Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: (a)Soziale Netzwerke (Seite 1 von 2)

Mediendialektik

Ein Virus und die sog. “Elite”
Sonntag war ich bei meinem Arzt. Ich hatte nichts, nur zum FrĂŒhstĂŒcken. NatĂŒrlich habe ich nach dem “neuen Virus” gefragt. Er erklĂ€rte mir als Nichtfachmann: “Ist so Ă€hnlich wie eine normale Grippe”. Was ich immerhin von ihm in 21-jĂ€hriger gemeinsamer WG-Zugehörigkeit gelernt habe, war, dass eine “Grippe” sich unterscheidet von dem, was wir alle schon oft als “Grippe” gehabt haben: Husten, Schnupfen, erhöhte Temperatur, Kopfschmerzen und Appetitlosigkeit sind – meistens – nur ein “grippaler Infekt”. Grippe dagegen kann gefĂ€hrlich, und sogar kriegsentscheidend sein.Weiterlesen…

Schlagzahl der NiederschlÀge

Am SZ-Leitartikel von Ferdos Forudastan habe ich heute nichts auszusetzen – ausser natĂŒrlich, dass es immer viel zu ergĂ€nzen gibt. Richtig hebt sie u.a. hervor, dass eine wachsende Zahl von Menschen nicht bereit ist, sich selbst noch ein Politiker*innen*leben zuzumuten. Es sind nicht die DĂŒmmsten. Richtig hebt Ferdos auch die “Schlagzahl” hervor, mit der im selbstreferentiellen Mikrokosmos Hauptstadtberlins ausgeteilt wird.Weiterlesen…

Die große Gereiztheit – zivilisiert streiten

Der kommunikative Klimawandel ist in vollem Gange. Jeder von uns verbreitet in sekundenschnelle News und niemand kann ad hoc sicher sein, dass diese Nachrichten der RealitĂ€t entsprechen. “Das ist die grĂ¶ĂŸte Revolution seit der Erfindung des Buchdrucks,” meint der TĂŒbinger Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen.

Der Streit und die Auseinandersetzung sind das zentrale Element der Demokratie. Aber Streit um des Streits willen gehört nicht dazu. Festzustellen ist, dass die Konsensgesellschaft am Ende ihrer Existenz angekommen ist.

Die traditionellen Leitmedien haben an Bedeutung verloren und kĂ€mpfen um ihr Überleben. Als Folge dieser EntwicklungWeiterlesen…

Ein Meilenstein fĂŒr die BĂŒrgerrechte

Die neue Datenschutz-Grundverordnung erscheint kompliziert, ist aber wirtschaftsfreundlicher, als viele glauben und manche behaupten. FĂŒr die aktuelle Verunsicherung sind mangelnde Information, halbherzige Umsetzung und eine unfĂ€hige Datenschutzbeauftragte verantwortlich. Die kompliziert klingende Verordnung macht es Datensammlern schwerer, AusspĂ€hung transparent und hilft den BĂŒrger*innen, ihre enteigneten und ausgespĂ€hten persönlichen Daten zurĂŒck zu holen. Der Prozess ihres Zustandekommens ist ein LehrstĂŒck fĂŒr Demokratie und eine Sternstunde des EU-Parlaments. Die EU kann dadurch zum Leuchtturm der Freiheitsrechte werden, wĂ€hrend sich China und Russland in immer perfektere Überwachungsdiktaturen verwandeln und die USA so im Griff von privaten Datenkraken zappeln, dass diese möglicherweise sogar das Wahlergebnis Trumps manipulieren konnten.

Nun ist sie endlich in Kraft getreten, nach zwei Jahren Übergangsfrist, die EuropĂ€ische Datenschutz-Grundverordnung. Ein Tag zum Feiern.Weiterlesen…

DuMont macht dicht – Demokratieabbau live

Nachdem sich die Bonner Verlegerfamilie Neusser durch Verkauf an die Rheinische Post Cash gemacht und in die BĂŒsche geschlagen hat, tut nun auch die Erbengemeinschaft DuMont in Köln einen grossen Schritt in diese Richtung. Das Nachsehen haben wie immer die BeschĂ€ftigten.
DuMont stellt zunĂ€chst die Hauptstadtberichterstattung fĂŒr alle seine BlĂ€tter ein, und kauft die demnĂ€chst beim Haus Madsack in Hannover. Ex-DuMont-Chefredakteur Uwe Vorkötter beschreibt hier im Branchendienst Horizont diesen Vorgang. Medien sind den Lokalpatrioten ja meistens egal, aber trotzdem Köln, tiefer sinken geht kaum:Weiterlesen…

