Thema: Alina Schwermer

Profisport: bloss nicht an Enke denken!

Von , am Mittwoch, 13. November 2019, in Fußball, Politik.

Konzerngier dreht Sportler*innen-Körper durch den Fleischwolf
Während die FAZ einen entsprechenden Hintergrundbericht von Jürgen Kalwa hinter ihrer Paywall vermauert hat, nimmt sich Alina Schwermer/taz noch mal das Oregon-Project des Nike Konzerns vor. Erkenntnisfördernd ist ihre Einordnung in zahlreiche Paralellvorgänge in anderen Sportarten. Der Widerstand wächst, inspiriert nicht zuletzt durch die #metoo-Bewegung. Das ist vielleicht in diesem Zusammenhang die beste Nachricht.
Andere wirken dagegen wie lernbehindert. Oder von der Not getrieben, Weiterlesen

Denkende Sportler*innen

Von , am Samstag, 9. November 2019, in Fußball, Medien, Politik.

Fritz Keller, der neue DFB-Präsident, der aus dem idyllischen Freiburg kommend jetzt in der Bankenstadt Frankfurt residieren muss, hat seinen ersten programmatischen Text veröffentlicht, beim AfD-nahen Springerverlag. Wenn einer wie Keller das meint tun zu müssen, lässt das den Schluss zu, dass seine Medienberater*innen in der DFB-Zentrale, und das sind nicht wenige, anders als der frühere Medienchef Harald Stenger und der frühere Übungsleiter Jürgen Klinsmann, meinen, der deutsche Profofussball sei auf eine Allianz mit diesem Verlag angewiesen. Nicht nur bedauerlich, sondern auch falsch. Wohin das führt, Weiterlesen

Kandidiert selber!

Von , am Sonntag, 3. November 2019, in Fußball, Lesebefehle, Medien, Politik.

Die Denksportaufgabe von Benny Hoff / Klima brutal / Fussball brutal
Matthias Greffrath/taz erinnert an die Regierungserklärung von Willy Brandt vor 50 Jahren. Im nachhinein betrachtet waren die damit einhergehenden Politikwechsel, und zwar gerade in der von Greffrath kritisch beschriebenen Beschränktheit, eine Voraussetzung dafür, dass der kapitalistische Westen den realsozialistischen Osten (Deutschlands) besiegen konnte. Willy Brandt war mehr Nationalist, als die meisten seiner Fans glauben mochten Weiterlesen

Captain America: es ist eine Frau!

Von , am Montag, 8. Juli 2019, in Fußball, Politik.

Die taz hat sich für ihre Frauen-WM-Berichterstattung mein Sonderlob verdient. Am Wochenende setzte sie völlig zurecht in einer Wiederholung das politisch wertvolle Megan Rapinoe-Porträt von Sebastian Moll wieder ein. Bemerkenswert an dieser Lady – im Unterschied z.B. zu Ex-Torhüterin Hope Solo – scheint mir ihre bewusste Strategie sich nicht als Solo(sic!)-Megastar zu verkaufen, sondern als Teamplayerin aufzutreten. Diese Klugheit vermisse ich heute im politischen Geschäft immer mehr.
Zum Niederknien gut ist vor allem die journalistische Leistung von Alina Schwermer. Weiterlesen

Gestern: Weltklasse – DFB: Kreisliga

Von , am Mittwoch, 3. Juli 2019, in Fußball, Medien.

4,2 Mio. sahen gestern ein Frauen-WM-Halbfinale “ohne deutsche Beteiligung”. Die Teams der USA und Englands boten vor allem in der ersten Halbzeit vollendeten Weltklassefussball. Die drei Tore zum 2:1 der USA hatten von der Entstehung bis zur Vollendung ein Präzisionsformat, an dem sich Männer wie Mats Hummels oder Günter Netzer den Rest ihres Lebens abarbeiten können.
Der DFB dagegen blamiert sich nach Kräften und versucht der SPD dabei den Rang abzulaufen. Weiterlesen

Frauen-WM: taz / Stromausfall: telepolis

Von , am Montag, 17. Juni 2019, in Fußball, Lesebefehle, Politik.

