Beueler Extradienst

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Schlagwort: Benko

Rene wÀscht jetzt bei Olaf / Randy / Caravaggio

Viktoria-Karree? Was ist das? Ist das wichtig? Signa-Boss RenĂ© Benko wĂ€scht jetzt einen grossen Haufen zu investierenden Geldes beim Bundesfinanzminister in spe Olaf Scholz. Eine dreiviertel Milliarde, mit zu erwartenden Kostensteigerungen kanns auch eine Ganze werden, will er sein Wirken an den Hamburger ElbbrĂŒcken architektonisch verewigen lassen, mit vielen tausend Quadratmetern GewerbeflĂ€chen – in Hamburg an diesem Standort ein idiotensicheres Investment. Und die politische Netzwerkwirkung bei Olaf Scholz, dem Freund von Gerhard Schröder und Andrea Nahles, ist vielleicht noch wichtiger. Bonn? Wo liegt das?

Randy Newman, es ist eine Freude, dass dieser kluge Mann uns noch mit seiner Arbeit erfreuen kann. Die Vernunft und gedankliche Klarheit in seinem taz-Interview: den Mann muss man einfach lieben.

Andreas Rossmann, FAZ-Feuilleton-Korrespondent in NRW, mausert sich kurz vor seinem Renteneintritt, der leider auch von GĂŒnter Bannas (HauptstadtbĂŒrochef in Berlin) schon annonciert ist, zum Mafiaexperten – regelmĂ€ssige Sizilien-Urlaube tun ihre Wirkung. Ein 1969 gestohlenes Caravaggio-GemĂ€lde könnte in der Schweiz – wo sonst? – verborgen sein.

Hallo Bonn – mal was Wichtiges von Benko

Nicht dass es Dich als Blinddarm interessieren mĂŒsste, aber da ist gerade ein 1.5 Mrd.-Brocken auf dem Weg vom Hals in die Verdauungsorgane. Die Signa von Rene Benko, ĂŒber umfangreiche Verschachtelungen Besitzer*in von Karstadt und ein paar weiteren unwesentlichen City-Immobilien (Viktoria-Karree), hat gerade mehrere Dutzend Einzelhandels- und Gewerbeimmobilien, u.a. die Hamburger Alsterarkaden, zum Paketpreis von 1,5 Mrd. € erworben. Immerhin halb so viel, wie sie jĂŒngst fĂŒr die Kaufhof-Überreste geboten haben soll. An einem Teil der erworbenen Immobilien hatte Signa bereits Anteile besessen.
Beide VorgÀnge zusammen zeigen, dass Benkos Waschanlage alles Mögliche haben mag, aber gewiss keinen Mangel an zu waschender WÀsche, also keine LiquiditÀtsprobleme. Das unterscheidet sein Immobilien- von den meisten Einzelhandelsunternehmen.

Wo wir hier gedanklich gerade in Bonn sind: die FahrradĂŒberfahrt ĂŒber die KennedybrĂŒcke war heute recht unterhaltsam. An den Laternen sind in deutscher und englischer Sprache vielfĂ€ltige SprĂŒche der unsere Stadt besetzenden KlimaschĂŒtzer*innen angebracht. Die besten, die ich mir merken konnte:
“Bagger zu Pflugscharen”
“Our climate – not your business”.

Benko – lĂ€uft alles

Bonn, der Blinddarm von Signa, ist fĂŒr Rene Benko kein Grund, eine Augenbraue zu bewegen. Interessanter ist, leider auch fĂŒr Bonn, was ihm bald wie eine reife Frucht in den Schoss fallen kann. Der Kaufhof wird, wenn er nicht vollends verfaulen soll, bald vom Baum seines kanadischen Besitzers Hudson Bay runterfallen mĂŒssen – wie praktisch, dass es jetzt Ceta gibt.
Die Kanadier haben ein fĂŒr das Grosskapital ĂŒberlebtes GeschĂ€ftsmodell: Einzelhandel. Viel zu unrentabel, hat viel zu viel mit Menschen zu tun. Alles, was zuviel mit Menschen zu tun hat, mit arbeitenden Menschen, ist viel zu kompliziert, erfordert Zeit, fĂŒr Kommunikation, kurz: zu hohe Kosten.

