Thema: Bayermonsanto

GA-Qualitätsverlust – Auswirkungen der Übernahme durch RP?

Von , am Montag, 27. August 2018, in Beuel & Umland, Fußball, Medien, Politik.

Nein ich meine nicht die Arbeit der Lokalredaktion. Die reisst sich, wie ich von mehreren Mitarbeiter*inne*n und ver.di-Gewerkschaftern weiss, seit einigen Jahren unter verschärftem Arbeitsdruck den A…. auf. Wenn ihre Qualität einbricht, wäre es wohl um das Blatt geschehen. Es gibt andere Symptome.
Montags gibt es in keiner Tageszeitung ein wichtigeres Ressort als den Sport. Das macht beim GA mit einem Bericht des Kölnische-Rundschau-Redakteurs Martin Sauerborn über das Samstagabendspiel Borussia Mönchengladbach gegen die Betriebsmannschaft von Bayermonsanto auf. So weit, so angemessen. Bei Olivotti machte ich mir heute mittag zum Nachtisch die Mühe, den Bericht zu lesen (kein Link, online nicht gefunden, dort nur dpa-Meldung). Und der Eislöffel fiel mir aus der Hand. Weiterlesen

Real Madrid brach die Brücke hinter Ronaldo ab

Von , am Mittwoch, 15. August 2018, in Medien, Politik.

Eine geschmacklose polemische Überspitzung? Seien Sie nicht so sicher.
In der Özil-Debatte rund um die WM hatte ich auf in 5 Minuten online recherchierbare Sachverhalte aufmerksam gemacht. Nur wirklichen Assen des Sportjournalismus wie Thomas Kistner/SZ und Jan Christian Müller/FR gelang es viele Wochen später, das überhaupt in der Berichterstattung ihrer Medien zu berücksichtigen. Alle Anderen hielten – als Teil des gemeinsamen Entertainment-Business – dicht. Daran fühle ich mich bei dieser Katastrophe erinnert, denn für das Folgende benötigt man weit weniger als 5 Minuten Recherche. Weiterlesen

Leerstellen der Grünenspitze Baerbock/Habeck

Von , am Donnerstag, 12. April 2018, in Politik.

Nach 16 Jahren wollen die Grünen in einem mehrjährigen Prozess ein neues Grundsatzprogramm diskutieren. Auch wenn es öffentlich bestritten wird – selbstverständlich geht es dabei um Selbstvergewisserung. Daran ist nichts Schlechtes, wenn die Welt sich mit zunehmendem Tempo dreht. Schlecht ist Feigheit vor Parteinahme, wie der Name schon sagt, der ureigene Job einer Partei. Schlecht ist Unklarheit und Wirrnis im eigenen Denken – wie, und mit wem zusammen, müssen wir handeln? Handeln ist keine spezielle Aufgabe von Regierungen, sondern in einer Demokratie Aufgabe jedes Subjektes.

Baerbocks und Habecks Bundesvorstand hat zu dieser Debatte einen Diskussionsanstoss („Impulspapier“) niedergeschrieben, der zwar bei Spiegel-online bereits gefeiert wurde, aber Leerstellen aufweist und Missverständnisse erkennen lässt. Weiterlesen

Endlich Fenster zu

Von , am Donnerstag, 1. Februar 2018, in Fußball.

Können wir jetzt endlich Sport sehen? Eine naive Frage in dieser Zeit. Zwar ist das Transferfenster im Profifussball (31.1.) jetzt endlich zu. Aber der Leistungssport wird ein Spielball von Entertainmentökonomie und Politik bleiben. Was sich derzeit rund um die Olympischen Winterspiele – haben mich noch nie interessiert – abspielt, ist vermutlich nur ein lauer Vorgeschmack darauf, welche Ränkespiele zur WM im Sommer in Russland bevorstehen.

Christian Eichler (FAZ) bilanziert die fussballerische Seite rund um die Aubameyang-Affäre. Weiterlesen

Noch 23 Punkte – Bundesligakrise?

Von , am Sonntag, 29. Oktober 2017, in Fußball.

Borussia Mönchengladbach gab am 10. Bundesligaspieltag die erste Vorstellung von zwei guten Halbzeiten hintereinander. Mit nur einem guten Spiel den 6. Tabellenplatz zu erobern, sagt, da die Tabelle nicht lügt, einiges aus. Hätten wir gegen Bayermonsanto den auf dem Papier vorgesehenen Heimsieg eingefahren, wären wir jetzt punktgleich mit dem Tabellenzweiten BVB. Und hätten wir uns beim Gastspiel im Westfalenstadion nicht so blamiert, gegen einen, wie jetzt alle wissen, schlagbaren Gegner, dann wären wir punktgleich mit dem Tabellenführer aus dem süddeutschen Raum.

Dass gestern zwei Spieler der zuletzt heftig kritisierten Abwehr 2 der 3 Tore machten, dass sie beim Spielstand von 1:1 im gegnerischen Strafraum abstaubten, bei einem Auswärtsspiel gegen den – bis dahin – Tabellenvierten mit seinem jugendlichen, und was Wurfdisziplinen betrifft, noch sehr sportlichen Wundertrainer, sagt erfreulich viel über Selbstvertrauen und Spielstärke der Mannschaft – mit dem Rätsel, warum das nicht regelmässig sichtbar wird. Auch dass Thorgan Hazard mit seinem ersten Feldtor (nach 2 Elfmetern) der Saison die Spitze der mannschaftsinternen Torjägerliste eroberte, die er sich mit Lars Stindl teilt, ist kein Grund zur Kritik. Auf je mehr Spieler sich die Torerfolge verteilen, umso schwerer ist die Mannschaft für Gegner ausrechenbar. Leider ist sie das bisher auch für ihre Fans. Ziel muss bleiben: 40 Punkte, und dann gucken wir, wie weit wir sind; fehlen also noch 23.

