Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

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Kein Change in Deutschland

Die Künstlerin Pınar Öğrenci arbeitet für das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe das Archiv des Fotografen Nuri Musluoğlu auf, der 1965 aus der Türkei nach Deutschland kam – und entdeckt viele Kontinuitäten

Ein Straßenfest gegen Ausländerfeindlichkeit in Heilbronn 1982, eine ausgelassene türkische Hochzeit ein Jahr später. Menschenketten gegen Pershing-Raketen in Stuttgart 1984. Die „Protestbilder“, die derzeit im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe (MKG) zu sehen sind, schicken ihre Betrachter auf eine Zeitreise zurück in eine versunkene Epoche. Weiterlesen

Offener Brief in Sachen Saudi-Arabien

Die FIFA will auf ihrem Kongress am 11. Dezember 2024 beschließen, die WM 2034 in den wegen seiner Menschenrechtsverletzungen berüchtigten Folterstaat Saudi-Arabien auszutragen. Daher haben wir gemeinsam mit vielen anderen Fan- und Menschenrechtsgruppen einen Offenen Brief an DFB-Präsident Bernd Neuendorf geschickt. Wenn ihr euch als Gruppe dieser Initiative anschließen wollt, teilt uns dies bitte per Mail mit: info@fairness-united.org
Und gerne könnt ihr natürlich diesen Brief über eure Sozialen Medien verbreiten. Herzlichen Dank!
#NOTOSAUDIARABIA2034
EINE WM 2034 IN SAUDI-ARABIEN JETZT VERHINDERN
URABSTIMMUNG ÜBER DIE TEILNAHME EINER DFB-AUSWAHL Weiterlesen

Komödie des Geldes, 3. Dezember 2024: Schluss

Harry schnaubte ein rauchiges „Leck-mich-unendlich-am-Arsch, Du Provinzei“ zurück: „Du kannst froh sein, dass Dir ECM den zugekifften John Abercrombie vor zehn Jahren in deine Kreisstadt gekarrt hat, sonst wüsstest du gar nicht, was ‘ne Melodie ist, du Prankengitarrist!“

Harry nannte All öfter „Prankengitarrist,” weil er den Sechssaiter mit allen Fingern der rechten Hand spielte, also überhaupt nicht mit Plektrum und nur Linienspiel, sondern mit Daumen und den restlichen Fingern gegen den Beat, also eigentlich wie beim Klavier. Weiterlesen

Notre Dame

Zwar hätte ich mir ein wenig Ausleuchtung der politökonomischen Motive des französischen Staates gewünscht. 700 Mio. € soll der Wiederaufbau gekostet haben. Angesichts mancher deutscher Baustellen wirkt das fast schon preisgünstig. Neben dem Staat müssen auch Frankreichs Milliardäre PR-wirksam gespendet haben. In der Inszenierung der TV-Streamingserie “Versailles” war es dieses gewaltige Bauwerk, das im Absolutismus aus dem proletarisierten Paris herausragte – wie später der Kölner Dom nach den Zerstörungen des 2. Weltkriegs. Weiterlesen

Meine tiefe Beunruhigung

Mir wird angst und bange, weil ich fürchte, dass Diskussionen, wie sie am 1. Dezember abends in der ARD zwischen Moderatorin Caren Miosga und dem FDP- Vertreter Christian Lindner stattfand, beständiger Teil der Parteienauseinandersetzung bis zur Bundestagswahl werden. Dabei ist nebensächlich, dass die Moderatorin Caren Miosga mit einem geschätzten Jahressalär von nun knapp 600.000 € offenkundigen Unsinn des Gastes nicht mal bemerkte.
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Was ist eine „offene Feldschlacht“?

Christians kleines Lehrstück in Sachen politischer Simulation

Der FDP-Vorsitzende will das Papier seines (ehemaligen) Generalsekretärs, das auch die inzwischen berühmte FDP-Kommunikationspyramide hier unten enthält, „nicht zur Kenntnis genommen“ haben. Ich muss bei solchen Formulierungen schon an Krimis oder Politthriller denken, wo der Hauptdarsteller dann sagt: „Das darf ich nie gesehen haben“ oder „Dieses Gespräch hat nie stattgefunden“. Weiterlesen

Vielsagende “Spitzenspiele”

Die Wiederkehr der Langeweile im Profifussball (der Herren)