Benko handelt nicht mit Textilien, Fernsehern, Kochtöpfen und lebenden Fischen (um die Lebensmittelabteilung des Kaufhof wĂ€re es wirklich schade), sondern mit Geld. Dieses wĂ€scht er in Immobilien. Beides hat konkurrenzlose und sichere, sich aktuell immer weiter aufblasende Profitraten. Damit das fluppt, muss man nicht viele arbeitende Menschen bezahlen, sondern nur ganz wenige Politiker*innen, mehr Aufwand pro Person, aber doch im Gesamtaufwand lĂ€cherlich gering, bei aktuell fallenden Preisen – “die Politik”, das kann jede*r erkennen, wird ja auch objektiv immer billiger. Die Welt, der Kapitalismus, kann – vom schönen Österreich aus gesehen – nicht schöner sein.

Das Viktoria-Karree, die Oper, das Rheinufer und die Immobilienblase

Wenn ich BĂŒroleiter des OberbĂŒrgermeisters Sridharan wĂ€re, der jetzige CDU-FraktionsgeschĂ€ftsfĂŒhrer Gehrmann war das mal, dann wĂŒrde ich ihm fĂŒr morgen frĂŒh die aktuelle Kolumne von Sibylle Berg hinlegen. Damit der Mann mal ein besseres, ein politischeres VerstĂ€ndnis von BĂŒrger*innen*beteiligung in einer modernen Demokratie bekommt.
Auf der Gegenseite lauert das grosse grosse Geld. Es weiss auf der ganzen Welt nicht mehr wohin. Selbst das chinesische Geld kommt her, um rentabel – und sicher – angelegt zu werden. Wo ist es noch rentabel? Neben irgendwas mit Fussball und Medien? In Immobilien. Wichtig fĂŒr deren RentabilitĂ€t sind die drei Dinge: Lage, Lage und als drittes die Lage. Die beste Lage in Bonn ist unser Beueler Rheinufer, die zweitbeste das Bonner Rheinufer. Die teuersten Wohnungen Bonns stehen direkt neben der Oper.
Nun ist die Firma des milliardenschweren österreichischen GeldwĂ€schers Benko, soeben im Begriff dort die Parlamentswahlen zu gewinnen – so einer wie Benko ist bei sowas immer Sieger, egal wer gewinnt – ist jetzt aus dem BĂŒrgerwerkstattsprozess um das Viktoriakarree ausgestiegen. Dieses Projekt ist fĂŒr ihn nicht mehr als ein Blinddarm, was soll er sich damit rumĂ€rgern?

Die politischen Freunde der Immobilienwirtschaft in Bonn, quasi die sieben Zwerge Benkos, hat das jedoch in Angst und Schrecken versetzt. Sie wollen nun sogar “prĂŒfen” lassen, ob man die Oper nicht abreissen könnte.Weiterlesen…

Politik – Benko entscheidet Bundestagswahl

In Österreich. Sein Spezi Gusenbauer, Ex-Bndeskanzler, der auch bei uns in Bonn fĂŒr Rene Benko die Klinken von OB Nimptsch (SPD) geputzt und uns in der City die Ruine Viktoria-Karree beschert hat, hĂ€ngt dem SPÖ-Kanzler Kern als Stein um den Hals, wie Gerhard Schröder bei Martin Schulz.

