Beueler-Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: BDZV (Seite 1 von 2)

Ein neuer Weg in die Unabhängigkeit

Zukunft des Journalismus — Ein Schatten liegt über der Medienwelt, digitaler Wandel, ökonomische Krise und Vertrauensverlust setzen ihr zu. Journalismusplattformen könnten eine Lösung sein

Die Werbeeinnahmen schrumpfen, gleichzeitig zögern Leser*innen, für Online-Inhalte zu bezahlen, was zu finanziellen Engpässen bei den Verlagen führt. Die Umsätze gehen zurück, Personal wird abgebaut, Abonnentenzahlen schrumpfen und der Druck auf die Journalistinnen und Journalisten wird immer größer. Das düstere Zukunftsszenario wird auch von Prognosen des Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) gestützt. Rund 4.400 Kommunen könnten bis 2025 ihre Lokalzeitung verlieren, was für 40 Prozent aller deutschen Gemeinden eine verheerende Informationsleere bedeuten würde – Populisten hätten mit Fakenews und Desinformation ein leichtes Spiel. Weiterlesen

Oligarchie tötet Demokratie

Signore Berlusconi weine ich keine Träne nach. Für Italiens Mafiaorganisationen, die “professionell” in den legalen Kapitalismus diffundierten, war er der idealtypische Nachfolger ihres authentischen Repräsentanten Giulio Andreotti, der zu ihrem, der Nato und der italienischen Geheimdienste Bedauern die Kontrolle über Politik und Land verloren hatte. Mit ihrer Pamperung eroberte Berlusconi den Medienmarkt (über den Fussball) und die politische Szene. Ein frühes Vorbild für Donald Trump, der gewiss von ihm gelernt hat. Weiterlesen

Nicht nur Gas

Gegen den Begriff “Nachhaltig(keit)” hatte ich schon immer eine Aversion. Er wuchs aus der Grünen-Ecke heran und macht sich wie ein Pilz im Mainstream breit. Spätestens als Neoliberale ihn für ihr Verständnis von Haushaltspolitik – “schwarze Null” – kaperten, war er verbrannt. Das FAZ-Finanzressort fegte jetzt die Asche noch mal zusammen: nicht nur, wie bei der EU Gas und Atomkraft sind nachhaltig, sondern ab jetzt auch Rüstungsaktien (in der FAZ-Paywall). Weiterlesen

Wer überlebt?

Zum deutschen Medien-Darwinismus im digitalisierten Turbokapitalismus
Omikron ist überall und kommt näher, in meinem Fall jedenfalls. Ein halbes Dutzend guter Bekannter hatte oder hat es. Es ist kein Vergnügen, aber zum Glück in allen mir persönlich bekannten Fällen nicht tödlich. In Bonn ist bemerkenswert, dass die 7-Tage-Inzidenz den Bundestrends entsprechend langsam sinkt, die Krankenhauseinweisungen (über 160) aber nicht mehr weit vom Höchstwert des vorigen Winters (über 200) entfernt sind. Weiterlesen

Wie lernfähig ist Cem Özdemir?

Mathias Döpfner war hinter Jan Böhmermann und Friedrich Küppersbusch her. Da die mutmasslich Menschen sind, müssen die irgendwelche Fehler, irgendwelche dunklen Seiten, irgendwelche Leichen im Keller haben. So wie Döpfner schliesslich auch. Wer hat sowas nicht? Die Jungs dürfen sich geehrt fühlen, denn der Vorsitzende des BDZV darf zur herrschenden Klasse der Grossmacht Deutschland gezählt werden. Von allen Verlegern ist er der Längste. Böhmermann fühlt sich geehrt. Es macht ihm Spass. Jetzt läuft er erst richtig heiss. Weiterlesen