Während sich die Medienkonzerne an geheimem Ort mit der Deutschen Fussball Liga (DFL, der Herren) eine spannende Schlacht um die TV-Rechte für die nächsten vier Jahre liefern (und gleichzeitig noch niemand bei der “Fifa-Club-WM” in sechs Monaten in den USA zugegriffen hat), ist auf den wichtigsten Fussballmärkten Europas die Langeweile zurück: England, Deutschland, Frankreich. Ausnahmen bilden Spanien (durch die Barca-Krise des deutschen Trainers Flick) und Italien (die ersten 6 nur 6 Punkte auseinander). In der grössten Krise sind die, bei denen Geld keine Rolle spielt. Weiterlesen

Komödie des Geldes, 2. Dezember 2024: All

Alwys wurde oft All genannt. Wegen der von ihm verehrten Band The Allman Brothers. Dass Gitarrist Dickey Betts immer einen komischen Cowboyhut trug, so einen wie Hoss Cartwright, mit hoher Kalotte, Modell Sanfter Riese, ignorierte der Verdrängungskünstler Alwys einfach. Passte ihm etwas nicht ins Bild: raus aus der Erinnerung! Die nächste, er hatte allerdings noch nie eine, also: die nächste Freundin, dachte Alwys damals wie heute, sollte Jessica heißen. Wegen der Band The Allman Brothers, die mit ihrem Gitarreninstrumental „Jessica“ Anfang der siebziger Jahre ihren größten Hit hatten, so einen für die Zeitschaltuhr am Morgen. Es war heute im Break nur nichts Weibliches in Sicht, was seinem etwas holzschnittartigen Charme hätte aufsitzen können. Weiterlesen

Der Familienfilm für Weihnachten

Ein heisser Tipp für die Omas unter Ihnen. Oder auch reife Mütter. Oder Ehegattinnen, die ihrem Mann etwas erklären wollen (oder müssen). Es gibt da einen erfrischend frischen französischen Film, den Arte am späten Abend versteckt hat, der aber noch bis Ende Februar wunderbar verfügbar ist. Sein Titel “Je ne me laisserai plus faire”, wie immer etwas bescheuert ins Deutsche übersetzt Ich lasse mir nichts mehr gefallen Weiterlesen

Jenoptik kämpft weltweit gegen Migration

Das Beste aus der Sonntagslektüre: Habecks Beleidiger, Leben als Film

Der Kampf wird nicht siegreich sein. Menschliche Migration ist unbesiegbar. Aber das ist auch nicht das Ziel. It’s the economy, stupid! Der Tisch für Profite wird reich gedeckt, und Donald Trump ist der Letzte, der das Tischtuch runterziehen würde – im Gegenteil. Normal müsste Jena tadellose Gewerbesteuereinnahmen realisieren. Aber auch dagegen gibt es riesige Kanzleien, die den Weg zur Steuervermeidung weisen. Hier sehen Sie, welche Aktionäre sich daran bereichern. Weiterlesen

Gegen die „Schwarze Schmach“

Schauspieler Louis Brody: Der Kampf gegen die „Schwarze Schmach“ – Louis Brody machte in der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus eine steile Karriere im Film. Der schwarze Schauspieler nutzte seine Stellung für den Kampf gegen den Rassismus.

Der Wind pfeift eisig durch die Kurfürstenstraße an diesem trüben Herbsttag. Dieser Teil der Straße, kurz bevor sie auf die Potsdamer Straße trifft, gehört mit ihrem Mix aus Alt- und Neubauten zu den quirligen Gegenden Schönebergs. Und seit dem vergangenen Sommer erinnert am Haus mit der Nummer 40 eine Gedenktafel an einen ganz außergewöhnlichen Mann, der hier gelebt hat: Louis Brody. Weiterlesen

Am Rande

Was in der Talkgesellschaft nur so am Rande vorkommt

Es gibt zwei Dinge, die überraschen in der Bundesrepublik, Dinge, die kurz aufploppen, aber dann in den Medien nach hinten gedrängt werden, weil man ja lieber mit Chrupalla und Wagenknecht talken möchte oder über Kopftücher und Messermänner. Weiterlesen

