Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Deutschlandfunk (Seite 1 von 2)

Keine Überbelegung festgestellt

Coesfeld, Westfleisch
Überbelegte Wohnungen, Mietwucher – Sie erinnern sich. Es ist paar Wochen her, das war vor Tönnies. Der freie Journalist Manfred Götzke, eigentlich in Berlin zu Hause, war im Kreis Coesfeld unterwegs und interviewte recht spontan rumĂ€nische WerkvertragsarbeiterInnen in ihrer Unterkunft in der Gemeinde Rosendahl. Es lohnt sich noch mal reinzuhören in seine Reportage. Weiterlesen…

Ausgangssperre in der eigenen Wohnung

DLF stellt Programm ein
Vor Jahren bin ich vor der Formatierungswelle der WDR-Radiowellen zum Deutschlandfunk geflohen. Formatieren meint: bloss nichts mehr senden, was ein “Ausschaltimpuls” sein könnte, alle Ecken und Kanten mĂŒssen weg. Ich dagegen höre Radio wegen der Ecken und Kanten. Beim DLF fand ich (noch) Programmangebote, die von (bisweilen renitenten?) Fachredaktionen geliefert werden. Nicht immer gefĂ€llig, oft anderer Meinung als ich, aber QualitĂ€t, mit gutem, altem Journalismus dahinter. Ein Reservat. Das macht die DLF-Programmdirektion nĂ€chste Woche platt.Weiterlesen…

BICC: was tun mit alten MilitÀrgelÀnden

Diese Überschrift kann sowohl mit einem Frage- wie mit einem Ausrufungszeichen gedacht werden.
WĂ€hrend die Botschafterin der Nato bei den GrĂŒnen Rebecca Harms heute im Deutschlandfunk fĂŒr das AufrĂŒstungsziel 2% des Bruttoinlandsprodukts fĂŒr den militĂ€risch-industriellen Komplex warb und damit den aktuellen Wahlkampf ihrer Partei sabotierte, gibt es hier in Bonn mit dem BICC – Bonn International Center for Conversion einen Standortfaktor fĂŒr AbrĂŒstung.
Das BICC hat jetzt eine Tagungsdokumentation “Ehemalige militĂ€rische Liegenschaften im urbanen Raum – Konversion fĂŒr die Zukunftsstadt?” vorgelegt, die wie die Faust aufs Auge zu den Bonner Überlegungen um die Ermekeilkaserne passt.
WĂ€re schön, wenn Politker*inn*en wie Harms sowas ĂŒberhaupt lesen wĂŒrden.

New York – Berlin: was ist das Trump?

von Michael Kleff und Volker Perthes

Ausgelöst durch ein Deutschlandfunk-Interview von SWP-Direktor Volker Perthes, dessen verkĂŒrzte Zusammenfassung durch den Sender (nicht mehr im Netzangebot) der Musikjournalist Michael Kleff als Verharmlosung ansah, entwickelte sich zwischen beiden eine E-Mail-Kontroverse, die sie mir freundlicherweise erlaubt haben zu dokumentieren. Wir alle drei haben unsere politische Jugend in den 70er und 80er Jahren in den Jungdemokraten verbracht. Martin Böttger

Lieber Volker,
ich nehme an, Du verfolgst die Entwicklung in den USA. Trump ist vier Tage im Amt und hat schon ordentlich Hand angelegt bei der Zerstörung der noch vorhandenen demokratischen Strukturen im Land. Edogan und Putin lassen grĂŒĂŸen. Europa und die Deutschen schweigen.
Beste GrĂŒĂŸe
Michael

Lieber Michael,
mir scheint, die Deutschen und andere EuropĂ€er wissen einfach noch nicht, wie sie aus Trump „Sinn machen“ sollen. Unterschiedlichste Theorien kursieren:Weiterlesen…

