Beueler-Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Altenessen

Gefangen in Frohnhausen

Alles verdichtet in Gelsenkirchen – Wundersame Bahn LXXXIX

Fast jeder*m erfahrenen Bahnfahrer*in ist das Malheur schon mal passiert: Umsteigehektik in Köln Hbf., glücklich den IC erreicht, er fährt langsam aus dem Hauptbahnhof heraus, aus dem Fenster ist der gleichzeitig ausfahrende IC für die andere Strecke (Düsseldorf vs. Wuppertal) zu erkennen. In diesem Moment, bei der Beschriftung des Gegen-ICs erkennen Sie: scheisse, ich bin in den Falschen gestiegen. 10 Minuten werden Sie in langsamer Parallelfahrt gequält, bis Sie hinter Köln-Mülheim am Abzweig den IC, den Sie gerne genommen hätten, verschwinden sehen. Einmal, ein einziges Mal, war es bei mir noch doller, irgendwann in den 90ern, als es noch D-Züge gab. Weiterlesen

Verengter Blick

Viele meinen “der Krieg” sei “uns” nähergekommen. “Uns” in Deutschland bzw. Europa. Das ist eine Medienkonstruktion. Der Krieg existiert als Mittel der Politik, und viele seiner mörderischen Art finden statt, auch wenn “wir” das Gefühl haben, er sei weit weg oder finde gerade gar nicht statt. Das liegt dann eher daran, dass da, wo er wütet, gerade keine deutschsprachigen oder von deutschen Anstalten bezahlte Journalist*inn*en sind. Eine Wahrnehmungslücke die wenig überraschend auch in Schulen, Geschichtsunterricht und Klimabewegung hineinreicht. Weiterlesen

No-Go-Areas London & Altenessen

Alle Deutschen, die noch alle Tassen im Schrank haben, wissen wie gemeingefährlich Boris Johnson ist. Und leider auch sehr mächtig, als Regierungschef einer Atommacht. U.U. ist es gar nicht mehr ratsam, Männer auf solche Positionen zu lassen – zu toxisch. Andererseits: Frauen bieten auch keine hinreichende Gewähr von Sicherheit, wie die Londoner Polizeichefin symbolisiert (Audio 4 min), die nun zurücktritt. Das wiederum hat sie deutschen Polizeiführern voraus, die gute Gründe hätten, es ihr nachzutun. Weiterlesen

Besuchen sie Altenessen – solange es noch lebt!

Die WAZ (Funke Mediengruppe), alternativloses Lokalblatt mit nachlassender Relevanz im Ruhrgebiet – es liest ja kaum einer mehr gedruckte Zeitungen – fährt seit Wochen ein Thema: Altenessen! Haben Sie vielleicht schon von gehört, oder hier gelesen. Der größte Essener Stadtteil kommt dabei nicht so weg, als würde die WAZ sich dort noch um Abonennt/inn/en bemühen.

Im Gegenteil. Altenessen, gerne auch in multiplen täglichen Artikeln, die es durch die hohe Frequenz zum Thema immer wieder auch in den überregionalen Teil schaffen, wird zu einer No-Go-Area hochgeschrieben, da fragt man sich, wann Herbert Reul mit einem Kamerateam vorbei schaut… das kann nur noch eine Frage der Zeit sein! Weiterlesen

Geheimtipp Karnevalsfreitag

Wundersame Bahn XLIII

Das habe ich nun schon mehrere Jahre hintereinander ausprobiert. Und es hat sich immer bewährt. Freitage sind in einer Bahnwoche die, an denen immer alles zuende ist. Alle wollen immer mit den gleichen Zügen fahren wie ich. Das Optimum ist an solchen Tagen ein Klappsitz im Fahrradabteil. Ausser Karnevalsfreitag. Weiterlesen

Wundersame Bahn (XVI)