Komödie des Geldes, 1. Dezember 2024: Break

Alwys hatte Kopfschmerzen von den blauen Gauloises. Auch schmeckte ihm das Bier mit dem Römerimage nicht. Nur in der Mischung mit vielen Zigaretten war es einigermaßen erträglich, musste aber irgendwie sein. Drei von diesem Ganze-Kerle-Pils reichten ihm, so auch heute. Bei seinem Lieblingsthema – sage mir, was du hörst und ich sage dir, was du bist: Das endete meist mit einem politisch aufgeladenen Schimpfwort aus dem Unterleibsbereich – nahm Alwys keine Rücksicht auf empfindsame Zeitgenossen. Er wusste nämlich, wie er meinte, ganz genau: Genesis-Fans hielten sich für empfindsam, und so argumentierte er an diesem fortgeschrittenen Abend in einer der karussellgondelartigen Sitzvierecke seiner Stammkneipe Break viel bissiger als sonst – denn er war eigentlich wegen etwas ganz anderem ziemlich nervös. Dieser Geschmacksgrabenkampf war heute ganz sekundär für ihn, aber er musste geführt werden, da gab es kein Pardon: „Entweder Zappa oder Genesis. Wer beides hört, ist schizophren.“ Weiterlesen

Menschenfeindliche Politik

Alle reden über die AfD. Wir reden über menschenfeindliche Politik

In atemberaubendem Tempo werden von der Bundesregierung Gesetzesverschärfungen etabliert, die noch vor wenigen Jahren hinsichtlich ihrer grund- und menschenrechtlichen Dimensionen undenkbar schienen. Vorgeblich, um Ereignisse wie die tödlichen Attentate in Mannheim und Solingen zu verhindern, werden Maßnahmen durchgesetzt, die ganze Personengruppen als „Terrorist*innen“ unter Generalverdacht stellen und entrechten. Weiterlesen

“Schwarze Pädagogik”

Der Begriff gehört zum Kern der rassistischen Erziehung von uns weissen Kindern. Schwarz ist immer dunkel und böse. Weiss ist gleich rein und gut. “Schwarze Pädagogik” meint folgerichtig schwachsinnige, gewalttriefende, traumatisierende, brutale Pädagogik, die zu nichts Gutem führt. Vor allem dann nicht, wenn sie gut gemeint ist. Und damit wären wir beim “Social Media-Verbot” für Kinder und Jugendliche. Mann hätte die Uhr danach stellen können, wann dieser idiotische Diskurs aus Australien unseren Zwergstaat erreicht. Weiterlesen

Stilbruch: Komödie des Geldes

Der Adventskranz steht bereits auf dem Tisch, die Weihnachtszeit läutet die Glocken, da wurde uns ein Script zuteil, das nicht in den üblichen Rahmen passt, aber aus 24 Episoden besteht. 24? Jeden Tag eine Episode bis der Weihnachtsmann kommt? Ein Experiment? Sollen wir es wagen? Ist es unterhaltsam? Gesellschaftskritisch? Was ist es? In jedem Fall fällt es aus dem Rahmen. Deshalb haben wir uns entschlossen, mit dieser literarischen Herausforderung einmal einen ganz anderen Weg zu gehen. Weiterlesen

Wenn das mal gutgeht

E-AKTE — Anfang kommenden Jahres sollen alle gesetzlich Versicherten die elektronische Patientenakte bekommen

Vor über 20 Jahren brachte das Gesundheitsministerium die elektronische Patientenakte (ePA) auf den Weg. Seit 2021 können Krankenkassenmitglieder sie beantragen, doch nur etwa ein Prozent der gesetzlich Versicherten haben das bisher getan. Anfang kommenden Jahres sollen nun alle 73 Millionen Mitglieder mit der ePA ausgestattet werden, wenn sie nicht binnen sechs Wochen widersprechen. In der ePA werden Diagnosen, Rönt­genbilder und Medikamentenlisten ­gespeichert. Das vermeidet Doppeluntersuchungen. Auch wissen Krankenhausärzte dann sofort Bescheid über Vorerkrankungen oder Unverträglichkeiten. Laut McKinsey lassen sich mit Hilfe der ePA sieben Milliarden Euro im deutschen Gesundheitssystem sparen. Soweit der Plan. Weiterlesen

Zwei Doofe weniger

Der FDP-Mineralsekretär Bijan Djir-Sarai und sein Geschäftsführer sind heute zurückgetreten. Letzterer hatte ein schwachsinniges “Strategieparier” auf Niveau von BWL-Studenten im ersten Semester verfasst, der andere hatte erst davon nichts gewusst, dann geleugnet, dass es existiert und am Ende der staunenden Öffentlichkeit mitgeteilt, dass er wirklich nicht wusste, dass es ein solches gibt und deshalb erstmal jede Existenz “irrtümlich” geleugnet. Christian Lindner wieder leugnet, von alldem etwas zu wissen. Vielleicht sollte mal jemand in der Geschäftsstelle aufräumen? Weiterlesen

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