Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Daimler

Wo ist eigentlich das Parlament?

Seit Wochen werden Grundrechte eingeschrĂ€nkt, die Virologen ĂŒbertreffen sich gegenseitig mit spĂ€rlich wachsendem Wissen. Kein Zweifel – bis auf Kleinigkeiten und zum Teil grundrechtswidrige AuswĂŒchse haben die Bundesregierung und die Landesregierungen ganz vieles richtig gemacht. Sie verdienen Anerkennung und auch Nachsicht gegenĂŒber Fehlern. Der Förderalismus hat wesentlich dazu beigetragen, dass es keine diktatorischen einheitsstaatlichen EinschrĂ€nkungen gab.  Der Föderalismus hatte und hat eine Sternstunde – seine grĂ¶ĂŸte BewĂ€hrungsprobe seit Bestehen der Bundesrepublik. Dank den Alliierten und den MĂŒttern und VĂ€tern des Grundgesetzes! Aber wo sind die Volksvertretungen, die Parlamente, die der Diskussionsort der Strategie aus der Krise sein mĂŒssen, wenn wir doch eine Demokratie haben? Weiterlesen…

Autolobby: KaufprÀmien her!

von Gert Samuel
Auch fĂŒr SUVs und Diesel?

KaufprĂ€mien fĂŒr Neuwagen mĂŒssen schnell kommen, fordert unter anderem der Daimler-Vorstandsvorsitzende Ola KĂ€llenius. DafĂŒr schmeisst sich auch die politische Allzweckwaffe mit CDU-Parteibuch, Hildegard MĂŒller, seit Februar 2020 Chefin des Verbands der Deutschen Automobilindustrie (VDA), heute im Interview im Deutschlandfunk in die Bresche. Sie will „Verbraucher motivieren“ und „Kaufvertrauen“ in die deutsche Automobilindustrie zurĂŒckgewinnen.Weiterlesen…

Dieselkrise – wie Frontal 21 sich selbst ausbremst

Ich habe hier schon in der Vergangenheit ĂŒber mein Diesel Euro 5 Auto berichtet. Ein Benz, sparsam, wenig COÂČ, dafĂŒr um so mehr NOx. Es gab ihn kurzfristig von Mai 2015 bis MĂ€rz 2017 mit Euro 6 b. Ich habe hier berichtet, wie ich herausgefunden habe, dass die Teile fĂŒr Euro 6 alle im Ersatzteillager der DB AG “im Regal” liegen, um eingebaut zu werden. Der KAT, der Bluetech-Tank, Pumpe, Leitungen, die Sensoren alles – nur die SteuergerĂ€tesoftware hĂ€tte ich nie bekommen. Obwohl ich mannigfaltige Verbindungen zum Hersteller habe, war ich nicht erfolgreich. Ich war frustriert und verĂ€rgert, weil ich nicht geschafft habe, was es eigentlich gibt – die Möglichkeit von Euro 5 auf Euro 6 aufzurĂŒsten – besser, als durch sogenannte “Softwareupdates”. Weiterlesen…

Panik im Grosskapital?

Die Klimabewegung macht ihm Angst – Spaltungen mit Tendenz zur Auflösung
Dass in Zeiten von “XY first” und Handelskriegen die Bedingungen zur Realisierung von globalen Profitraten schlechter werden, weiss heute jeder Milchjunge. Wie konnte es trotzdem so weit kommen? Der keineswegs immer “irre” US-PrĂ€sident wollte es nicht mehr hinnehmen, dass sein Land die Hauptlast des Investierens in komplett unproduktives RĂŒstungskapital allein schultern soll. Ganz nach der Logik traditioneller Mafia verlangt er mehr Geld fĂŒr seinen “Schutz”.
Zahlen soll vor allem Europa, und dort vor allem die Deutschen, die sich in dieser Hinsicht immer einen schlanken Fuss gemacht haben. Aus Furcht vor dem Wiederaufleben von deutschem FaschismusWeiterlesen…

In welcher Welt leben diese VorstÀnde?

