Beueler-Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Chile (Seite 1 von 7)

Nicht übertreiben

Grenzen des Scholz-Verstehens – Best of 30. Januar 2023: DLF-Abschiede, Denkpanzer, Kujat, sich flach hinlegen/Tang Ping, Nazis im Fussball, Erdrotation, Weltraumschrott

Mit dem Aufwachen, ich habe es noch mal mit dem Deutschlandfunk gewagt, zeigte Sophia Boddenberg, die gelegentlich auch für die taz und die Ila schreibt, die Grenzen des Scholz-Vestehens in 4 Minuten (audio) präzise auf: “Streit um Lithiumabbau in Chile – Gefahren für indigene Gemeinden und Ökosystem”. Und hier wird das gleiche Thema von Jörg Kronauer/Junge Welt politisch ausgeleuchtet (in Kürze hinter Paywall).

Am Wochenende hatte ich einen langen “Abschiedsbrief” eines Extradienst-Lesers an den DLF erhalten, den ich gut nachvollziehen konnte. Dennoch sind solche Anstalten widersprüchliche Wesen. Es gibt in ihnen Nischen, im DLF nicht wenige, in denen guter Journalismus noch arbeiten kann. Weiterlesen

Gefährliche Ausbrecher

Chiles Lachsfarmen gefährden das maritime Ökosystem und die Existenz der lokalen Fischer

Noch in den 70er-Jahren galt Lachs als Delikatesse, die sich Mittelstandsfamilien zu besonderen Anlässen, etwa zu Weihnachten, gönnten. Wenn sonst Fisch auf den Tisch kam, waren es Kabeljau, Rotbarsch oder Seelachs (der mit dem Lachs weder verwandt noch verschwägert ist, sondern wie der Kabeljau zur Familie der Dorsche gehört), die im Nordatlantik gefangen werden. Inzwischen ist der rosafarbene Lachs, meist als Tiefkühlware dargeboten, deutlich preisgünstiger als die genannten weißfleischigen Fische. Der Billiglachs wird aber nicht auf See gefischt, sondern stammt aus Lachsfarmen, abgesperrten Becken, die meist in Buchten und Fjorden angelegt werden. Weiterlesen

Erregung

In der TV-Kiste diskutieren sie momentan die Erregung über Wolfgang Kubicki, dem die bösen Feministinnen jetzt das Baggern verbieten wollen. Wovon er auf jeden Fall was versteht, ist, sich selbst ins Gespräch zu bringen. Die Aufregung erschreckt ihn nicht, im Gegenteil: sie erregt ihn. Viele Chilen*inn*en haben allen Ernstes geglaubt, nach der neuen Verfassung, die sie mehrheitlich abgelehnt haben, sollten die Indigenen mehr Rechte bekommen, als sie selbst. Gemeint war nur “Ein Paradigmenwechsel”, wie Felipe Gómez Gálvez, Masterstudent an der Uni Bonn, schreibt. Weiterlesen

Ein Paradigmenwechsel

Chile, der verfassunggebende Prozess und die indigenen Völker

Am 4. September dieses Jahres wurde in Chile in einem Plebiszit der Entwurf eines Grundgesetzes, das die Verfassung der Pinochet-Diktatur ablösen sollte, abgelehnt. Die Kampagne der überwiegend konservativen Medien und rechten Parteien gegen soziale Rechte, gesellschaftliche Modernisierungen und die Anerkennung der indigenen Völker war erfolgreich. Dieses Ergebnis eröffnet verschiedene Fronten, die sich erst im Laufe der nächsten Monate herauskristallisieren werden. Trotz der Ablehnung des Verfassungsentwurfes ist der Autor des folgenden Beitrags der Meinung, dass alleine schon der Verfassungsprozess einen Paradigmenwechsel in der schwierigen Beziehung zwischen Staat und indigenen Völkern bedeutet hat. Weiterlesen

Erneuter Putschversuch in Argentinien gescheitert

Nach dem fehlgeschlagenen Mordversuch auf Argentiniens Vizepräsidentin Cristina Fernández, der am Donnerstagabend auf dem TV-Kanal C5N um 20:52 (Ortszeit) live übertragen wurde, sind wir heute den 12ten Tag hintereinander auf die Strasse gegangen, um die Demokratie zu verteidigen. Während Cristina wie jeden Tag vor dem Eingang des Hauses ihrer Wohnung im mondänen Stadtteil Recoleta, Buenos Aires, AnhängerInnen in ihr Kultbuch „Sinceramente“ Widmungen schrieb, tauchte plötzlich ein junger Mann auf, der ihr auf Schmauchspurdistanz eine 38er vors Gesicht hielt und zweimal abdrückte. Die Waffe streikte, wie ein guter Peronist. Der Attentäter wurde nicht von Sicherheitskräften sondern von Anhängern Cristinas ueberwältigt. Weiterlesen

