Beueler-Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Artenvielfalt

Bis zum Endsieg?

Die Agrochemie im Insektenkrieg – schafft Hunger um sich als “Lösung” anzubieten – der Rhein im Zentrum einer globalen Auseinandersetzung

Die Nahrungskette ist ökologisch kaum umstritten. Wirbeltiere inkl. Menschen sind oben – Insekten ziemlich weit unten. Letztere sind derzeit mitten im Aussterben. Verschiedentlich wird bereits die Dezimierung von Vögeln berichtet, die sich von ihnen ernähren. Neben dem Klimawandel ist es die Aggression des Menschen, vertreten durch die Agrochemie, die für Artenschwund und kommende Hungersnöte für Mensch und Tier sorgt. Weiterlesen

Wenn Grüne regieren

Besser, sich darauf einzustellen. Bonner*inne*n ist das schon seit 2009 vergönnt. Aber Bonn ist nicht sehr repräsentativ für die Republik, weder bei den Grünen noch gesamtgesellschaftlich. Der Anteil der Bildungsbürger*innen ist hier viel höher, und der der Grünen auch. Dennoch muss davon ausgegangen werden, dass die Grünen an der nächsten Bundesregierung, wann und wie auch immer sie zustande kommen wird, relevant beteiligt sein werden.
Ein wirklich wichtiges, grosses Bundesland, Baden-Württemberg, wird nun schon seit 2011 in wechselnden Koalitionen von den Grünen regiert. Ihr Ministerpräsident Winfried Kretschmann Weiterlesen

“Unsere” Landwirtschaft – unser Selbstmord?

Das PR-Desaster, das der industriehörige Deutsche Bauernverband und die ihn aushaltende agrochemische Grossindustrie über viele Jahre und Jahrzehnte angerichtet haben, ist so unermesslich, dass der Bauer von heute, der nur mit Mühe noch eine Gattin findet, seinen Kindern und Enkel*inne*n buchstäblich nichts mehr zu vererben hat, was die noch haben wollen würden. Das ist exakt das Szenario, das die #fridaysforfuture-Kinder ihren Eltern und Grosseltern vorwerfen.
Liebe Bauern, “liebe” Agrochemie. Euer Kreuzweg ist noch nicht zuende. Weiterlesen

Schneckenpost April von Slowfood Bonn

In weiterer tätiger Reue meines Slowfood-Karteileichen-Daseins:

Treffen des Bonner Ernährungsrates am Mittwoch, 18. April 2018 um 19.30 Uhr, Quartiersbüro Mackeviertel in der Vorgebirgsstr. 43
Bonn blüht und summt: Stand auf dem Frühlingsmarkt (Bonner Münsterplatz) am 21. April 2018 gemeinsam mit dem Amt für Stadtgrün. Slow Food Bonn unterstützt diese Initiative.
Frühlingserwachen im Vorgebirge – Fahrrad-Tour zu regionalen Kostbarkeiten am Sonntag, 29. April 2018 von 11.00 – 17.00 Uhr
Tafelrunde am Donnerstag, 17. Mai 2018 um 19.00 Uhr im Haus Müllestumpe, Weiterlesen

Kommentalweg – Baugrund für Schweden-Milliardäre?

Die Idylle um den Kommentalweg habe ich geliebt. Ein Trampelpfad, mit dem Fahrrad gut befahrbar, führte direkt von meinem Bäcker Schmitz in Schwarzrheindorf zum Bröltalbahnweg, durch Kleingärten und wilde Brombeeren. Verschiedentlich meldeten sich von den Zäunen an der Seite kleine Nutztiere. Da, wo jetzt die Bonava-Neubauten stehen, verbargen sich zwei kleine, etwas abgewrackte hexenhäuschenartige Anwesen, von wildem Gebüsch von der Niederkasseler Strasse abgeschirmt, die mal ein Kinderparadies gewesen sein könnten. Alles zusammen eine kleine Oase in der Stadt, die ich fast jeden Samstagvormittag vor dem Einkaufen genoss.

