Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Brasilien (Seite 1 von 5)

Nicht vorĂŒbergehend

Misstrauen Sie allen, die Ihnen weiszumachen versuchen, in absehbarer Zeit sei “es” vorbei. Wird es nicht. Stefan Willich, der Direktor des Instituts fĂŒr Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie an der Berliner CharitĂ©, sprach mit der Berliner Zeitung. Die Darstellung der Zeitung ist kein Interviewtext, sondern eine redaktionelle GesprĂ€chszusammenfassung mit vielen wörtlichen Zitaten. HinzugefĂŒgt diese Darstellung zu “Fallsterblichkeit” und “Infektionssterblichkeit”, und wie diese sich unterscheiden.Weiterlesen…

Harte Machtformationen

Sie konnten in Lateinamerika nicht aufgeknackt werden – Interview mit der Soziologin Karin Fischer ĂŒber die Lehren aus den Pink-Tide-Regierungen
Unter dem Titel „Von Engels gelernt? Linke Utopien und emanzipatorische Praxis in Lateinamerika“ begaben sich im September 2020 etwa 50 Neugierige an die Wuppertaler Uni, um an zwei Tagen den Vortragenden, ĂŒberwiegend aus dem linken, akademischen Spektrum, zu lauschen und Fragen zu stellen. Auch die ila war vor Ort und hat bei Karin Fischer, Expertin fĂŒr Globale Soziologie und Entwicklungsforschung an der Uni Linz, nachgefragt. In ihrem Vortrag auf der Konferenz befasste sich Fischer mit „Klassenherrschaft und Weltmarktintegration“ in Lateinamerika.Weiterlesen…

Unsere beste Regierung – und deren Defizite

Interview mit dem brasilianischen Schriftsteller Luiz Ruffato, von Lutz Taufer und Anselm Weidner
Luiz Ruffato gilt heute als einer der wichtigsten, vielleicht der wichtigste Schriftsteller Brasiliens. Anders als die meisten brasilianischen Intellektuellen und Autor*innen entstammt er nicht den traditionellen Eliten, sondern pflegt eine deutliche Distanz zu diesen. Er steht in seinen BĂŒchern wie in seinen politischen Stellungnahmen fĂŒr einen grundsĂ€tzlichen Perspektivenwechsel, seziert die herrschenden Strukturen aus dem Blickwinkel der Mehrheit der Brasilianer*innen.Weiterlesen…

Sie verstehen nicht

Immer noch nicht – ist es ein Westfalen-Gen?
Das ZDF-Sportstudio habe ich mir gestern erspart. Gut so. Kurz vor dem Einschlafen erregen, das ist nicht gut. Der Herr Watzke, der immer so viel Wert auf eine BodenstĂ€ndigkeit-Performance legt, muss ein Desaster auf der TV-BĂŒhne hinterlassen haben. Das Gegreine von Fussballkonzernen – wer will das noch hören? Doch nur, wer keine anderen Sorgen hat.Weiterlesen…

Der Herr Trump

von Ulrich Horn
Nun ist auch US-PrĂ€sident Trump Opfer seiner Politik geworden. Er hat das Corona-Virus heruntergespielt und zu dessen Verbreitung beigetragen. Wie viele Menschen könnten noch leben, wenn er die erforderlichen Schutzmaßnahmen gegen das Virus nicht immer wieder diskreditiert hĂ€tte?Weiterlesen…

Warum kann er sich halten?

von Viviane de Santana Paulo
HintergrĂŒnde zu den UnterstĂŒtzer*innen von Jair Bolsonaro

Anfang 2020 wurde die Welt von der Coronavirus-Pandemie ĂŒberrascht. PrĂ€sident Bolsonaro schockte die Welt mit seinem verĂ€chtlichen Spruch von der „kleinen Grippe“. Er ist bekannt als vehementer Gegner von KontaktbeschrĂ€nkungen und wirtschaftlichen EinschrĂ€nkungen. WĂ€hrend der Pandemie mussten zwei Minister das Gesundheitsministerium verlassen. Heute ist ein Mann des MilitĂ€rs im Amt. Als die Zahl der Todesopfer durch das Coronavirus zunahm, teilte Bolsonaro in der Presse mit: „Was soll ich Ihrer Meinung nach tun? Ich bin kein Leichenbestatter.“ Weiterlesen…