Plattformkapitalismus: Pflege

Gestern morgen dachte ich, da ist dem Startup-Unternehmen Careship ja ein feiner PR-Coup gelungen: ein langer redaktioneller, werbeĂ€hnlicher Artikel im Handelsblatt. Als ich dann nachmittags zum Abfassen dieses Textes den archivierten Link erneut anklickte, musste ich feststellen: jetzt war der Artikel vom Handelsblatt hinter einer Paywall vermauert (und ist darum hier nicht verlinkt). Was mag die Redaktion dazu bewogen haben? Meine Hypothese: anknĂŒpfend an den im Text artikulierten Gedanken „Pflege ist Vertrauenssache“ ist es vielleicht suboptimal, darauf bezogene Überlegungen zur ProfitabilitĂ€t und RentabilitĂ€t eines „Wachstumsmarktes“ vor einer ĂŒbertrieben grossen Öffentlichkeit auszubreiten.Weiterlesen…

Kommt jetzt das “Deutsche Facebook”?

KĂŒppi hat sich vorgestern noch zurecht lustig gemacht ĂŒber die SchlĂ€frigkeit deutscher, und öffentlich-rechtlicher Medienpolitik. Wenn es aber mehr als ein GerĂŒcht ist, dass der Intendant des Bayrischen Rundfunks und amtierende ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm (und ehemalige Merkel-Regierungssprecher, CSU) sowie der ehrenamtliche PrĂ€sident des Bundesverbandes der Zeitungsverleger Mathias Döpfner, im Hauptberuf Boss des Springer-Konzerns, darĂŒber enrsthaft strategisch sprechen wollen, dann wĂŒrde aus der Juxerei ĂŒber die Penner Ernst. Weil das Risiko fĂŒr einen teuren und politisch gefĂ€hrlichen Alptraum steigt.

Warum sollten Wilhelm und Döpfner das tun? Sie mĂŒssen ein Kriegsbeil zwischen den von ihnen reprĂ€sentierten Lobbyorganisationen begraben. Wie geht das? Durch einen gemeinsamen Feind. Doch was kommt dann unten raus?Weiterlesen…

#DeleteFacebook – Warum soziale Netzwerke dezentralisiert werden mĂŒssen

Roland Appel ist ein Datenschutz-Dinosaurier. Und das ist ein echtes Kompliment! Ich habe ihn kennengelernt, als er in den frĂŒhen achtziger Jahren gegen die VolkszĂ€hlung agitiert hat und seitdem immer in meiner Leseliste behalten. Dass er in seinem – ĂŒberaus lesenswerten – Beitrag zum jĂŒngsten Datenschutz Skandal bei Facebook (Cambridge Analytica) aber auf keine bessere Idee gekommen ist, als Alternative fĂŒr ein nach kapitalistischen Prinzipien organisiertes (A)Soziales Netzwerk (Facebook) ein anderes, ebensolches (Xing) zu empfehlen, weil dort immerhin deutsche Datenschutzstandards eingehalten werden mĂŒssen, zeigt uns, dass auch Roland noch dazulernen kann.

Auch, der von mir durchaus geschĂ€tzte Ex-Pirat und jetzige Sozi, Christopher Lauer, hat den Cambridge Analytica Skandal und Mark Zuckerbergs Reaktionen darauf zum Thema eines Gastbeitrages im Tagesspiegel gemacht – um dort, tatsĂ€chlich sozialdemokratischer Tradition folgend, geradezu haarstrĂ€ubend falsche SchlĂŒsse zu ziehen.Weiterlesen…

Der Krieg lĂ€uft schon – und kommt nĂ€her

Nicht nur der Handelskrieg. Thomas Pany/telepolis beschrieb gestern, wie sowohl die Trump-USA als auch Merkel-Deutschland die kriegfĂŒhrende saudi-arabische Feudaldiktatur fortgesetzt mit modernsten Waffen beliefern, mit denen diese seit drei Jahren Völkermord im Jemen betreibt. In einem weiteren Text referiert Pany einen arabischen Banker, der die scheinbar bewusstlose konfliktverschĂ€rfende Politik der meisten arabischen Regimes kritisiert.
Thomas Konicz/telepolis macht auch keine Hoffnung. Im Gegenteil: der Kapitalismus ist zu produktiv fĂŒr sich selbst, die neoliberale Globalisierung schlĂ€gt um in autoritĂ€r-reaktionĂ€re Herrschaftsformen. Der Handelskrieg dieser Herrscher kann jederzeit militĂ€risch eskalieren, und uns als Menschen sehr, sehr weit zurĂŒckwerfen.
Ray McGovern (CIAler im Ruhestand, in deutscher Übersetzung der nachdenkseiten) gibt einen Einblick in die brutalen BĂŒrgerkriege innerhalb der US-Administration zwischen Trump-Leuten und Clinton-nahem FBI.
Matthias Holland-Letz/Carta/Der Journalist war in der Ukraine und hat sich ein dortiges Medienzentrum im BĂŒrgerkrieg angesehen.
Ebenfalls bei Carta: ein GesprĂ€ch ĂŒber die politischen Beherrschungsversuche der “(a)sozialen Netzwerke”.

