Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: DDR (Seite 1 von 3)

Das allzeit optimistische Personal

Die Stadt Eberswalde zeigt Walter Womacka. Es soll der StaatskĂĽnstler damit nicht rehabilitiert werden, vielmehr setzt ihn Kurator Eckhart Gillen der Intervention durch den Agit-Pop-KĂĽnstler Hans Ticha aus
„Arschlöcher, Jubelmaler, Staatskünstler“. In einem legendären Interview zog 1990 der Maler Georg Baselitz über Kollegen wie Bernhard Heisig oder Wolfgang Mattheuer her. Nur jene, die das Land verlassen hatten, so befand der 1958 aus der DDR emigrierte Künstler, seien als Künstler zu bezeichnen. Seither klebt an der Kunst aus der DDR das Etikett der Nichtkunst.

NatĂĽrlich ist das Verdikt, Kunst, die im Kontext einer Diktatur entstand, sei per se gar keine, schon historisch eine abwegige Vorstellung.Weiterlesen…

Biden’s Transition / SED-Wende

Vorsicht: das Folgende bereitet Ihnen keine Freude, es sei denn, Sie besitzen RĂĽstungsaktien, und ist auch nur wenig in die Zukunft gerichtet. BegĂĽnstigt – aber nur eventuell, wenn Sie dazu bereit sind – Lerneffekte.
Das, was Joe Biden vorhat, macht wenig Hoffnung, sondern gibt zu den schlimmsten Befürchtungen Anlass. Die Pessimist*inn*en waren womöglich Realist*inn*en. Dazu die Erkenntnisse von Harald Neuber und Florian Rötzer/beide telepolis.
Dieter Segert/Jacobin greift weit ins gestern zurĂĽck: die Rolle der SED-Reformer*innenWeiterlesen…

Sackgasse Konfrontation

Bundesregierung als Geisel Erdogans – Sehnsucht nach Uncle Joe?
Die in Berlin raffen es nicht. Es geht nicht um Gut und Böse. Es geht nicht darum, ob einzelne Staatsfrauen und -männer nett oder eklig sind. Es geht um Interessen, ihre Abwägung, Verständigung darĂĽber. Wo decken sie sich? Und wenn nicht, wie lassen sie sich ausgleichen? Welchen Vorteil biete ich an, wenn ich selbst einen erlangen will? Mann, und wenige Frauen, nennt es Aussenpolitik. Wann wurde das verlernt? Es muss in Berlin gewesen sein.Weiterlesen…

Sein Beitrag

Von GĂĽnter Bannas
Vor dreiĂźig Jahren war Wolfgang Schäuble maĂźgeblich mit dabei, die Vereinigung Deutschlands zu gestalten und zu organisieren. Der zwischen der (westdeutschen) Bundesrepublik und der DDR ausgehandelte „Vertrag ĂĽber die Herstellung der Einheit Deutschlands“ trug seine Unter- und Handschrift. Dass der Bundestag mit knapper Mehrheit Berlin als Sitz von Parlament und Regierung bestimmte, ist auf ihn zurĂĽckzufĂĽhren – auf sein taktisches Wirken als Innenminister und auf seine Rede im Bonner Wasserwerk. Welch ein Leben in der Politik, fĂĽr die Politik! Bonn und Berlin, Deutschland und Europa. Höhen, Tiefen, Wiederaufstieg. Waren es zwei Leben oder drei oder vier?Weiterlesen…

Grosse Ossis

Gwisdek – Dresen – Witt
Grosses Gewese wurde dieses Jahr bereits in allen Medien gemacht, weil die DDR vor 30 Jahren von der BRD gefressen wurde. Nicht fĂĽr alle Ossis war das schlecht. Und nicht wenige haben zumindest meinen eigenen beschränkten Westlerhorizont auf das Angenehmste erweitert. Einer davon war der soeben – am zu vielen Rauchen? – verstorbene Michael Gwisdek. Nicht, dass ich jetzt direkt Fan von ihm war – aber jeder Film, an dem er mitwirkte, wurde durch ihn eher besser, auch wenn nicht wenige billige dabei waren, vor allem nach 1990.Weiterlesen…

Söders Schlachthöfe

Immerhin: die Regierung Laschet will in NRW jetzt alle Schlachthof-Beschäftigten auf Covid-19 testen lassen. Es bleibt abzuwarten, ob das willkommenen Anlass gibt, ausgebeutete Opfer aus Deutschland abzuschieben. Oder endlich ihre Rechte als Arbeitnehmer*innen und EU-Bürger*innen im wahren Leben inkraft zu setzen. Es ist nicht nur Westfleisch/NRW, wie Beispiele in Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg und den USA zeigen: es ist ein Skandal der Agroindustrie.
Diese Industrie interessiert sich nicht fĂĽr Mensch und Tier, sondern fĂĽr Skaleneffekte und Profitraten. Das ist keineswegs aussergewöhnlich widerlich,Weiterlesen…

