlesen…

Welche Zukunft hat das Prinzip Freiheit?

Das öffentliche Philosophie-Kolloquium mit Prof. Dr. Martin Booms zum Thema “Die Krise der freien Welt – Götterdämmerung des Liberalismus?” fand nach acht Vorlesungen in der Universität Bonn ihr Ende. Am Schlusstag wurde nicht nur Bilanz gezogen, sondern es dominierten Erklärungsansätze zu den menschlichen Ängsten im Rahmen der conditio humana. Die durch Globalisierung und Digitalisierung verursachte Angst vor der Unverstandenheit der Welt begünstigt die geschlossenen und autoritären Regime, die eindeutige Vorteile bezüglich der Einhegung von Angst haben.Weiterlesen…

“Die Angst der Weißen”

Sie ist irrational, wie Siebo Janssen im Bonner Politik-Forum analysiert. Denn die weißen Männer, die in ihrer großen Mehrheit Donald Trump zum US-Präsidenten gewählt haben, sichern sich derzeit ihre Macht. Durch das Gerrymandering, der Manipulation von Wahlkreisgrenzen im Mehrheitswahlsystem der USA, mit der sie die eigenen Erfolgsaussichten maximieren. Und im Supreme Court, dem Obersten Gerichtshof der USA, installiert Trump auf Jahrzehnte diverse Richter, die im treu ergeben sind.Weiterlesen…

Der verratene Markt

Werte und Sinn einer wahrhaft freien Marktwirtschaft

Die Kernfrage bei der Bewertung dieser philosophisch-politischen Frage ist der Gegensatz zwischen Humanismus und funktionalem Liberalismus. Letzterer wurde und wird insbesondere von neoliberalen Kräften genutzt. Dabei dominiert das reine Nutzendenken, das man bei den diversen Freihandelsabkommen, wie z.B. beim TTIP, beobachten kann. Das Ziel solcher Abkommen ist der Profit der wohlhabenden Staaten, während die armen Staaten Afrikas überwiegend zu den Verlierern gehören.

Die Globalisierung muss neu gedacht und gestaltet werden.Weiterlesen…

Wieviel Region braucht der Mensch?

Das ist zunächst eine philosophische Frage, die mit der Identitätsfindung und mit dem inflationsmäßig verwendeten Heimat-Begriff korrespondiert. Ganz paraktisch wird es, wenn man sich Deutschland ansieht und dabei politische Strukturen erkennt, die Regionen wirtschaftspolitisch im globalen Wettbewerb konkurrenzfähig machen sollen. So wird z.B. das Rheinland und die Region Köln-Bonn gezielt als polyzentrischer Raum vermarktet. Dabei gilt es kulturelle Barrieren und Abgrenzungen zum Ruhrgebiet und zu Westfalen zu überwinden.Weiterlesen…

Der Mensch als Maß und nicht als Mittel

Der Mensch ist dazu verdammt, sich die Welt selbst zu erklären. Das unterscheidet ihn von allen anderen Lebewesen. Und exakt das ist sein größtes Problem. Denn die Erkenntnisfindung schwankt zwischen Freiheit und Individualismus sowie totaler Verunsicherung und Entankerung. Letzteres führt aktuell zur Krise der freien Welt. Es scheint ein Teufelskreis zu sein. Die Freiheit des Denkens erfordert demokratische Staatsformen und der Zweck des Menschens darf niemals zum reinen Mittel generieren. Das hat bereits Immanuel Kant erkannt.Weiterlesen…

Das Ende der Steinkohle …

… und der Kontext zu Zusammenhalt, Solidarität und Integration

Am 21. Dezember 2018 endet mit der Schließung der Zeche Prosper Haniel in Bottrop der Steinkohlebergbau in Deutschland. Damit endet ein ganz besonderes Arbeitsumfeld, das durch Zusammenhalt, Solidarität und Integration geprägt ist. Attribute, die in unserer heutigen prekären Arbeitswelt abhanden gekommen sind.Weiterlesen…

Fragile Staaten

Drei interessante Podiumsgäste trafen sich im Bonner Universitätsforum, um über fragile Staaten zu sprechen. Der Stargast Sigmar Gabriel war leider Opfer des Bahnstreiks und wurde entschuldigt. Schade, denn den ex-Bundesaußenminister hätte ich gerne gehört.

Thomas Brillisauer, Offizier, ehemaliger Militärattaché in Zentral- und Westafrika, Martha Gutierrez, Leiterin Abteilung Krisen und Konfliktmanagement, Migration, Bauen (GIZ), und Prof. Dr. Conrad Schetter, Forschungsdirektor, Bonn International Center for Conversion (BICC), diskutierten zum Teil kontrovers über Staaten wie den Südsudan, Somalia, Afghanistan und den Irak.Weiterlesen…

Philosophie und Politik – Krise und Angst

Vorlesung von Prof. Dr. Martin Booms

Angst ist der Geburtshelfer und Gefährder der freien Welt. Der Erfolg der Nationalisten und Despoten basiert auf einfachen Aussagen zu komplexen Themen und ein klares Freund-Feind-Bild. Es werden Ängste geschürt. Auf der anderen Seite steht der Liberalismus unter erheblichem Druck. Denn er ist sehr komplex, sowie hoch integrativ und hoch inklusiv.Weiterlesen…

Die Krise der freien Welt

Während vor rund drei Jahren noch die Gefahr eines linken Europas bestand, stehen wir heute vor einem globalen Rechtsruck. Die Ursachen hierfür zu analysieren, ist nicht leicht. Sagt der Bonner Philosoph Martin Booms. In seiner gerade wieder gestarteten Vorlesungsreihe, die bis zum 01.02.2019 an jedem Freitag von 16:15 bis 17:45 Uhr im Hörsaal 17 der Universität Bonn stattfindet, geht er dem Paradigmenwechsel einer Zeitenwende nach, deren Protagonisten in den USA, in Polen, Ungarn, denn Niederlanden und der Türkei zu finden sind. Und selbstverständlich auch in Deutschland in etwas abgeschwächter Form.Weiterlesen…

Kollaps des ÖPNV wg. überlanger Planungszeiten?

Beim Dialogforum Mobilität der Stadt Bonn saß ich am 22.11.2018 in einer Unterarbeitsgruppe mit Michael Isselmann, dem Leiter des Planungsamtes der Stadt Bonn, mit Norbert Reinkober, Geschäftsführer von VRS und NVR, mit einem Vertreter der Uni Bonn, sowie mit den beiden Stadtverordneten Henriette Reinsberg (CDU) und Frank Thomas (FDP) zusammen.

Herr Reinkober beklagte regelrecht flehendWeiterlesen…

Wem die Wohnung fehlt, wählt radikal

Bezahlbare Wohnungen sind der Schlüssel für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Das haben viele Politiker*innen noch nicht kapiert. Denn es ist klar: Wer keine bezahlbare Wohnung findet, wendet sich mit Wut und Frust in hohem Maße der AfD zu. Das sollten sich alle Verantwortlichen vergegenwärtigen.

In der regionalen Wohnungspolitik stößt man allerdings auf eine große Unwissenheit. Öffentlich geförderte Wohnungen werden oftmals gleichgesetzt mit armen und prekären Menschen. Nicht ohne Grund bilden sich vielerorts Bürgerinitiativen, die gegen den Bau von neuen Wohnungen protestieren.Weiterlesen…

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