Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: BR

Der Chinese, der Kaiser – die Wahl

Gestern vor 120 Jahren brachten deutsche Kolonialtruppen alle MĂ€nner in der chinesischen Kleinstadt Liangxiang um. Inwieweit sich der Chinese daran erinnert, ist in deutschsprachigen Medien (ausser dem hier gesetzten Link, der in einigen Tagen in einem Paywall-Archiv verschwindet)) nicht ĂŒberliefert. Klar, andere Sorgen …
Der Chinese ist ein seltsamer Kerl. Weit mehrheitlich soll er damit einverstanden sein, von Algorithmen durchleuchtet und bewertet zu werden (Social Credit System). Er verspricht sich davon mehr Gerechtigkeit, als er bisher durch Partei und Staat bekam.Weiterlesen…

Systemabsturz

Tagesschau24 wiederholte gestern Abend den Dokumentarfilm “System Error” von Florian Opitz. Leider haben es die mitproduzierenden ARD-Sender WDR (eine der letzten guten Taten von Redakteurin Sabine Rollberg) und BR auch in diesem Fall versĂ€umt, hinreichende Mediathekrechte zu sichern. Wie der im Film analysierte Kapitalismus sind auch die Produzent*inn*en so sehr auf Kapitalzirkulation angewiesen, dass sie ihn noch als DVD zu verkaufen versuchen. Ich hatte das Werk schon bei einer frĂŒheren Ausstrahlung gesehen. Doch heute wirkt es anders. Es hat Patina angesetzt. Schuld ist das Virus.Weiterlesen…

#metoo im Bayrischen Rundfunk?

weiter unten: Nordkorea-Experte Döpfner braucht professionelle Hilfe
Der Vorgang um die Trennung zwischen Frau Degmair und dem Bayrischen Rundfunk las sich schon immer merkwĂŒrdig, als wenn der Kern der Sache sorgfĂ€ltig verborgen bleiben solle. Das ist nicht unĂŒblich, wenn sich die Konfliktparteien vor Gericht treffen. PR-AktivitĂ€ten haben dann eine instrumentelle Funktion. So sieht es auch jetzt aus. Die Arbeitgeberseite hatte durchstechen lassen, dass die FĂŒhrungsqualitĂ€ten der Frau Degmair sich als begrenzter als erwartet erwiesen hĂ€tten. Nun von ihrer Seite der Konter:Weiterlesen…

Saudi Aramco / AutoritÀtsverfall / Massentierfrass / ARD, Wedel, Wilhelm

“Fliegen werden keine Feinschmecker” schrieb mein jĂŒngerer Bruder hier kĂŒrzlich. Darum werden sich, sollte man meinen, genug Fliegen finden, die geil auf Minderheitsaktien von Saudi Aramco wĂ€ren, dem Staatskonzern Saudi Arabiens. Schliesslich finden sich genug insektenĂ€hnliche Wesen, die dort Waffen hinliefern und mit denen “Freundschaftsspiele” austragen wollen. Wird ausgerechnet der Finanzmarkt jetzt zur emanzipatorischen Kraft, die den saudischen Mörder-Machos Grenzen zeigt? Das wĂ€re mal ein guter Witz.

Tom Strohschneider amĂŒsiert sich im Oxiblog darĂŒber, wer z.Z. ĂŒber den allgemeinen AutoritĂ€tsverfall lamentiert. Dieter Bott hat eben schon hier die heute-show dabei erwischt. Schuld daran ist der Popanz ’68er – wer sonst?

Susanne Aigner beschreibt anlĂ€sslich der GrĂŒnen Woche das Dilemma der Landwirtschaft, zwischen Agroindustrie und Verbraucher*innen*wĂŒnschen. Ein wichtiger Aspekt scheint ihr gedanklich durchgerutscht zu sein.Weiterlesen…

Doitsche Waa-fen, doitsches Geheheld …..

….. morden mit in ahaller Welt”, zu singen nach der Komposition von Joseph Haydn (“Lied der Deutschen”). Das hat vorgestern eine ARD-Dokumentation erneut bestĂ€tigt. Im Abspann werden Sie staunen: produziert hat sie der Bayrische Rundfunk. DĂŒsseldorf, Sardinien, SĂŒdafrika, ĂŒberall ist Rheinmetall und verkauft auch ĂŒberall hin: Saudi-Arabien, Iran, Emirate, Ägypten – alles wird sofort ausprobiert. Allerdings hat es bei den Filmmachern noch nicht ganz dafĂŒr gereicht, auch die exportintensive bayrische RĂŒstungsindustrie ins Visier zu nehmen. Aber das kann ja noch kommen, wenn die absolute CSU-Mehrheit erst weg ist. Guter Journalismus ist offensichtlich in CSU-Herrschaftsgebieten möglich.
Da deutsche Politiker*innen ihr Handeln in diesem Bereich so geheim halten, wie die RĂŒstungsindustrie: haben Sie irgendwas mitbekommen, welche Rolle das Thema in den Koalitionsverhandlungen spielen soll? Könnte doch sein, dass es vorkommt; das eine oder andere Kind im Jemen könnte ĂŒberleben ….

