Beueler-Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: DLF-Wochenendjournal (Seite 1 von 2)

Audiothekperlen von heute

Jean Luc Godard / Kinder & Corona
Drei Stunden über einen Mann vom Film? Das funktioniert. Beate Becker/DLF & DLF-Kultur hats bewiesen, für die “Lange Nacht”. Ich bin mit Godard erst spät warm geworden. “Ausser Atem” hatte ich als Jugendlicher in der Glotze gesehen. Schwarz-Weiss, ok. Jean Seberg, irgendwie eine schöne Frau. Dass sie u.U. von Geheimdiensten gekillt wurde, lernte ich erst später. Der Film war mir zu handlungs-/actionarm, und endete tragisch. Das gefiel mir alles nicht. Ganz anders, als ich viel später “Die Verachtung” sah, mit Mademoiselle Bardot und Monsieur Piccoli. Weiterlesen

Kleine Siege in Sachsen

Und: die Dialektik der “Frauenförderung” in der Schwarz-Gruppe (Lidl)
Pödelwitz – das scheint ungefähr so auszusehen, wie es heisst. Beim heutigen DLF-Wochenendjournal (Audio 47 min) fühlte ich mich an meinen Besuch einer Freundin im Osten von Berlin erinnert. Sie engagierte sich in einem Sozial- und Wohnprojekt auf einem verlassenen Kasernengelände. Ich fuhr mit der S-Bahn bis Strausberg, und dann nochmal lange mit dem Bus, der laut seinem Fahrplan ganz lange nicht wieder zurück fuhr. Die Kasernengebäude waren mitten in der Sanierung, sanitäre Anlagen waren noch nicht fertig. Dafür gabs im Wald einen “Donnerbalken”. Gegenüber der Bushaltestelle, wurde mir damals erläutert, gab es eine mit Erde notdürftig bedeckte alte DDR-Müllkippe. Lecker. Weiterlesen

China oder Westfalen?

Um Sklavenarbeit zu sehen und zu bekämpfen, muss niemand weit reisen
Extradienst-Leser*innen wissen, dass ich samstags regelmässig das DLF-Wochenendjournal höre. Anschliessend suche ich mein Bad und dort die Dusche auf. Heute merkte ich, wie die Wut immer weiter hochkochte. Und bevor ich was kaputt mache oder Terrorist werde, schreibe ich es Ihnen lieber hier. Manfred Götzke war nach einem Jahr wieder in Westfalen, und wollte hören, was sich nach einem Jahr inkl. Gesetzesänderungen geändert oder gar gebessert hat (hier unsere Würdigung seiner damaligen Reportage). Um es vorwegzunehmen: Engagement lohnt sich. Kurzes dagegen nicht. Weiterlesen

Pandemie-Ramadan

Und: “herrschaftsfreier Diskurs” nirgends
Ich fange mit dem Positiven an. Henning Hübbert. In dem Link wird er auf der WDR-Homepage vorgestellt, meistens höre ich ihn im DLF, kenne ihn auch flüchtig vom Telefonieren. Er wohnt in Unkel, wo auch Willy Brandt seine letzten Lebensjahre verbrachte, und die Oma meiner alten Freundin Kerstin Müller mehrere Hochwasser durchmachte. Dort ist es offenbar möglich, als Journalist nicht nur eine klare Haltung zu entwickeln, die Hübbert mit seinen Themensetzungen verrät. Sondern auch ständig neugierig zu bleiben, ehrliches Interesse zu entwickeln, und auf eigene Missionsarbeit weitgehend zu verzichten. Was für ein angenehmer Kontrast (ich komm’ gleich (drauf)! Weiterlesen

