Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Bezirksvertretung

OB Sridharan – Latte gerissen

Katja Dörner in Sichtweite
Die OB-Wahl in Bonn ist fertig gezĂ€hlt. Es wird in zwei Wochen einen zweiten Gang geben: zwischen Amtsinhaber Ashok Sridharan, und der Kandidatin der GrĂŒnen, ihrer derzeitigen Bundestagsabgeordneten Katja Dörner. Die Spannung war schon durch die infratest-dimap-Umfrage vor zwei Wochen gestiegen. Das Wahlergebnis steigert sie weiter.
Denn OB Sridharan ist nicht nur ĂŒber 15% von der 50%-Marke entfernt, sondern hat sogar die Umfrageerwartungs-Latte von 39% noch mal deutlich gerissen. Er kam unter 35% ein. Katja Dörner ist mit rund 27,5% in Sichtweite (minimal mehr als in der Umfrage).Weiterlesen…

WĂ€hlengehen in Beuel

Ist das eine regulÀre Wahl, so ganz ohne persönliches Kennenlernen? Ich meine, nein. Aber die sich Mandate und Jobs verteilen wollen, brauchen Planungssicherheit. Also wird die Wahl trotzig durchgezogen, wie der Profifussball. Und vielleicht demnÀchst der Karneval.
Vorgestern war die Wahlbenachrichtigung in meinem Briefkasten. Gestern war ich nach dem Mittagessen zu spĂ€t am Beueler Wahlamt im Bezirksrathaus – geöffnet nur bis 13 h. Ausser donnerstags, also heute (bis 18 h). NĂ€chster Versuch heute vormittag,Weiterlesen…

Bonner GrĂŒne – wg. ÜberfĂŒllung geschlossen?

Ich hĂ€tte es ahnen können. Schon beim Ortsverband Beuel war es verdĂ€chtig voll. Obwohl es “nur” um Inhalte ging. Der wenig prominente Ortsverbandssprecher Christoph Winter referierte zum aktuellen Stand der – na klar: Klimapolitik. Nur die eingeweihtesten aktiven Mitglieder konnten wissen, dass Christoph das, aus rein eigenem persönlichen Leistungsehrgeiz und Respekt vor dem Publikum, sehr sorgfĂ€ltig und grĂŒndlich macht, inhaltlich und formal. Es ist möglich, ihm ĂŒber 15 Minuten am StĂŒck zuzuhören, weil er mit PrĂ€sentationssoftware nicht auf Kriegsfuss steht. Das Bistro Odeon war pickepackevoll, und blieb es auch bei der PrĂ€sentation des Wahlprogrammentwurfes fĂŒr die Bezirksvertretung Beuel.Weiterlesen…

Linie 66 – sie halten uns Beueler*innen fĂŒr blöd

OB, CDU, Stadtverwaltung, SWB, General-Anzeiger
Sie sind fĂŒr die “Beschleunigung der 66” angeblich zu allem bereit: Friedhof planieren, HĂ€user abreissen. Nur damit die 66 schneller vorankommt, und FussgĂ€nger*innen und Radfahrer*innen total klimafreundlich in Beuel ein neues Paradies vorfinden: die St. Augustiner Strasse. Die diesen billigen Trick kopieren, haben bis heute nicht verwunden, wie doof sie sich bei der Sanierung der KennedybrĂŒcke angestellt hatten. Jetzt ĂŒben sie Rache.Weiterlesen…

Beueler GrĂŒne starten Programmarbeit

zur Kommunalwahl 2020
WĂ€hrend andere Parteien Wahlkreise mit Kandidat*inn*en besetzen, die sie vielleicht gar nicht gewinnen, haben die Beueler GrĂŒnen gestern erst mal ihre inhaltliche Programmarbeit gestartet. Zu Themen wie Stadtteilzentrumsgestaltung, bezahlbares Wohnen, Verkehrspolitik (in der kommenden Legislaturperiode 2020-25 wird der “TausendfĂŒssler” abgerissen und noch mehr Auto-Verkehr durch Beuel fĂŒhren), Landschaftsschutz und Kulturentwicklung wurden Arbeitsgruppen installiert, die beginnend mit dem “Sommerloch” Sachfragen diskutieren und Strategien aufschreiben sollen.Weiterlesen…