Eine nicht ĂŒberforderte Intendantin

Ulrike Simon, von mir sehr geschĂ€tzte Medienjournalistin, zeichnet ein sehr freundliches PortrĂ€t von Karola Wille, Intendantin des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR), ein anmassender Name fĂŒr die geografische Lage, aber geschenkt. Frau Wille ist ausserdem noch bis Jahresende Vorsitzende der ARD und gibt diese Funktion zum Jahreswechsel an Ulrich Wilhelm (CSU, ehem. Regierungssprecher Merkels, Bayr. Rundfunk) ab. Wille scheint der Typus Karrierefrau zu sein, dem es gelingen kann, dicke Bretter zu bohren.
SelbstverstĂ€ndlich wird bis zum Ende weiter gegen sie intrigiert, im Rahmen des Streits um die seit Jahren spektakulĂ€rste öffentliche Äusserung des ĂŒberforderten WDR-Intendanten Buhrow. Bei einem Beobachter wird Wille-Nachfolger Wilhelm eine klare Kante gegenĂŒber den Zeitungsverleger*inne*n unterstellt, bei einem andern wird schon, vergleichbar zum einstigen SteinbrĂŒck-Stoiber-Duett eine NRW-Bayern-Achse gesehen, die den Rest der Intendant*inn*en vor vollendete Tatsachen stellen will – und die Vorsitzende Wille angeblich schwach aussehen lĂ€sst.
Ob sie irgendwann das KĂ€mpfen fĂŒr unsere, die öffentlichen Interessen lernen?
Verlegerscharfmacher Döpfner ließ nun heute im DLF mit weihnachtlich-freundlichem GesĂ€usel Buhrow und die Webseite des WDR ziemlich lĂ€cherlich dastehen.

Liegts am Wetter? Oder am Alter?

von Michael Kleff (z.Z. New York, sonst Beuel)

Die Israel-Lobby in Deutschland hat wieder einmal erfolgreich den Antisemitismus-Hammer herausgeholt. Auf Initiative einer Kölnerin rĂŒckte der WDR davon ab, ein Konzert des Ex-Pink-Floyd-Musikers Roger Waters zu prĂ€sentieren. Kurz danach beendeten auch der BR und der SWR ihre geplante Kooperation mit dem Veranstalter der Waters-Konzerte. Der Grund: Seine UnterstĂŒtzung der sogenannten BDS-Bewegung (kurz fĂŒr „Boykott, Desinvestitionen, Sanktionen“), die sich gegen die aggressive Politik Israels gegen die PalĂ€stinenser richtet. In der Petition wird Roger Waters als „Judenhasser“ bezeichnet. Nun lĂ€sst sich sicher ĂŒber die RadikalitĂ€t mancher BDS-AktivitĂ€ten streiten, doch die stĂ€ndige Gleichsetzung von israelkritischen Positionen mit Antisemitismus ist damit nicht zu rechtfertigen.Weiterlesen…

Datengold

Das Bargeld wird sicher irgendwann abgeschafft. Die Frage ist nur, wer von uns es noch erleben wird. Die neue WĂ€hrung werden – und sind schon – unsere Daten. Sie, die Machthaber*innen, das sind nicht nur Regierungen und Politiksysteme, sondern alle großen und kleinen Konzerne, wollen vor allem uns, unsere ganze menschliche Unvollkommen- und Unberechenbarkeit, unter Kontrolle bekommen. FĂŒr ihre ökonomische Planungssicherheit.

So wie fĂŒr Fußballkonzerne der sportliche Zufall das zentrale Problem ist, ist es fĂŒr Ökonomie und Herrschaft unser Menschsein. Darum werden keine Kosten und MĂŒhen gescheut, das zu erforschen.Weiterlesen…

ARD&ZDF: Seehofers ahnungslos ins Wasser geworfener Stein

Steine ins Wasser werfen, das kann er der Horst. Welche Wellen die erzeugen, interessiert ihn weniger. Es geht ihm ja nicht um die Sache, sondern er instrumentalisiert sie nur fĂŒr den öffentlichen Effekt.

Dass es Bedarf nach tiefgreifenden inhaltlichen und strukturellen Umbauten des öffentlich-rechtlichen Mediensektors gibt, ist auch in Fachkreisen unumstritten. Die können aber strukturell nicht von ihm selbst ausgehen – im Gegenteil. ÜberlĂ€sst man ihn sich selbst, wird er seine eigene Implosion herbeifĂŒhren.
Der Sektor ist eine deutsche Besonderheit. Er hat historische Verdienste, die noch heute spĂŒrbar sind – demokratisch wertvolle Nischen hat er behalten, auch sozialpolitisch ist nicht gering zu schĂ€tzen, dass Deutschland vermutlich die grĂ¶ĂŸte nationale Free-TV-Landschaft hat.

Alle TV-Sender laufen aber mittlerweile gesellschaftlich und technologisch hoffnungslos hinter der Musik her,Weiterlesen…

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