Beueler-Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Armin Wolf (Seite 1 von 2)

Perlen des Journalismus

Rote Liste aussterbender Arten in Europa
Die Flussperlmuschel ist vom Aussterben bedroht. Guter Journalismus ebenso. Was war das für ein Aufheben, internationalisiert, als Armin Wolf Wladimir Putin interviewte, und es “wagte”, ihn in 54 Minuten elfmal zu unterbrechen, was er selbst eher wenig fand. Hubert Seipel hatte eine ähnliche Gelegenheit, über die die Meinungen, was ja nicht weiter schlimm ist, auseinander gingen. Weiterlesen

Bonn unter “50”

Es hatte was satirisches, gestern beim Zappen auf Phönix oder Tagesschau24 die leeren Stühle des Berliner Pressekonferenzsaales dauerhaft eingeblendet zu sehen. Auch die Dritten Programme hatten das Bild in ihren abendlichen Nachrichtensendungen übernommen. Die Medien”vielfalt” verdichtete sich so zu einer Ahnung von Feudalismus. Die verfassungsmässig nicht vorgesehene Fürst*inn*enversammlung tagte – und wurde nicht fertig, bis 23 h nicht. Was sie im Schilde führten war jedoch kein Geheimnis, allenfalls seine Simulation. Weiterlesen

Takeover

Kabarett übernimmt Journalismus
“Dem WDR-Rundfunkrat lagen zwei Produktionsverträge zur Genehmigung vor. Dabei handelte es sich um die Beauftragung neuer Staffeln für die Serien ‚Rote Rosen‘ und „Sturm der Liebe‘, die im Nachmittagsprogramm des Ersten ausgestrahlt werden. Finanziert werden diese von allen Landesrundfunkanstalten gemeinsam. Den jeweiligen Anteilen, die der WDR trägt, stimmte der Rundfunkrat zu. Mitglieder verwiesen auf den großen Erfolg der Serien und betonten, dass öffentlich-rechtliche Unterhaltungsformate wie diese für eine große Zielgruppe unverzichtbar sind.”
Das, hätte ich vermutet, kann nur – richtig intoniert vorgetragen – von Fritz Eckenga sein. Weiterlesen

Journalismus

mit Update 7.12.
Sind Ü-60-jährige wie ich in ihrer Lebenszeit von (gutem) Journalismus verwöhnt worden? Manchmal, und immer öfter, ist mir heute so. Armin Wolf habe ich hier schon selbst oft genug gelobt. Der Spiegel feiert ihn mit und berichtet entsprechendes aus den asozialen Netzwerken. Dabei macht der Mann nur seine Arbeit (der Spiegel verzichtete auf diese Verlinkung, warum nur?).
Sebastian Kurz, den ich selbst redlich hasse, wagt sich immerhin in so ein Auswärtsspiel, Weiterlesen

Sensation: ARD-Brennpunkt ohne Wetter

Kein Schnee, kein Regen, kein Sturm, Hitzewelle schon vorbei. Trotzdem gibt es einen ARD-Brennpunkt, heute nach der Tagesschau. Was ist in der ARD geschehen? Gab es eine Revolution in den Sendern? Haben etwa Journalist*inn*en die Macht übernommen? Nein, so weit ist es noch nicht. Es hat “nur” gebrannt, in Moria auf Lesbos. Überraschend daran ist eigentlich nur, wie lange es gedauert hat, bis es zu dieser katastrophalen Eskalation kam. Auf dieser Insel habe ich Weiterlesen

Vorbildlich

Der Streit über TV-Interviews mit Rechten ist einfach zu lösen, und zwar von Armin Wolf (ORF)
Jedes Mal wenn ein deutscher TV-Sender ein Interview mit Rechten absendet, geführt von irgendeinem Wegmoderierer oder einer Kleiderstange, hebt in der Medienbranche ein grosses Geraune an. Darf mann das? Soll mann das? Geht das? Oder eher gar nicht? Ein Zapping zu 3sat, werktäglich um 22.05 h zu ZIB2 (ORF) sorgt für die Antwort, jedenfalls mindestens wenn Armin Wolf moderiert – und interviewt. Gestern sprach er z.B. mit einem Ingolf Nepp von der FPÖ (Video, ab Minute 7:50, Dauer 16 min). Bei dem Thema, das die beiden besprachen, war der Name des rechten Kombattanten und FPÖ-Finanzverantwortlichen eigentlich schon Strafe genug. Weiterlesen