Der Tagebau Hambach, die Bayer-Monsanto-Fusion und der Dieselskandal haben eines gemeinsam: VorstĂ€nde zwischen Hybris, Gewissenlosigkeit, und politischer Ignoranz. Eine Generation freundlicher Technokraten, getrieben von den Dreimonatsberichten an die Börse und scheinbar unpolitisch.  “Völlig ĂŒberrascht” war der Vorstandsvorsitzende der RWE Power AG nach eigenem Bekennen vom gestrigen Urteil des Oberverwaltungsgerichts MĂŒnster, das einen vermutlich zweijĂ€hrigen Rodungsstopp des Hambacher Forstes verhĂ€ngt hat. Tags darauf jammerte er darĂŒber, dass sich der Wert seines Unternehmens an der Börse um fast eine Milliarde Euro vermindert habe. Kein Wunder, dieser Absturz der RWE-Aktie, wissen doch die AktionĂ€re, dass es beim Abbaggern des 12.000 Jahre alten Mischwaldes vordringlich nicht um die Sicherung der Energieversorgung, sondern um gigantische Gewinne durch die Verbrennung klimaschĂ€dlicher aber unschlagbar billiger Braunkohle und den Export des so gewonnenen Stroms geht.Weiterlesen…

“United By Money”

Haltung zeigen – eine Überforderung fĂŒr den modernen deutschen Fussball?
ZunĂ€chst ein helfender Hinweis fĂŒr diejenigen unter Ihnen, die fussballdesinteressiert sind. Es ist nicht mehr “nur ein Spiel”. Und auch keine Nebensache mehr. Er ist harte gesellschaftspolitische RealitĂ€t: ökonomisch, sozial, kulturell, politisch, und … ach ja: sportlich. Zur EinfĂŒhrung fĂŒr Unkundige in das Thema empfehle ich diesen NDR-Film “Traumberuf Fussballprofi”, zu dem Sie folgendes wissen mĂŒssen:
Der Film ist angemessen kritisch, hatte aber bei seiner Konstruktion ein methodisches Problem.Weiterlesen…

Europa ĂŒbertölpelt sich selbst

Der US-PrĂ€sident hat sich auf dem G7-Gipfel in Kanada mit seiner Strategie erfolgreich durchgesetzt, die restlichen G7-Staaten gegeneinander auszuspielen. Europa ist selbst schuld, hatte offensichtlich gegen Trump keine gemeinsame Strategie. Das ist eine krasse Niederlage fĂŒr den innerer Zusammenhalt der EU. Ursache ist vor allem mangelnde Weitsicht und Abstimmung von Merkel, Macron und Tusk. Wie, zum Teufel, konnten die drei derart in die Falle des “politischen Idioten” Trump tappen? Nun – Ă€hnlich wie im peinlichen Spiel der Deutschen Nationalmannschaft gegen Saudi-Arabien – könnten Überheblichkeit und mangelnde strategische Vorbereitung eine wichtige Rolle gespielt haben.Weiterlesen…

Edzard Reuter: “Wir haben den Anstand beim wirtschaftlichen Handeln verloren”

Sagt der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Daimler-Benz AG, Edzard Reuter im Bezug auf den Dieselskandal und er ist der Meinung, dass die KĂ€ufer einen Wiedergutmachungsanspruch gegenĂŒber der Automobilindustrie haben – so gestern bei “Lanz” im ZDF. Ganz anders wenige Minuten vorher im selben Sender bei Maybrit Illner der niedersĂ€chsische Wirtschaftsminister Althusmann (CDU), der die klagefĂŒhrende, gemeinnĂŒtzige Deutsche Umwelthilfe als ein “GeschĂ€ftsmodell” zu diffamieren versuchte, und sich damit selbstentlarvend eine Sprachregelung von VW zueigen machte, mit der der Konzern regelmĂ€ĂŸig versucht, die gemeinnĂŒtzige und nach dem Umwelt-Rechtsbehelfsgesetz zur Verbandsklage berechtigte DUH zu diskreditieren.

In die gleiche Kerbe schlug Bernhard Mattes, der Nachfolger Mathias Wissmanns als oberstem Automobillobyisten, indem er darauf bestand,Weiterlesen…

Der helle Wahnsinn – Die Autoindustrie ist von Sinnen

von Rainer Bohnet

Abgasuntersuchungen an Affen und Menschen. Die höchst entwickelten Lebewesen der Erde mĂŒssen fĂŒr die ungebremste AutomobiliĂ€t der menschlichen Primaten herhalten. Angeblich ohne Wissen der VorstĂ€nde und AufsichtsrĂ€te von VW, Daimler und BMW.

Es ist lachhaft und krimininell. Der Dieselskandal, das Fanal der deutschen SchlĂŒsselindustrie mit insgesamt rund 800.000 ArbeitsplĂ€tzen in Deutschland, bringt diese Industrie ins Strudeln. Sehr schlecht fĂŒr den Industriestandort Deutschland, fĂŒr das Image der Nobelkonzerne und fĂŒr das Ansehen von VorstĂ€nden, AufsichtsrĂ€ten und Managern, einer Kaste, die ausschließlich Zahlen und Gewinne im Kopf hat.

