Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Bayermonsanto

Freude des Tages

Gegen Bayermonsanto sind wir immer dabei …
Mich hat es nicht interessiert, geguckt habe ich nix. Aber gelesen. Und Sie haben das hoffentlich heute mittag im KantinengesprĂ€ch grĂŒndlich durchgesprochen. Wenn nicht, holen Sie es beim Feierabendbier (oder was anderes Kaltes) nach! Gestern bei der Live-Übertragung des Gespensterspiels Inter-Bayermonsanto sendete der Kölner Lokalsender RTL zu den Bildern eine nicht abschaltbare (!) Gespenster-Tonspur mit GerĂ€uschen von FC-Köln-Fans. Das könnte den Agroindustrie- und Big Pharma-Konzern noch mehr geĂ€rgert haben, als das verdiente sportliche Ausscheiden.Weiterlesen…

GA-QualitĂ€tsverlust – Auswirkungen der Übernahme durch RP?

Nein ich meine nicht die Arbeit der Lokalredaktion. Die reisst sich, wie ich von mehreren Mitarbeiter*inne*n und ver.di-Gewerkschaftern weiss, seit einigen Jahren unter verschĂ€rftem Arbeitsdruck den A…. auf. Wenn ihre QualitĂ€t einbricht, wĂ€re es wohl um das Blatt geschehen. Es gibt andere Symptome.
Montags gibt es in keiner Tageszeitung ein wichtigeres Ressort als den Sport. Das macht beim GA mit einem Bericht des Kölnische-Rundschau-Redakteurs Martin Sauerborn ĂŒber das Samstagabendspiel Borussia Mönchengladbach gegen die Betriebsmannschaft von Bayermonsanto auf. So weit, so angemessen. Bei Olivotti machte ich mir heute mittag zum Nachtisch die MĂŒhe, den Bericht zu lesen (kein Link, online nicht gefunden, dort nur dpa-Meldung). Und der Eislöffel fiel mir aus der Hand.Weiterlesen…

Real Madrid brach die BrĂŒcke hinter Ronaldo ab

Eine geschmacklose polemische Überspitzung? Seien Sie nicht so sicher.
In der Özil-Debatte rund um die WM hatte ich auf in 5 Minuten online recherchierbare Sachverhalte aufmerksam gemacht. Nur wirklichen Assen des Sportjournalismus wie Thomas Kistner/SZ und Jan Christian MĂŒller/FR gelang es viele Wochen spĂ€ter, das ĂŒberhaupt in der Berichterstattung ihrer Medien zu berĂŒcksichtigen. Alle Anderen hielten – als Teil des gemeinsamen Entertainment-Business – dicht. Daran fĂŒhle ich mich bei dieser Katastrophe erinnert, denn fĂŒr das Folgende benötigt man weit weniger als 5 Minuten Recherche.Weiterlesen…

Leerstellen der GrĂŒnenspitze Baerbock/Habeck

Nach 16 Jahren wollen die GrĂŒnen in einem mehrjĂ€hrigen Prozess ein neues Grundsatzprogramm diskutieren. Auch wenn es öffentlich bestritten wird – selbstverstĂ€ndlich geht es dabei um Selbstvergewisserung. Daran ist nichts Schlechtes, wenn die Welt sich mit zunehmendem Tempo dreht. Schlecht ist Feigheit vor Parteinahme, wie der Name schon sagt, der ureigene Job einer Partei. Schlecht ist Unklarheit und Wirrnis im eigenen Denken – wie, und mit wem zusammen, mĂŒssen wir handeln? Handeln ist keine spezielle Aufgabe von Regierungen, sondern in einer Demokratie Aufgabe jedes Subjektes.

Baerbocks und Habecks Bundesvorstand hat zu dieser Debatte einen Diskussionsanstoss („Impulspapier“) niedergeschrieben, der zwar bei Spiegel-online bereits gefeiert wurde, aber Leerstellen aufweist und MissverstĂ€ndnisse erkennen lĂ€sst.Weiterlesen…

Endlich Fenster zu

Können wir jetzt endlich Sport sehen? Eine naive Frage in dieser Zeit. Zwar ist das Transferfenster im Profifussball (31.1.) jetzt endlich zu. Aber der Leistungssport wird ein Spielball von Entertainmentökonomie und Politik bleiben. Was sich derzeit rund um die Olympischen Winterspiele – haben mich noch nie interessiert – abspielt, ist vermutlich nur ein lauer Vorgeschmack darauf, welche RĂ€nkespiele zur WM im Sommer in Russland bevorstehen.

