Thema: Cosmo

Weltabgewandtheit

Von , am Sonntag, 11. August 2019, in Fußball, Medien, Politik.

USA – Uganda – Manchester – Berlin
Überraschung! Jeffrey Epstein ist tot. Natürlich “Selbstmord”! Komisch, das Aufatmen ist sogar über den Atlantik zu hören. Jetzt kann der arme Mann nicht mehr sprechen. Wie schade! Ist es ein Trost, dass Organisationen (also auch Staaten), die von solchen Persönlichkeiten geführt werden, auf dem Abgang sind. Nein, ist es nicht. Denn dann wird es erst richtig gefährlich. Der 90-jährige Psychoanalytiker Otto Kernberg gab der taz Auskunft. Ein angenehm-altmodisch-bescheidener Kerl. Sollten die wirklich aussterben? Weiterlesen

Denker Pleitgen – schneller als seine Nachfolgenden

Von , am Samstag, 13. Juli 2019, in Medien.

Der alte Fritz Pleitgen, Kompliment! Viele seiner politischen Zeitgenossen haben uns schon verlassen, den Verlust empfinde ich schmerzlich. Pleitgen hat an politischer Intelligenz und Auffassungsgabe nicht eingebüsst. In der Zeit, in der ich dem WDR-Rundfunkrat als stellvertretendes Mitglied angehörte (1997-03) war er Intendant (1995-2007). Oft war ich anderer Meinung. Über den “Beckmann-Vertrag”, den er mit seinem NDR-Buddy Jobst Plog eigefädelt hatte, holte er für – bis heute teures Geld – die Bundesliga-TV-Rechte zur ARD zurück.
Ich fand das schon damals unverhältnismässig und würde behaupten, Weiterlesen

Nicht vergessen: deutsche Waffen an saudische Mörderbande

Von , am Mittwoch, 1. Mai 2019, in Hörbefehl, Medien, Politik.

Michel Abdollahi war mir zuvor schon als Conferensier im Nachtprogramm des NDR aufgefallen. Nicht, dass ich da wach gewesen wäre. Mein digitaler Videorecorder hatte ihn mir da rausgefischt. Der Typ bestätigt alle meine positiven Vorurteile über die hiesige iranische Einwanderungsgemeinde. Zufällig erwischte ich heute seine WDR-Cosmo-Kolumne “Der deutsche Schäferhund” (2 Min.). Und ja, es wäre schade, wenn deutsche Wähler*innen das verpassen.

Berührung

Von , am Freitag, 19. April 2019, in Beuel & Umland, Genuss, Medien.

Heute ist ein Feiertag, an dem der Journalismus seine Arbeit weitgehend einstellt, von wenigen Notdienstler*inne*n abgesehen. In den 80ern arbeitete ich mehrere Jahre hintereinander in der Zentralen Informationsstelle der Ostermärsche in Frankfurt/M., die bei der IG Metall untergebracht war. Dort dachten wir uns den ganzen Tag lang Meldungen aus – selbstverständlich auf Basis der eingehenden Informationen aus den Friedensinitiativen, und damals alles per Telefon und Fernschreiber! – um damit in die diversen Radionachrichten hineinzukommen. Funktionierte tadellos. Wenn wir den Ostermarsch in Wyk auf Föhr mit Kartenbild in die Tagesschau (ARD) und heute (ZDF) hineinbekommen hatten, knallten bei uns die Sektkorken Weiterlesen

Verwandle Skandal in PR – “Der Spiegel”

Von , am Donnerstag, 20. Dezember 2018, in Lesebefehle, Medien.

Mit Update
So geht professionelle Krisenkommunikation: entdecke skandalöse Fehlleistungen, bevor die Öffentlichkeit es tut. Erkenne die Gefahr und vermeide das Trauma der Stern-“Hitler-Tagebücher”, von denen der sich seit über 30 Jahren nicht mehr erholen konnte. Lass Dich als “Aufklärer” von niemandem übertreffen, so lange Du noch den Power-Apparat dafür hast. Und wer soll den haben, wenn nicht der Spiegel? Mit den “Lehren”, die Du vor aller Öffentlichkeit daraus ziehst, kannst Du (vielleicht) in einer krisendurchfurchten Branche hinterher gesünder aussehen als vorher.
Nach dieser Devise geht der Spiegel vor, Weiterlesen

Das Eliten-Problem – Medien sind Teil davon

Von , am Samstag, 22. September 2018, in Lesebefehle, Medien, Politik.

Michael Hartmann ist Elitenforscher. Angenehm an ihm ist, finde ich, dass er nicht demagogisch vereinfacht, aber inhaltlich radikal ist. Individuen sind für nichts ein Beweis, höchstens ein Indiz, und selbst das oft nicht. Strukturen sind wichtig, sozioökonomische Mechanismen, sowie die Unterscheidung von berühmten Ausnahmen und Hauptströmungen. Nach meinem Eindruck arbeitet Hartmann wissenschaftlich sauber und korrekt, kann aber ebenso mehrere verständliche Sätze stotterfrei hintereinander sprechen, auch vor Live-TV-Kameras. So einer ist ein wertvoller Mitstreiter.
Schockierend für mich in diesem nachdenkseiten-Interview mit Marcus Klöckner sind seine Angaben zu den Journalist*inn*enschulen. Weiterlesen

Deutschlandfunk kürzt Europa

Von , am Montag, 9. Oktober 2017, in Medien.

Ein richtiges Signal? In dieser Zeit? Sicher nicht. Der Deutschlandfunk kürzt seine Europaberichterstattung. Das werktägliche Magazin “Europa heute” (Mo.-Fr. 9.10 h) sendet in Zukunft Schnipsel des samstags um 11.05 h gesendeten einstündigen und monothematischen Reportageformats “Gesichter Europas“. D.h. die Reportagen in “Europa heute” werden um rund ein Drittel gekürzt. Das ist bedauerlich, weil die Qualität beider Sendungen in der Regel über dem Durchschnitt dieses Senders, und sowieso sonstiger Radioangebote lag. Es ist eine Folge der penetranten Spardiskussionen um die öffentlich-rechtlichen Sender, die in der Regel zur Folge haben, dass nicht oben sondern unten gespart wird: bei freien Mitarbeiter*inne*n und natürlich bei uns, dem Publikum. Wir zahlen, haben aber keine Kontrolle. Die Politiker*innen in den Aufsichtsgremien stört es selbstverständlich nicht, wenn wir weniger über die Folgen von Schäubles Austeritätsdiktaten in Europa erfahren. Über die Kommunalwahlen in Portugal wurde bereits – nicht berichtet.

Es gibt auch gute Mediennachrichten.
Auf ZDFneo läuft aktuell die beste TV-Krimireihe. Es ist nicht mehr überraschend, dass sie dänisch ist: “Countdown Copenhagen“. Was passiert bei Terrorismus-Krisenlagen, abseits der offiziellen Verlautbarungen?
Auf Cosmo gings heute morgen um Magermodels. Sicher, viel Gelaber. Aber besser, es wird drüber gesprochen als geschwiegen. Leider finde ich auf der Senderhomepage die Wortbeiträge nicht wieder. Bin ich zu blöd? Zu alt? Oder der Sender?

>em>Update abendsIn der deutschen Synchronisation von “Countdown Copenhagen” fällt auf, dass die dänischen Polizist*inn*en ihre*n Geheimpolizei/Geheimdienst (so die korrekte Übersetzung) “Verfassungsschutz” nennen. Schlechter Scherz. Um solchen Missverständnissen vorzubeugen sollten wir uns vielleicht hierzulande die Bezeichnung “Bundesamt” angewöhnen.