Wegrationalisiert

Kölner Kulturproduzent*inn*en zwischen Radikalisierung und Marginalisierung
Ein “Hoch!” auf Stephanie Gebert und das DLF-Wochenendjournal. Frau Gebert war in der Kölner Kulturszene unterwegs (Audio 47 min), förderte viel Bekanntes zutage, und vermittelte zusätzlich Ahnungen von weniger Bekanntem.
Bekannt ist, dass die Pandemie alte Probleme und Entwicklungen nicht nur sichtbarer macht, sondern auch beschleunigt. Die Gentrifizierung von Stadtvierteln, die Digitalisierung von Kommunikation und Kulturproduktion. Nur am Rande kam die Mehrheit der Prekarisierten vor, Weiterlesen

Falsche Zeit, falscher Ort

Der Flughafen und seine erste Kundin
Das DLF-Wochenendjournal bot heute morgen wie immer erstklassigen Journalismus. Es war auch keine Wiederholung, keine Fiktion. Nein, der Flughafen in Berlin soll tatsächlich fertig sein (Audio 42 min). Es lässt sich kaum ein Symbol denken, das so teuer, und ein so gewaltiger Irrtum der Geschichte ist: das starrköpfig im Gestern verharrende Deutschland setzt Denkmäler in die Welt, auf dass die sich ewig an diese Desaster erinnere. Weiterlesen

Frankreich / Faschist*inn*en

In Frankreich waren Kommunalwahlen. Erster Wahlgang mitten in Corona (Mitte März), zweiter Wahlgang dann vor Schreck verschoben, hat nun diese Woche auch stattgefunden. Wie üblich sind Wahlberichterstattung aus dem Ausland in deutschen Medien grob oberflächlich und kaum informativ, dafür aber immer mit einem gewünschten Spin versehen. Ausser Bernhard Schmid/telepolis.
Kennzeichen von Faschist*inn*en sind ihr apokalyptisches Denken, in der Konsequenz ihre Vernichtungs- und Todessehnsucht als Triebkraft. Ist es am Ende nicht so, dass Trump und Bolsonaro mit ihrem Beharren Weiterlesen

Wie kommen sie durch?

Bonner/Beueler Kleinunternehmen in der Krise (im Radio)
Das DLF-Wochenendjournal (samstags 9:10 h, oder zum Nachhören) ist durchgehend guter Radiojournalismus, vielstimmig, informativ und atmosphärisch dicht. So auch heute: Stephan Beuting berichtete über Bonner Kleinunternehmen, teilweise sogar von unserer schöneren Rheinseite, wie sie durch die Coronakrise gekommen sind (Audio, 40 min.); einen der Porträtierten kenne ich persönlich. Beuting besuchte seine Protagonisten im Abstand von vier Wochen, um Stimmungsschwankungen einzufangen.
Es wird Sie nicht überraschen: die Stadtverwaltung Bonns schnitt in der Reportage nicht besonders gut ab. Weiterlesen

“Die sind nicht bei den Menschen”

Diese Überschrift begegnet mir in der Regel als schwer erträgliche Phrase des Politsprech. Ich assoziierte sie sofort mit den Bildern der Regierungspressekonferenz zur Klimapolitik. Wörtlich gehört habe ich sie aber heute morgen von einer alleinerziehenden Pflegefachkraft. Es ging im Radio um die Kinder. Nicht die Millionen, die gestern auf der Strasse waren, und derzeit das öffentliche Bild bestimmen, in durchaus genialer Weise. Weiterlesen

Amri von Agenten umringt / Digitalpakt in China

Vor zwei Jahren soll er einen LKW in den Berliner Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz gesteuert haben. Warum? Wer hat ihm geholfen? Er kann dazu nichts aussagen, weil er Tage später erschossen wurde. In Italien. Seitdem versuchen zahlreiche Parlamentarische Untersuchungsausschüsse herauszufinden, was passiert ist. Sicher ist: zahlreiche Sicherheits- und Ermittlungsbehörden waren seitdem mit Akten- und Spurenvernichtung stark ausgelastet. Und sind es noch. Thomas Moser/telepolis bleibt ihnen (und dem toten Amri) auf der Spur. Nach seinen Erkenntnissen Weiterlesen

« Ältere Beiträge

© 2021 Beueler-Extradienst

Theme von Anders NorénHoch ↑