Christian Eichler (FAZ) bilanziert die fussballerische Seite rund um die Aubameyang-AffĂ€re.Weiterlesen…

Noch 23 Punkte – Bundesligakrise?

Borussia Mönchengladbach gab am 10. Bundesligaspieltag die erste Vorstellung von zwei guten Halbzeiten hintereinander. Mit nur einem guten Spiel den 6. Tabellenplatz zu erobern, sagt, da die Tabelle nicht lĂŒgt, einiges aus. HĂ€tten wir gegen Bayermonsanto den auf dem Papier vorgesehenen Heimsieg eingefahren, wĂ€ren wir jetzt punktgleich mit dem Tabellenzweiten BVB. Und hĂ€tten wir uns beim Gastspiel im Westfalenstadion nicht so blamiert, gegen einen, wie jetzt alle wissen, schlagbaren Gegner, dann wĂ€ren wir punktgleich mit dem TabellenfĂŒhrer aus dem sĂŒddeutschen Raum.

Dass gestern zwei Spieler der zuletzt heftig kritisierten Abwehr 2 der 3 Tore machten, dass sie beim Spielstand von 1:1 im gegnerischen Strafraum abstaubten, bei einem AuswĂ€rtsspiel gegen den – bis dahin – Tabellenvierten mit seinem jugendlichen, und was Wurfdisziplinen betrifft, noch sehr sportlichen Wundertrainer, sagt erfreulich viel ĂŒber Selbstvertrauen und SpielstĂ€rke der Mannschaft – mit dem RĂ€tsel, warum das nicht regelmĂ€ssig sichtbar wird. Auch dass Thorgan Hazard mit seinem ersten Feldtor (nach 2 Elfmetern) der Saison die Spitze der mannschaftsinternen TorjĂ€gerliste eroberte, die er sich mit Lars Stindl teilt, ist kein Grund zur Kritik. Auf je mehr Spieler sich die Torerfolge verteilen, umso schwerer ist die Mannschaft fĂŒr Gegner ausrechenbar. Leider ist sie das bisher auch fĂŒr ihre Fans. Ziel muss bleiben: 40 Punkte, und dann gucken wir, wie weit wir sind; fehlen also noch 23.

Wenn also eine solche Mannschaft einen Europa-League-Platz erobert, was sagt das dann ĂŒber die Bundesliga?Weiterlesen…

Sportjournalismus, Reste des guten

Die Pest im Fussball und seinen eingebetteten Medien ist, dass sie den unabhÀngigen Sportjournalismus weitgehend zur Strecke gebracht haben. 95% dessen, was uns private und, was noch schlimmer ist, öffentlich-rechtliche Medien als Sport zeigen, ist sponsorengerechte und durch umfangreiche von bestbezahlten Jurist*inn*en ausgearbeitete Vertragswerke (selbstverstÀndlich nichtöffentliche) abgesichert: ProduktprÀsentation, also Werbefernsehen.
Das Tempo dabei bestimmt heute der australische Medienzar Rupert Murdoch, der in den USA (“Fox”) und UK (“Sun”) die Massenmedien beherrscht, Trump zu seinem Wahlsieg gefĂŒhrt hat, und sich nun wie andere Teile des Grosskapitals in altersgerechtem Tempo, der Mann ist Ende 80, langsam in die BĂŒsche schlĂ€gt. Hierzulande gehört dem Mann der Pay-TV-Kanal Sky, er ist also Hauptfinanzier der DFL genannten ersten und zweiten Bundesliga.
Auf diesem Hintergrund bin ich weiterhin empört, dass der WDR als unser Eigentum das einzige sportjournalistische Format des deutschen Fernsehens “Sport inside” seine Sommersendepause verlĂ€ngert und stattdessen die weiteren Folgen seiner “Mein Verein“-Reihe absendet.