Der BĂŒrgermeister-Guido-Platz

BezirksbĂŒrgermeister Guido Deus, CDU, MdL, davor im Zivilberuf als PR-VerkĂ€ufer der Bundesimmobilienpolitik tĂ€tig, versucht mit hektischer Pressearbeit zu ĂŒberdecken, was nur Menschen mit gutem GedĂ€chtnis und Interesse an Kommunalpolitik, also eine verschwindende Minderheit, wissen können. Wer hat die Schönheit des Konrad-Adenauer-Platzes sowie des Rathausvorplatzes verbrochen? Manche Menschen meinen, das hĂ€ssliche GebĂ€ude der heutigen Besitzerin Swiss Life sei alles schuld. Das eigentliche Problem ist jedoch die Gestaltung der öffentlichen VerkehrsflĂ€chen. Es gibt nĂ€mlich keine. Gestaltung.Weiterlesen…

Termin beim BĂŒrger*innen*amt – so klappts (II)

Heute war der Termin, von dem ich jĂŒngst beschrieben habe, wie ich ihn mir verschafft habe. Das Erlebnis BĂŒrger*innen*amt Beuel könnte im Vergleich zum “Dienstleistungszentrum Stadthaus” nicht kontraststĂ€rker sein. Die WarteatmosphĂ€re drĂŒben auf der anderen Rheinseite stellt das Freitagschaos im DB-Reisezentrum oder beim Arbeitsamt (dort ist keins mehr, aber vielleicht im Jobcenter) weit in den Schatten. Wartezeiten von ĂŒber einer Stunde sind keine seltene Ausnahme.

Wie anders in Beuel.Weiterlesen…

Kommentalweg – Baugrund fĂŒr Schweden-MilliardĂ€re?

Die Idylle um den Kommentalweg habe ich geliebt. Ein Trampelpfad, mit dem Fahrrad gut befahrbar, fĂŒhrte direkt von meinem BĂ€cker Schmitz in Schwarzrheindorf zum Bröltalbahnweg, durch KleingĂ€rten und wilde Brombeeren. Verschiedentlich meldeten sich von den ZĂ€unen an der Seite kleine Nutztiere. Da, wo jetzt die Bonava-Neubauten stehen, verbargen sich zwei kleine, etwas abgewrackte hexenhĂ€uschenartige Anwesen, von wildem GebĂŒsch von der Niederkasseler Strasse abgeschirmt, die mal ein Kinderparadies gewesen sein könnten. Alles zusammen eine kleine Oase in der Stadt, die ich fast jeden Samstagvormittag vor dem Einkaufen genoss.

Das ist vorbei. Und ich bejammere es nicht. Ich bin dafĂŒr, mehr Wohnungen zu bauen. Denn wir haben in unserer Stadt Wohnungsnot. Das von mir beschriebene GelĂ€nde liegt im “Innenbereich” unserer Stadt. D.h. Versiegelung und FlĂ€chenvernichtung, Bedrohung von Artenvielfalt – das muss nicht mit Wohnbebauung vorangetrieben werden. Das Gegenteil kann der Fall sein. Es ist lĂ€ngst nachgewiesen, dass StĂ€dte, adĂ€quat begrĂŒnt und mit FreirĂ€umen, eine klar grössere ökologische Vielfalt ermöglichen als die heutige agroindustrielle Landwirtschaft.

Darum bin ich fĂŒr dieses Wohnbauprojekt. Dennoch bleiben qualitative Fragen.Weiterlesen…

Mit ParkplÀtzen und Karneval gegen Amazon?

Auf dieser Seite habe ich die Gewerbegemeinschaft Beuel bisher ausdauernd gelobt. In der Tat ist ihre blosse Existenz fĂŒr den Stadtteil wertvoll, das zeigt schon ein Blick nach Bad Godesberg. Jetzt muss die GGB aber wohl von Selbstmordgedanken abgebracht werden. Das wird nicht leicht.

