Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Arte (Seite 1 von 4)

Bingewatch-Tipp / Bewerbungs-Interview

“The Pleasure Principle” / Max Eberl
Beim Zappen geriet ich Donnerstagsabends hinein und glotzte mich fest. Die internationale Koproduktion “The Pleasure Pinciple”, jĂŒngst von Arte ausgestrahlt, zeigte hierzulande unverbrauchte neue Gesichter, eine heisse Story, die durch den Wechsel der SchauplĂ€tze Ukraine, Tschechien und Polen jede Langeweile vermied. Die Geschichte bebildert den harten, gefĂ€hrlichen Kampf der Frauen im postsowjetischen WolfsrudelkapitalismusWeiterlesen…

Kriegsgefahren

WorĂŒber es sich lohnen wĂŒrde zu berichten und – öffentlich! – zu streiten
Stephan Russ-Mohl/bruchstuecke.info arbeitet seine kritische Position zum Herdenjournalismus in der Pandemie- und Trump-Berichterstattung weiter aus. Ich teile seine Kritik: zuviele wichtige Begebenheiten und Entwicklungen geraten unter die öffentliche Wahrnehmungsschwelle und schaffen zusĂ€tzliche Gefahren, bzw. bestĂ€rken deren “Fortschritt”. Der kurze zustimmende Kommentar von Ludwig Greven unter seinem Text, wie auch die ihm entgegengebrachte positive Nachfrage, Weiterlesen…

Eine Art Erdbeben

Feminismus ist Pop – oder frisst der Pop ihn auf?
Ja, es ist ein Distinktionsklischee, Sachen von Arte zu loben. Aber bitte, sehen Sie doch selbst. Was Élise Baudouin und ihr Team schon vor zwei Jahren als Dokumentation zusammengezaubert haben, unter dem Titel “Der neue Feminismus – Zwischen Pop und Marketing” schien mir Up To Date, und stellte die Herren Welke und Böhmermann am gleichen Abend in den Schatten. Der Film diskutiert mit zahllosen wahnsinnig schönen kĂ€mpfenden Frauen die in der UnterĂŒberschrift formulierte Frage.Weiterlesen…

Mediathek-Perlen & Quotenanbeter

DĂ€nische Miniserie und Musik-TV / WDR – der Umfaller-Sender
mit Update
“Killing Mike” wurde u.a. von FAZ und taz besprochen. Ich habe nachts mal linear reingesehen. Bei mir wurde eine Erinnerung an “Fargo” wachgerufen, das mir den Trump-Wahlsieg 2016 ungewollt verstĂ€ndlicher machte, durch alle Ritzen triefte der US-amerikanische Exzeptionalismus. Letzteres kennen die die DĂ€n*inn*en meines Wissens so nicht, sind in vielem aber nicht weniger konservativ,Weiterlesen…

Grosse Ossis

Gwisdek – Dresen – Witt
Grosses Gewese wurde dieses Jahr bereits in allen Medien gemacht, weil die DDR vor 30 Jahren von der BRD gefressen wurde. Nicht fĂŒr alle Ossis war das schlecht. Und nicht wenige haben zumindest meinen eigenen beschrĂ€nkten Westlerhorizont auf das Angenehmste erweitert. Einer davon war der soeben – am zu vielen Rauchen? – verstorbene Michael Gwisdek. Nicht, dass ich jetzt direkt Fan von ihm war – aber jeder Film, an dem er mitwirkte, wurde durch ihn eher besser, auch wenn nicht wenige billige dabei waren, vor allem nach 1990.Weiterlesen…

“Hochstimmung in Berlin”

von Dieter Bott
die selbst-ĂŒberschĂ€tzung der gruppe “demokratischer widerstand” des theater-regisseurs ANSELM LENZ aus berlin

1. der ĂŒberschwengliche TONFALL in den rundmails dieser
“idealistischen” GRUPPE fĂŒr die “RETTUNG DER DEMOKRATIE, DER MENSCHEN-
UND DER GRUNDRECHTE”_ erinnert mich an meine “naive” oberschĂŒlerzeit
—und an unsere parole “das grundgesetz ist ein gutes gesetz – man muss
es nur umsetzen” —

—in den 13-uhr-nachrichten heute samstag 29. august wird EBEN
berichtet, dass die polizei AB JETZTWeiterlesen…