Wer hat noch Vertrauen in die Technik? Ich! In die mechanische und komplexe Technik meines Fahrrads, dessen FunktionsfÀhigkeit, die auf dem Zusammenspiel zwischen Mensch und Mechanik basiert, niemals unter zwielichtigen Bedingungen an Probanden getestet wurde.

Ich fordere nicht zum ersten Mal eine Transformation der deutschen Autoindustrie, weg von Verbrennungsmotoren, hin zu Elektro- und/oder Brennstoffzellenantrieb, hin zur Entwicklung zukunftsfĂ€higer MobilitĂ€tskonzepte unter Einbezug von Fahrrad, Bus und Bahn. Wahrscheinlich verliert sie dadurch ihre SchlĂŒsselstellung in der deutschen Industrielandschaft. Das wĂ€re allerdings volkswirtschaftlich verkraftbar. Zumal die kartellartigen Strukturen, die auf Macht, Einfluss und Gewinnsucht basieren, im wahrsten Sinne des Wortes ungesund sind.

Der Berg kreißte und gebar die Maus

Im Vorfeld des “Diesel-Gipfels” rief ich die in Königswinter bei Bonn beheimatete Twintec Baumot, fĂŒhrender Anbieter von Katalysatoren, Partikelfiltern und Abgasreinigungssystemen an. Diese hatte vor einigen Wochen[1] durch die UmrĂŒstung eines Passat Diesel von Euro 5 auf Euro 6 gezeigt, dass es technisch möglich ist, auch jĂŒngere Dieselfahrzeuge, bei denen genĂŒgend Platz fĂŒr eie solche Anlage ist oder geschaffen werden kann, so umzurĂŒsten, dass 90 – 99% der Stickoxide auf dem PrĂŒfstand und im Fahrbetrieb eliminiert werden können. Ich habe nĂ€mlich einen Euro-5 Diesel, den ich sogar bereit wĂ€re, auf eigene Kosten auf eine wirksame Euro 6 (blaue Plakette) umrĂŒsten zu lassen. Statt eines Angebots bekam ich ĂŒberraschenderweise die Auskunft, dass die Firma nichts fĂŒr mich tun könne. Sie hĂ€tte zwar bewiesen, dass die UmrĂŒstung funktioniere, dies auch vom ADAC in Tests bestĂ€tigt bekommen, es fehle aber an der Rechtsgrundlage, dass ihre UmrĂŒstung anerkannt werden könne. Ich war sprachlos. Offensichtlich wird selbst derjenige, der um der Umwelt willen den Schaden seines Autos in Eigeninitiative mindern möchte, nicht nur nicht unterstĂŒtzt, sondern sogar von dieser CDU-CSU-SPD Regierung noch daran gehindert!

 

So musste ich wie die meisten BĂŒrger auf den Diesel-Gipfel warten und wurde tiefer enttĂ€uscht, als ich befĂŒrchtet hatte.Weiterlesen…

Talkshows / Jurist*inn*en / Linksradikale

Ich gucke keine Talkshows, ausser “Schulz&Böhmermann“. Ich lese auch keine Talkshow-Nachbesprechungen, ausser von Hans HĂŒtt/FAZ. Georg Seesslen/taz hat aber keine Nachbesprechung geschrieben, sondern eine Analyse, wie die heutigen Talkshows unsere Demokratie untergraben.

In nichtöffentlichen Schiedsgerichten, wie sie die von unserer Bundesregierung und der EU propagierten “Freihandelsabkommen” regelmĂ€ssig vorsehen, können in einem einzigen Verfahren hunderte Millionen Steuergeld verbrannt werden. Nein, nicht verbrannt. Sie wandern aus unser aller Steuerkasse in die Kassen großer Anwaltskanzleien. Hier das Handelsblatt-LehrstĂŒck, wie es zwischen der Bundesregierung Dobrindt und Toll Collect/Daimler/Telekom zugeht.

Meine Meinung zum Linksradikalismus habe ich hier bereits ausgedrĂŒckt. Bei aller Ablehnung muss man das, wenn man nicht dumm und hilflos bleiben will, verstehen lernen. Verstehen ist keine Bewertung, sondern kommt von Verstand. Den zu benutzen ist immer besser, als es zu lassen. Im diesem Sinne las ich heute Martin Kaul/taz und RĂŒdiger Suchsland/telepolis.

Geht Merkel China auf den Leim?