Trumps LĂŒge “America first” treibt EU/Merkel in die Defensive

Wie Ă€rmlich sich die deutschen “QualitĂ€ts-” und “Leitmedien” darstellen und selbst verstehen, haben sie gestern und heute erneut bewiesen: von der “BILD-Zeitung” liessen sie sich die Agenda diktieren und am Nasenring durch die Manege ziehen. Die Frage, was der zukĂŒnftige US-PrĂ€sident vorhat, ist natĂŒrlich relevant. Die Antwort hĂ€tten sie gestern billiger haben können. Gabriel Simon hat sie auf Telepolis beantwortet.
“America first” wird sich als LĂŒge erweisen. Trump symbolisiert den Abstieg der USA als Weltmacht. Das irritiert ihre engsten BĂŒndnispartner in Europa schon lange. Diese Irritation nimmt zu. GelĂ€ndegewinne im Welthandelskrieg gibt es fĂŒr die SchwellenlĂ€nder, Simon nennt namentlich die “BRICs” Brasilien, Russland, Indien, China, die einen Plan haben und ihn verhĂ€ltnismĂ€ssig stringent verfolgen.
Wer das genauer erklĂ€rt haben will, sollte sich das aktuelle Geschehen im globalen Fussballbusiness nĂ€her anschauen, Gunter Gebauer (FAZ) und Jens Weinreich (Sp-on) liefern dafĂŒr Hinweise.
Jetzt rĂ€cht sich die Ökonomie-Diktatur, die Wolfgang SchĂ€uble in der EU errichtet hat,Weiterlesen…

Digitalisierung schafft mehr Herrschaft mit weniger Kontrolle

Sie haben Angst vor Gewalt und KriminalitĂ€t? Einbruch und Diebstahl? Da haben Sie recht. Sie sind nĂ€mlich schon da, in Ihrer Wohnung, und rauben sie aus: kriminelle Konzernmonopole und staatliche SicherheitsbĂŒrokratien. Sie kennen keinen Respekt vor BĂŒrgern, Wohnungen, Privatleben. Der Stand dieser AusĂŒbung von Gewalt hier in einer Bestandsaufnahme von Telepolis.
Doch damit sind sie noch nicht zufrieden. Die Weltverbesserer der großen IT-Monopole basteln nicht nur, wie die Biotechbranche, an unseren Genen, sie wollen unser Hirn. Ein Deutschlandfunk-Feature beleuchtet den Siegeszug der Meditation in den modernen Kapitalismus, und wie sie uns noch mehr fĂŒr unser Schicksal einzeln verantwortlich/schuldig sprechen und von organisiertem, sozialen Handeln abhalten wollen.
Ein weiteres Feature des Deutschlandradios analysiert den Bedeutungsgewinn von Freundschaft, aber auch ihre Bedrohung durch neokapitalistische Verzweckung.

VerdĂ€chtiger erschossen – in Italien

Es fĂ€llt schwer, sachlich zu bleiben, wenn man sich wie ich diese Woche dem Trommelfeuer des Deutschlandfunks ausgesetzt hat. Zu Beginn der Woche ergab sich die paradoxe Situation, dass der Interviewte Bosbach (!) seinen Befrager zur MĂ€ssigung seiner Spekulationen aufforderte. Statt investigativer, kritischer Befragung muss man bei jedem Äußerungsversuch kompletter Gedanken stammtischartige Unterbrechungen a la “wie ist es denn möglich, dass ….” anhören. Wenn Journalist*inn*en am Mikrofon einen Ton anschlagen, den sie an Stammtischen vermuten, dann sind sie wirklich ganz unten angekommen.

Also: der TatverdĂ€chtige des Berliner LKW-Attentats ist von der italienischen Polizei bei einer “zufĂ€lligen” Verkehrskontrolle erschossen worden, nachdem er eine Waffe gezogen haben soll.
Die MerkwĂŒrdigkeiten dieses Falls sind so umfangreich, dass sie hier nicht referiert werden können. Heribert Prantl ist es in sachlicher und kompakter Form besser gelungen, als ich es jemals könnte.

