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Schlagwort: AS Monaco

Favre – der Ergebnistrainer

Ein Spektakel war das nicht. Das Ergebnis sieht besser aus als das Spiel. Aber im realexistierenden leistungssportlichen Kommerzfussball macht Lucien Favre beim BVB (fast) alles richtig. Riskant aber sympathisch geblieben ist an ihm, dass er sich schlecht als Spielkamerad der Boulevardmedien eignet und knochentrocken das Mitspielen verweigert. DafĂŒr wirkt er auf seine Spieler, die eingesetzten, sichtbaren Spieler wie ein Zaubertrank.
Gestern war ich nach der ersten Halbzeit versucht, meine Fussballkneipe zu verlassen.Weiterlesen…

Borussia – Boateng – Balotelli – Togo

Jetzt nicht durchdrehen, fĂŒr ein paar Stunden Dritter und auf einem Champions-League-Platz, dritter AuswĂ€rtssieg in Serie von einstigen “AuswĂ€rtsdeppen”, TabellenfĂŒhrer der konzernunabhĂ€ngigen Vereine. Es sind noch 19 Punkte bis zu den Klassenverbleib sichernden 40. Seht nur den Saisonverlauf des – börsennotierten – BVB!

Ich erinnere mich noch gut an ein Heimspiel 1995 gegen den spĂ€teren deutschen Meister (noch mit Sammer) BVB am Bökelberg. Wir lagen 1:3 zurĂŒck, und hatten schon alle Hoffnung fahren lassen. Auf der GegengeradentribĂŒne stand wenige Reihen hinter mir ein Gladbach-Fan der in einem unaufhaltsamen kritischen Wortschwall ĂŒber unseren angeblich lauffaulen eigenen schwarzen schwedischen MittelstĂŒrmer Martin Dahlin herzog. Die Pointe des Spiels war,Weiterlesen…

BVB & Favre: Geld allein macht nicht glĂŒcklich

…. es erlaubt nur auf angenehme Weise unglĂŒcklich zu sein. Ist es das, was Lucien Favre noch braucht? Ich glaube nicht. Ein sehr engagierter BVB-Fan erzĂ€hlte mir diese Woche, er verliere die Lust am Profifussball, wenn er “das” sehe. Auch mich haben diese Anwandlungen diese Saison oft befallen. Der Overkill ist nah.

Sogar der Fussballkonzern aus dem sĂŒddeutschen Raum musste diese Saison lernen, dass es Leute gibt, Philipp Lahm und Max Eberl, die seine Angebote ablehnen können. Die BVB-Aktiengesellschaft hielt es nun fĂŒr nötig, mit Durchstechereien von BILD bis Freddie Röckenhaus (SZ) gegen ihren Trainer Tuchel zu intrigieren, unmittelbar vor der Entscheidung um einen sicheren Champions-League-Platz, und vor dem Pokalfinale. Wer auf diese Methoden angewiesen ist, zeigt damit in erster Linie seine SchwĂ€che und InstabilitĂ€t.

Das wird auch einem klugen Trainer wie Lucien Favre nicht verborgen geblieben sein.Weiterlesen…

Gnadenlos gegen junge MillionÀre

Angenommen, gestern trachtete Ihnen jemand nach dem Leben, Glassplitter flogen Ihnen um die Ohren, ein Arbeitskollege von Ihnen verletzte sich dabei ernsthaft. Was fĂŒr einen Fussball wĂŒrden sie 20 Stunden spĂ€ter auf den Platz bringen?
Den Gedanken machten sich einige Großschnauzen in meiner Fussballkneipe heute nicht, die ĂŒber die zweifellos sichtbaren UnzulĂ€nglichkeiten des BVB, vor allem in der 1. Halbzeit, lĂ€sterten. Sie haben ja auch sonst nix, ausser ihrem Pils.
Moralisch hat sich die Mannschaft des BVB in der 2. Halbzeit auf jeden Fall rehabilitiert. Ein Unentschieden war möglich, die eingewechselten Pulisic und Sahin brachten exakt die erforderliche MentalitĂ€t fĂŒr eine erkĂ€mpfte spielerische Wende mit, und bereiteten ein Tor beim 2:3 gemeinsam vor. Aber der Gegner AS Monaco war heute keine Wald-und-Wiesen-Mannschaft, sondern der französische TabellenfĂŒhrer.
Die 19,20-25-jĂ€hrigen MillionĂ€re in den kurzen Hosen, die in jungen Jahren schon teure Spielerberater, Spielerfrauen, Eltern und andere Verwandte ernĂ€hren und ihnen Arbeit geben mĂŒssen, bestimmen die Spielregeln nicht. Sondern die mafiösen MilliardĂ€re, denen TV-Sender, Ligen, Fussballorganisationen und Vereine gehören. Es war anstĂ€ndig vom Murdoch-Angestellten Dittmann (Sky), der vor dem Spiel fĂŒr eine Verlegung um wenigstens eine Woche plĂ€dierte. Aber das hĂ€tte den Rahmenterminkalender seiner Bosse so durchgeschĂŒttelt, neenee, was das alles wieder gekostet hĂ€tte.
Die Dortmunder sollten es als Ehre ansehen, dass sie mit solchen Spielregeln Probleme haben. Als Menschen macht sie das bedeutender, als es eine Halbfinalteilnahme in der Gazprom-Champions-League könnte. Und die ist zwar nicht mehr wahrscheinlich; aber möglich ist sie noch.

Update 13.4.: Eine gut informierte Analyse zur Lage in der BVB-Fanszene liefert Freddie Röckenhaus in der SZ.
Update 14.4.: weitere relevante Informationen in diesem taz-Bericht von Sebastian Weiermann.

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