Der GeneralsekretĂ€r der kommunistischeh Partei und StaatsprĂ€sident Chinas Xi Jinping hat in Hamburg einen riesigen Auftrag fĂŒr Airbus-Industries unterzeichnet und ist von der Kanzlerin dafĂŒr hofiert worden. Er fĂŒhrte wie schon vor einigen Wochen zur Freude der Kanzlerin und vieler naiver Beobachter die Vokabel vom weltweiten Freihandel im Mund. Doch was steckt wirklich hinter der Strategie der chinesischen kommunistischen, in Wahrheit kapitalistischen Partei? Wie sieht wirtschaftliche Zusammenarbeit in der Praxis wirklich aus? Ich habe zwischen 2010 und 2014 in drei vom Bundesministerium fĂŒr Bildung und Forschung geförderten China-Projekten des Mittelstandes und des Handwerks als Berater mitgearbeitet und eindruckvolle Erfahrungen gesammelt. Meine diplomatische Erfahrung aus ehemaligen Zeiten als Bundesvorstand der Jungdemokraten im Umgang mit sozialistischen Organisationen in den 70er und 80er Jahren kam mir dabei unverhofft zugute. Die Projekte und damit korrespondierende Parallelprojekte waren nicht irgendwelche Exotenthemen, sondern der Versuch, unter Beteiligung der zentralen Weiterbildungsstelle des Handwerks und der Automobilkonzerne Daimler, Porsche, VW, Audi, und BMW Elemente des dualen Systems der Mechatronikerausbildung nach China und in die dortigen Berufsschulen, die vorgeblich wirtschaftlich organisiert sind, zu exportieren.Weiterlesen…

Schulz, der falsche Mann am falschen Platz

Die SPD hat in Nordrhein-Westfalen das grĂ¶ĂŸte Wahldesaster ihrer Parteigeschichte erlebt. Das ist bitter. Hannelore Kraft hat die Verantwortung ĂŒbernommen und ist zurĂŒckgetreten. Die NRW-SPD ist gut beraten, sich nun in einem lĂ€ngeren Prozess neu aufzustellen. Erste ErklĂ€rungen aus dem derzeit kopflosen Landesvorstand lassen vermuten und hoffen, dass die SPD nicht den Fehler machen wird, nun auch noch in NRW als Juniorpartner in eine Große Koalition zu gehen. Denn diese GroKo ist das eigentliche Problem der SPD. Und das Problem des Kandidaten Schulz. In einem “Brennpunkt”-Interview nach dem Wahldesaster wurde deutlich, in welchem Dilemma der Parteivorsitzende, Kanzlerkandidat und WahlkĂ€mpfer Schulz steckt. Er will soziale Gerechtigkeit thematisieren, aber die gibt es nicht ohne Eingriffe ins Steuersystem und Sozialabgaben. Er mĂŒsste als SPD-Vorsitzender eine alternative Programmatik zur Politik der Kanzlerin entwickeln, aber die eigene GroKo hĂ€ngt ihm dabei wie ein Klotz am Bein. Denn er kann nicht einmal sagen, dass Lieblingsgesetze der CDU, wie die VerschĂ€rfung des Einbruchsstrafrechts Blödsinn sind, weil seine Regierungsmitglieder Maas und alle anderen dem im Kabinett zugestimmt, bzw. sie sogar zu verantworten haben. Alles, was sich Schulz an 100% Sozialdemokratie ausdenkt, wird bis zum Wahltag von seinen Genossen in RegierungsĂ€mtern mit CDU-Kompromissen konterkariert.

Wie soll er da sozialdemokratische “klare Kante” zeigen können?Weiterlesen…

VW: BetrĂŒgen, Vertuschen und Diffamieren?

Die persönlich in ihrer AmtsfĂŒhrung als AufklĂ€rerin bei Daimler gelobte ehemalige Verfassungsrichterin Christine Hohmann Dennhardt wurde von VW entsorgt. Weggemobbt, entlassen, rausgeekelt – man mag es bezeichnen, wie man will. Tatsache ist, dass die Seilschaften der Familien Piech und Porsche gemeinsam mit denjenigen, die gemeinsam mit Ex-Vorstandschef Martin Winterkorn wohl noch zu viel wissen, sie loswerden wollten. Der Dieselskandal wurde erst als systematischer Betrug bandenmĂ€ĂŸig geplant und durchgefĂŒhrt, dann lange geleugnet und bis heute nicht aufgeklĂ€rt. Stattdessen wurde vertuscht, eine lĂ€stige AufklĂ€rerin entsorgt und nun wird ihr noch Dreck hinterher geworfen. Aus welcher anderen Quelle als von VW stammen wohl die kolportierten 15 Millionen Abfindungszahlung?