Ich möchte nur auf das zufÀllige zeitliche Zusammentreffen mit einem anderen gewichtigen Vorgang hinweisen, der die deutsch-italienischen Beziehungen der nÀchsten Wochen stark prÀgen wird, und bei dem die eine der anderen Seite so manchen Gefallen schuldig sein wird: dazu hier ein knackkurzer taz-Kommentar und eine ebenso kurze Darstellung der FR.

Information Warfare

Im Informationskrieg geht es heiß her. 2002 publizierte die “story”-Redaktion des WDR die Dokumentation “Es begann mit einer LĂŒge”, mit der der erste deutsche Angriffskrieg gegen das damalige Jugoslawien 1999 charakterisiert wurde. Der Film war so akkurat gearbeitet, dass er die Karriere seiner Autoren nicht wirklich beschĂ€digte. Jo Angerer kuratiert weiterhin Dokumentarfilme fĂŒr ARD und WDR, Mathias Werth besetzt einen attraktiven Auslandskorrespondentenposten in Paris. Dennoch liess der Film SPD- und CDU-Leute im WDR-Rundfunkrat nicht ruhen, bis sie endlich einen schwachen “Monitor”-Beitrag entdeckten, den sie demonstrativ mit Stimmenmehrheit rĂŒgen konnten. Angerer und Werth gehörten frĂŒher beide dieser Redaktion an.

Eine Botschaft, die dieser Film uns damals schon ĂŒbermittelte: wenns in der deutschen Öffentlichkeit mal so richtig eskaliert und Aufmerksamkeit erregt werden soll,Weiterlesen…

MĂŒssen wir jetzt sogar die SPD verteidigen?

Harald Schumann ist einer der wenigen profilierten klarsichtigen Globalisierungskritiker im etablierten Journalismus. Er veröffentlichte nun ein engagiertes PlĂ€doyer fĂŒr die Sozialdemokratie im Tagesspiegel. Ja, ist der denn gar nicht enttĂ€uscht? EnttĂ€uschung muss nicht in der Verantwortung des EnttĂ€uschers liegen, sie kann auch durch falsche Erwartungen des EnttĂ€uschten hervorgerufen sein.
Wer in Zukunft politisch agieren will, ist auf BĂŒndnisse mit Andersdenkenden angewiesen. Jedenfalls, wenn er oder sie zu Lebzeiten das eine oder andere politische Ziel erreichen will.Weiterlesen…

“The Band – The Last Waltz”

Der Beueler und New Yorker Michael Kleff erinnert im “Kalenderblatt” des Deutschlandfunks an “The Band – The Last Waltz”, heute vor 40 Jahren. Michael gehört zur aussterbenden Art des Musikjournalismus. Wie sehr uns das fehlt, werden wir erst bemerken, wenn es ganz weg ist. Der Deutschlandfunk ist eins der letzten Reservate dieser Art, doch auch dort wĂ€chst sie nicht mehr.
Hier können Sie Michaels Beitrag nachlesen oder -hören.
Herzliche GrĂŒĂŸe an den Autor und BVB-Fan, z.Z. New York!
Update: Der Link zum Deutschlandfunk funktioniert leider aktuell (So. 27.11.) nicht, weil der Beitrag dort offensichtlich von der Seite entfernt wurde. Den Grund konnte ich noch nicht herausfinden. Bei der Schwesterwelle Deutschlandradio Kultur ist er hier aber noch aufzufinden.

Lehren aus Trump (II) / Steinmeier

Die wichtigste Sachfrage hat Charlotte Wiedemann, s. Meldung hier drunter, bereits skizziert. Die unsichtbare KriegsfĂŒhrung Obamas, wird sie von Trump verringert, fortgesetzt, ausgeweitet? Vielleicht wollen wir die Antwort gar nicht wissen? Wir werden es wohl kaum vermeiden können, und das ist auch gut so.
Volker Perthes, Chef der Stiftung fĂŒr Wissenschaft und Politik, und in dieser Funktion kein gewĂ€hlter Politiker, sondern aus Mitteln des Bundeshaushaltes bezahlter öffentlicher Berater aller gewĂ€hlten Politiker*innen, traute sich frĂŒher und ausfĂŒhrlicher als viele Regierungs- und Parlamentsmitglieder vor ein Deutschlandfunk-Mikrofon, um dort ĂŒber strategische Konsequenzen aus der Wahl des PrĂ€sidenten Trump laut nachzudenken. Eine DLF-Kurzmeldung zu diesem Interview, die mehrere Stunden in den Nachrichten des Senders lief, verleitete manche vernĂŒnftige Menschen, dort AnsĂ€tze fĂŒr einen “Schmusekurs” gegenĂŒber Trump zu witternWeiterlesen…