Asoziale Netzwerke sind asoziale Netzwerke!

Seit einigen Jahren schreibe ich mir als DatenschĂŒtzer die Finger wund, versuche seit drei Jahren zumindest das “Jungdemokraten-Oldienetzwerk” – eigentlich politisch liberale, erfahrene, bĂŒrgerrechtlich bewusste Menschen – davon zu ĂŒberzeugen, dass Facebook ein asoziales Netzwerk ist, das man verlassen muss, weil es Menschen ausspĂ€ht und zu Objekten macht, weil es zutiefst demokratiefeindlich ist. Weil es aufgrund seiner Algorithmen, die auf Profitmaximierung durch Manipulation von Zielgruppen, denen immer das angeboten wird, was sie hören wollen, ausgerichtet ist, die Gesellschaft spaltet. Weil es damit Parallelwelten, die Fakenews und LĂŒgen von AfD und PEGIDA, die der Salafisten und Verschwörungstheoretiker nicht nur ermöglicht hat, sondern immer weiter bestĂ€rkt.Weiterlesen…

(Daten-)Oligarchen im Krieg miteinander

SpektakulĂ€rer ist heute Nicolas Sarkozy. Der hat seine KĂ€uflichkeit so wenig verborgen wie Gerhard Schröder. KĂŒrzlich sass er noch in der Champions League neben dem katarischen Prinzen und Europas oberstem Baumafioso Fiorentino Perez. Und heute im Knast. Von solch einer Nachricht geweckt zu werden, versĂŒsst einem den Tag.

Seit einigen Tagen werden wir bereits darĂŒber unterrichtet, dass die Konzerne Facebook und Cambridge Analytica sich öffentlich um ihre Daten streiten. Da war doch was? Richtig. Vor ĂŒber einem Jahr haben wir schon darĂŒber berichtet (z.b. hier und hier; der damalige Text der Schweizer Zeitschrift “Magazin” ist jetzt leider hinter einer Paywall verborgen).

Peter Schaar machte heute im DLF auf die im Mai inkrafttretende EuropĂ€ische Datenschutzverordnung aufmerksam.Weiterlesen…

Die Kommerzialisierung menschlichen Vertrauens

“Influencer” ist von Professor Anatol Stefanowitsch zu einem “Anglizismus des Jahres” gekĂŒrt worden. Influencer sind Leute, die ihr Geld damit verdienen, ihre Person und GlaubwĂŒrdigkeit fĂŒr Kommerzzwecke zu prostituieren. Angesichts des rapiden AuflagenrĂŒckgangs der Tageszeitungen und Illustrierten sind viele Konzerne auf der Suche nach neuen Formen der Werbung. Dabei stellen (a)soziale Netzwerke nach Meinung der Marktforscher inzwischen ein interessantes Werbemedium dar. Influencer sind Leute,Weiterlesen…

Deutschland verschlÀft die Digitalisierung

von Rainer Bohnet

“Wo sind die Politiker?”, fragt der Deutschandfunk. Auf dem Kongress des Chaos Cumputer Clubs in Leipzig sucht man die Politik vergebens. Lediglich das grĂŒne Urgestein Hans-Christian Ströbele gab dort seine Aufwartung und referierte ĂŒber die NSA und Edward Snowden.

Deutschland verschlĂ€ft die Digitalisierung. Der Vorsprung der USA und Chinas ist mittlerweile so groß, dass er kaum mehr einzuholen ist. Die Datenkraken Google, Facebook, Twitter und Amazon dominieren den globalen Online-Markt. Und China perfektioniert die TotalĂŒberwachung seiner Bevölkerung mit einem Punktesystem.

Bei uns scheitern bereits relativ profane Projekte wie das Lkw-Mautsystem oder der elektronische Personalausweis. Zur Ehrenrettung der Akteure in Deutschland darf allerdings nicht verschwiegen werden, dass es bei uns glĂŒcklicherweise einen relativ umfangreichen Datenschutz gibt, an den sich die globalisierten EDV-Konzerne kaum halten.