Der Sportteil der taz-Homepage ist in der Regel ungepflegt und unaktuell. Von Mitarbeiter*inne*n hörte ich, dass dort mehr Wert auf die Präsenz in den asozialen Konzernnetzwerken als auf die eigene Webseite gelegt wird. Bei der Frauen-WM sieht es erfreulich anders aus. Die taz-Sportredaktion hat ein Interview von Frank Hellmann mit Sara Doorsoun eingekauft, und die Gesamtleistung von Alina Schwermer Weiterlesen

Frauen-WM: Viel ist möglich

Von , am Donnerstag, 13. Juni 2019, in Fußball, Medien.

Erfreulicherweise kommt es bei der aktuellen Frauen-WM nur noch selten vor, dass Kantersiege geschehen, wie beim 13:0 der innenpolitisch aufgeputschten US-Frauen gegen Thailand. Die “Kleinen” gewinnen zwar noch nicht, aber sie gehen auch nicht mehr unter. Im Gegenteil, sie erweisen sich als gefährlich. Und mit ein bisschen mehr Routine hätten sie das eine oder andere Favoritinnenteam stürzen können. Ich denke z.B. an China (gegen Deutschland), Weiterlesen

#metoo – Fussball auf schmalem Grat

Von , am Mittwoch, 12. Juni 2019, in Fußball, Politik.

Amateur- und Profifussball, bei Damen und Herren, ist ein kompliziertes Geflecht von Abhängigkeiten und Macht über Menschen, mit, wie könnte es anders sein, sehr körperlich orientierten Komponenten. Während ich im gymnasialen Sportunterricht noch der Nazizeit entlaufene Schleifer als Sportlehrer erlebte, geht es heute eher um Karrieren, Selbstoptimierung, Sexyness und Vermarktung. Durch #metoo zieht nun auch in den gesellschaftlich ewiggestrigen scheinbaren “Schonraum” des Mikrokosmos Fussball die Selbstermächtigung der Opfer ein – der Kern der #metoo-Debatte. Weiterlesen

Gemeinwohl – wie weiss und männlich?

Von , am Montag, 20. Mai 2019, in Beuel & Umland, Fußball, Lesebefehle, Politik.

Der weisse Mann Josef Janning gab mir Anfang der 80er Jahre seine Stimme bei den Fachschaftswahlen am Seminar für Politische Wissenschaften der Universität Bonn. Er sprach heute morgen im DLF-Magazin “Europa heute” zur Österreich-Affäre und warnte vor zu grossen Hoffnungen im europäischen Kampf gegen Rechts. Der weisse Mann Norbert Mappes-Niediek, mit dem ich zu jener Zeit AStA-Koalitionen aushandelte (er, der heute im schönen Graz lebt, für den SHB, ich für den LHV), hebt ein Bonn-Buch in der FR hervor, Weiterlesen

“Zentrum für fussballerische Schönheit”

Von , am Montag, 13. Mai 2019, in Fußball.

Das Copyright dafür gebührt Friedrich Küppersbusch. Ich würde mich gerne rühmen dürfen, dabei mitgemacht zu haben, habe aber leider mehrere Alibis. Wäre es wirklich der echte BVB gewesen, oder hätte er sich auch nur nachträglich dieser Initiative angeschlossen, wäre ich der Erste, der sich für eine Borussen-Gemeinsamkeit im Fussballwesten ausgesprochen hätte.
Hier schöne Berichte von der Aktion von Alina Schwermer/taz und dem hier um die Ecke (in Siegburg) heimischen Frank Patalong/Sp-on.
Die Fussballkonzerne dagegen haben andere Sorgen. Der Tabellenerste und der Tabellenzweite mobben ihre Trainer weg. Es geht nicht mehr um Fussball.

Linke Wagenknecht-Abrechnung / Frauenfussball

Von , am Montag, 8. April 2019, in Fußball, Medien, Politik.