Hofreiter kann es tatsÀchlich

Letzten Montag war er, organisiert von der Bonner MdB Katja Dörner, hier. NatĂŒrlich ist er auf Werbetour fĂŒr die bekloppte “Spitzenkandidatur”-Wahl innerhalb der GrĂŒnen. Favorit ist er nicht, schon allein, weil er die Haare nicht schön hat (meinen viele). Ich konnte nicht hin, weil meine Atemwege am Wochenende von einer IC-Klimaanlage k.o. gegangen waren. DafĂŒr weckte er mich heute morgen um 7.15 h. Die Zeitschaltuhr an meinem Bett stellte mir den Deutschlandfunk an. Gönnen sie sich den Audiostream, der auf der verlinkten Seite angeboten wird. Ich kenne viele Politiker. Aber nicht viele, die um diese Tageszeit so analytisch und strategisch klare Gedanken artikulieren können. Und so cool einen missionarischen Interviewer gegen eine bayrische GemĂŒtsgummiwand laufen lassen können. Der Politiker in diesem Rollenspiel, was ein Liveinterview zur Radioprimetime immer ist, wusste, wovon er redet und ging als klarer Sieger aus dem Ring.
Danke VW!

In den USA ist Populism links

Darauf weist ein heute im Deutschlandfunk gesendeter Essay von Jan-Werner MĂŒller hin. Er ist Teil einer Reihe von vier BeitrĂ€gen zu den USA, die insgesamt geeignet sind, unser Scheinwissen ĂŒber die USA in mehr Wissen zu ĂŒbertragen. Nicht alles in den USA ist schlechter als bei uns. Populisten (und auch Liberale) sind dort fortschrittliche gesellschaftliche KrĂ€fte.
Bevor nun linke Möchtegern-Populisten hierzulande in ein “Siehste” ausbrechen, sollten sie zunĂ€chst mal nach Antwort auf die Frage suchen: warum greifen selbst unsere “linken” Populisten, wie z.B. Lafontaine und Wagenknecht, bei ihrer Populismus-Interpretation stĂ€ndig auf rechte Stereotype zurĂŒck?
Wie schlimm es um Populismus in Deutschland aussieht, dem hat sich als Schwerpunktthema die Jungle World (Ausgabe 42/2016; wenn Sie den Link spĂ€ter anklicken, suchen sie dort nach dieser Ausgabe) angenommen. Sie zeigt dabei auch das BemĂŒhen, eine inflationĂ€re Nutzung des Faschismus-Begriffs zu vermeiden, ohne die aktuellen politischen Sachverhalte zu verharmlosen.

wdr5 – der Spinsender

Beim Aufwachen stieg heute morgen mein Blutdruck. Aus Versehen war wdr5 eingestellt. Es begann mit einer Schlachtfeldbulletin-Meldung zum Sturm auf Mossul. Gefolgt von einer Cyberwar-KriegserklĂ€rung des US-VizeprĂ€sidenten gegen Russland. Tut mir leid, meine Altmodischkeit: ich musste im Gegensatz zu meinen Eltern und Großeltern keinen Krieg miterleben. Aber sie haben mir als Kind genug davon erzĂ€hlt, dass mir bei dem Thema immer ganz anders wird.