Um meine AusfĂŒhrungen besser verstĂ€ndlich zu machen und abzukĂŒrzen, lesen Sie bitte zunĂ€chst:
Daniel Leisegang: Amazon Fresh oder:die Schlacht um die Supermarktkunden, in den BlĂ€ttern fĂŒr deutsche und internationale Politik. Die BlĂ€tter sind eine im Zweifel linke politikwissenschaftliche Zeitschrift.
Und damit es hier ausgewogen zugeht, und Sie das auch glauben:
diese Meldung aus dem Finanzteil der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ), dem im Zweifel rechten Zentralorgan der im Zweifel rechten konservativen Mehrheitsfraktion des deutschen Grosskapitals.

Nachdem Sie das gelesen haben, fassen wir jetzt also zusammen.
So wie Immobilien nach “den drei L-Kriterien: die Lage, die Lage und die Lage” bewertet werden, gilt die Bewertung fĂŒr Citys, und solche, die es werden wollen: “die drei A’s”: AufenthaltsqualitĂ€t, AufenthaltsqualitĂ€t und AufenthaltsqualitĂ€t.
Und nun prĂŒfen Sie sich selbst: wie lange halten Sie sich gerne auf einem Parkplatz auf?

Gehen wir mal durch Beuels City: Haltestellen-Dreieck Adenauerplatz.Weiterlesen…

Zur Verantwortung von Linken und GrĂŒnen

Die letzte Bundestagswahl war die erste, nach der Rot-Rot-GrĂŒn keine rechnerische Mehrheit mehr hatte. Ganz so, wie es sich die drei Parteien gewĂŒnscht hatten: “bloss nicht!” ging in ErfĂŒllung. Was fĂŒr ein MissverstĂ€ndnis von Politik! Soll die dazu da sein, möglichst alles Mögliche zu verhindern? So kann man eine Demokratie auch zu ruinieren versuchen. Jetzt rufen alle öffentlich “Siehste!”, die auf keinen Fall regieren wollen. Wo soll das hinfĂŒhren?

Die Linke war wĂ€hrend des Jamaika-Verhandlungsprozesses öffentlich weitgehend unsichtbar. Sie war mit ideologischem Masturbieren ausgelastet. Hier rĂ€cht sich das Burgfrieden-ZweckbĂŒndnis der Linken-Realos mit Wagenknecht in der Bundestagsfraktion. Nach den Traumata des SED-Zusammenbruchs und der Beinahevernichtung der PDS – die GrĂŒnen haben 1990 Ă€hnliches erlebt – hatte die Existenzsicherung Vorrang vor ehrgeizigen Diskurs- und Zukunftsstrategien. Der Preis:Weiterlesen…

Glanz und Elend der Bezirksvertretung Beuel

Fangen wir mit dem Glanz an: das Licht der Abendsonne im Saal des Rathauses Beuel.
So, dann wÀre der Punkt schon mal erledigt.

BezirksbĂŒrgermeister Deus ist kĂŒrzlich Landtagsabgeordneter geworden. Das ermöglicht ihm Pause zu machen von seinem eigentlichen Job, Pressesprecher der Bima zu sein. Das ist die Einrichtung, die im Auftrag des Bundesfinanzministeriums bundeseigene Immobilien unterhalten und versilbern soll, und sich dabei nicht anders verhĂ€lt, als grosse und kleine private Immobilienhaie. Die Bima ist auf jeden Fall gross. Sie populĂ€r zu machen, fĂŒr ihr Tun zu werben, das wĂ€re Guido Deus’ Job. Und damit ist nicht nur er ĂŒberfordert, sondern jede/r Andere auch.