Volker Perthes wird von der FR als “Politik-Experte” vorgestellt. Wer hĂ€tte das gedacht, dass das mal als Bezeichnung fĂŒr einen Jungemokraten-Landesvorsitzenden der 80er-Jahre und Gastautor dieses Blogs dient. Richtig heisst Perthes: Direktor der Stiftung fĂŒr Wissenschaft und Politik, die ich hier bereits gewĂŒrdigt habe. Heute kommentiert er die Auseinandersetzung mit Erdogan. Zu Recht beharrt er auf der sinnvollen Idee fĂŒr Visafreiheit. Allerdings scheint er mir zögerlich, Erdogan an dem Interesse zu packen, dass er selbst am Schluss richtig benennt: die Wirtschaftsbeziehungen.

Telepolis interviewte den israelischen Wissenschaftler und Buchautor Creveld mit seiner recht eigenen Sicht der aktuellen Geopolitik. Demokratie und Feminismus sind ihm zufolge ganz schlecht fĂŒr die KriegsfĂŒhrungsfĂ€higkeit eines Landes. Der Iran könnte ein VerbĂŒndeter Israels sein, wenn Netanyahu nicht so doof wĂ€re….
Im gleichen Magazin eine Zusammenfassung zum Ermittlungsstand des Terroranschlages in Barcelona. Auch in diesem Fall war ein wichtiger Akteur seit Jahren den Behörden bekannt.

Nahestehende Menschen sollten Verkehrsminister Dobrindt zum RĂŒcktritt raten. In seinem Amtsbereich gibt es so viele BrĂ€nde, die zu löschen nicht mehr zu schaffen ist. Die Bundesverkehrsminister waren eigentlich immer alle schlecht. Ich kann mich nicht erinnern, wann die Regierung mal einen Guten hatte, sogar Franz MĂŒntefering hatte in diesem Amt versagt. Dobrindt ist offensichtlich als Opfer ausgeguckt, von seinen politischen “Freunden” in nĂ€chster NĂ€he. Merkel und Seehofer spielen mit ihm Schach, und er ist nicht mehr als ein armer Bauer. Wie werden sie es ihm wohl danken?
Aufschlussreiches zur Pest der PPP-Projekte gabs heute mittag in einem DLF-Interview.

Bonn aufwachen! – Benkos nĂ€chste ZĂŒge

FĂŒr Bundespolitik scheint sich ja vor der Wahl am 24.9. niemand mehr zu interessieren. Ist ja sowieso alles klar. Denken viele. Noch weniger scheinen sich welche fĂŒr die strategischen SchachzĂŒge grosser Kapitalisten zu interessieren; alle Recherchejournalist*inn*en scheinen im Urlaub zu sein. Ich meine jetzt nicht VW, wo sie davon trĂ€umen, Niedersachsen raus, und dafĂŒr ein bisschen mehr China und Katar rein zu bekommen. Nein, ich meine das Bonner Viktoria-Karree in der City. Das interessiert ausserhalb Bonns wirklich niemanden. Noch nicht mal seinen Besitzer.

Der dreht nĂ€mlich ganz andere RĂ€der.Weiterlesen…

Bonner Baustellen

Es ist eindeutig Sommerloch. Wie ein Glockenschlag wird das alljĂ€hrlich bekannt dadurch, dass in den Lokalzeitungen die RĂŒpel-Radler wieder in den Schlagzeilen sind. Sie landen dort nicht durch konkretes Verhalten oder Ereignisse, sondern: weil Sommerloch ist. Ja, es gibt sie. Genauso, wie seit Jahrhunderten die Möglichkeiten der City-Durchquerung fĂŒr FahrrĂ€der unzureichend sind. Statt eine konsequente Verkehrspolitik zu machen, hetzt die Bonner Kommunalpolitik seit Jahrzehnten die schwĂ€chsten Verkehrsteilnehmer*innen, FussgĂ€nger*innen und Radfahrer*innen aufeinander, so wie sie es z.B. auch mit der Sport- und der Kulturlobby macht, um anschliessend zu sagen: siehste – ohne mich wĂŒrdet Ihr doch nur ĂŒbereinander herfallen.