Tarifeinigung bei der Bahn – ich war beruhigt, als ich gestern zu einem weiteren Familienbesuch ins Ruhrgebiet aufbrach. Um die Fahrkartenverkaufststelle, mit einem richtigen Menschen!, im Bahnhof Beuel zu stützen, und um bei dem hässlichen Wetter das “City-plus” auf der Fahrkarte zur Brückenüberquerung nutzen zu können, erwarb ich mir dort die Fahrkarte … dachte ich … Doch der freundliche Mann musste der Kundschaft erklären, es ginge z.Z. gar nichts beim Fahrkartenverkauf, “auch nicht im Hauptbahnhof und auch nicht in Köln Hbf.”. Schade eigentlich. Doch wundersam: der einsame Automat am Bahnsteig 1 in Beuel ist noch nicht “aus Kostengründen” entfernt worden – er tat seine Arbeit.
Dann, Mist, bemerkte ich, Weiterlesen

Beueler Kleinversorgungsprobleme

Regelmässig besuche ich meine alte Essener Heimat und habe so einen regelmässigen Vergleich städtischer Strukturprobleme: hier in Beuel die bürgerlich-rheinische Puppenstube, dort im Essener Norden die Klassenprobleme, die seit Jahrzehnten ignoriert werden. Zwischendurch besuche ich häufig, nicht weniger kontraststark Freund*inn*e*n in Köln-Ehrenfeld. Während letzteres, einem Wunder gleich, den U-Bahnbau unter der Venloer Strasse in Köln überlebt hat, ist das einst lebhafte Subzentrum Essen-Altenessen darunter in den 80er/90er Jahren verstorben. Es leidet jetzt sogar unter der schlagzeilenträchtigen aber unzutreffenden Diffamierung als “No-Go-Area”. Talkshow-Stargast Guido Reil, einst SPD heute AfD, startete seine Medienkarriere mit der Lüge “Der Essener Norden ist voll!”, obwohl es nirgends in Westdeutschland mehr Wohnungsleerstand gab und gibt als ebendort. Das sind wirkliche Probleme.
Köln-Ehrenfeld dagegen kämpft dagegen, so angesagt zu sein, dass die Preise dort bald für Normalverdiener*innen nicht mehr zu bezahlen sind. Ein von Immobilienspekulanten betriebenes Einkaufszentrum wurde verhindert, der Investor Bauwens-Adenauer soll “verstanden” haben. Der Stadtteil hat fast alles, was man an Köln lieben kann; nur der Dom ist woanders.

Beuel liegt in seiner Entwicklung zwischen Altenessen und Ehrenfeld, bisher und was seine Chancen betrifft, weit näher an Ehrenfeld. Weiterlesen

“Beuel hat’s”

Letzte Woche lag das Heft wieder im Briefkasten, Ausgabe 2016/17. Ich kann mir nicht helfen, es wirkt einerseits auf mich etwas sehr gestrig. Redaktion und Gestaltung werden vom Verlag des General-Anzeigers betreut, einerseits professionell, dicker Inhalt, viele Anzeigen, aber andererseits so gestrig. Layout, Sprache, Sammlung der Honoratiorenzitate, Politikersprech, es muss wohl so sein, damit am Ende alle zufrieden sind mit diesem “Einkaufsführer”.

Und das macht die eigentliche strategische Bedeutung der Gewerbegemeinschaft Beuel aus: dass alle mitmachen, und nicht, wie z.B. in Bad Godesberg, in tiefer Feindschaft und dem Austausch von Misstrauen und Gegensätzen miteinander “verbunden” sind.

Wenn man von Seite 58 ff. die Mitgliederliste der Gewerbegemeinschaft studiert, kann man auch als langjähriger Beueler, ich bin z.B. 1977 zugewandert, beeindruckt und auch glücklich über diese Wohnortwahl sein. Ich habe bis 1976 in Essen gelebt, im Ortsteil Karnap, der heute weitgehend abgestorben ist, was Einzelhandel und Gastronomie betrifft. Der Nachbarstadtteil Essen-Altenessen war zu meiner Zeit noch ein lebhaftes “Nebenzentrum” und mit Beuel vergleichbar. Er wurde in den 80er-Jahren durch langwierigen U-Bahnbau unter seiner zentralen Einkaufsstraße infrastrukturell weitgehend zerstört; heute firmiert er als “sozialer Brennpunkt” und “No-Go-Area” in den Medien, zu Unrecht, aber schlagzeilenträchtig. Was haben wir es in Beuel gut dagegen!

Schlecht an der Mitgliederliste im Heft ist, dass Internetadressen nicht angegeben sind. Auf der Homepage der Gewerbegemeinschaft sind sie zum Glück aber anklickbar.

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