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Schlagwort: Ditfurth

Betroffenheit statt Rechtsstaatlichkeit – staatsmĂ€nnische Geste statt Kampfgeist?

Viele fragen sich kurz vor der Bundestagswahl, warum die GrĂŒnen nicht in der Lage sind, die Steilvorlagen, die ihnen FlĂŒchtlingskrise, Klimaexzesse, Dieselskandal und soziale Ungerechtigkeit bieten, in Tore und Erfolge ummĂŒnzen können. Warum sie bei sechs bis acht Prozent dĂŒmpeln, wĂ€hrend AfD und FDP immer höher klettern. GrĂŒne leben im Dilemma, dass sie mehr Kompetenz nachweisen mĂŒssen, als andere Parteien. Dies trifft sie wie die Linke – und daher brauchen sie – mehr als rechte Parteien auch ein gerĂŒtteltes Maß an Angriffslust und emotionaler NĂ€he zum Thema. Jutta Ditfurth, Joschka Fischer, JĂŒrgen Trittin, Renate KĂŒnast und Claudia Roth, zuletzt Hans-Christian Ströbele standen fĂŒr diese Haltung. An beiden “Tugenden” – Fachkompetenz und Angriffslust – fehlt es ihrem Spitzenduo.

Wer zur Innenpolitik und den BĂŒrgerrechten Stellung nimmt, sollte schon ein Mindestmaß an Kenntnis verfassungspolitischer GrundsĂ€tze verinnerlicht haben. Gegen die Vorratsdatenspeicherung kann man nicht aus dem Bauch heraus argumentieren, ohne verfassungspolitische Prinzipien zu kennen und sie erklĂ€ren zu können. Dies musste die Spitzenkandidatin der GrĂŒnen, Katrin Göring-Eckardt (KGE) vergangene WocheWeiterlesen…

“Duell”? – Bannas lĂ€sst die Luft raus

Oft frage ich mich, wieviele in der Berliner Blase ĂŒberhaupt noch unsere Verfassung und unser Wahlrecht kennen. GĂŒnter Bannas, nach Berlin zugewanderter Leiter des FAZ-HauptstadtbĂŒros (inkl. “Hauptstadttoilette“, Zitat Friedrich Nowotny) mit rheinischem Migrationshintergrund, ist so einer. In unserer Jugend gab es noch einen Sozialkunde-Unterricht. Wenn die Lehrer*innen schlecht waren, haben wir uns die Inhalte einfach selbst angeeignet. Und was aus Konfliktreibung entstanden ist, erwies sich als “nachhaltig”.
Durch solche Konfliktreibung, Bannas erwĂ€hnt das richtig mit dem Namen Ditfurth, es verbindet sich in meiner Erinnerung aber noch mehr mit dem Namen Trampert, ist das “Duell” ĂŒberhaupt entstanden. In den damaligen “Elefantenrunden” der Spitzenkandidaten aller Parteien flippte Helmut Kohl dermassen unkontrollierbar aus, zur Freude eines stellenweise betrunkenen SPD-Vorsitzenden Brandt, dass das Kanzleramt zu dem Schluss kam: Schluss damit. Damals waren, die jungen Leute von heute werden es kaum glauben können, die GrĂŒnen von den Herrschenden noch gefĂŒrchtet.
Meine Konsequenz, zumal ich schon gewĂ€hlt habe: das Langweiler-“Duell” spare ich ein. Meine Empfehlung danach: nicht “Anne Will” glotzen, sondern Deutschlandfunk hören. Dort wird u.a. Lutz Hachmeister, immer noch einer der klĂŒgsten Medienanalysten in unserer Republik, um die Deutung des Ereignisses mitringen.
Update 6.9.: Hachmeisters aktuelle EinschÀtzung der mdienmachtverhÀltnisse hier im Interview.

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