Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Armin Wolf

Sensation: ARD-Brennpunkt ohne Wetter

Kein Schnee, kein Regen, kein Sturm, Hitzewelle schon vorbei. Trotzdem gibt es einen ARD-Brennpunkt, heute nach der Tagesschau. Was ist in der ARD geschehen? Gab es eine Revolution in den Sendern? Haben etwa Journalist*inn*en die Macht ĂŒbernommen? Nein, so weit ist es noch nicht. Es hat “nur” gebrannt, in Moria auf Lesbos. Überraschend daran ist eigentlich nur, wie lange es gedauert hat, bis es zu dieser katastrophalen Eskalation kam. Auf dieser Insel habe ichWeiterlesen…

Vorbildlich

Der Streit ĂŒber TV-Interviews mit Rechten ist einfach zu lösen, und zwar von Armin Wolf (ORF)
Jedes Mal wenn ein deutscher TV-Sender ein Interview mit Rechten absendet, gefĂŒhrt von irgendeinem Wegmoderierer oder einer Kleiderstange, hebt in der Medienbranche ein grosses Geraune an. Darf mann das? Soll mann das? Geht das? Oder eher gar nicht? Ein Zapping zu 3sat, werktĂ€glich um 22.05 h zu ZIB2 (ORF) sorgt fĂŒr die Antwort, jedenfalls mindestens wenn Armin Wolf moderiert – und interviewt. Gestern sprach er z.B. mit einem Ingolf Nepp von der FPÖ (Video, ab Minute 7:50, Dauer 16 min). Bei dem Thema, das die beiden besprachen, war der Name des rechten Kombattanten und FPÖ-Finanzverantwortlichen eigentlich schon Strafe genug.Weiterlesen…

Stumme Migranten, laute Politik, gespaltene Medien

von Susanne Fengler, Marcus Kreutler und Jupp Legrand (Vorwort)
Die Berichterstattung ĂŒber Flucht und Migration in 17 LĂ€ndern
Vorwort

„Die wichtigste Aufgabe von Medien besteht […] darin, die gesellschaftliche Wirklichkeit zu beschreiben und eine gemeinsame Faktenbasis bereitzustellen – fĂŒr den öffentlichen Diskurs darĂŒber, wie wir diese Wirklichkeit gemeinsam gestalten wollen“. So beschreibt der österreichische Journalist Armin Wolf die Kernaufgabe und den Anspruch seiner Profession. AnsprĂŒche sollen als MaßstĂ€be gelten, mit denen sich Ideal und Wirklichkeit vergleichen lassen. In diesem Sinne dĂŒrfte der von Wolf postulierte Maßstab dann besonders wichtig werden, wenn es gilt, die PflichterfĂŒllung oder -verletzung der Medien anhand eines politisch wie emotional stark aufgeladenen und umstrittenen Themas zu bewerten.Weiterlesen…

Deborah Ann Harry und die Wegmoderierer

Jenni Zylka gehörte zum Mitarbeiter*innen*stamm meines Katechismus, des “HĂ€uptling eigener Herd”. Wer dort mit Vincent Klink und Wiglaf Droste gut ausgekommen ist, kann nicht verkehrt sein. Zylka war in Hamburg bei einer PrĂ€sentation von Deborah Ann Harry, Ă€lteren Herrschaften als ehemalige SĂ€ngerin einer Band namens “Blondie” bekannt. Mrs. Harry hat das reife Damenalter von 74 erreicht, und vermutlich mehr erlebt, als die meisten von uns. Sie hĂ€tte der Öffentlichkeit einiges zu sagen, von einem coolen feministischen Standpunkt aus. Es könnte um andere Dinge gehen, als wie dieser oder jener MĂ€nnerschwanz ausgesehen hat. Frau Zylka zufolge hats der Moderator grandios vergeigt. Was fĂŒr ein Debakel.Weiterlesen…

“Es gibt kein Instrument gegen das WettrĂŒsten”

mit Update 9.7.
Wladimir Putin offenbarte im FT-Interview mehr, als die sensationsarme Tatsache, dass er kein Liberaler ist: er ist ein Super-Realo
In der deutschen Berichterstattung ĂŒber das sehr ausfĂŒhrliche Interview, das Wladimir Putin vor dem G20-Gipfel in Osaka der britischen Financial Times gab, dominierte, dass er Angela Merkel “Multikulturalismus” als Fehler vorgehalten habe. In der Tat erweist er sich in der von ihm gewĂ€hlten Positionierung als wĂŒrdiger Vertreter nicht nur eines “christlich-orthodoxen Russland” – “kaukasisch” aussehende Menschen in Russland wissen, was das bedeutet – sondern schwingt sich damit auch zum authentischen Sprecher einer rassistischen Mehrheit der weissen und blonden EuropĂ€er*innen auf. Weiterlesen…

Österreich verstehen – noch’n Versuch

Vielleicht deutscher, als die meisten glauben
Isolde Charim/taz und David Schalko/SZ versuchen ihr Land zu erklĂ€ren. Charim ist sowieso klug, eine Frau, die was von Dialektik versteht, doch als globale WeltbĂŒrgerin wird ihr viel Österreichisches mental verschlossen bleiben. Schalko gibt als derzeit bester bekannter Filmautor des Zwergstaates alle wichtigen dramaturgischen Hinweise. Ich sah gestern den schmierigen Kurz bei Armin Wolf im Interview-Schwitzkasten: Kurz ist so glatt und schlau, dass er ihm entkommen konnte.Weiterlesen…

Europawahl – das Einschaltquotendesaster

Gestern war die ARD dran (heute das ZDF). Sie musste was zur Europawahl machen. Ich habs auch nicht geguckt. Hans HĂŒtt/FAZ, der Arme, musste wieder alles aufschreiben. Die ARD schaffte einen Marktanteil von 8%. Zum Vergleich: mit ihren Premium-Serien fĂŒr die Kernzielgruppe Heizdecken&Butterfahrten “Rote Rosen” und “Sturm der Liebe” schafft sie 13%- Ich selbst war bei Meuchelbeck (WDR), unterhaltsamer, aber nicht unpolitischer, jede Menge “besorgte BĂŒrger” machten Stimmung. Und der Quotensieger des ZDF (17%)Weiterlesen…

Reste des Journalismus – Vorbote Österreich?