Krieg gegen das Unbekannte

“Foxtrot” – ein starkes StĂŒck Israel gestern auf Arte
Das Wichtigste zuerst: nur eine Woche Mediathek! Kinoexpert*inn*en wissen lĂ€ngst Bescheid. Überall, wo der Film vorgestellt wurde, wurde er mit Preisen behĂ€ngt. Zu Recht. FĂŒr seinen Macher Samuel Maoz muss er ein grosses Abenteuer gewesen sein. Ein halbes Dutzend Produzent*inn*en aus drei LĂ€ndern benötigte er, um ihn zu realisieren. Das zusammenzutrommeln ist mitunter mehr Arbeit, als der eigentliche Dreh. Es hat sich gelohnt.Weiterlesen…

Karneval will Karneval ohne Karneval

„Der Straßenkarneval, der Kneipenkarneval, das sind so Elemente, die wir uns nicht vorstellen können“ soll der Herr Kuckelkorn, das ist so eine Art Bundeskanzler des kölschen Karnevals, gesagt haben. Er kann sich auch eine Hygienekonzept mit Abstandhalten und ohne Alkoholausschank vorstellen. Sowas Ähnliches, wie ein “Restaurantbesuch”. Das sei “auch eine Chance”, und zwar eine “grosse”. Tja, das ist wie mit dem Profifussball. Wer solche AnfĂŒhrer hat, kommt am besten ohne seine Fans aus.Weiterlesen…

Faule SĂ€cke

“Ein bisschen ĂŒberzogen kritisiert” habe er die, meint der alte Gerhard Schröder heute. Es könnten die Kinder sein, die selbst Ă€lteste SĂ€cke schlauer machen. Der alte Kerl wird heute portrĂ€tiert auf Arte von Torsten Körner. Von Letzterem halte ich recht viel, weil er mir durch durchdachte Medienkritiken auffiel. Ob er was zu zeigen weiss, was ich noch nicht weiss?
Viel Zeit bleibt ihm nicht (Mediathek nur einen Monat), weil ich dann zur Anstalt wechseln muss,Weiterlesen…

Sklavenhandel

Nein, dieses Mal soll es hier nicht um die deutsche Fleischindustrie gehen.
Heute Abend sendet Arte seinen Themenabend ĂŒber die Geschichte des Sklavenhandels. Diese Erinnerung an einen verbrecherischen Teil der Menschheitsgeschichte ist – vermutlich und hoffentlich – geeignet, zum besseren VerstĂ€ndnis gegenwĂ€rtiger politischer Auseinandersetzungen beizutragen. VerfĂŒgbarkeit in der Mediathek bis 4.9.
Ein Zentrum des gegenwĂ€rtigen Sklavenhandels ist gewiss das Kriegsgebiet Libyen.Weiterlesen…

Update fĂŒr Black Lives Matter

Warnhinweis: dieser Text fĂ€ngt im Niveau oben an, und steigt dann ab …
Medien, die noch ganz bei Trost sind, haben in den letzten Wochen zurecht die Frage aufgeworfen, was die global um sich greifende Parole “Black Lives Matter” am Mittelmeer noch wert ist. Sie ist so richtig gestellt, wie sie doch leider nur die OberflĂ€che, die sichtbare Erscheinung einer Politik ankratzt. Kai Koddenbrock/Jacobin hilft weiter. Er zeigt, wie die dritt- und zweitgrösste Kolonialmacht der jĂŒngeren Weltgeschichte sich eine herrschende Klasse in ihrer jeweiligen Kolonie kaufte, mit der Regierung beauftragte und ihr Angebote machte,Weiterlesen…

TV – der Schlaf siegt immer

Sportschau-Quoten sind kein RĂ€tsel – ein Superkoch macht wieder wach
Ein Selbstversuch mit klarem, aussagekrĂ€ftigem Ausgang. Warum guckt keine*r mehr Sportschau? Die Agenturen, die solche dummen Fragen stellen, lesen halt diesen Blog nicht. Um ganz sicher zu gehen, habe ich es gestern noch mal ausprobiert. Das erste Einnicken passierte mir unmittelbar nach dem Unentschieden des Zweitliga-Spitzenreiters Bielefeld in Karlsruhe. Das zweite dann bei Irgendwer gegen Hoffenheim. Wer will sowas sehen?Weiterlesen…

Medienperlen fĂŒrs Wochenendprogramm

Oliver Jungen/FAZ hat einen mir Ă€hnlichen Geschmack. Er preist die derzeit von Arte (donnerstags) ausgestrahlte und in der Mediathek vorgehaltene Miniserie “Aus der Spur” mit Eric Cantona in der Hauptrolle, die ich hier schon angekĂŒndigt hatte.
Wenn Sie an Italien nicht nur Ihren Rassismus ausleben wollen, sondern sich wahrhaftig fĂŒr das Land und seine Menschen interessieren,Weiterlesen…