Das ist vorbei. Und ich bejammere es nicht. Ich bin dafür, mehr Wohnungen zu bauen. Denn wir haben in unserer Stadt Wohnungsnot. Das von mir beschriebene Gelände liegt im “Innenbereich” unserer Stadt. D.h. Versiegelung und Flächenvernichtung, Bedrohung von Artenvielfalt – das muss nicht mit Wohnbebauung vorangetrieben werden. Das Gegenteil kann der Fall sein. Es ist längst nachgewiesen, dass Städte, adäquat begrünt und mit Freiräumen, eine klar grössere ökologische Vielfalt ermöglichen als die heutige agroindustrielle Landwirtschaft.

Darum bin ich für dieses Wohnbauprojekt. Dennoch bleiben qualitative Fragen. Weiterlesen

Tansania – wie “unser” Kapital Land stiehlt

In dieser Woche beherrschen aus Afrika Frau dos Santos (“die reichste Frau Afrikas”) und Herr Mugabe (“kein Putsch”) die deutschen Schlagzeilen. Diese auch zuhause verhassten Superreichen machen es uns leicht, uns darüber zu erheben. Bei uns wird Ausbeutung und Raub dagegen doch viel geregelter und ziviler praktiziert – allerdings wird nur sehr geringfügig darüber berichtet.
Die unermesslichen globalen heimatlosen Kapitalströme ahnen, dass es mit der Landwirtschaft in Europa, noch dem grössten Etat der EU, zuende gehen wird. Das Ende der Artenvielfalt – danke Glyphosat! danke Bayermonsanto! – ist in Signalen erkennbar. Der Boden wird von unserer Agro- und Chemieindustrie noch zu Lebzeiten unserer Kinder zutode gedüngt sein. Ernährung, im industriellen Massstab und billig erzeugt, wird aber nachgefragt bleiben, solange es Menschen gibt. Wohin könnte ihre Produktion wandern?
Asien ist bereits weitgehend kapitalistisch vermachtet. An Russland lässt uns dieser Putin nicht ran; er und seine gierigen Oligarchen wollen sich lieber selbst bereichern als es “unseren” Investmentfonds zu überlassen. In Lateinamerika kommen immer wieder störende Linksregierungen dazwischen. Dort ist aber vieles – z.B. in Argentinien – bereits erschlossen, bzw. – z.B. in Brasilien – gerade dabei erschlossen zu werden (Regenwaldvernichtung, Tierfutter und Billigobst für Europa und USA, etc.). Bleibt noch das weitgehend unerschlossene Afrika. Beim G20-Gipfel in Hamburg war die Aufteilung bereits weitgehend besprochen worden.
Judith Fehrenbacher war für ein DLF-Feature, das Sie sicher nicht gehört haben, in Tansania und hat sich die Alltagspraxis einiger “Modellprojekte” angesehen. Es macht Hoffnung, dass die Tansanier*innen nicht doof genug sind, sich widerstandslos von “uns”, “unserem” Kapital, “unserer” Agroindustrie und unseren Regierungen, über den Tisch ziehen zu lassen.

Eisbären hellen Stimmung auf

Nachdem meine schlimmsten Voraussagen zum gestrigen Fußballabend alle eingetroffen sind, stellte sich für mich die Frage, wie meiner Stimmung aufgeholfen werden kann. Die Artenvielfalt wurde es. Schon länger weisen Ökologen darauf hin, dass die in der Stadt größer ist als auf dem Land. “It’s the economy, stupid!” – das liegt an der Wirtschaft, der Landwirtschaft. Die ist nun schon seit vielen Jahrzehnten auf Standardisierung, Industrialisierung, Renditesteigerung und Kostensenkung ausgelegt, also Kapitalismus, was gestern im Kauf Monsantos durch den Leverkusener Bayer-Konzern (gestern einen 2:0-Vorsprung gegen einen Mittelklassegegner im eigenen Stadion verspielt) gipfelte.

Die Artenvielfalt verbindet sich mit Schadenfreude. Der Schaden ist weit genug weg und trifft in dieser konkreten Handelsblatt-Geschichte die bösen Russen. Aber ist das nicht ein netter Scherz der Biologiegeschichte? Nicht nur Füchse und Wildschweine machen es sich in unseren Vorgärten und Hinterhöfen gemütlich, die Eisbären tun es auch. Und sie gehen erst wieder weg, wenn ihnen wieder zugefrorene Eisflächen angeboten werden.

Zum Stimmung-aufhellen hier ausserdem ein Link zur sozialökologischen Problematik der Liebesschlösser-Massen.

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