Das hĂ€tte es auf meinem Schulhof im Gladbeck der 70er Jahre nicht gegeben: ein RWE- und ein S04-Fan reden vor den Entscheidungen des letzten Spieltages ganz sachlich und informativ ĂŒber die Lage des deutschen Fussballs der Herren, JĂŒrgen Zurheide und Manni Breuckmann. Zurheide zeigte seinem Ressortboss Heinemann kurz zuvor noch, wie ein DLF-Moderator Anton Hofreiter ohne Schaum vorm Mund kritisch befragen kann.
Zurheide und Breuckmann habe ich beide bei meinen 15 Jahren Landtagsarbeit in DĂŒsseldorf kennen gelernt.Weiterlesen…

Peter Zudeick&sein Hund / Gertz ĂŒber Wolf

Peter Zudeick ist Ă€lteren WDR-Hörer*inne*n in guter Erinnerung. Seine Polit-Collagen mit dem unvergleichlichen Adenauer im Vor- und Abspann vermisse ich. Ich weiss gar nicht, ob sie noch laufen, weil ich vom WDR abgefallen bin. Zudeick wirkt wie ein junger Kerl, der so schnell spricht, weil er auch so schnell denkt. Der Kerl ist aber schon 72! Und ja, kein Wunder: ich erinnere mich an sein Postfach im Tulpenfeld, als ich dort noch gedruckte Pressemitteilungen per Hand verteilte. Jetzt habe ich noch eine Perle von ihmWeiterlesen…

Fromm ĂŒber KĂŒhnert / Marinic ĂŒber Wolf

Dank an Anne Fromm. Ich fĂŒhle mich ertappt. Sowohl mir als auch meinem Mitautor Roland Appel wohnt eine Altersarroganz alter politischer Hasen inne, die wir Ă€hnlich wie viele andere an dieser Stelle auch ĂŒber den gar nicht mehr so furchtbar jungen Herrn KĂŒhnert ausgekĂŒbelt haben. Zur Medienkritik ĂŒber andere addiere ich hiermit also auch Selbstkritik. Die Ă€hnlich alte/junge (wie KĂŒhnert) Anne Fromm/taz hat Recht.
Jagoda Marinić/taz reiht sich nicht nur in die SolidaritĂ€t mit Armin Wolf ein, sie hebt seine QualitĂ€t hervor,Weiterlesen…

Zur dreifachen Krise des Journalismus

von Armin Wolf
Festrede zur Verleihung des Otto-Brenner Preises am 19.11.2018 in Berlin

Vielen Dank fĂŒr die Einladung! Ich fĂŒrchte allerdings, ich werde Ihnen in den nĂ€chsten zwanzig Minuten keine große Freude machen. Ich bringe nĂ€mlich schlechte Nachrichten.

Ich möchte ĂŒber die Krise des Journalismus reden. Die wĂ€re ja schon dramatisch genug, vor allem fĂŒr uns Journalisten und Journalistinnen, aber ich fĂŒrchte, sie ist vor allem ein Symptom fĂŒr etwas noch viel Bedrohlicheres, fĂŒr eine Krise der Demokratie.Weiterlesen…

Herausragender Journalismus

von Jupp Legrand / Otto Brenner Stiftung
Otto Brenner Stiftung zeichnet zum 14. Mal herausragenden Journalismus aus

Den mit 10.000 Euro dotierten 1. Preis des Otto Brenner Preises fĂŒr kritischen Journalismus 2018 erhalten die Autorinnen Pascale MĂŒller und Stefania Prandi fĂŒr ihre Recherchen “Vergewaltigt auf Europas Feldern”/”Er kommt am Abend” (BuzzFeed News/Correctiv, erschienen am 30. April 2018).

Pascale MĂŒller und Stefania Prandi haben nicht nur “die furchtbaren Bedingungen erforscht”, unter denen Frauen in den EU-LĂ€ndern Spanien und Italien Tomaten und Erdbeeren auch fĂŒr den deutschen Markt ernten.Weiterlesen…

QualitÀtsjournalismus: Wolf bei Putin

Es ist bedauerlich, dass das heute schon hervorhebenswert ist. Die Alten erinnern sich noch an Fritz Pleitgen oder Gerd Ruge, Journalisten, die heute beim WDR kein Volontariat mehr bekommen wĂŒrden, eine These von Pleitgen selbst. Sind wir von deren Journalismus verwöhnt? Warum haben sie heute kaum noch wĂŒrdige Nachfolger*innen? Ist es fĂŒr deutsche Sender nicht wenigstens ein bisschen peinlich, dass es uns heute wieder ein Österreicher vormachen muss?
Armin Wolf vom ORF, von der österreichischen Rechtsregierung bereits umfassend angefeindet,Weiterlesen…

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