AKK-Atombomberprogramm, Corona und China

Sevim Dagdelen fordert den Stopp der Nuklearen Teilhabe Deutschlands an den im rheinland-pfälzischen BĂĽchel und weiteren Standorten gelagerten US-amerikanischen Atomwaffen. Dagdelen ist in der Linken Fraktion im Bundestag fĂĽr Frieden und AbrĂĽstung zuständig. Die Forderung nach atomarer AbrĂĽstung ist natĂĽrlich wichtig und richtig. Sie wird von den Linken ebenso erhoben wie von der Friedensbewegung insgesamt. Deshalb ist es mir unverständlich, wieso Dagdelen sie an Bedingungen knĂĽpft.Weiterlesen…

Er selbst

Von GĂĽnter Bannas
Kein Politiker aus Ostdeutschland – nicht einmal Angela Merkel – hat eine solche Karriere gemacht – voller Wendungen und abseits der gewöhnlichen Pfade der Politik. In Rostock wuchs er auf. Sein Vater wurde Anfang der 1950er-Jahre von der DDR-Staatssicherheit verschleppt. Er studierte Theologie und wurde – den Menschen zugeneigt – Pfarrer. Ein guter, ein sehr guter Prediger war er. Ein gewisses MaĂź an Eitelkeit war ihm zu eigen. Eigentlich könnte er „die Laudatio auf sich am allerbesten selbst halten“, sagte Merkel,Weiterlesen…

Ăśberholt

Von GĂĽnter Bannas
Eigentlich hatte Otto Schily, der vor 40 Jahren GrĂĽndungsmitglied der GrĂĽnen war, nicht Bundesinnenminister werden wollen. AuĂźenminister wollte er werden. Also suchte er in den 1980er-Jahren – als Mitglied der GrĂĽnen-Fraktion – Kontakte zu Botschaftern in Bonn. Schily beherrschte die Usancen der Diplomatie. Interessierte Gesprächspartner gab es genug – zumal zu Zeiten des Streits ĂĽber die AufrĂĽstung der Sowjetunion mit SS-20-Mittelstreckenraketen und die NachrĂĽstung der Nato mit amerikanischen Pershing-II-Raketen. Bei einem Treffen mit Richard Burt, dem amerikanischen Botschafter, wurde Schily gefragt,Weiterlesen…

Tipp fĂĽr AKK

Militär macht nichts besser – aber vieles schlimmer
mit Update 12.1.
Mann sollte davon ausgehen, dass Frauen, kluge zumal, den Wettbewerb der Jungs darum, wer den Längsten hat, als das erkennen, was er ist: kompletter oft gefährlicher Blödsinn. Leider gibt es jedoch eine kleine Minderheit von Frauen, die einfach nur bei den Jungs mitspielen wollen, ohne die Regeln zu ändern. Die deutsche Bundesregierung will nur zum Schein mit Frankreich zusammenarbeiten, tatsächlich hat sie die Konkurrenz aber schon bis zum Achsbruch getrieben, und schickt sich an, die Boss-Rolle in der EU alleine spielen zu wollen.
Frankreich hat fĂĽr alle erkennbar so viele Probleme mit sich selbst,Weiterlesen…

Denkende Sportler*innen

Fritz Keller, der neue DFB-Präsident, der aus dem idyllischen Freiburg kommend jetzt in der Bankenstadt Frankfurt residieren muss, hat seinen ersten programmatischen Text veröffentlicht, beim AfD-nahen Springerverlag. Wenn einer wie Keller das meint tun zu mĂĽssen, lässt das den Schluss zu, dass seine Medienberater*innen in der DFB-Zentrale, und das sind nicht wenige, anders als der frĂĽhere Medienchef Harald Stenger und der frĂĽhere Ăśbungsleiter JĂĽrgen Klinsmann, meinen, der deutsche Profofussball sei auf eine Allianz mit diesem Verlag angewiesen. Nicht nur bedauerlich, sondern auch falsch. Wohin das fĂĽhrt,Weiterlesen…

Als wärs noch die DDR

Der Taz vom Wochenende, erst heute online gestellt, ist ein starkes Interview mit Katharina Witt gelungen (Interviewerinnen: Anja Maier und Katrin Gottschalk). FĂĽr eine Yellowpress-Celebrity ist alles, was Frau Witt zu erzählen und zu sagen hat, bemerkenswert reflektiert. Und in einer Kombination von markanter KĂĽrze und informativem Inhalt geht es auch um ihr Verhältnis zu Männern. Nach meiner Erinnerung zählte zu denenWeiterlesen…