Tönnies-Freund bei der Arbeit

weiter unten: Patentrennen um Covid19-Impfstoff
Jetzt haben sie das, auf was ich hier verlinken wollte, in die Paywall eingemauert. Marcus Theurer/FAS berichtet ĂŒber die HintergrĂŒnde der wenig beachteten, sachlich aber spektakulĂ€ren Wende, die die Bundeskanzlerin kĂŒrzlich nach ihrem gross aufbereiteten GesprĂ€ch mit den Damen Thunberg und Neubauer hingelegt hatte. Das Mercosur-Abkommen, u.a. mit dem Faschisten und Regenwaldabbrenner Jair Bolsonaro, sei “kaum noch zu retten”.Weiterlesen…

Schwarze Leben zÀhlen, auch in Brasilien

von Luiz Ramalho
Widerstand gegen den sich verschĂ€rfenden Rassismus in der Ära Bolsonaro

„Ich fĂŒrchte den Rassismus mehr als die Pandemie“, erklĂ€rte ein Demonstrant einem Journalisten am 8. Juni in Sao Paulo. Trotz der weiter steigenden Infektonszahlen sind nach dem Tod von George Floyd in den USA Zehntausende Brasilianer*innen auf die Straße gegangen, um gegen Rassismus zu protestieren, der in Brasilien ebenso wie in den USA eine lange Geschichte hat, aber unter dem Regime Bolsonaros immer aggressiver und gewalttĂ€tiger wird.Weiterlesen…

Insel der Vernunft: die Ultras

FĂŒr das westfĂ€lische RotbĂ€ckchen aus Lippstadt sind sie Abschaum, “das hĂ€ssliche Gesicht” des Fussballs. Sein GlĂŒck, dass in Deutschland Meinungsfreiheit herrscht, in der jede*r das Recht hat, Unsinn zu verbreiten. In Wahrheit ist es umgekehrt. Schon bei den Geziprotesten 2013 in der TĂŒrkei waren es die Ultras der Istanbuler Vereine BeƟiktaƟ, Fenerbahçe und Galatasaray, die gemeinsam die tĂŒrkische Demokratie gegen das Erdogan-Regime verteidigten. Danach intensivierte das RegimeWeiterlesen…


und dann kam Corona

von Adam Isacson
Zum VerhÀltnis von MilitÀr und Zivilgesellschaft in Lateinamerika

Die Beziehung von MilitĂ€r und Zivilgesellschaft ist in Lateinamerika schon immer kompliziert gewesen. Fast ĂŒberall hat das ernsthafte Auswirkungen auf die Menschenrechtslage. Nach den MilitĂ€rdiktaturen der 1960er- bis 1980er-Jahre gab es in der Region entscheidende Fortschritte in Richtung Demokratie und Freiheit. Dieser Prozess hat sich in den letzten Jahren jedoch schon zunehmend verlangsamt, besonders im Jahr 2019 gab es RĂŒckschlĂ€ge – und dann kam Corona.Weiterlesen…

Eine Regierung in MilitÀruniform

von Luiz Ramalho
In Brasilien steigt der politische Einfluss der GenerÀle kontinuierlich

Bei der diesjĂ€hrigen digital gefĂŒhrten Jahresversammlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) am 18./19. Mai erschien fĂŒr Brasilien auf dem Bildschirm weder der StaatsprĂ€sident, Ex-Hauptmann Bolsonaro, noch ein ziviler Gesundheitsminister, sondern ein General. Das ist aber nichts Besonderes fĂŒr die gegenwĂ€rtige brasilianische Regierung. Ihr gehören mehr GenerĂ€le an als allen Kabinetten wĂ€hrend der MilitĂ€rdiktatur (1964-85).
General Eduardo Pazuello war vier Wochen zuvor zum StaatssekretĂ€r im Gesundheitsministerium ernannt worden, nachdem der damalige Gesundheitsminister Mandetta, selbst ein rechtskonservativer Politiker, an Bolsonaro gescheitert war, da er sich an die Pandemiestrategie der WHO halten wollte. Weiterlesen…