Die Junge Welt hat lange Zeit, ähnlich wie die nachdenkseiten, den Parteiflügel der sich “Die Linke” nennenden Partei publizistisch unterstützt, dem auch Sahra Wagenknecht angehörte. Dann ist es der durchtriebenen Angela Merkel mit ihrer “Grenzöffnung” gelungen, diese machtvolle politische Kraft zu spalten und “die Menschen” ersuchten stattdessen die AfD für sie zu sprechen. Wichtig ist ja vor allem, sich die Welt irgendwie erklären zu können … Weiterlesen

Frauentag – »Ein anderer Journalismus ist möglich!«

Von , am Freitag, 8. März 2019, in Medien, Politik.

von zahlreichen Journalistinnen – Vorbemerkung von Martin Böttger
Einem Mann, Frank Pergande/FAZ, ist das erste Porträt von Bundesumweltministerin Svenja Schulze gelungen, in dem ich sie wiedererkenne. Sie unterschätzen lassen, ist eine bewährt Methode kleinwüchsiger Damen – ihre männlichen Gegenstücke müssen sich immer aggressiv aufblasen, um auf dem Schulhof nicht verhauen zu werden. Frauen wie Svenja lösen das Problem mit Intelligenz.
Alina Schwermer/taz liefert einen sehr informativen Überblick über Frauen-Teamsport, den professionell zu betreiben immer unmöglicher wird – im krassen Gegensatz zu den Jungs. Nur “Sex sells”.
Den wichtigsten Text aber will ich im folgenden dokumentieren. Weiterlesen

Fussball-AM: Hotspot Bad Godesberg

Von , am Freitag, 25. Januar 2019, in Beuel & Umland, Fußball, Medien, Politik.

Wieder eine Chance vertan?
Wenn die Welt untergeht, gehen Sie nach Bad Godesberg: da geht sie 20 Jahre später unter. So lange sind die reichen Diplomaten nun schon weg und nach Berlin abgehauen. Die Jugendlichen waren schon immer geflohen, weil die Schulen von Schickimicki-Jüngelchen dominiert wurden, die ihre Zeit bisweilen auf den Schössen unbefriedigter Lehrer zubringen mussten – und weil bei Sonnenuntergang immer die Bürgersteige hochgeklappt wurden.
Seitdem grübeln sie in Bad Godesberg, unter grossem Unverständnis in allen anderen Bonner Stadtteilen, wie es weitergehen soll. Weiterlesen

Kinderhandel und Fankonflikte

Von , am Montag, 12. November 2018, in Fußball, Medien.

Kindesmissbrauch, -misshandlung, Kinderarbeit sind Themen, die uns zu Recht schnell erregen, weil sie instinktive Schutzreflexe mobilisieren. Doch was, wenn die Täter diejenigen sind, die uns das alltägliche Fussballvergnügen organisieren? Bei T-Shirt-Erwerb mag so manche*r zum Boykott bereit zu sein. Beim Fussball ist es dagegen ganz realohaft egal, weil nicht zu ändern?
Diese abgebrühte Weltsicht bedarf der Überprüfung. Im Rahmen der Football-Leaks traten verbrecherische Praktiken mal wieder ans Licht. Weiterlesen

Märchen werden Eibar

Von , am Dienstag, 6. November 2018, in Fußball, Lesebefehle.

Irre, jetzt sind sie schon 5 Jahre in der ersten spanischen Liga. Christoph Söller/SZ berichtet über die Fortsetzung des Fussballmärchens Eibar. 7.000-Zuschauer-Stadion, keine Schulden, ein Zehntel des Etats von Barca, aktuell Platz 12, 4 Siege, 2 Unentschieden, 5 Niederlagen. Wer braucht die Champions-League im Pay-TV, wenn in so einem Stadion die Bratwurst schmeckt (oder was essen die in Spanien im Stadion?)?
Ein schönes Märchen wäre es auch, Weiterlesen

Kauft der Mörder den Weltfussball?