Die Digitalisierung greift massiv in unser Privat- und Arbeitsleben ein. Es gibt Szenarien, in denen eine Umwandlung oder sogar der Verlust von rund 50 % aller ArbeitsplĂ€tze prognostiziert wird.Weiterlesen…

Öffentlich-rechtliches Internet?

von Rainer Bohnet

Ein öffentlich-rechtliches Internet? Das bringt der Publizist Dr. Serge Embacher in einem Interview mit der Stiftung Mitarbeit ins GesprĂ€ch. Wenn ich mir vergegenwĂ€rtige, dass das weltweite Internet in der Hand privater Konzerne ist, komme ich ans GrĂŒbeln. Denn die Konzerne haben in der Regel das Gemeinwohl nicht im Sinn, sondern den Gewinn und den Zugriff auf Daten von Milliarden von Menschen rund um den Globus.

Die Handlungsmöglichkeiten des Staates gegen Hass und Fakes sind sehr begrenzt. Denn was sollen nationale Gesetze gegen internationale Konzerne ausrichten? Facebook, Google und Co. sind Ă€ußerst clever und geschĂ€ftstĂŒchtig. Sie entziehen sich weitgehend der Kontrolle und dem Einfluss der nationalen Behörden und der Nutzerinnen und Nutzer.

Serge Embacher fragt, warum man keine demokratischen RĂ€ume schafft, in denen die elektronischen Welten demokratischen QualitĂ€tsstandards entsprechen mĂŒssen.Weiterlesen…

Mit einer guten Sache gemein machen – Medienkritik vs. asoziale Medien

von Christian NĂŒrnberger / Otto-Brenner-Stiftung
Keynote zur medienpolitischen Tagung / Verleihung des Otto-Brenner-Preises am 21.11. in Berlin

1 Von der Informations- zur Desinformationsgesellschaft

Zwischen 2014 und 2016 ist auf die deutschen Medien die heftigste Medienkritik niedergeprasselt, die es je gegeben hat. Dann aber wurde der Fakenews-Produzent Donald Trump US-PrĂ€sident, und gleichzeitig begann sich herumzusprechen, dass die grĂ¶ĂŸten Desinformations-Schleudern nicht die Mainstream-Medien sind, sondern die tausend Plapper-Foren in den sozialen Medien und die Propaganda-und Fakenews-Fabriken in Russland. Retten wird das die Medien trotzdem nicht, denn

2 Das Raumschiff Erde gleitet gerade von der Guten- in die Zuckerberg-Galaxis

Und gerade dort, in der Zuckerberggalaxis, verhungern die Medien. Der Geldstrom, der einst aus der Werbung in die Zeitung und das Privatfernsehen floss, fließt jetzt zu den vier großen Big-Data-Konzernen, vor allem zu Facebook und Google.

3 Kommt ein Narrenschiff gefahren …

Die solchermaßen in ihrer Existenz bedrohten Verlage haben darauf zuerst zu spĂ€t, anschließend falsch reagiert, und sind dann auch noch von einem Narrenschiff gerammt worden. Auf dem Schiff tummelte sich das zu Verschwörungstheorien neigende, an Fakenews und alternative Fakten glaubende Aluhut- und Pegidavolk und rief LĂŒgenpresse und Haut die Presse auf die Fresse.

Rund zwei Jahre lang wurde von diesem Schiff aus auf die Presse geschossen wie noch nie. Aber nur dank des Echoraums der mittlerweile erfundenen sozialen Medien konnte die LĂŒgenpresse-LĂŒge eine so hohe Aufmerksamkeit erzielen, dass die beschimpften Journalisten zuletzt selber glaubten und schrieben, dass ihnen niemand mehr glaube.Weiterlesen…

Populismus und asoziale Medien

Seit Jahren haben kritische Journalist*innen und Autoren wie Sascha Adamek (Die Facebook-Falle), Constanze Kurz, Markus Beckedahl, Rena Tangens, um nur einige zu nennen, auf die Gefahren der asozialen Netzwerke hingewiesen, deren Werbeeinfluss die eigentliche Basis ihrer Macht ist und deren Algorithmen Gesellschaft und Demokratie zerrĂŒttend wirken, inden sie keinen gesellschaftlichen Dialog, sondern die perpetuierte EigenbestĂ€rkung und SelbstbestĂ€tigung ihrer Rezipienten organsieren. Die Auflagen der klassischen Medien wie Zeitung und Zeitschrift, aber auch der Nutzungsgrad öffentlich-rechtlicher Medien gehen drastisch zurĂŒck, weil Politik und klassische Medien es nicht verstanden haben, dass die asozialen Medien die TotengrĂ€ber der demokratischen Öffentlichkeit sind. Stattdessen prĂŒgeln die Verleger auch noch auf dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk herum, möchten ihn am liebsten verdrĂ€ngen und der, wie die jĂŒngste MinisterprĂ€sidentenkonferenz zeigt, spart sich selbst kaputt. Wie zwei Zwerge, die sich im Angesicht eines Riesen um die Vorherrschaft im Schrebergarten zanken. Populisten aller Lager, Trump, LePen, Geert Wilders, die FPÖ und AfD klatschen Beifall. Es wird Zeit, dass die Medienpolitik geeignete Maßnahmen formuliert und umsetzt, das Internet zu zivilisieren und den asozialen Medien soziale Medien entgegenzusetzen, die diesen Namen verdienen.

