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Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Algorithmen (Seite 1 von 2)

Orwells Visionen

von Thilo Weichert / Netzwerk Datenschutzexpertise
Redebeitrag auf den 30. Braunauer Zeitgeschichte-Tagen 24.-26. September 2021 „Gegen-Wahrheit(en)“

1 Hintergrund Orwells

Beim Verfassen seines Romans 1984 stand George Orwell im Jahr 1948 unter dem Eindruck von zwei grauenhaften Herrschaftssystemen: Adolf Hitlers Nazi-Herrschaft und Josef Stalins kommunistischem Regime. Die eine Schreckensherrschaft war gerade nach einem mörderischen Krieg besiegt, die andere sollte noch bis zum natürlichen Tod von Stalin fortdauern. Orwell war – nach unseren heutigen politischen Maßstäben – kein Vertreter der parlamentarischen Demokratie und schon gar nicht eines sozialen Kapitalismus. Weiterlesen

Praktikablere Regeln

Edit Policy: Warum die Länder sie zum Urheberrecht fordern – Gerade die Corona-Pandemie habe gezeigt, wie wichtig der digitale Zugang zu Bildung und Wissenschaft ist, meint der Bundesrat. Das Recht müsse angepasst werden.
Der Bundesrat fordert erleichterten Zugang zu Bildung, Kultur und Wissenschaft. Das geht aus der am vergangenen Freitag verabschiedeten Stellungnahme zur Urheberrechtsreform hervor. Die Empfehlungen des Bundesrats zum laufenden Gesetzgebungsverfahren zeigen eindrücklich, wie groß das Bedürfnis der Länder nach praktikablen urheberrechtlichen Regeln für Schulen, Bibliotheken und Universitäten ist. Weiterlesen

Fuck The Algorithm

Niklas Maak/FAZ kommentiert eine neue Bewegung: Fuck the Algorithm! Inspirierend. Denn die deutschen Medienbürokraten legen sich derzeit vor ebendiesen Algorithmen auf den Rücken. Journalistische Formate und Marken, die die Existenzberechtigung öffentlicher Medien begründen (Zapp, Sport inside, Sportclub u.v.a.) , werden nämlich der Zufallsentdeckung durch Sofakartoffeln entzogen, und sollen dem Regime ebendieser Algorithmen unterworfen werden. Weiterlesen

Kritiker verkennen Gesetze

Edit Policy: Die Sperrung von Donald Trump bei Twitter & Co. sorgt für Diskussionen. Dabei verstrickt sich vor allem die Bundeskanzlerin in Widersprüche
Vergangene Woche sorgte Bundeskanzlerin Merkel mit der Aussage für Aufsehen, sie sehe die Sperrung der Social Media-Accounts des US-Präsidenten Donald Trump aus Sicht der Meinungsfreiheit als problematisch an. Diese Entscheidung sei durch die Unternehmensführungen von Facebook und Twitter getroffen wurde, ohne dass es hierfür einen rechtlichen Rahmen gegeben habe.
Diese Aussage ist in zweierlei Hinsicht bemerkenswert. Denn es gibt sehr wohl einen rechtlichen Rahmen für die Moderation von Inhalten auf Social Media-Plattformen in den USA, an dem sich Twitter und Facebook orientiert haben. Weiterlesen

Klassenkampf um Wissen und Kultur

Die Konzern-Algorithmen machen uns doof
Meine Anerkennung für die sonntägliche DLF-Reihe “Essay und Diskurs” steigt beständig. Heute kam dort die Sozial- und Philosophie-Wissenschaftlerin Lisa Herzog zu Wort (mehr zu Frau Herzog hier). Sie macht anschaulich, warum die Verfügungsgewalt über Wissen und seine Verteilung bzw. Zuteilung der entscheidende Machtfaktor in einer Demokratie ist. Daraus entwickelt sie schlüssig die Forderung, dass die Verfügungsmacht und Kontrolle der programmierten Algorithmen nicht den hierarchisch beherrschten Konzernen überlassen bleiben darf. Weiterlesen

Sportifizierung des Politjournalismus

Der geschätzte Kollege Harald Staun, Verantwortlicher der FAS-Medienseite, veröffentlichte einige kluge Reflexionen zum deutschen Politikjournalismus der letzten Wochen. Wird er auch in seiner Redaktion gelesen? Immerhin hat die sonst eifrig mauernde FAZ-Onlineredaktion seinen Text zugänglich gestellt.
Sie sollten es aus eigenem Interesse lesen. Denn Journalismus, der sich der 1:0-Berichterstattung nähert, ist der erste, der heute schon durch Algorithmen ersetzbar ist. Weiterlesen

Werden wir selbst zum Algorithmus?