Heute morgen wurde mir ganz anders, weil der angebliche Informationssender bei der Wiedergabe dieser Themen jede kritische journalistische oder auch nur humanistische Distanz vermissen liess.Weiterlesen…

Der gefahrvolle Abstieg der USA

Die meisten verunglĂŒckten Bergsteiger erleiden UnfĂ€lle beim Abstieg. Dieses Bild drĂ€ngt sich mir bei der globalen Supermacht USA auf.
Als Mediennutzer quĂ€lt es mich geradezu, mit welchem oberflĂ€chlichen Entertainment wir abgespeist werden, wenn ĂŒber die USA und aktuell ĂŒber den dortigen PrĂ€sidentschaftswahlkampf berichtet wird. Ein 5-Minuten-GesprĂ€ch mit befreundeten US-BĂŒrger*inne*n oder jungen Leuten, die dort ein Praktikum/Volontariat gemacht haben, ist informativer, als die meisten Korrespondent*inne*n Berichte im TV und Radio.
Darum hier Hinweise, wie es auch besser geht.
Die Deutschlandfunkreihe “Essay und Diskurs” startete heute mit einem Beitrag zur Geschichte der US-Parteien.
Die schwarze BĂŒrgerrechtlerin und Kommunistin Angela Davis sagt, sie wĂ€hle Hillary. (JW)
Auf Telepolis weist Tomasz Konicz auf die brandgefĂ€hrlichen Konflikte im sĂŒdchinesischen Meer hin, die nicht weniger brenzlig als der Syrien- und der Ukraine-Konflikt sind. Diese EinschĂ€tzung der FR gibt weitere ökonomisch unterlegte Hinweise.
Telepolis begann ausserdem mit der Veröffentlichung einer Untersuchung ĂŒber US-Einflussnahme in Russland. Nicht alles daran muss schlecht ist; klar ist aber: wenig ist es nicht.

Rassismus der Mitte, deutscher

Quelle: Deutschlandfunk
Amnesty International sieht in Deutschland Anzeichen fĂŒr einen institutionellen Rassismus. Die Opfer rassistischer Gewalt wĂŒrden nur schlecht geschĂŒtzt, sagte Referent Alexander Bosch im DLF. Der Staat versage bei der Aufgabe, diese Form von Gewalt zu erkennen – und nicht nur dem rechtsextremen Milieu, sondern auch der Mitte der Gesellschaft zuzuordnen.

Alexander Bosch erklĂ€rte, ein Problem bestehe zum Beispiel darin, dass auch viele Deutsche Opfer von rassistischer Gewalt wĂŒrden, zum Beispiel Deutsche mit dunkler Hautfarbe oder mit tĂŒrkischen Wurzeln. Hinzu komme, dass es Polizeibeamten schwer falle, auch den Rassismus in der Mitte der Gesellschaft als solchen zu erkennen. Meist wĂŒrden Rassisten nur dem rechtsextremen Milieu zugeordnet. Bei den Angriffen auf FlĂŒchtlingsunterkĂŒnfte aber agierten Personen, die gar nicht in diesem Milieu einzuordnen seien.
Nach den Worten von Bosch gibt es in Deutschland Anzeichen fĂŒr einen institutionellen Rassismus. Er betonte, das sĂ€hen auch eine Kommission des Europarates und ein Ausschuss der Vereinten Nationen so. Es werde aber in Deutschland nicht angemessen ĂŒber Rassismus gesprochen. Meist falle auch ein Wort wie “Fremdenfeindlichkeit” – das aber gar nicht passe, denn bei schwarzen Deutschen handle es sich gar nicht um Fremde, die Opfer wĂŒrden.

Das vollstÀndige Interview des Deutschlandfunks mit Alexander Bosch gleich hier.

UNO-General Guterres = krachende Schlappe fĂŒr Deutschlands Intriganten?

Gestern war in der Tagesschau zu betrachten, wie Finanzminister SchĂ€uble sich gegen den Rest der Welt wehrte, um seine irrationale und international rĂŒcksichtslose Finanzpolitik zu rechtfertigen. Ist im scheißegal, wenn er gleichzeitig hierzulande in Umfragen als der “populĂ€rste” Politiker verkauft wird. Ebenso egal ist den Herren Brok und Röttgen und ihren Spindoktoren im Deutschlandfunk, wenn sie die Konfrontation gegen Russland weitertreiben statt abkĂŒhlen wollen. Doch heute gab es auch eine Orchidee im gleichen Sender.

