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Schlagwort: Didier Eribon

“Rückkehr nach Reims” als Stream-Schauspiel

von Peter Wahl
die Berliner Schaubühne hatte 2017 eine Theater-Fassung von Didier Eribons einflussreichem Buch „Rückkehr nach Reims“ gemacht, für die Karten zu bekommen wegen des großen Andrangs schier unmöglich war, .

Wie zahlreiche andere Theater auch, streamt die Schaubühne jetzt Corona-bedingt die Inszenierung. Man kann es sich am Donnerstag, 16.4. zwischen 18:00 und Mitternacht kostenlos auf dem PC ansehen.

Hier der Link.

Protagonistin ist Nina Hoss, die Tochter von Willy Hoss, in den 80er Jahren Betriebsrat bei Daimler und Mitbegründer der Grünen Partei (die damals noch relativ links war). Nina Hoss ist, falls jemand sie nicht kennen sollte, eine der besten Schauspielerinnen deutscher Zunge.

Wer sich also mit dem Thema “Neue Klassenpolitik” mal aus anderer Perspektive als der aus dröger Politik beschäftigen will, hat hier eine attraktive Gelegenheit.

Meinungsforschungsindustrie im Umbruch

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Je weniger Politiker*innen und Parteien intellektuell auf die Kette kriegen, umso mehr lassen sie sich von der Demoskopie treiben. Die kocht aber auch nur mit Wasser. Ulrike Köppchen/DLF-Kultur berichtet uns über die aktuellen Rezepte dieses Wasserkochens. Ergänzend sollten Sie sich die Wikipedia-Einträge der einzelnen “Institute” anschauen. Denn Frau Köppchen spart leider die Besitzverhältnisse an diesen Firmen aus. Weiterlesen

Mark Terkessidis / Rudolf Walther / Deniz Yücel

Wenn uns alle etwas eint, dann ist es die Überzeugung “Ich bin kein Rassist”. Nicht wenige neigen zu einer Fortsetzung dieses Satzes mit “, aber…..” Es gibt Stellen in Köpfen und Diskursen, über die wollen wir nicht so viel wissen. Keine Zeit. Viel zu tun. Wichtigeres vor allem. Mark Terkessidis können wir so nichts vormachen, einer der klügsten Migrationsforscher und Publizisten, und übrigens auch ein kämpferischer mit Körpereinsatz arbeitender Redner.
Rudolf Walther versucht Didier Eribon vor der Vereinnahmung durch deutsche Feuilletons und auch ein bisschen vor sich selbst zu retten. Im Kern geht es darum, Roman und Analyse nicht zu verwechseln. Ein guter Roman ist dramaturgisch zugespitzt und vereinfacht das Politische zugunsten einer stimmigen Erzählung. Genau das sollten politische Analysen aber vermeiden, sonst werden sie falsch.
Kein Ahnung was Deniz Yücel von taz und Jungle World zur “Welt” getrieben hat, in den Knast gehört er jedenfalls dafür nicht, in einen türkischen schon gar nicht. Die FAZ stellte nun einen Kursbuch-Text von ihm online, der eine gute Zusammenfassung des politischen Geschehens der Ära Erdogan darstellt.

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