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Schlagwort: Bamako

Journalistische Distanz

Und: der Steuerkriminelle, der im Knast nichts gelernt hat
Thilo Thielke ist Korrespondent der FAZ in Kapstadt/SĂŒdafrika. Ich habe nicht so viel von ihm gelesen, daher keine festgefĂŒgte Meinung ĂŒber seine journalistische Arbeit. Seine Frankfurter Zentralredaktion muss ihn jedenfalls fĂŒr aussergewöhnlich qualifiziert halten. Denn obwohl die Frankfurter eine um rund 2.200 km kĂŒrzere Distanz zur malischen Hauptstadt Bamako haben, lassen sie Thielke aus dem 8.800 km entfernten Kapstadt ĂŒber Mali berichten. Ein echterWeiterlesen…

Krieg ist nicht die Lösung – auch nicht in Mali

Mali war mal gut im Fussball. In Mal war mal ein Weltsozialforum, in seiner Hauptstadt Bamako. Mali war zuletzt in deutschen Medien, weil es den Bundeswehrfahrzeugen dort “zu heiss” gewesen sein soll. Haben wir gelacht. Unsere Bundeswehr: zu doof einen Nagel in die Wand zu kloppen. Diese Pannenmeldungen, die die Bundeswehr-PR beherrschen, vermitteln – offensichtlich beabsichtigt – ein Zerrbild von Harmlosigkeit, hinter dem sich die Bundesregierung in Wahrheit einen gleichberechtigten Platz unter den Groß- und AtommĂ€chten erobern will. Weil sie weiss, wie wenig Gefallen die meisten von uns daran finden wĂŒrden, sollen wir nicht weiter mit Informationen darĂŒber belĂ€stigt werden.
Das scheint im Kern die Definition deutscher “Pressefreiheit” zu sein. Wie sonst soll man sich erklĂ€ren, dass es einer – zugegeben ausserordentlich intelligenten und lernbegierigen – “freien” (d.h. ohne fette Verlage oder Sender im RĂŒcken) Journalistin Charlotte Wiedemann gelingt, uns so adĂ€quat ĂŒber die dramatisch wachsenden politischen Probleme im Bundeswehr-Interventionsland Mali zu informieren, wie es sonst keinem deutschen “QualitĂ€tsmedium” gelingt. Wie blamabel ist das denn?
Und was hat die global ambitionierte deutsche MilitĂ€rpolitik eigentlich aus den Krisen in Afghanistan, Irak, Syrien, Libyen gelernt? Ist es politische Absicht, solche Staaten zu vernichten? Der djihadistische Terrorismus wird gefördert, als wenn er “gebraucht” wird. WofĂŒr?

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