Strategie der Spannung

Wie die Despoten zum “letzten Gefecht” rĂŒsten
Ist Jair Bolosonaro “irre”? Ist Donald Trump “wahnsinnig”? Recep T. Erdogan von Hass und JĂ€hzorn getrieben? Alle ein Fall fĂŒr die “Klapse”? Mag alles sein, möglich ist das. FĂŒr Politik ist es dennoch Nebensache. Denn sie sind Macht- und AmtstrĂ€ger, von starken hinter ihnen stehenden Systemen durchgesetzt worden. Keine Mehrheiten, aber doch eine erhebliche Anzahl von Menschen hĂ€lt sie nicht fĂŒr das Problem, sondern die Lösung. Die werden zwar weniger, und die entsprechenden Irren sind nicht irre genug, das nicht zu merken. Selbst der leibhaftigeWeiterlesen…

Die soziale und rÀumliche Dimension der Pandemie

von Robertha Barros und Paulo Victor Melo
In Brasilien erkranken und sterben deutlich mehr Bewohner*innen armer Viertel als wohlhabender Bezirke an COVID-19

Der Theologe und Philosoph Leonardo Boff schrieb jĂŒngst, dass die Coronapandemie eine „einmalige Möglichkeit darstellt, unsere Lebensweise im gemeinsamen Haus (Motto einer 2016 entstandenen Initiative des nationalen Rats christlicher Kirchen Brasiliens) zu ĂŒberdenken“. Die Autor*innen des nachfolgenden Beitrags zeigen, wie weit Brasiliens StĂ€dte heute davon entfernt sind, ein „Gemeinsames Haus“ zu sein, in dem alle Bewohner*innen menschenwĂŒrdig leben und ihre Gesundheit schĂŒtzen können. Aber sie teilen die Hoffnung Leonardo Boffs, dass ein Umdenken möglich und vor allem dringend notwendig ist.Weiterlesen…

Kein ĂŒberraschender RĂŒcktritt

Chef der seit Jahren blockierten Welthandelsorganisation (WTO) wirft vorzeitig das Handtuch
Der Generaldirektor der Welthandelsorganisation (WTO), Roberto Azevedo, gibt seinen Posten zum 31. August auf- ein Jahr vor dem regulĂ€ren Ende seiner zweiten vierjĂ€hrigen Amtszeit. Zwar erklĂ€rte der 62-jĂ€hrige Brasilianer am Donnerstagabend vor den Botschafter*innen der 164 WTO-Mitgliedsstaaten am Genfer Sitz der Organisation, er habe seine RĂŒckirittsentscheidung „aus persönlichen und familiĂ€ren GrĂŒnden getroffen“. Doch diese ErklĂ€rung ist nur eine Camouflage fĂŒr die tiefe Frustration AzevedosWeiterlesen…

Virus global

Lombardei – Kerala – Brasilien
Albrecht von Lucke arbeitet in seinem aktuellen BlĂ€ttertext richtig heraus, dass eine wirkungsvolle VirusbekĂ€mpfung global sein muss. Doch wie aussichtsreich ist das? Passiert im wahren Leben nicht exakt das Gegenteil? Wann werden die Machthabenden verstehen, dass es dann jederzeit zurĂŒckkehren kann?
Die in Italien wirtschaftsstĂ€rkste, global am meisten vernetzte und seit Jahrzehnten rechtsradikal regierte LombardeiWeiterlesen…

Kreuzzug der Pfingstbewegung

von Viviane de Santana Paulo (Übersetzung: Laura Held)
Die evangelikale Politik in Brasilien und der Welt

Der politisch aggressive religiöse Fundamentalismus ist nicht nur ein PhĂ€nomen im Hinduismus oder Islam, sondern auch im Christentum. Dort gewinnen vor allem die (Neo-)Pfingstkirchen weltweit an Einfluss. In der zu Beginn des 20. Jahrhunderts in den USA entstandenen christlichen Strömung spielt der Heilige Geist eine zentrale Rolle in Lehre und Praxis, in den meisten theologischen Fragen folgt sie der Tradition des EvangelikalismusWeiterlesen…

