Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Antonio Gramsci

Systemabsturz

Tagesschau24 wiederholte gestern Abend den Dokumentarfilm “System Error” von Florian Opitz. Leider haben es die mitproduzierenden ARD-Sender WDR (eine der letzten guten Taten von Redakteurin Sabine Rollberg) und BR auch in diesem Fall versĂ€umt, hinreichende Mediathekrechte zu sichern. Wie der im Film analysierte Kapitalismus sind auch die Produzent*inn*en so sehr auf Kapitalzirkulation angewiesen, dass sie ihn noch als DVD zu verkaufen versuchen. Ich hatte das Werk schon bei einer frĂŒheren Ausstrahlung gesehen. Doch heute wirkt es anders. Es hat Patina angesetzt. Schuld ist das Virus.Weiterlesen…

Ein Instrument der Freiheit

Gerade linke Theoretiker von Lenin bis Marcuse haben ĂŒber die oft als bĂŒrgerlich verschriene bildende Kunst nachgedacht. Jens Kastner leistet den ersten großen historischen Überblick
„Sind Sie ein Mann der Kunst, Premierminister?“ In der Netflix-Serie „The Crown“ schĂŒttelt Harold Wilson den Kopf, als ihn Königin Elizabeth bei der Eröffnung eines Kunstmuseums zur Rede stellt. „Nein, ich bin Wirtschaftswissenschaftler“, wehrt der Labour-Politiker die Monarchin ab, „da weiß man, was man hat.“

Linke Theorie und Praxis, dafĂŒr ließe sich die fiktive Szene heranziehen, steht unter dem Primat der Ökonomie. Kunst gilt da höchstens als Nebensache. Dass sie im linken Denken aber eine wichtige Rolle spielt, zeigt nun der Soziologe und taz-Autor Jens Kastner in seinem neuen Buch.Weiterlesen…

Gegenhegemoniale Anstrengungen

Ohne Moralin und Emphase: Mit seinem Essay „Conflictual Aesthetics“ schlĂ€gt der Politologe Oliver Marchart Schneisen in das Dickicht der politischen Kunst
Zweieinhalb Meter hoch und vier Tonnen schwer. Allein von Gewicht und Material hatte es die „GedenkstĂ€tte“, die das Zentrum fĂŒr Politische Schönheit (ZPS) Anfang Dezember zwischen Reichstag und Bundeskanzleramt platzierte, in sich. Aber auch die Idee, mit der Asche mutmaßlicher Holocaust-Opfer aus Polen in einer erleuchteten StahlsĂ€ule vor dem „Verrat an der Demokratie“ zu warnen, schlug ein wie eine Bombe. Viel mehr Streit lĂ€sst sich selbst bei den, schon von mehreren ZPS-Aktionen abgebrĂŒhten Berlinern und Hauptstadtpolitikern, kaum erreichen.

Ob diese Kunst, die auf Teufel komm raus politisch relevant werden möchte, das auch wirklich ist,Weiterlesen…

Klöckner in der Grube

Die MĂŒhlsteine Bewegung und Besitzstandswahrung – wer gerĂ€t dazwischen?
HĂ€tte sie lieber Weinkönigin bleiben sollen? “200 Termine im Jahr” dĂŒrfte sie jetzt auch haben, eher mehr. Dem undankbaren Volk da draussen kann frau es auch nie recht machen, wird sie jetzt denken. Ausgedehnte SpaziergĂ€nge in der Wintersonne, uns Beueler*inne*n mal wieder vergönnt, und in solchen FĂ€llen die beste Therapie, fĂŒr die hat sie auf der Berliner Kirmes gewiss keine Zeit. Sie gab eine Kampagne zur Imageverbesserung des lĂ€ndlichen Raums in Auftrag – was mag sie gekostet haben? irgendein*e agenturinnehabende*r Freund*in musste wahrscheinlich mit BeschĂ€ftigung versorgt werden – und prompt ist fĂŒr Spott gesorgt.Weiterlesen…

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