Ja, die City, und ebenso die Stadtteilzentren, sind gefĂ€hrdet. Die Gefahr geht von den digitalkapitalistischen Plattformen, Logistikkonzernen und vom kapitalgetriebenen Immobilienmarkt aus. Das Plattmachen des Bonner Solarworld-Konzerns mit mehreren hundert hochqualifizierten ArbeitsplĂ€tzen in Bonn ist eine Ausnahme. Das war auch nicht der böse Dumping-Chinese. Es war die CDU/FDP-Bundesregierung 2005-09, die einen BĂŒrgerkrieg gegen die gesamte deutsche Solarbranche entfesselte. Und jetzt endgĂŒltig gewonnen hat; selbst Investorenkapital aus Katar konnte es nicht mehr retten. Damit ist die globale chinesische MarktfĂŒhrerschaft auf Jahrzehnte gesichert. Die Parteispenden von Frank Asbeck waren alle vergeblich.

ZurĂŒck zur City. InhabergefĂŒhrter Einzelhandel und ebensolche Gastronomie sind zu den heutigen Immobilienpreisen nicht mehr möglich.Weiterlesen…

Big Data, Immobilien – Privateigentum ist nicht die Lösung

Die meisten glauben, die Nutzung von Facebook, Google oder App-Stores sei umsonst. Kinderglaube. Die WĂ€hrung der Zukunft, selbst dann, wenn das Bargeld mal abgeschafft werden sollte, sind Daten. Oder was glauben Sie, wie die Jungs im Silicon Valley MilliardĂ€re geworden sind? Aber Hetzen gegen ihren unverdienten Reichtum ist billige Ablenkung von Politik. Der Autor Thomas Wagner hat dazu ein Buch geschrieben und die Junge Welt veröffentlichte heute die Einleitung. Wer von “sozialer Gerechtigkeit” schwafeln will, und das werden in den nĂ€chsten Monaten viele tun, der sollte hierzu in den Schwitzkasten genommen werden.

Das gilt vergleichbar fĂŒr den Privatbesitz von Grund, Boden und GebĂ€uden, mindestens in grossstĂ€dtischen BallungsrĂ€umen. Grund und Boden sind nicht produzier- und vermehrbar.Weiterlesen…

Benko/Signa in MĂŒnchen / Umweltkatastrophe in Vietnam

Der in Österreich verurteilte StraftĂ€ter Benko rollt mit seiner Signa-Gesellschaft nicht nur die Bonner, sondern einige Nummern und in seiner strategischen Bedeutung viel grĂ¶ĂŸer die City des mit klarem Abstand teuersten Immobilienmarkts in Deutschland MĂŒnchen auf. Hier wird gut erkennbar, was seine Interessen sind, und wer dadurch bedroht wird. Wer sich auf ihn einlĂ€sst und ihm die Hand reicht, sollte hinterher nicht jammern, was er/sie alles nicht geahnt hat. Aber Kommunalpolitiker*innen haben meistens ja gar keine Zeit, in andere StĂ€dte zu gucken.

Fischesser*innen aufgepasst, falls sie es noch nicht mitbekommen haben: in Vietnam ereignet sich z.Zt. eine umfassende Umweltkatastrophe an seiner langen KĂŒste. TatverdĂ€chtig ist dort die Stahlindustrie, die sich derzeit in einem scharfem globalem Wettbewerb befindet – die IG Metall weiss Bescheid. Viel hiesige Fischimportware kam bisher aus Vietnam. Ob und wie die Krise, die schon geraume Zeit andauert, von der dortigen Politik verarbeitet wird, ist bisher nicht erkennbar. Korrespondent*inn*en deutscher Medien sind dort derzeit nicht stationiert; dafĂŒr muss wohl erst wieder ein Krieg ausbrechen, was im dortigen “sĂŒdchinesischen” Meer aber auch nicht ferner liegt, als in der nahegelegenen Ukraine-Krise.

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