Corona-Krise: Keine RĂŒckkehr zur „NormalitĂ€t“ des Kapitalismus!

von Alex Demirović, Ulrich Duchrow, Andreas Fisahn, Birgit Mahnkopf, Thomas Sablowski, Peter Wahl
Ein Beitrag aus dem Wissenschaftlichen Beirat von Attac

Die Corona-Epidemie ist nicht nur eine humanitĂ€re Katastrophe, sondern die grĂ¶ĂŸte ErschĂŒtterung des Kapitalismus seit der Weltwirtschaftskrise 1929 und deren Folgen. WĂ€hrend im globalen SĂŒden die Menschen schon lange mit Chaos, Kontrollverlust und Ausnahmezustand konfrontiert sind, trifft es nun auch die reichen LĂ€nder. Begleitete der Westen den Ausbruch der Seuche in China noch mit dĂŒnkelhafter SĂŒffisanz und Ignoranz, so konfrontiert sie ihn jetzt selbst mit ungekannter Verwundbarkeit, ja Ohnmacht.Weiterlesen…

Wankt Bolsonaros Macht?

von Christian Russau
Corona-Krise bringt PolitgefĂŒge in Brasilien nahe an den Schmelzpunkt.

“Ihre Regierung ist vorbei”
Diese Worte musste sich Jair Bolsonaro in aller Öffentlichkeit anhören. Das Video der Szene machte Mitte MĂ€rz Furore in den sozialen Netzwerken in Brasilien. Brasiliens rechtsextremer PrĂ€sident stand vor seinem Regierungspalast, tat so, als wĂŒrde er die Worte nicht verstehen. “Ihre Regierung ist vorbei.” Eigentlich ist dies mittlerweile der Mehrheit der Brasilianer*innen bewusst geworden. Nur hatte es bislang noch niemand so nĂŒchtern beschrieben, wie der Sprecher dieser gleichsam prophetischen Worte.Weiterlesen…

Virtuelle Bratwurst

Rette-sich-wer-kann in Politik und Fussball / Wie Tsipras: der Genosse Sanchez soll hÀngen (gelassen werden)
FĂŒr das Virus sind alle gleich? Der Mensch wĂ€re nicht Mensch, wenn er dieser Natur nicht ein Schnippchen schlagen wĂŒrde. Er verwandelt das Virus mit schlichtesten Mitteln zu einem Turbo zur Spreizung und Beschleunigung bestehender KlassenverhĂ€ltnisse. Und wiederum lĂ€sst sich das am Beispiel des Fussballs lernen. Der heimliche RWE-Fan Friedrich KĂŒppersbusch brachte seine Liebe heute virtuos in seiner taz-Kolumne (“Und was machen die Borussen”) unter: in der Vierten Liga versuchen sie sich mit virtuellen StadionwĂŒrsten zu retten. Hauptgedanke ist sicherlich, auf die Weise Aufmerksamkeit fĂŒr seine Not zu erregen, eine Chance die vielen anderen nicht vergönnt ist.Weiterlesen…

Afrika / Brasilien / “Spanische” Grippe / Neustart?

Als Frame in unserer Erinnerung hat sich eingeprĂ€gt, dass jede Epidemie vorzugsweise “die Schwarzen” in Afrika dahinrafft, die nur durch tapfere weisse “Albert Schweitzers” gerettet werden können. Und so entstand die deutsche “Entwicklungshilfe” – jedenfalls in meinem Kindskopf in den 60er Jahren. Und jetzt sterben (weisse) EuropĂ€er*innen und US-Amerikaner*innen, wĂ€hrend die “Gelben” Chines*inn*en vorgeben, selbige Gefahr schon hinter sich zu haben? Tiefe Weltbilder stĂŒrzen ein, und mĂŒssen revidiert werden. Ein Fortschritt. Mann soll ja die guten Seiten sehen und erkennen.Weiterlesen…

« Ältere BeitrĂ€ge

© 2020 Beueler Extradienst

Theme von Anders NorĂ©nHoch ↑