Ein mexikanischer Fußballer, CuauhtĂ©moc Blanco, erst Bundesgenosse und Hampelmann, dann AbtrĂŒnniger der Mafia seines Landes, diese aufregende Geschichte fand ich nur in der Jungle World. Warum nur erinnerte mich die Story gedanklich immer an Franz Beckenbauer?

Vielleicht weil AushÀngeschilder der deutschen Sportmafia in nicht so unÀhnlichen GeschÀften verstrickt sind. IOC-PrÀsident Thomas Bach war zuvor PrÀsident des Deutschen-Olympischen Sportbundes (DOSB), ist Rechtsanwalt mit vitalen GeschÀftsbeziehungen in arabische Feudalstaaten und FDP-Mitglied. Jetzt muss er empfindliche EinschrÀnkungen seiner globalen Reisefreiheit hinnehmen, ganz so wie Fifa-ExprÀsident Blatter.

Wie schön, dass es wissenschaftliche Grundlagen dafĂŒr gibt, dass den Gangstern nicht der ganze Sport in die HĂ€nde fallen kann. Ihr Feind ist u.a. der Zufall, der uns dann doch noch das eine oder andere lange Gesicht von Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeness bescheren wird. Das hat jetzt Prof. Klaus GĂŒnther publiziert, ein absolut integrer Politologe, fĂŒr den ich in den 80ern vier Semester als Tutor arbeiten durfte. Das GA-Interview war leider fĂŒr mich online nicht auffindbar und ist daher nicht verlinkbar; das angekĂŒndigte Buch soll in wenigen Wochen erscheinen.