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Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Kategorie: TV (Seite 1 von 94)

Schweiz-Krimi, Fussball-Krimi, Christie-Krimi

Die Mediathekperlen von gestern und Mediathekärger heute
Sie ist wieder da, Staffel 2: Rosa Wilder, dargestellt von Sarah Spale. Als Alleinerziehende und Polizeikommissarin steigt sie hinab in die unsichtbaren Illegalitätsräume der scheinidyllischen schweizerischen Gesellschaft. In diesem Fall bedarf es nicht der dräuenden Filmmusik, weil die exzellente Bildsprache dieser spannenden Serie absolut hinreichend zeigt: das ist keine schöne modelleisenbahnartige Landschaft, sondern ein Abgrund bürgerlicher Bigotterie. Weiterlesen

Die Schönheit Roms

Mediathekdiamant “Il sorpasso”

So schön habe ich Rom noch nie gesehen. Diese Stadt ist quasi schon totfotografiert. In Il Sorpasso (Mediathek bis 17.3.) von 1962, dem Jahr, in dem ich in den Kindergarten kam, fährt Vittorio Gassmann mit Jean-Louis Trintignant im Cabrio durch eine menschenleere und autofreie Stadt. Ob sie für die Dreharbeiten evakuiert wurde, bleibt in dem ansonsten superinformativen Wikipedia-Eintrag offen. Das Auto, dessen Elend dieser prophetische Film voraussah, schafft es, eine Stadt schwarz-weiss schöner aussehen zu lassen, als in Farbe. Weiterlesen

Diskurssensitive Public Affairs

Gestern rief mich ein alter Bekannter an. Er ist vor einigen Jahren durch die Drehtür gegangen, vom Politikmachen zum Geldverdienen. Wir sprachen über etliche gemeinsame alte Bekannte, und was die heute so machen. Er hat ein paar interessante Jobs zu vergeben, und recherchiert über mglw. geeignete Zielpersonen. Am Sonntagnachmittag. Damit habe ich eigentlich alles fertig erklärt. Es geht aber auch geschwurbelt. Im FAZ-Wirtschaftsteil z.B. Weiterlesen

Umwelt vor acht statt Börse vor acht

Fünfmal in der Woche wird im ersten Programm der ARD zur Prime-Time vor Beginn der “Tagesschau” die Zuschauer*innenschaft fünf Minuten lang mit einem anachronistischen Überbleibsel der späten neunziger Jahre gequält: “Börse vor Acht” hat nicht einmal den Unterhaltungswert der zwei Alten aus der Muppets-Show und keinen Informationswert. Denn die verschwindend kleine Zahl der Zuschauer*innen die sich für Kapital an der deutschen Börse interessieren, informieren sich mittags in entsprechenden Spartenkanälen, im Internet oder leisten sich eine Tageszeitung. Weiterlesen

Mediathekperle Ali

Das Werk ist schon knapp einen Monat lang online und bleibt es noch bis 11. März. Heute und morgen strahlt Arte es linear aus: eine 8-Stunden-Dokumentation über Muhammad Ali, von Sarah und Ken Burns (ihr Vater) sowie David McMahon (ihr Gatte). Die haben einen sehr guten Namen. Wer sich so ausführlich mit diesem grossen Mann beschäftigt, kann keinen Mist bauen. Ich habe vor ca. 15 Jahren ein ähnliches Werk im damals berüchtigten Deutschen Sportfernsehen gesehen, in einer Spielpause des Profifussballs. Jetzt lagert es auf einem alten Festplattenrecorder, dessen Fernbedienung ich nicht mehr finde. Weiterlesen

Amnesieclub

Sagen, was ist
Die Feierlichkeiten zum 75. Geburtstag des Spiegel nehmen noch kein Ende. Ulrich Gutmair/taz versucht dabei die Riesenkraterlücke zu füllen, die der Spiegel in seiner lückenhaften Eigenbeschreibung hinterlässt. Er nimmt dabei, so wie ich, auf die Arbeiten Bezug, die Lutz Hachmeister geliefert hat. Aber so, wie die taz vorzugsweise immer nur wieder auf sich selbst verlinkt, erwähnt er nur Hachmeister-Texte, die in der taz erschienen sind. Das sieht etwas billig aus. Inhaltlich liegt Gutmair aber komplett richtig. Weiterlesen

Alter Film – anders gesehen

Das Lebenswerk von Robert Altman habe ich bewundert. In seinen Filmen werden die Produktionsverhältnisse von Kino und TV kritisch reflektiert. In Unkenntnis seiner Persönlichkeit bleiben Fragen offen. Denn er war kein neutraler kritischer Beobachter, sondern ein Teil des Systems. Gestern lief sein Spätwerk “Prêt-à-porter / Ready To Wear” von 1994 in der Glotze. Produziert von Miramax, der Firma der Gebrüder Weinstein. Weiterlesen

Perlen: Zahlemann & Merz

Was soll ich über Olli Dittrich noch schreiben? Sein gutes Werk ist mittlerweile unüberschaubar. Etwas unterschätzt von seinen Lobsängern ist vielleicht “Jennifer – Sehnsucht nach was Besseres”. Holger Gertz/SZ, Meisterschreiber seiner Redaktion, verlinke ich hier nicht, weil eingemauert, denn Oliver Jungen/FAZ ist ja frei zugänglich. Besser kann ichs auch nicht schreiben. Hier gehts zu Sandro Zahlemann, dem starken Mann hinter Merkel. Weiterlesen

#metoo – wie fing es an?

Das Machtgefälle und die Gewalttätigkeit zwischen den Geschlechtern fingen angeblich irgendwann mit der Sesshaftwerdung des Menschen an: das Bild vom Jäger und seiner umsorgenden Frau. Das Christentum übersetzte es sich als Ende des Paradieses, der Ungleichheit von Adam und Eva, und ihren ungeratenen mörderischen Kindern Kain und Abel. Nicht alles daran ist falsch. Das Label #metoo umfasst darüber hinaus das komplexe Zusammenspiel von Geschlechterkrieg und Medienmacht, und ist darum um viele Jahrtausende jünger. Weiterlesen

Und dann geh’ ich auseinander

Mediathekperle: die total perfekte Weihnachtshow – live! – zu diesem Heiligabend
Noch ganz unter dem frischen Eindruck dieses Höhepunktes des Fernsehjahres 2021 gebe ich Ihnen hiermit meine Empfehlung zur Gestaltung des heutigen Heiligabends. Draussen ist es dunkelgrau und gemässigt kalt. Unter dem Eindruck des kommenden Lockdowns – oder ist er doch schon da? – sitzen alle traurig zuhause und betrachten die mickrigen Geschenke des Christkindes sowie die eigenen Drogeneinkäufe und überlegen: was nun? Weiterlesen

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