WDR-Blamagentrend

Mai Thi Nguyen-Kim war vielleicht kein Einzelfall. Das ZDF hat sie gelockt, ob nun Bayern- oder BVB-artig überlasse ihr Ihrem Urteil. Es setzt seine Strategie jetzt mit Nemi El-Hassan fort. Und geniesst still. Fritz Pleitgen hatte einst mit Funkhaus Europa (heute: Cosmo) den Grundstein gelegt für einen Talentschuppen von was-mit-Medien-Menschen mit Migrationsgeschichte. Doch der Sender von heute kommt damit nicht mehr klar. Seine Führungskräfte scheinen unqualifiziert und unfähig im Umgang mit den dazugehörenden Konflikten. Weiterlesen

Deutschland hinkt

Die “Compliance”-Fehlanzeige im Fall Springer/Reichelt dokumentiert die deutsche Rückständigkeit gegenüber den USA – wie die Buchmesse
Die “Süddeutsche” lese ich wegen ihrer irren Paywall-Strategie kaum noch. Wenn sie derzeit in ihren Schlagzeilen zum Fall Springer/Döpfner/Reichelt von “Buberl-Connection” schreibt, dann illustriert diese Verniedlichung vor allem, dass deutsche Verlagsmedien die Sache noch überhaupt nicht verstehen. Sie sind in ihrer Blase gefangen, ohne Kontakt zu den Veränderungen in der Welt. Tragisch. Eine lobenswerte Ausnahme bildet die Berliner Zeitung, deren Verlegermilliardär*in (Ehepaar, beide gemeint) vom (noch) Döpfner-geführten BDZV wie Gesetzlose ausgegrenzt werden. Weiterlesen

Kriminelle Vereinigung

Die Älteren erinnern sich vielleicht noch an eine finanzstarke Kampagne, mit der wir im Kino belästigt wurden: “Raubkopierer sind Verbrecher!”. Und Windmühlenflügel, wie jedes Kind weiss, lebensgefährlich. Selbst das wirtschafts- und unternehmernahe Handelsblatt meinte damals, hier werde mit Streumunitionskanonen auf Spatzen geschossen. Es entstand ein mittelstandsgeprägter Wirtschaftszweig aus Anwaltskanzleien, die nicht genug zu tun hatten, und sich mit Abmahnungen gegen Minderjährige über Wasser zu halten versuchten. Weiterlesen

Lobbyismus und Kampagnen

Edit Policy: neues Gezerre um die Urheberrechtsreform
Kurz vor der Verabschiedung der Urheberrechtsreform kam der Rückzieher. Im Hintergrund wird womöglich für einseitige Politik lobbyiert.

Eigentlich schien die Verabschiedung der Urheberrechtsreform durch das Bundeskabinett am vergangenen Mittwoch ausgemachte Sache. Das Justizministerium hatte den Regierungsentwurf bereits der Presse vorgestellt, dann kam der Rückzieher in letzter Minute. Insidern zufolge ist der neue CDU-Vorsitzende Armin Laschet für die Verzögerung des umstrittenen Gesetzes verantwortlich, das die EU-Urheberrechtsrichtlinie mitsamt Uploadfiltern und Leistungsschutzrecht für Presseverleger in deutsches Recht umsetzen soll. Weiterlesen

Krieg der Verleger

Mit der Nachrichtenagentur TASS bin ich quasi politisch aufgewachsen. Se war das Sprachrohr der Regierung der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken (UdSSR), also was hier das Bundespresse- und Informationsamt der Bundesregierung war. Die besten unserer Journalist*inn*en nutzten und zitierten sie, um uns zu erklären, was in diesem uns fremden Land vorging. Ich verrate Ihnen kein Geheimnis: sie machten das unter wesentlich schwierigeren Bedingungen um einiges besser und qualifizierter, als es uns heute von deutschen Korrespondent*inn*en aus Russland geboten wird.
Einen Grund hat mir die geschätzte Medienjournalistin Ulrike Simon jetzt klargemacht. Weiterlesen

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