Jetzt als Landtagsabgeordneter ist Deus Landesgesetzgeber. Er könnte also die NRW-Gemeindeordnung Ă€ndern, und seiner geliebten Bezirksvertretung mehr Gewicht verleihen. Das wĂ€re sicher effizienter, als, wie jetzt, in ihren Sitzungen stundenlang (und das ist untertrieben!) ĂŒber ihre Missachtung durch die Stadtverwaltung zu lamentieren.Weiterlesen…

Gegen Wohnungsleerstand und -Zweckentfremdung

In den Unterlagen fĂŒr die kommende Sitzung der Bezirksvertretung Beuel (Mi. 5.7., 17 h, Rathaus Beuel; am Do., 18 h, Stadthaus das Gleiche im Rat) fand ich diese spannende Mitteilungsvorlage. Sie berichtet ĂŒber eine “Task Force”, die die Stadtverwaltung gegen die Zweckentfremdung von Wohnraum installiert hat. UrsprĂŒnglich sollte sie vorrangig gegen den “Medizintourismus” in Godesberg vorgehen; Zweckentfremdung ist aber vielfĂ€ltig und weit ĂŒber Godesberg hinaus verbreitet und so hat sich auch ihr TĂ€tigkeitsgebiet auf die gesamte Stadt ausgeweitet.

Die politische und rechtliche Grundlage fĂŒr diese “Task Force” war ein 40:39-Beschluss des StadtratesWeiterlesen…

Michael Mennen gestorben

Ein feiner Kerl hat uns verlassen.
Unser gemeinsamer Freund Stefan Keller, sein Nachfolger im Institut fĂŒr Sprechpraxis und Rhetorik, ĂŒbermittelte mir die traurige Nachricht.
Ich lernte Mike erst vor gut 10 Jahren kennen. Er stieg auf der Rheindorfer Straße von seinem Rennrad: “Du kennst doch den Karl Uckermann” – “Ja, das ist mein Chef” – “Dann kĂŒmmert Euch mal um das Bistro El Horizonte. Das hat einen ganz tĂŒchtigen Wirt. Und der hat Ärger mit der Stadt.” Und so geschah es. Der Ärger endete mit einem einstimmigen Beschluss der Bezirksvertretung, dass Kamel Bsissa nicht mitten auf seine ökonomisch lebenswichtige AußengastronomieflĂ€che einen Baum pflanzen lassen musste. Und meine Freundschaft mit Mike Mennen begann.
Ich ernannte ihn zu einem “kleinen Walter Jens”, dem langjĂ€hrig berĂŒhmtesten Professor fĂŒr Rhetorik. Mike war ein genauso intellektueller Kopf, mit Erdung durch seine Liebe zum Fussball. Er hat zahlreiche Mannschaften, am liebsten Jugendmannschaften trainiert, u.a. beim Bonner SC und beim Fußballverband Mittelrhein. Und diese ehrenamtliche Arbeit immer als Sozialarbeit und Gesellschaftspolitik begriffen. Die so gewonnene Lebenserfahrung wĂŒrde vielen Politiker*inne*n und SportfunktionĂ€r*inn*en heute guttun. Ich profitierte durch unsere Freundschaft davon, weil es auch mir Bodenkontakt in meinem Stadtteil und ausserhalb des betriebsblinden Rathausbetriebes gab.
Mike gelang eine gute Abrundung seines Lebensabends. Noch mit 80 die Regie einer TheaterauffĂŒhrung, deren Erfolg ihn sehr glĂŒcklich machte, aber auch körperlich an seine Grenzen brachte. Das gleiche galt fĂŒr den Deutschunterricht, den er fĂŒr FlĂŒchtlinge gab – die Abende nach dem Unterricht wirkte er körperlich völlig geschafft und geistig erfĂŒllt und beseelt. Mit Stolz erfĂŒllte ihn die Lebensleistung seiner Söhne Fabian (Schul- und Fußballlehrer) und Felix (Schriftsteller und Drehbuchautor). Schade, dass es zuende ist, aber fĂŒr ihn war es ein gutes Ende.
Ich bin froh, dass ich ihn nach seiner letzten Herz-OP noch im Krankenhaus besucht habe. Er wirkte körperlich scheinbar wiederhergestellt, aber war mental zuletzt immer mehr in sich gekehrt. Vielleicht hat er geahnt, was kommt.

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