Thema: Bahnhöfe

Züge oder Immobilien – die Bahn auf dem Irrweg

Von , am Samstag, 27. Januar 2018, in Beuel & Umland, Politik.

von Rainer Bohnet

Die Deutsche Bahn AG ist der größte Grundstückseigentümer Deutschlands. Kein Wunder. Denn rund 40.000 km Gleisnetz, große Bahnhöfe und unzählige Gebäude liegen bzw. stehen auf Grundstücken, die der Bahn gehören. So richtig wurde dies erst 1994 klar, als die Bahnreform in Kraft trat. Denn zum 01. Januar 1994 wurden die Bahngrundstücke in betriebsnotwendige und nichtbetriebsnotwendige Immobilien eingeteilt. Die ersteren verblieben bei der DB, die letzteren gingen in die Obhut des Bundeseisenbahnvermögens (BEV), einer Bundesoberbehörde mit Sitz in Bonn, über, die neben diesen nichtbetriebsnotwendigen Grundstücken auch die Beamten der DB verwaltet.

Innerhalb des DB-Konzerns wurden die Immobilien anfangs selbst verwaltet. im Jahr 2002 gründete die DB die Aurelis Real Estate und 2003 veräußerte sie 30,4 Mio. m² ehemals bahngenutzter Flächen an diese Firma. Seit 2007 ist die Deutsche Bahn AG an der Firma Aurelis nicht mehr beteiligt. D.h., die Grundstücke und Gebäude im Portfolio der Fa. Aurelis gehören seitdem zu 100 % einer Privatfirma und nicht mehr einem staatlichen Unternehmen oder der Bundesrepublik Deutschland. Weiterlesen

Pendlerprotest im Norden grüsst “Schwarze Null”

Von , am Donnerstag, 26. Oktober 2017, in Beuel & Umland, Politik.

Gibt es in Schleswig-Holstein schon Oberleitungen? Als ich mir Sylt noch leisten konnte, endeten sie an der Hamburger Stadtgrenze. Heute, in der Immobilienblase kann sich kein normaler Mensch mehr Sylt leisten, aber viele müssen dort arbeiten, als Dienstleister*in für die Milliardäre und Multimillionäre (viele von letzteren aus Hamburg). Diese Dienstleister*innen müssen aus strukturschwachen, vom herrschenden Kapitalismus verlassenen Dörfern nach Sylt anreisen. Das geht nur über den “Hindenburgdamm“, mit der Bahn.

Die Bahn schafft das aber nicht. Weiterlesen

Schöne Frauen klug – “Playboy” geht sterben

Von , am Freitag, 29. September 2017, in Lesebefehle, Medien, Politik.

Meine Pubertät fiel mit der Einführung der deutschen Ausgabe des “Playboy” zusammen. Bisweilen habe ich ihn mir bei meinen ausgiebigen Politreisen am Bahnhof heimlich geholt. Natürlich, wie fast alle, wegen der “interessanten Texte und Interviews”. Es dauerte nur wenige Jahre, da hatte ich die Bildsprache entschlüsselt, die ewige Wiederholung machte es nicht mehr spannender.
Der einfache Trick des Verlegers: er sparte nicht an den Fotografen, nicht an den Models, und nicht an den Interviewhonoraren. Dafür bekam er die besten. Die Fotografen machten selbst mittelalte Stars, die sich mit seriöser Arbeit bereits einen Namen erarbeitet hatten, optimal erotisch anziehend. Das gelang ihnen schon lange, bevor Photoshop erfunden wurde, und machte den “Playboy” für Produzentinnen und Konsumenten gleichermassen attraktiv.
Irgendwann, so ging es mir jedenfalls, hatte mann sich daran sattgesehen. Heute gibt es mannigfaltige, jederzeit verfügbare und vielfältigere, schärfere Alternativangebote. Sogar, was die “interessanten Texte und Interviews” betrifft.
Sie können mit ihrer Klugheit sogar eine sehr starke Anziehung transportieren. Gestern nannte ich hier bereits Elisabeth Wehling, die in kurzen Sätzen das Geschlechterbild Donald Trumps und “seiner Mädels” auseinandernahm und zur Kenntlichkeit zusammensetzte. Und auch Silke Burmester gelang es mal wieder: am Playboy selbst.
Schön, dass solche Frauen unter uns sind.