Mehr traurig als amĂŒsant ist es, – am schönsten klingt es nach Sendungen ĂŒber Datenschutzprobleme bei Google und Facebook, aber auch nach Politiksendungen, – wenn ARD oder ZDF regelmĂ€ĂŸig darauf hinweisen, dass man sich auch ihrer Facebook-Seite oder bei “Twitter” an der Debatte beteiligen möge. Sie machen also tatsĂ€chlich stĂ€ndig Werbung fĂŒr ihre TotengrĂ€ber und natĂŒrlichen Feinde. Sie haben nicht verstanden, wie etwa Facebook grob vereinfacht funktioniert: Alle Nachrichten, die dort gepostet werden, werden nach Einstellungen der Nutzer kategorisiert. Weiterlesen…

Die InternetglĂ€ubigkeit der NRW-GrĂŒnen

Die Aufarbeitung der Wahlniederlage der GrĂŒnen ist im vollen Gange. VielfĂ€ltige Probleme leisteten zum Niedergang der Zustimmungswerte der Ökopartei in Nordrhein-Westfalen ihren Beitrag. Da war allen voran die Bildungspolitik, mit der in den letzten Jahrzehnten keine Partei in keinem Bundesland einen Blumentopf gewinnen konnte: Nichts ist so umstritten, weil jeder mal SchĂŒler war oder Eltern ist, und meint, etwas von der Sache zu verstehen. Dass Ralf JĂ€ger als Innenminister zum MĂŒhlstein um den Hals nicht nur der SPD, sondern der ganzen Koalition wurde, hĂ€tten die GrĂŒnen nur durch eine konsequente Distanzierung von JĂ€ger vielleicht mindern können. Einen solchen Schritt trauten sich jedoch die jahrelang von ihrem Chef Reiner Priggen auf Stromlinienförmigkeit getrimmten FraktionĂ€re aber offensichtlich nicht zu.

Warum, so fragen sich unbedarfte Beobachter, wurden der von Umweltminister Johannes Remmel vorangetriebene Ausstieg aus der Kohle, die Verkleinerung von Garzweiler II, der Kampf gegen Monsanto und den Mißbrauch von Antibiotika nicht breiter thematisiert? Warum wurden die im Mainstream umstrittenen aber eindeutig grĂŒnen Erfolge von Gesundheitsministerin Barbara Steffens im Nichtraucherschutz, der Drogenpolitik und dem Gleichstellungsgesetz nicht im Wahlkampf kommuniziert? Wodurch kam es zu einer Entpolitisierung des Wahlkampfs, der Werbefachleute urteilen ließ, die FDP habe im Vergleich zu den GrĂŒnen die um 20 Jahre modernere und politischere Wahlkampagne?Weiterlesen…

Big Data, Immobilien – Privateigentum ist nicht die Lösung

Die meisten glauben, die Nutzung von Facebook, Google oder App-Stores sei umsonst. Kinderglaube. Die WĂ€hrung der Zukunft, selbst dann, wenn das Bargeld mal abgeschafft werden sollte, sind Daten. Oder was glauben Sie, wie die Jungs im Silicon Valley MilliardĂ€re geworden sind? Aber Hetzen gegen ihren unverdienten Reichtum ist billige Ablenkung von Politik. Der Autor Thomas Wagner hat dazu ein Buch geschrieben und die Junge Welt veröffentlichte heute die Einleitung. Wer von “sozialer Gerechtigkeit” schwafeln will, und das werden in den nĂ€chsten Monaten viele tun, der sollte hierzu in den Schwitzkasten genommen werden.

Das gilt vergleichbar fĂŒr den Privatbesitz von Grund, Boden und GebĂ€uden, mindestens in grossstĂ€dtischen BallungsrĂ€umen. Grund und Boden sind nicht produzier- und vermehrbar.Weiterlesen…

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