Thema: Arter

Kunst, Ökologie und Imagetransfer

Von , am Samstag, 12. Oktober 2019, in Genuss, Politik.

Boykottaufruf: In Istanbul werfen Künstler- und Umweltinitiativen den Sponsoren der 16. Istanbul-Biennale vor, an der Umweltzerstörung zu verdienen, vor der die Biennale warnt

Das Skelett eines Büffels auf einem grauen Sockel aus Beton. Ozan Atalans Arbeit „Monochrome“ ist eine der wenigen Arbeiten der Anfang September eröffneten Istanbul-Biennale, die sich mit Umweltzerstörung in der Türkei konkret beschäftigt. Trotz Kriegs, es gibt in der Türkei auch zivilgesellschaftliche Auseinandersetzungen. Gerade der französische Kurator Nicolas Bourriaud wollte die von ihm verantwortete Biennale ganz dezidiert in den Kontext der globalen Umweltzerstörung stellen. Weiterlesen

Biennale in Istanbul – Das fünfte Element

Von , am Dienstag, 17. September 2019, in Genuss, Politik.

Das Kunstevent eröffnete in Istanbul unter dem Motto „The Seventh Continent“. Vielen Werken fehlt jedoch die Dringlichkeit.

Ein riesiger runder Schlammberg, in dem seltsame Reste auftauchen: Ein skelettierter Schädel, die Tonfigur eines schlafenden Menschen, Bruchstücke von Fundamenten. Claudia Martínez Garays Arbeit „The Creator“ wirkt wie eine verlassene Ausgrabungsstätte. Zu welcher untergegangenen Kultur könnten diese Fundstücke gehört haben?

Das Gefühl von Dystopie, des Endes aller Zivilisation war allgegenwärtig auf der 16. Istanbul Biennale, Weiterlesen

Erdogan/AKP-Regime: jetzt gehts gegen die Kunst

Von , am Mittwoch, 17. Januar 2018, in Genuss, Politik.

von Ingo Arend
Mit der Verhaftung des Kunstmäzens Osman Kavala ist nun auch die liberale Kunstszene in der Türkei im Visier.

Ein feuerroter Drache, der einen Phönix küsst, türkisfarbene Pfauen schweben neben Regenbogenschlangen, friedlich umschwirren sich blaue Fische, ein gefleckter Panther und ein grün schillerndes Krokodil. Immer wieder bleiben Passanten dieser Tage auf Istanbuls Einkaufsmeile İstiklâl Caddesi staunend vor dem kunterbunten Zoo aus Stofftieren stehen, der im Erdgeschoss des Kunsthauses Arter aufgebaut ist.

„Animal Kingdom“ hat die türkische Künstlerin Canan die farbenfrohe Installation genannt, die in ihre Schau „Behind Mount Qaf“ einlädt. Vielleicht ist es die Aussicht auf die Idylle, die so viele Besucher in das private Museum lockt. Der Berg aus der persischen Mythologie gilt als Ursprung der Erde, der nur nach langer, beschwerlicher Reise zu erreichen ist. In der Jetztzeit der türkischen Diktatur wird er plötzlich zum Symbol für den Weg vorwärts, aller Verzweiflung zum Trotz.

Denn weiter entfernt von einer Welt, in der Löwen zu Lämmern werden, könnte die Türkei derzeit kaum sein. Weiterlesen