Wenn es “nur” Schauergeschichten sind, bleibt dennoch die politische Frage, warum wir ihnen so zielgerichtet ausgesetzt werden.
Derzeit werden “nur” die Flüchtlinge in Angst und Schrecken versetzt. Die diversen Sündenbock-Strateg*inn*en der deutschen Politik interessiert das nicht. Sie sind bekanntlich – siehe Mittelmeer, siehe Rüstungsexport – vielfach bereit über Leichen zu gehen. Was ist dagegen die Traumatisierung von ein paar hunderttausend Sowieso-nicht-Wahlberechtigten? Weiterlesen

#DeleteFacebook – Warum soziale Netzwerke dezentralisiert werden müssen

Roland Appel ist ein Datenschutz-Dinosaurier. Und das ist ein echtes Kompliment! Ich habe ihn kennengelernt, als er in den frühen achtziger Jahren gegen die Volkszählung agitiert hat und seitdem immer in meiner Leseliste behalten. Dass er in seinem – überaus lesenswerten – Beitrag zum jüngsten Datenschutz Skandal bei Facebook (Cambridge Analytica) aber auf keine bessere Idee gekommen ist, als Alternative für ein nach kapitalistischen Prinzipien organisiertes (A)Soziales Netzwerk (Facebook) ein anderes, ebensolches (Xing) zu empfehlen, weil dort immerhin deutsche Datenschutzstandards eingehalten werden müssen, zeigt uns, dass auch Roland noch dazulernen kann.

Auch, der von mir durchaus geschätzte Ex-Pirat und jetzige Sozi, Christopher Lauer, hat den Cambridge Analytica Skandal und Mark Zuckerbergs Reaktionen darauf zum Thema eines Gastbeitrages im Tagesspiegel gemacht – um dort, tatsächlich sozialdemokratischer Tradition folgend, geradezu haarsträubend falsche Schlüsse zu ziehen. Weiterlesen

Datenfetischismus bei der lit.cologne

Christoph Biermann ist gewiss einer der besten deutschen Fußballjournalisten. Unter den vielen guten Büchern des Chefredakteurs der 11Freunde gefiel mir das am besten, in dem er seine Rückkehr in die aktuelle Fußballszene des Ruhrgebietes beschreibt. Es bewies mir eindrucksvoll, dass er was von politökonomischen Zusammenhängen versteht. Ein guter Conferencier ist Biermann leider nicht, sonst hätte er diese Fähigkeit heute besser zur Anwendung gebracht.

So geriet die Veranstaltung “Die neue Fußballmatrix” vor mehreren hundert überwiegend Männern im Theater am Tanzbrunnen in Köln überwiegend zur Seuche des Sportjournalismus: Produktpräsentation. Weiterlesen

Gebt den Journalismus und die Mediatheken frei!

In der abgelaufenen Woche war wieder Ministerpräsidentenkonferenz. Die Regierungschefs der Bundesländer sind die, die in Deutschland gesetzlich über die Medienpolitik bestimmen. Sie handeln Gesetzentwürfe aus, bzw. lassen sie von ihren “Rundfunkreferent*inn*en und Staatskanzleichefs aushandeln. Und die Landtage als Parlament können dann nur noch Ja oder Nein sagen. Wenn nur einer von 16 Landtagen Neinsagen würde, wäre das Gesetzeswerk gescheitert. Demokratie ist was Anderes.

Dieses Verfahren ist ideal für Lobbyarmeen. Was ist das Besondere an denen? Dass Sie und ich, als Zuschauer*in, Leser*in, Gebühren- und Steuerzahler*in über keine verfügen. Weiterlesen

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