Von , am Samstag, 27. Oktober 2018, in Fußball, Politik.

Alina Schwermer/taz ist wieder voll auf Ballhöhe. Fifa-Obergangster Infantino war in Katar und soll die Herrscherfamilie überzeugt haben, die WM statt mit 32 mit 48 Teilnehmern zu spielen. Das würde zwingend bedeuten, dass sie Saudi-Arabien mit ins Boot holen müssen, Weiterlesen

Otto Addo – eine BVBler in Mönchengladbach

Von , am Samstag, 22. September 2018, in Beuel & Umland, Fußball.

Otto Addo wechselte einst im Duett mit Gerald Asamoah von Hannover ins Ruhrgebiet. Die Verletzungskatastrophen verfolgten ihn: drei Kreuzbandrisse, mit einem soll er sogar noch ein Tor geschossen haben. Jetzt ist er schon über 40 und muss immer noch arbeiten. Seinen Job gibt es angeblich bisher nur in Mönchengladbach: Übergangstrainer.
Er arbeitet exakt an der Schnittstelle, die mir bei meinen Stadionbesuchen zu Spielen der Regionalliga West im Sportpark Nord schon aufgefallen war. Weiterlesen

Offenbarungseid – lieber gleich am Anfang

Von , am Samstag, 18. August 2018, in Fußball.

Deutsche Fussballelite bestätigt ihre WM-Resultate auch moralisch

Das Schlimmste am besten zuerst, dann kann es nur noch besser werden. Diesen Eindruck vermittelt die Tonlage, mit der die deutsche Fussballelite die neue Saison einläutet. Der angebliche “Fussballer des Jahres 2018” Toni Kroos bildete auch in dieser Hinsicht mit seinen Einlassungen zu seinem einstigen Mannschaftskameraden Mesut Özil die “Spitze”. Ärmlicher kann sich ein Vorbild für Millionen jugendliche Fussballer*innen moralisch und intellektuell nicht präsentieren. Das fällt auch auf die Riesenapparate zurück, die mit der Beratung so eines Weltstars Millionen abkassieren. Im Falle Kroos der gleiche Laden, der jahrelang nicht bemerkt haben will, Weiterlesen

Lückenpresse ignoriert Leichtathletik-Königin

Von , am Samstag, 11. August 2018, in Medien, Politik.

Ausser Alina Schwermer.
Jegliches “handwerkliche” Kriterium des Journalismus scheint ausgeknipst: Leistung, Ästhetik, Sex, spektakuläre Biografie, schöne Bilder. Alles nicht Grund genug, vom Deutschnationalismus abzulassen, und neben dem deutschen König der europäischen Leichtathleten Abele auch die belgische Königin Nafissatou Thiam zu feiern. Liegt es daran, dass ihr die charakterlichen Mängel fehlen, mit denen sich DSDS-Kandidatinnen aufblasen lassen? Weiterlesen

Nächste Kurve der Özil-Debatte: was ist deutsch?

Von , am Montag, 30. Juli 2018, in Fußball, Lesebefehle, Medien, Politik.

Während die Hauptstadtpolitik sich ins Sommerloch verabschiedet hat, durch Nichtteilnahme und Irrelevanz glänzt, nimmt die öffentliche Debatte um den Fall Özil und unser “Wir” in Schlangenlinien Kurs auf Kernfragen: wer sind wir? Wie wollen wir sein? Werte? Was sind unsere Werte? Wer teilt sie und wer bekämpft sie? Die Antworten werden auf ewig ungeklärt sein, weil die Menschen zum Glück verschieden sind und bleiben. Aber dass wir darüber streiten ist gut. Es verschafft Klarheit in den Köpfen und in der Gesellschaft – potenziell. Sicher ist das nicht.
Dass die Parteien in dieser Debatte kaum bemerkbar sind, sagt viel über ihren Stellenwert in unserem Leben. Für die Qualität dieser Debatten ist es sogar eher von Vorteil. Weiterlesen