Wenn also eine solche Mannschaft einen Europa-League-Platz erobert, was sagt das dann über die Bundesliga? Weiterlesen

Sportjournalismus, Reste des guten

Von , am Montag, 21. August 2017, in Fußball, Medien, Politik.

Die Pest im Fussball und seinen eingebetteten Medien ist, dass sie den unabhängigen Sportjournalismus weitgehend zur Strecke gebracht haben. 95% dessen, was uns private und, was noch schlimmer ist, öffentlich-rechtliche Medien als Sport zeigen, ist sponsorengerechte und durch umfangreiche von bestbezahlten Jurist*inn*en ausgearbeitete Vertragswerke (selbstverständlich nichtöffentliche) abgesichert: Produktpräsentation, also Werbefernsehen.
Das Tempo dabei bestimmt heute der australische Medienzar Rupert Murdoch, der in den USA (“Fox”) und UK (“Sun”) die Massenmedien beherrscht, Trump zu seinem Wahlsieg geführt hat, und sich nun wie andere Teile des Grosskapitals in altersgerechtem Tempo, der Mann ist Ende 80, langsam in die Büsche schlägt. Hierzulande gehört dem Mann der Pay-TV-Kanal Sky, er ist also Hauptfinanzier der DFL genannten ersten und zweiten Bundesliga.
Auf diesem Hintergrund bin ich weiterhin empört, dass der WDR als unser Eigentum das einzige sportjournalistische Format des deutschen Fernsehens “Sport inside” seine Sommersendepause verlängert und stattdessen die weiteren Folgen seiner “Mein Verein“-Reihe absendet.

Das vorausgestellt nun zur Kritik, ich will ja nicht nur meckern. Die Folge über S04 (Einschaltquote: 290.000) hatte sich an Geschichtsschreibung ordentlich verhoben, Weiterlesen

NSU – Bundesanwaltschaft lügt / MonsantoBayer – Gewinnwarnung

Von , am Freitag, 30. Juni 2017, in Lesebefehl, Lesebefehle, Politik.

Beängstigend, wie wenig Unruhe es verursacht: der parlamentarische Untersuchungsausschuss des Bundestages zu den NSU-Morden stellt übereinstimmend fest: Bundesanwaltschaft und “Verfassungsschutz” sagen – bis heute – die Unwahrheit. Konsequenzen: keine. Thomas Moser/Telepolis sieht darin ganz richtig nichts Geringeres als eine Staatskrise.

Die gute Nachricht: MonsantoBayer meldet eine “Gewinnwarnung“. Das Agrochemiegeschäft in Brasilien lief besonders schlecht; lange gab es von dort nicht mehr eine so erfreuliche Nachricht. Zeitgewinn für Klimaschutz, unsere Gesundheit, unsere Ernährungsvielfalt und brasilianische Bauern. Zur Hölle mit dem deutschen agroindustriellen Komplex.
Passend dazu morgen, Samstag 1.7. 22.30 h, diese Dokumentation auf Phoenix.

Noch ein lesenswerter Nachruf auf Helmut Kohl von Albrecht von Lucke; nebenbei ist er auch eine Philippika über die Doofheit der deutschen Linken.

6 Punkte gegen Bayermonsanto

Von , am Sonntag, 29. Januar 2017, in Fußball.

Zum objektiv-sachlchen Spielbericht bitte hier entlang.
Wir Gladbacher sollten der Werksmannschaft von Bayermonsanto anbieten, demnächst beide Saisonspiele im Borussiapark auszutragen. Die haben nur ein Ministadion, und kriegen das noch nicht einmal voll, also so ähnlich wie in Sinsheim – ein Nichtort, peinlich.
Unser Trainer Dieter Hecking befindet sich als von VW Entlassener in guter Gesellschaft. Nötig hat er sie nicht – er ist in der Branche als seriöser und intelligenter Arbeiter respektiert. Im Mannschaftskapitän Lars Stindl hat er einen passenden Partner. Kein Lautsprecher, kein Angebertyp, aber denk- und teamfähig. Viele trauerten in der vermaledeiten Hinrunde ja schon Granit Xhaka nach, vergassen dabei aber seine zahlreichen Gelbsperren und Platzverweise, die die Mannschaft immer wieder strukturell schwächten und zurückwarfen. Der größere Verlust war und ist Martin Stranzl, der selbst als zuletzt Dauerverletzter im Kader immer eine wichtige Rolle spielte, um die jüngeren Spieler stärker zu machen. Als Spieler hätte er womöglich gestern beide Gegentore verhindern können.
Das dürfte auch Max Eberl gesehen haben.

In Schönheit absteigen, das konnten der SC Freiburg unter Finke oder Mainz 05 unter Klopp. Beide würden das heute nicht mehr in gleicher Weise verkraften.
Absteigen werden wir nicht. Hecking wird zunächst auf die einfachen Dinge achten. Wenn wir wieder einen einstelligen Platz erobern, können wir uns immer noch mit der Entwicklung kreativer Fussballkunst beschäftigen. Zu sehen war sie gestern schon wieder. Wir lieben den schönen Fussball. Aber lieber den aus der 2. Halbzeit!

PS zu Klopp: vom Jesus zum Seuchenvogel? Nicht nur beim FC Liverpool, sogar beim Africa-Cup: “sein” Spieler verschoss den entscheidenden Elfer im Viertelfinale des unterlegenen Senegal gegen Kamerun. Wie lange halten die in England das aus? Und wie schafft Klopp die Wende aus diesem Loch raus?

Update 29.1.: Angemessen wohlklingend ist Daniel Theweleits Hymne auf das Spiel geraten.