Grosse Philosophen

KĂŒppi – Seesslen – Cantona
Wenn ich hier drei MĂ€nner empfehle, will ich nicht versĂ€umen zu erwĂ€hnen, dass die Corona-TagebĂŒcher in der 3sat-Kulturzeit, Dieter Botts “tĂ€glicher Sportschau”, die zuletzt von Damen aus Österreich und der Schweiz gestaltet wurden, immer absolut sehens- und hörenswert sind. KĂŒppi hat heute (4 min.), in dieser Reihenfolge, die Gangster vom Pay-TV-Schuppen Sky und der deutschen Autoindustrie fachgerecht in den Senkel gestellt.Weiterlesen…

Kontrollverlust-Pandemie

VernĂŒnftig und guter Stimmung bleiben – wer das heutzutage schafft, ist berechtigt sich KĂŒnstler*in zu nennen. Finde ich. Als ich diesen Blog startete, habe ich mir vorgenommen, solche Autor*innen zum Mitschreiben einzuladen, von denen ich persönlich weiss, dass sie noch alle Tassen im Schrank haben. Jetzt geraten wir in Lebenslagen, in denen wir uns selbst da nicht mehr sicher sein können. Darum seien Sie gewarnt: nicht alle Texte, die ich im Folgenden benenne, werden Ihre innere StabilitĂ€t stĂ€rken.
Am ehesten noch Margarete Stokowski/Sp-on, Weiterlesen…

Deutsches Fernsehen kann es (noch/doch)

Bad Banks (Staffel 2)
Ich mach es kurz. Ich habs analog auf Arte gesehen. Ich war froh, dass das Telefon nicht klingelte. Und hatte keine Lust, die Wohnung zu verlassen. Es hat mich gefesselt. Es ist keine Kritik des Kapitalismus. Sondern “nur” Kritik und Darstellung zugleich, was er mit den Individuen macht. Und zwar mit denen, die oben auf der Suppe schwimmen. Keine Systemkritik, aber ein Teil von ihr. Ich habe seit “1900” von Bernardo Bertolucci keinen Film mehr gesehen, der das System auf kĂŒnstlerische Weise perfekt dekonstruiert hat. Das wĂ€re zuviel verlangt;Weiterlesen…

Böse Geister in vielen GewÀndern

Am wenigsten versteht die Medienbranche von medialem Overkill. Wenn die alltĂ€gliche Arbeit eingestellt oder zurĂŒckgedrĂ€ngt wird, um das Volk mit staatlichen Gedenkfeierlichkeiten zu beschenken, wĂ€chst schnell Überdruss heran. Schon als Jugendlicher in den 70ern Ă€rgerte ich mich an Sonntagen im November, dass die Radiosender ihre Hitparaden ausfallen liessen, weil zwangsgetrauert werden sollte. An Karfreitagen gibt es gar politische WiderstĂ€nde gegen die herrschenden VergnĂŒgungsverbote. DarĂŒber wundern sie sich dann – die die es umsetzen. Bei mir entsteht so ein Überdruss z.B. bei Wintersport. SĂ€sse ich den ganzen Tag davor, stĂŒrbe ich an Langeweile. Weiterlesen…

Taken Down

Dieser Hinweis verbessert nicht Ihr Wohlbefinden – 100%-Spoilerwarnung
Die TrĂŒffelschweine von Arte sind dieses Mal in Irland fĂŒndig geworden. Sie haben mal wieder was gefunden, was in Deutschland offensichtlich nicht möglich ist zu produzieren. VordergrĂŒndig geht es um das Drama aus Versklavung und Prostitution nigerianischer FlĂŒchtlinge in Europa, in diesem Fall Irland. Im Hintergrund geht es um alles, was uns aktuell bewegt: Sexismus, Rassismus, unfĂ€hige europĂ€ische Staats- und “Sicherheits”-bĂŒrokratien, Folter und Ausbeutung bis zur Kante, an der der Tod wartet; aber auchWeiterlesen…

MĂŒnchen / Kolonialverbrechen

Ein MĂŒnchner in Berlin, das allein muss schon depressiv machen. Andreas RĂŒttenauer/taz ist von haus aus eigentlich Sportredakteur. AnlĂ€sslich eines merkwĂŒrdigen Denkmalsaktivismusses in seiner alten Heimat und der “Neuerscheinung” im Geschenkschuber seiner alten G’schichten beschĂ€ftigt er sich mit dem Werk Helmut Dietls (und seiner Clique), und damit zwangslĂ€ufig der Entwicklung dieser Stadt. Im Grossen und Ganzen teile ich RĂŒttenauers Sicht. Nur einige wichtige Eckchen bleiben unbeleuchtet.
Zum Einen ist es die Mediengeschichte, die bei Dietl berufsbedingt immer eine wichtige Rolle gespielt hat.Weiterlesen…

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