Aberwitzig, dass gerade die F.A.Z., das „Kampfblatt des Kapitalismus“ und das Handelsblatt (alle möglichen Links “Premium”=Paywall) sich im Falle Hohmann-Dennhardt nun gegen ihre sonstigen Gewohnheiten in mehreren aufeinander folgenden Artikeln redlich bemĂŒhen, die Millionenabfindung der Managerin ins Zwielicht zu rĂŒckenWeiterlesen…

Die Integre kehrt VW den RĂŒcken

Aus heiterem Himmel verkĂŒndeten es die Wirtschaftsnachrichten: Dr.Chistine Hohmann-Dennhardt gibt als Vorstandsmitglied bei Volkswagen auf. Warum die promovierte Juristin und Feministin dem Wolfsburger Konzern den RĂŒcken kehrt, erschließt sich weniger aus dem, was sie dort getan hat, als aus dem, was sie wohl dort nicht tun durfte. Hohmann-Dennhardt ist es als ehemalige Richterin am Bundesverfassungsgericht gewöhnt, unabhĂ€ngig und in der Sache ĂŒberzeugt den Dingen wirklich auf den Grund zu gehen, Ursachen zu verstehen, nachhaltige Regeln aufzustellen. Vertuschung geht mit ihr gar nicht.

Schon als Justizministerin der Rot-GrĂŒnen Koalition in Hessen sprach sie auch mit in Hessen einsitzenden Terroristen. Die eher linksliberale Sozialdemokratin war im Bundesverfassungsgericht entscheidend an Urteilen zur Vorratsdatenspeicherung und an Entscheidungen zu Frauenrechten beteiligt. Als Vorstand von DaimlerWeiterlesen…

Watt nu, deutsche Autoindustrie?

von Gert Samuel

Diese Nachricht schlug ein: China wird eine Elektroquote fĂŒr den Automarkt festlegen, die von Jahr zu Jahr steigen und ab 1. Januar 2018 wirksam werden soll.

Plötzlich wird es ernst fĂŒr die Diesel-SprĂŒcheklopfer wie Zetsche, „Welt“ („Das MĂ€rchen vom baldigen Verbot der Benzin- und Diesel-Autos“) und Co. Von wegen, Verbrennungsmotoren werden noch lange eine wichtige Rolle spielen, wie es das Haus Daimler wĂŒnscht und deshalb 3.000.000.000 Euro fĂŒr neue Motoren locker macht. Nix da mit VWs PlĂ€nen, in den USA mit einem Super-SUV namens Atlas, der soll vor allem „die MĂŒtter der Mittelschicht ködern“ und den Karren in den USA aus dem Dreck ziehen.
Gelingt es diesen Firmen nicht, die Pekinger AutoplĂ€ne entscheidend zu beeinflussen, werden Markt- und Gewinnprobleme angesagt sein: Der Absatz auf dem weltweit grĂ¶ĂŸten Automarkt ist massiv gefĂ€hrdet. Chinas Interesse ist eindeutig: WeltmarktfĂŒhrer werden, und das wird auf dem Sektor der ElektromobilitĂ€t leichter zu erreichen sein.

Dummheit und Ignoranz der großen deutschen Autohersteller werden bestraft, nicht durch schlechte Technik, nicht durch Inkaufnahme von Klimakatastrophen an immer mehr Orten, sondern durch VerĂ€nderungen in der chinesischen Politik, der man in Sachen Klimakatastrophe bisher immer wieder locker vom Hocker den Buhmann zugeschustert hat. Die in China seit einiger Zeit gegenlĂ€ufig wirkenden politischen AktivitĂ€ten werden bewusst nicht zur Kenntnis genommen, weil man wie gewohnt auf die Fehler anderer zeigen möchte, um von den eigenen Unterlassungen abzulenken, und weil das Erzielen kurzfristiger Gewinne unantastbar obenan steht.

Das alles dĂŒrfte kĂŒnftig nicht mehr einfach so weiter gehen. Die Ansage aus China ist da und und nun soll wohl Wirtschaftsminister Gabriel auf seiner aktuellen Reise die Kohlen fĂŒr die Autokonzerne aus dem chinesischen Feuer holen.

Anm. d. Red.: Genauso Abstiegskandidat fĂŒr die Zweite Liga: die deutsche Energiewirtschaft.

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