Beueler-Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Kategorie: Gesundheitspolitik (Seite 1 von 52)

Impfquote 0,28%

In Deutschland wurden gestern 3 Mio. Geimpfte zu Ungeimpften erklärt
Andere Länder, andere Sorgen. In den Feierlichkeiten zum 80. Geburtstag des verstorbenen Muhammad Ali wurde der “Rumble In The Jungle” wieder in Erinnerung gerückt. Er wurde in Mobutus Zaire ausgetragen. Heute heisst der Staat “Demokratische Republik Kongo”, und hat eine Impfquote von 0,28%. Damit ist er im weltweiten Impfranking noch nicht einmal Letzter, aber Vorletzter.
Deutschland dagegen hat gestern seine Geimpften bzw. Geboosterten durch einen Beschluss diverser nichtöffentlicher Gremien, ein Parlament war nicht dabei, um 3 Mio. verringert. Weiterlesen

Durchseuchung

Gut oder schlecht? Omikron beschleunigt alles
Am Wochenende wunderte ich mich über einen Sportschau-Bericht vom FA-Cup in England. Während in London die 7-Tage-Inzidenz über 1.600 lag, spielte Westham gegen Leeds (2:0) in einem zwar nicht vollbesetzten überdimensionierten Olympiastadion, aber vor eng besetzten Zuschauerblöcken, während andere Blöcke leer blieben. Distanz ist was Anderes. Boris Johnson soll derweil weiterhin Parties feiern. Ist den Engländern also mittlerweile alles egal? Nach dem Motto: das Virus kriegt uns alle? Weiterlesen

Brutkasten des Misstrauens

Das deutsche Bürgertum ist rechtsoffen. Das ist keine neue Nachricht aus der Coronakrise, sondern seit über 200 Jahren bekannt. Als in Frankreich eine blutige Revolution tobte, um bürgerliche Freiheitsrechte zu erobern, herrschte rechts des Rheins, also hier in Beuel, Untertanengeist. Neben Rheinländer*inne*n, die sich an den von Bonaparte mitgebrachten Rechten erfreuten, liessen sich allzu viele Andere von den Fürsten nationalistisch aufwiegeln, um gegen den Franzmann in den Krieg zu ziehen. 1848 noch mal sowas Ähnliches, 1871 und 1914 noch furchtbarer, mit dem verbrecherisch-mörderischen Gipfel 1933/39/45. Danach nahm sich das westdeutsche Bürgertum die FDP. Weiterlesen

Deutsche Verspätung

Coronapolitik: in Deutschland hat nicht nur die Bahn immer Verspätung
Zwischen dem 4. Advent und “Drei Könige” (6.1.) erstirbt im christlich geprägten Deutschland zwar nicht das öffentliche Leben, aber: Politik, Medien, Bürokratie. Alle, die das ganze Jahr Stress veranstalten, machen Pause, selbstorganisierten Lockdown, weil sie selber runterkommen müssen, Ehescheidungen, weglaufende Kinder und bekümmerte Eltern und Grosseltern mit Ableben drohen. So kommt es, dass die ganze Welt über Omikron-Infektionen klagt. Die ganze Welt? Weiterlesen

Gegen die guten Vorsätze

Die FAZ hat im letzten Jahr ein neues Talent aufgenommen: Caroline O. Jebens, Herkunft Bodensee. Meine Güte, erst 29, und schon so eine Biografie. Bei den “jungen Leuten” ist das heute, wenn ihre Eltern sich das leisten können, ja normal. Frau Jebens bricht in der FAZ-Bezahlmauer eine Lanze für die “schönen Feministinnen”, dabei mehrere Bücher zum Thema besprechend. Obwohl bei der Erwähnung der Autorinnen Eva Illouz und Dana Kaplan sogar das Schlüsselwort “neoliberal” wörtlich vorkommt, gelingt es ihr in ihrer Analyse, das ökonomische System als Wurzel der beschriebenen Strategien unerwähnt zu lassen. Eine Schlüsselqualifikation fürs FAZ-Feuilleton. Weiterlesen

Ignorierte Pandemie: Depressionen

Zum Glück nicht mehr vollständig ignoriert. In Deutschland war ein Schlüsselereignis der Tod von Robert Enke. Als sei ein Knoten geplatzt, wagten nicht wenige Erkrankte plötzlich öffentlich darüber zu sprechen. In meiner Kindheit rangierte die “Klapse” noch unter Gefängnis und Zuchthaus. Und noch in der Neuzeit der BRD nannte der hochgeschätzte Herbert Knebel eins seiner unübertroffenen Kabarettprogramme: “Ich glaub, mich holnse ab“. Carina Schroeder/DLF-Kultur hat sich des Themas ernsthafter angenommen. Weiterlesen

Internationalismus

Und: Provinzperlen
Mit diesem Texterwerb aus dem Guardian hat die Blätter-Redaktion einen guten Griff getan. Kwame Anthony Appiah, ein britischer Philosoph mit ghanaischer Familiengeschichte schreibt über “Die Schattenpandemie – Corona und die Not des globalen Südens” (Übersetzung von unserem alten Bonner Friedenskämpfer Karl D. Bredthauer). Aus meiner Sicht Pflichtlektüre für alle die was-mit-Medien oder Politik machen, und die Pandemie, und alles was sie zutage fördert, ernsthaft und nicht nur symbolisch bekämpfen wollen. Weiterlesen

#metoo – wie fing es an?

Das Machtgefälle und die Gewalttätigkeit zwischen den Geschlechtern fingen angeblich irgendwann mit der Sesshaftwerdung des Menschen an: das Bild vom Jäger und seiner umsorgenden Frau. Das Christentum übersetzte es sich als Ende des Paradieses, der Ungleichheit von Adam und Eva, und ihren ungeratenen mörderischen Kindern Kain und Abel. Nicht alles daran ist falsch. Das Label #metoo umfasst darüber hinaus das komplexe Zusammenspiel von Geschlechterkrieg und Medienmacht, und ist darum um viele Jahrtausende jünger. Weiterlesen

Scholz: Die Lage nicht im Griff

In der Pandemie fallen die Bürger nicht nur dem Virus zum Opfer, sondern auch den Politikern. Die Krise hat sich zum viertel Mal verschärft. Tag für Tag sterben viele Menschen an dem Virus. Wer die Krankheit überlebt, muss mit bleibenden Gesundheitsschäden rechnen. Die wirtschaftlichen Schäden wachsen und wachsen. Die Politik arbeitet daran, die fünfte Welle vorzubereiten. Bei der Pandemie tritt unübersehbar zutage: Politiker lösen Probleme nicht. Sie sind Teil der Probleme. Weiterlesen

Eine Nebelkerze

von Peter Kramer
Mein Problem mit der “Impfpflicht”

In der Linkspartei gibt es zu dem Thema mal wieder von jedem etwas, aber für mich ist diesmal nichts dabei. Frau Wagenknecht ist unter die Impfskeptiker gegangen und die beiden Vorsitzenden fordern eine Impfpflicht. Das macht mich beides nicht glücklich.
Vorab, ich bin geimpft, halte das für einen wichtigen Baustein der globalen Pandemiebekämpfung und argumentiere auch gegenüber Impfskeptikern mit den üblichen Argumenten der Statistik. Weiterlesen

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