Die um sich selbst drehen

Wie Nichtwähler*innen heranwachsen
Roland Appel hat inhaltlich zum Geschehen in unserer Regierung alles kommentiert. Der öffentliche Anschein ist, dass es denen nicht um das geht, um was es Roland geht: Problemlösung durch demokratisch beauftragtes Politik-Handwerk. Sondern es geht ihnen um sich. Einen ähnlichen Eindruck erweckt der grosse Bruder am anderen Atlantikufer. Nicht 1% der US-Wähler*innen wird “Ukrainegate” interessieren.Weiterlesen…

Die Ex-DDR und der Journalismus

Fangen wir mit den Schönsten an. Eva-Maria Hagen (85) und Corinna Harfouch (65) haben Geburtstag. Wie konnte ein System untergehen, das so schöne Frauen hervorgebracht hat? Jegor Jublimov/Junge Welt widmet den Damen ein verdientes journalistisches Ständchen.
Frau Harfouch hatte mich als TV-Glotzer gefangengenommen. In den dienstäglichen Polizeiruf 110-Wiederholungen des MDR (die DDR-Version, immer 22.50 h) habe ich sie als junges Ding wiederentdeckt, als ich schon hin war; das erledigte ihr Gespräch mit Alexander Kluge, gedreht mit unbeweglicher Standkamera (kein Videolink auffindbar; die Faszination der beiden war wohl gegenseitig). Und ich frage mich:Weiterlesen…

Franz Keller

Alexander JĂĽrgs/Freitag feiert den Meisterkoch und Bruder des SC-Freiburg-Präsidenten Franz Keller. Ich schliesse mich jeder Lobessilbe an. Zweimal durfte ich in seiner Hattenheimer Adlerwirtschaft einkehren und ihn persönlich kennenlernen. Wenn ich daran denke, komme ich zu dem Schluss, dass ich unsere Stadt viel zu selten in sĂĽdlicher Richtung verlasse. Immerhin gibt es Produkte des Bunten Bentheimer Schweins auch beimWeiterlesen…

30 Jahre “Neues Forum” – ich wars nicht

Aber verkehrt war es auch nicht
Bevor Nachfragen kommen. Der Mitgründer des Neuen Forums Martin Böttger, wohnhaft in der Ernst-Thälmann-Str., wie in diesem Tagesschau-Bericht gut zu erkennen, war ich nicht. Meinen unterzeichnenden Namensvetter habe ich allerdings Anfang der 90er persönlich kennen gelernt. Es war im Rahmen einer Tagung der Bundesarbeitsgemeinschaft Frieden von B90/Die Grünen im Haus Wittgenstein, der damaligen Bundesgeschäftsstelle in Bornheim-Roisdorf.
Ich weiss nicht, wie es ihm ging. Mir war dieser Martin Böttger sofort sympathisch.Weiterlesen…

In den JWs: KZs, EU, DDR

Bemerkenswerte Texte in der Jungle World und der Jungen Welt:
Der wie immer Leser*innen weiterbildende Micha Brumlik/Jungle World trägt zur Klarheit bei, was unter “Lagern” zu verstehen ist, in denen Menschen eingesperrt werden – Gemeinsamkeiten und Unterschiede, die nicht egal sind.
Jörg Kronauer/Junge Welt gibt eine gute Zusammenfassung über Grossmachtambitionen und innere Sprengsätze in der Europäischen Union. In meinen Augen kratzt er nicht an der Oberfläche, sondern bohrt sich durch zum Kern der diversen Interessen.
Mein Freund Georg Hundt,Weiterlesen…

Geschichte: Aids / “Die Westdeutschen”

Der Mathematiker Dr. Raj Spielmann schloss heute bei telepolis eine fĂĽnfteilige Serie “AIDS im nachkolonialen Afrika – Auftakt zur Epidemie” (dieser Link fĂĽhrt zum Schlussteil, wo Sie Links zu den vier Teilen zuvor finden) ab. Sein Fazit: “Zur Erschaffung einer globalen Bedrohung wie AIDS bedarf es keiner Geheimlabors oder Verschwörungen. Gewöhnlicher Raubtierkapitalismus mit der unvermeidlichen Portion Dummheit reichen aus.” Seine Darlegungen erscheinen mir schlĂĽssig, und machen das Geschehene nicht weniger verbrecherisch.Weiterlesen…

NSA legt Stadt Baltimore lahm

Weiter unten: Iran / Eisern Union
Bonn möchte Smart City werden. Das wäre ein schöner Grund fĂĽr eine Dienstreise nach Baltimore/USA. Diese Stadt, nur doppelt so gross wie Bonn, wurde soeben digital lahmgelegt. Nichts geht mehr. War es der Russe? Iran? China? Der Mossad? Nichts von alledem. Sie waren es selbst. Nicht die Stadt, aber der Staat, der ĂĽber 16 Geheimdienste verfĂĽgt. Einer von denen wars. Was fĂĽr eine Ăśberraschung! Deutschland hat offiziell “nur” drei Geheimdienste. Wirds also weniger gefährlich? Oder wirds hinterher nur leichter rauszufinden, wer es war?Weiterlesen…

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