In allen aktuellen Programmen werden derzeit Loblieder auf den kommenden UNO-GeneralsekretĂ€r Guterres angestimmt. Alle wollen auf der Seite des Wahlsiegers im Uno-Sicherheitsrat sein, denn er wird ein wichtiges Amt ĂŒbernehmen; es wird nĂŒtzlich sei, zu ihm gute Beziehungen zu haben. Von seinem Herkunftsland Portugal aus betrachtet, stellt sich die Sache etwas anders dar. Portugal hat eine demokratisch gewĂ€hlte Linksregierung. Im Gegensatz zu Griechenland wird von Seiten der EU und Deutschlands darauf verzichtet, spektakulĂ€r die Regierung in den Schwitzkasten und das widerspenstige Land unter Kontrolle zu nehmen. Beidseitig wird bisher stille Diplomatie bevorzugt. Das scheint letztendlich auch die tiefere Ursache fĂŒr Guterres’ diplomatischen Wahlerfolg zu sein.

In Portugal hat man jedoch wahrgenommen, dass seine Wahl von Deutschland und der EU bis zuletzt hintertrieben wurde. Eine “Frau” sollte es sein, aus Bulgarien, eine “Visegrad”-Staat mit einer Schengen-Grenze zur TĂŒrkei. Das sollte wohl ein Beitrag zum inneren diplomatischen Frieden in der EU sein. Und ist dann ja ordentlich schiefgegangen. Aber: bloss kein Aufsehen!

ARD&ZDF: Seehofers ahnungslos ins Wasser geworfener Stein

Steine ins Wasser werfen, das kann er der Horst. Welche Wellen die erzeugen, interessiert ihn weniger. Es geht ihm ja nicht um die Sache, sondern er instrumentalisiert sie nur fĂŒr den öffentlichen Effekt.

Dass es Bedarf nach tiefgreifenden inhaltlichen und strukturellen Umbauten des öffentlich-rechtlichen Mediensektors gibt, ist auch in Fachkreisen unumstritten. Die können aber strukturell nicht von ihm selbst ausgehen – im Gegenteil. ÜberlĂ€sst man ihn sich selbst, wird er seine eigene Implosion herbeifĂŒhren.
Der Sektor ist eine deutsche Besonderheit. Er hat historische Verdienste, die noch heute spĂŒrbar sind – demokratisch wertvolle Nischen hat er behalten, auch sozialpolitisch ist nicht gering zu schĂ€tzen, dass Deutschland vermutlich die grĂ¶ĂŸte nationale Free-TV-Landschaft hat.

Alle TV-Sender laufen aber mittlerweile gesellschaftlich und technologisch hoffnungslos hinter der Musik her,Weiterlesen…

Armselige EU

Der EU-Gipfel von Bratislava hat angeblich wichtige Fortschritte fĂŒr die EU gebracht. Die Grenze zwischen Bulgarien und der TĂŒrkei mit ZĂ€unen und Mauern zu sichern, neue Grenzschutzmaßnahmen zu treffen, die sich “an der Grenze der USA zu Mexiko orientieren” meldete der Deutschlandfunk. Na denn – das heisst fĂŒnf Meter hohe Mauern, die dort schon seit Anfang der neunziger Jahre stehen. Grenzpatrouillen mit scharfen Hunden, InfrarotĂŒbewachung und bewaffneten Grenztruppen. Dazu eine VerstĂ€rkung der maritimen KrĂ€fte, die FlĂŒchtlinge im Mittelmeer abfangen sollen. Die VerstĂ€rkung des Strukturfonds, die Errichtung einer EuropĂ€ischen MilitĂ€rzentrale, um gemeinsam in Zukunft schöner Kriege fĂŒhren zu könnenWeiterlesen…

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