Stumme Migranten, laute Politik, gespaltene Medien

von Susanne Fengler, Marcus Kreutler und Jupp Legrand (Vorwort)
Die Berichterstattung über Flucht und Migration in 17 Ländern
Vorwort

„Die wichtigste Aufgabe von Medien besteht […] darin, die gesellschaftliche Wirklichkeit zu beschreiben und eine gemeinsame Faktenbasis bereitzustellen – für den öffentlichen Diskurs darüber, wie wir diese Wirklichkeit gemeinsam gestalten wollen“. So beschreibt der österreichische Journalist Armin Wolf die Kernaufgabe und den Anspruch seiner Profession. Ansprüche sollen als Maßstäbe gelten, mit denen sich Ideal und Wirklichkeit vergleichen lassen. In diesem Sinne dürfte der von Wolf postulierte Maßstab dann besonders wichtig werden, wenn es gilt, die Pflichterfüllung oder -verletzung der Medien anhand eines politisch wie emotional stark aufgeladenen und umstrittenen Themas zu bewerten. Weiterlesen

Deborah Ann Harry und die Wegmoderierer

Jenni Zylka gehörte zum Mitarbeiter*innen*stamm meines Katechismus, des “Häuptling eigener Herd”. Wer dort mit Vincent Klink und Wiglaf Droste gut ausgekommen ist, kann nicht verkehrt sein. Zylka war in Hamburg bei einer Präsentation von Deborah Ann Harry, älteren Herrschaften als ehemalige Sängerin einer Band namens “Blondie” bekannt. Mrs. Harry hat das reife Damenalter von 74 erreicht, und vermutlich mehr erlebt, als die meisten von uns. Sie hätte der Öffentlichkeit einiges zu sagen, von einem coolen feministischen Standpunkt aus. Es könnte um andere Dinge gehen, als wie dieser oder jener Männerschwanz ausgesehen hat. Frau Zylka zufolge hats der Moderator grandios vergeigt. Was für ein Debakel. Weiterlesen

“Es gibt kein Instrument gegen das Wettrüsten”

mit Update 9.7.
Wladimir Putin offenbarte im FT-Interview mehr, als die sensationsarme Tatsache, dass er kein Liberaler ist: er ist ein Super-Realo
In der deutschen Berichterstattung über das sehr ausführliche Interview, das Wladimir Putin vor dem G20-Gipfel in Osaka der britischen Financial Times gab, dominierte, dass er Angela Merkel “Multikulturalismus” als Fehler vorgehalten habe. In der Tat erweist er sich in der von ihm gewählten Positionierung als würdiger Vertreter nicht nur eines “christlich-orthodoxen Russland” – “kaukasisch” aussehende Menschen in Russland wissen, was das bedeutet – sondern schwingt sich damit auch zum authentischen Sprecher einer rassistischen Mehrheit der weissen und blonden Europäer*innen auf. Weiterlesen

Österreich verstehen – noch’n Versuch

Vielleicht deutscher, als die meisten glauben
Isolde Charim/taz und David Schalko/SZ versuchen ihr Land zu erklären. Charim ist sowieso klug, eine Frau, die was von Dialektik versteht, doch als globale Weltbürgerin wird ihr viel Österreichisches mental verschlossen bleiben. Schalko gibt als derzeit bester bekannter Filmautor des Zwergstaates alle wichtigen dramaturgischen Hinweise. Ich sah gestern den schmierigen Kurz bei Armin Wolf im Interview-Schwitzkasten: Kurz ist so glatt und schlau, dass er ihm entkommen konnte. Weiterlesen

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