Historische Wende

Gustavo Petro schafft sie – Linkskandidat gewinnt Wahl in Kolumbien

Im dritten Anlauf ist erstmals ein Linker in Kolumbiens Präsidentenpalast gewählt worden: Gustavo Petro. Der frühere Bürgermeister der Hauptstadt Bogotá, der in jungen Jahren der 1990 aufgelösten Guerillagruppe M-19 angehörte, trat nach seiner Wahl versöhnlich auf. Das ist nötig, denn Widerstände wird es reichlich geben: Kolumbiens konservatives bis extrem rechtes Bürgertum und seine Streitkräfte werden ihre Privilegien wie immer in der Geschichte des Landes mit aller Gewalt zu verteidigen suchen. Weiterlesen

Lateinamerikanische Verfassungsprozesse

Vorgeschichten, Bilanzen und Herausforderungen

In mehreren lateinamerikanischen Ländern setzte sich zu Beginn des 21. Jahrhunderts der Ruf nach neuen Verfassungen durch. Standen bei den Verfassungsprozessen in Argentinien, Brasilien und Kolumbien in den 90er-Jahren vor allem die Garantie der Grund- und Menschenrechte, institutionelle Reformen und die Anpassungen der Grundgesetze an die multikulturellen und gesellschaftlichen Realitäten der Länder (zum Beispiel Anerkennung der Rechte indigener Gemeinschaften, Aufhebung der Reservierung politischer Ämter ausschließlich für katholische Menschen) im Vordergrund, so wurden die Debatten um die Verfassungen von Bolivien, Ecuador und Venezuela zu den zentralen Orten, an denen neue Themen und antagonistische Vorstellungen von Wirtschaft, Natur, Nation und Staat zum Ausdruck kamen und teilweise auch ausgefochten wurden. Weiterlesen

Die Geschichte einer Unterwerfung

von Adrián Moyano (Übersetzung: Alix Arnold)
Patagonien ist eine Erfindung des Kolonialismus

Vor 1492 war Amerika auf keiner Landkarte verzeichnet und ebenso wenig Patagonien, obwohl es von verschiedenen Völkern bewohnt wurde. Die Mapuche nennen das Territorium, das sich von der Andenkordillere nach Osten erstreckt, Puelmapu. Dieser Ausdruck hat tiefere Bedeutungen, wird aber in der Regel als Territorium des Ostens übersetzt. Das Volk der Mapuche war von 1592 an mit der spanischen Invasion konfrontiert, die in der Nähe des Flusses Biobío (Chile) begann. Weiterlesen

Weiblich, leidlich links, jung sucht … den Wandel

von Britt Weyde / Informationsstelle Lateinamerika (ila)
Chiles neuer Präsident Gabriel Boric hat Ende Januar sein Kabinett vorgestellt

Aktuell wird so mancher Beitrag zum neuen „Linksrutsch“ in Lateinamerika veröffentlicht. Neben dem Wahlsieg Xiomara Castros in Honduras oder dem möglichen Erfolg Gustavo Petros in Kolumbien gehört zu dieser Entwicklung auch der Triumph von Gabriel Boric bei der Stichwahl in Chile am 19. Dezember 2021. Mit knapp 56 Prozent hatte sich der Jurist und ehemalige Vertreter der Studierendenbewegung gegenüber dem ultrarechten Kandidaten José Antonio Kast durchgesetzt. Weiterlesen

Nicht erst seit Katar

von Gert Eisenbürger
1978 wurde eine WM-Kampagne von Bonn aus koordiniert

Seit Monaten gibt es immer mehr Proteste gegen die Fußball-WM 2022 in Katar. Erst jüngst haben verschiedene Fan-Intiativen zum Boykott des Turniers aufgerufen. Viele machen dafür die forcierte Kommerzialisierung des Fußballs und insbesondere der FIFA verantwortlich. Doch die begann nicht erst mit der Vergabe der WM an den Wüstenstaat. Auch in der Vergangenheit gab es umstrittene WM-Turniere. Das galt besonders für das 1978 in Argentinien. Dort ließ eine Diktatur Tausende von Oppositionellen entführen und ermorden. Ähnlich war die Situation in Chile, dessen Team an der WM 1974 teilnahm. Weiterlesen

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