Das vorausgestellt nun zur Kritik, ich will ja nicht nur meckern. Die Folge ĂŒber S04 (Einschaltquote: 290.000) hatte sich an Geschichtsschreibung ordentlich verhoben, Weiterlesen…

NSU – Bundesanwaltschaft lĂŒgt / MonsantoBayer – Gewinnwarnung

BeĂ€ngstigend, wie wenig Unruhe es verursacht: der parlamentarische Untersuchungsausschuss des Bundestages zu den NSU-Morden stellt ĂŒbereinstimmend fest: Bundesanwaltschaft und “Verfassungsschutz” sagen – bis heute – die Unwahrheit. Konsequenzen: keine. Thomas Moser/Telepolis sieht darin ganz richtig nichts Geringeres als eine Staatskrise.

Die gute Nachricht: MonsantoBayer meldet eine “Gewinnwarnung“. Das AgrochemiegeschĂ€ft in Brasilien lief besonders schlecht; lange gab es von dort nicht mehr eine so erfreuliche Nachricht. Zeitgewinn fĂŒr Klimaschutz, unsere Gesundheit, unsere ErnĂ€hrungsvielfalt und brasilianische Bauern. Zur Hölle mit dem deutschen agroindustriellen Komplex.
Passend dazu morgen, Samstag 1.7. 22.30 h, diese Dokumentation auf Phoenix.

Noch ein lesenswerter Nachruf auf Helmut Kohl von Albrecht von Lucke; nebenbei ist er auch eine Philippika ĂŒber die Doofheit der deutschen Linken.

6 Punkte gegen Bayermonsanto

Zum objektiv-sachlchen Spielbericht bitte hier entlang.
Wir Gladbacher sollten der Werksmannschaft von Bayermonsanto anbieten, demnĂ€chst beide Saisonspiele im Borussiapark auszutragen. Die haben nur ein Ministadion, und kriegen das noch nicht einmal voll, also so Ă€hnlich wie in Sinsheim – ein Nichtort, peinlich.
Unser Trainer Dieter Hecking befindet sich als von VW Entlassener in guter Gesellschaft. Nötig hat er sie nicht – er ist in der Branche als seriöser und intelligenter Arbeiter respektiert. Im MannschaftskapitĂ€n Lars Stindl hat er einen passenden Partner. Kein Lautsprecher, kein Angebertyp, aber denk- und teamfĂ€hig. Viele trauerten in der vermaledeiten Hinrunde ja schon Granit Xhaka nach, vergassen dabei aber seine zahlreichen Gelbsperren und Platzverweise, die die Mannschaft immer wieder strukturell schwĂ€chten und zurĂŒckwarfen. Der grĂ¶ĂŸere Verlust war und ist Martin Stranzl, der selbst als zuletzt Dauerverletzter im Kader immer eine wichtige Rolle spielte, um die jĂŒngeren Spieler stĂ€rker zu machen. Als Spieler hĂ€tte er womöglich gestern beide Gegentore verhindern können.
Das dĂŒrfte auch Max Eberl gesehen haben.

In Schönheit absteigen, das konnten der SC Freiburg unter Finke oder Mainz 05 unter Klopp. Beide wĂŒrden das heute nicht mehr in gleicher Weise verkraften.
Absteigen werden wir nicht. Hecking wird zunÀchst auf die einfachen Dinge achten. Wenn wir wieder einen einstelligen Platz erobern, können wir uns immer noch mit der Entwicklung kreativer Fussballkunst beschÀftigen. Zu sehen war sie gestern schon wieder. Wir lieben den schönen Fussball. Aber lieber den aus der 2. Halbzeit!

PS zu Klopp: vom Jesus zum Seuchenvogel? Nicht nur beim FC Liverpool, sogar beim Africa-Cup: “sein” Spieler verschoss den entscheidenden Elfer im Viertelfinale des unterlegenen Senegal gegen Kamerun. Wie lange halten die in England das aus? Und wie schafft Klopp die Wende aus diesem Loch raus?

Update 29.1.: Angemessen wohlklingend ist Daniel Theweleits Hymne auf das Spiel geraten.

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